Vulkanausbruch am Puracé in Kolumbien setzt sich fort

Puracé bleibt aktiv – Vulkanasche bis auf 5500 m Höhe gefördert

Am frühen Dienstagmorgen hat der kolumbianische Vulkan Puracé Volcano erneut Asche ausgestoßen. Nach Angaben des Washingtoner Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) wurde gegen 01:40 UTC eine Aschewolke registriert, die sich vom Krater nordwestwärts bewegte und sich mit einer Geschwindigkeit von 37 km/h in Richtung der Stadt Popayán bewegte. Damit folgte sie der Spur ihrer Vorgänger der vergangenen Tage. Im Bereich der Stadt kam es bereits wiederholt zu leichtem Ascheniederschlag.

Puracé. © VAAC Washington

Der 4 756 Meter hohe Puracé liegt im Südwesten von Kolumbien und gehört zur Vulkankette Los Coconucos, bei der es sich um ein Komplexvulkan-System mit mehreren Kratern handelt. Die Aktivität des Puracé wird derzeit vor allem von nahezu kontinuierlich stattfindenden Ascheemissionen bestimmt. Starke Explosionen bleiben aus. Der aktive Vulkan setzt sich aus andesitischer und dacitischer Lava zusammen, ist zudem für seine ausgeprägte Fumarolenaktivität bekannt und zählt zu den am intensivsten überwachten Vulkanen des Landes.

Der jüngste Wochenbericht des kolumbianischen geologischen Dienstes SGC bestätigt die anhaltenden Unruhen. Zwischen dem 5. und 11. Mai registrierten die Überwachungsstationen eine deutliche Zunahme des kontinuierlichen vulkanischen Tremors unter den Kratern von Puracé und dem benachbarten Piocollo. Die Tremorquellen lagen in weniger als drei Kilometern Tiefe. Diese Signale werden mit Fluidzirkulation im hydrothermal-magmatischen System in Verbindung gebracht und gingen mehrfach mit Ascheemissionen einher.

Bereits in der Vorwoche stieg Asche bis zu zwei Kilometer über den Gipfel auf und wurde nordwestwärts verfrachtet. Aus mehreren Gemeinden – darunter Puracé selbst sowie Ortsteile wie Alto de Anambío und Cristales – gingen Berichte über feinen Ascheregen und intensiven Schwefelgeruch ein. Die Eruptionen wirkten sich sogar auf Popayán aus, das ca. 25 Kilometer vom Vulkan entfernt liegt. In der Bezirkshauptstadt leben fast 290.000 Einwohner. Im Falle starker Eruptionen würden sie in Mitleidenschaft gezogen werden.

Mit Hilfe von Satelliten konnten erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen sowie anhaltende thermische Anomalien im Krater und Fumarolenfeld nachgewiesen werden. Eine langsame Bodenverformung zwischen den Kratern Puracé, Piocollo und Curiquinga hält an – ein Prozess, der nach der eruptiven Episode des Curiquinga-Vulkans im Januar 2025 einsetzte und zeigt, dass sich im flachen Untergrund des Komplexvulkans Magma akkumuliert und sich sogar ein stärkerer Vulkanausbruch entwickeln könnte.

Die Alarmstufe bleibt auf Gelb: Weitere Ascheemissionen gelten als wahrscheinlich.