Vulkan auf Kamtschatka stößt Vulkanasche aus und emittiert hohe Wärmestrahlung: Indizien für pyroklastische Ströme
Der auf der russischen Halbinsel Kamtschatka gelegene Vulkan Bezymianny zeigt weiterhin eine deutlich erhöhte Aktivität. Das VAAC Tokyo veröffentlichte seit gestern 8 VONA-Meldungen über Aschewolken mit Potenzial, den Flugverkehr zu gefährden. Die letzte wurde heute Morgen (18. Mai 2026) um 06:00 UTC herausgegeben. Demnach wurde Vulkanasche zuletzt um 05:20 UTC ausgestoßen. Die Aschewolke wurde in einer Höhe von 5200 m nachgewiesen. Sie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h in südöstlicher Richtung. Die Aschewolken könnten explosiv entstanden sein.

Der Vulkan, dessen Gipfel eine Höhe von 2882 m über dem Meeresspiegel erreicht, befindet sich aktuell unter dem Luftfahrt-Alarmcode „Orange“ und es besteht eine erhöhte Gefährdung für die Luftfahrt. Satellitendaten des KVERT, ausgewertet unter anderem mithilfe des Himawari-9, zeigen eine Aschewolke, die sich bis zu 136 km südöstlich des Vulkans erstreckt.
Die Vulkanologen von KVERT berichten von intensiver Aktivität am Lavadom, von dem Lavaströme ausgehen, die über die Domflanke fließen. Der Prozess wird von wiederholten Kollapsereignissen begleitet, die heiße Schuttlawinen und möglicherweise auch pyroklastische Ströme hervorrufen Die Gas- und Dampftätigkeit des Doms bleibt stark ausgeprägt. Satellitenmessungen dokumentieren eine markante thermische Anomalie, die auf anhaltende Magmenbewegung nahe der Oberfläche hindeutet.
Fernerkundungsdaten bestätigen die hohe Aktivität am Lavadom: Das MIROVA-System registrierte eine thermische Strahlungsleistung von 572 MW. Das ist ein hoher Wert, der auf eine sehr aktive effusive Eruptionsphase schließen lässt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten Stunden oder Tagen zu größeren pyroklastischen Strömen am Bezymianny kommt, ist hoch und würde dem bisherigen Aktivitätsmuster des Vulkans entsprechen.
Von weiteren Vulkanen Kamtschatkas gibt es aktuelle VONA-Meldungen: Shiveluch trat seit gestern bereits 4 Mal in Erscheinung. KVERT brachte zudem eine VONA-Meldung zum Krashininnkov heraus.