White Island: Ausbruch des Whakaari gemeldet

Schwacher Ausbruch am Whakaari auf White Island: Vulkanwarnstufe auf 3 erhöht

Wie das neuseeländische Observatorium GeoNet berichtet, wurde am 12. März 2026 am Vulkan Whakaari auf White Island ein schwacher Vulkanausbruch registriert. In der Folge erhöhten die Behörden die Vulkanwarnstufe von 2 auf 3 sowie den Luftfahrt-Farbcode von Gelb auf Orange. Auslöser war eine bodennahe Aschewolke, die vom Hauptkrater ausgehend beobachtet wurde.



Archivbild

Berichte von Piloten bestätigten, dass aus dem Krater eine geringe Menge Asche ausgestoßen wurde. Nach Angaben der Wissenschaftler handelte es sich um einen schwachen, nicht explosiven Ausbruch, also um eine Asche-Dampf-Exhalation. Der Aschefall blieb auf den Kraterbereich beschränkt, größere Veränderungen am Schlot oder Auswürfe von Gesteinsmaterial wurden nicht festgestellt.

Bereits seit Ende der vergangenen Woche war von der Küste der Bay of Plenty aus eine deutliche Dampf- und Gaswolke über dem Vulkan zu sehen. Satellitenmessungen registrierten zudem geringe Mengen an Schwefeldioxid in der Atmosphäre, was auf anhaltende Entgasung hinweist.

Die aktuelle Aktivitätssteigerung folgt auf eine Phase leichter Unruhe. Noch am 10. März bestätigten Beobachtungsflüge lediglich Dampf- und Gasemissionen aus dem aktiven Schlot, ohne dass Asche oder frisches Auswurfmaterial im Krater entdeckt wurden. Thermische Messungen aus einem früheren Überwachungsflug zeigten Temperaturen unter 100 °C an den Austrittsstellen.

Seit dem Desaster vom Dezember 2019, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen, ist der Zugang zum Inselvulkan für alle gesperrt. Das betrifft auch die Vulkanologen, die vom angeklagten und verurteilten Inselbesitzer ausgesperrt wurden. Daher ist die Überwachung des Vulkans eingeschränkt, da auf der Insel keine Echtzeit-Messinstrumente in Betrieb sind. Wissenschaftler stützen sich daher hauptsächlich auf ferngesteuerte Kameras, Satellitendaten sowie Beobachtungs- und Messflüge. Dadurch ist auch die Unterscheidung zwischen den niedrigeren Warnstufen erschwert.

Bei der aktuellen Windrichtung könnten in den kommenden Tagen geringe Aschemengen die Küste der Bay of Plenty erreichen, ein messbarer Aschefall am Festland gilt jedoch als unwahrscheinlich. Dennoch warnen Experten, dass sich die Aktivität aufgrund des flachen hydrothermalen Systems des Vulkans jederzeit rasch verstärken kann.