Lavabombe schlägt am Fuego in der Nähe von Touristen ein – gefährlicher Tanz auf dem Vulkan
Am Fuego wäre es beinahe zu einem Unglück gekommen, als vulkanische Bomben vor den Füßen allzu wagemutiger Vulkantouristen einschlugen, die sich auf dem Grat zum Krater aufhielten – einem Bereich, der eigentlich Sperrgebiet ist. Die Absperrungen werden jedoch regelmäßig ignoriert, und tatsächlich werden die Schaulustigen oft sogar von ihren Führern dorthin geleitet. Die wenigsten dürften sich der Gefahr bewusst sein, in die sie sich begeben.

Nervenkitzel und ein besonders spektakuläres Selfie dürften die Hauptmotivation vieler Vulkantouristen sein, die sich bis auf den Grat am Krater des Fuego wagen, der vom Acatenango aus erreichbar ist. Von selbst würden allerdings die wenigsten auf die Idee kommen, dorthin zu marschieren. Tatsächlich werden viele von den Vulkanführern, die Gruppen auf den Acatenango begleiten, regelrecht dazu überredet, gegen eine Extragebühr weiter bis zum Grat zu wandern – wohlwissend, dass dies nicht nur von den Behörden verboten, sondern auch lebensgefährlich ist.
Immer wieder schleudern stärkere Explosionen des Vulkans Lavabomben und glühende Schlacken so weit aus, dass sie auf dem Grat einschlagen. Im aktuellen Fall traf ein besonders großer Brocken sogar hinter einer Gruppe auf den Boden, die sich besonders weit hinausgewagt hatte. Ein weiter hinten stehender Videograf filmte das Geschehen. Am Verlauf des Trampelpfades lässt sich zudem erkennen, dass sich einige Vulkanspotter mitunter noch näher an den Krater heranwagen.
Mir persönlich wurden ebenfalls bereits Touren auf den Grat angeboten, die ich jedoch ablehnte. Wenn Einzelpersonen mit entsprechender Vulkanerfahrung eigenverantwortlich dorthin gehen, halte ich das noch für vertretbar. Dass ortsansässige, selbst ernannte Vulkanführer jedoch Gruppen dorthin führen, deren Mitglieder meist zum ersten Mal an einem aktiven Vulkan unterwegs sind, empfinde ich als unverantwortlich.
Erst im April war es am Santiaguito beinahe zu einer Katastrophe gekommen (Vnet berichtete), als eine Gruppe besonders leichtsinniger Gipfelstürmer bis auf den aktiven Lavadom gestiegen war und dort von einer Explosion überrascht wurde. Viral gegangene Aufnahmen zeigten ihre panische Flucht den steilen Hang hinab, während Lavabomben um sie herum einschlugen. Mehrere Personen stürzten schwer und zogen sich Verletzungen zu. Ob jemand direkt von Lava getroffen wurde, ist bislang nicht bekannt geworden. Das Ganze geht solange, bis es Todesopfer gibt, mit der möglichen Konsequenz, dass Verbote mit Maßnahmen durchgesetzt werden unter denen die ganze Branche des Vulkantourismus leidet.
Der Fuego ist in diesem Jahr wieder deutlich aktiver geworden, nachdem er zwischen März und August 2025 vergleichsweise ruhig gewesen war und es über mehrere Wochen kaum Aktivität gegeben hatte. Laut einem aktuellen INSIVUMEH-Bericht wurden gestern stündlich zwischen 8 und 13 explosive Eruptionen registriert, die glühende Tephra bis zu 200 Meter über Kraterhöhe auswarfen. Vulkanasche stieg dabei bis auf 4800 Meter über dem Meeresspiegel auf.