Größerer Vulkanausbruch am Shiveluch – auch andere Vulkane auf Kamtschatka aktiv
Am russischen Vulkan Shiveluch kam es heute zu einem größeren Vulkanausbruch, bei dem Vulkanasche bis in eine Höhe von 9800 m ausgestoßen wurde. Laut einer VONA-Meldung des VAAC Tokio, die um 11:20 UTC veröffentlicht wurde, driftete die Aschewolke mit einer Geschwindigkeit von etwa 65 km/h in südwestliche Richtung. Damit erreichte die Eruptionswolke eine Höhe, die für den internationalen Flugverkehr relevant ist. Der Flugwarncode wurde auf „Rot“ erhöht, da solche Aschewolken für Flugzeuge gefährlich sein können und sich typischerweise über große Entfernungen ausbreiten.
Es war bereits die zweite VONA-Meldung, die heute zum Shiveluch veröffentlicht wurde. Eine erste Warnung erfolgte bereits gegen 09:00 UTC und bezog sich ebenfalls auf eine größere Aschewolke. Entweder kam es zu zwei stärkeren Explosionen oder zu einem anhaltenden Ascheausstoß.
Augenzeugen berichteten kürzlich, dass im Nordteil des Kraters des Jungen Shiveluch ein neuer Lavadom aus dem Boden gedrückt wird. Dabei könnte es zu Kollapsereignissen gekommen sein, oder aber zu starken Explosionen, die Teile des Doms zerstörten.
Ähnlich verhält es sich mit dem gut 70 Kilometer südlich gelegenen Bezymianny, der seit Mitte Mai nicht mehr nur effusiv, sondern auch explosiv aktiv ist und ebenfalls Aschewolken ausstößt. Hier registrierte das VAAC kontinuierliche Ascheemissionen bis auf FL280, was etwa 8500 m über Normalnull entspricht.
Während Shiveluch und Bezymianny vermutlich lediglich tektonisch gekoppelt sind, zeigt eine neue Studie, dass die Feuerberge der zentralen Vulkangruppe -zu der neben Bezymianny auch Klyuchevskoy und Tolbatschik zählen – möglicherweise durch ein tiefreichendes Magmasystem miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Auf dem aktuellen Satellitenbild sind alle hier genannten Vulkane zu sehen: Die zentrale Vulkangruppe befindet sich unterhalb der Bildmitte, der Shiveluch etwas weiter rechts oberhalb. Dazwischen verläuft der Kamtschatka-Fluss als natürliche Trennlinie der beiden Systeme.
Nicht im Bild ist der Krasheninnikov, der ebenfalls weiterhin effusiv tätig ist und Lavaströme fördert.
