Ascheeruption am Vulkan Whakaari auf White Island – Warnstufen angehoben
Heute Nachmittag kam es am Vulkan Whakaari/White Island zu einem kleineren Ausbruch, bei dem Vulkanasche aufstieg. Infolge dessen wurde eine VONA-Warnung ausgegeben und der Luftfahrt-Farbcode auf Orange gesetzt. Die Vulkanwarnstufe wurde auf 3 erhöht. Eine unmittelbare Gefahr für die Anwohner der Bay of Plenty besteht aber nicht. Das Betreten der Vulkaninsel ist weiterhin strengstens untersagt.

Die Eruption brachte eine einzelne, dunkelgraue Aschewolke hervor, die von Kameras auf dem Festland bei Whakatāne und Te Kaha erfasst wurde. Innerhalb von etwa zwei Minuten stieg die Wolke auf rund 1300 Meter Höhe auf und driftete anschließend nach Westen. Weitere Aktivitäten wurden danach nicht beobachtet.
In den vergangenen Wochen war der Vulkan bereits durch kleinere Ausbrüche aufgefallen, zwischen denen es zu ruhigeren Phasen mit Dampfaustritten kam.
White Island liegt etwa 50 Kilometer vor der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel und ist einer der aktivsten Vulkane des Landes. Es handelt sich um den sichtbaren Teil eines größeren unterseeischen Vulkans, in dessen Krater häufig ein saurer Kratersee brodelt und der von starker Fumarolenaktivität geprägt ist.
Die letzte größere Eruption ereignete sich am 9. Dezember 2019. Dieser plötzliche, explosive Ausbruch traf Besucher auf der Insel und führte zu mehreren Todesopfern sowie Verletzten. Seitdem zeigt der Vulkan immer wieder Phasen erhöhter Aktivität mit kleineren Explosionen und verstärkter Gasfreisetzung.
Trotz des derzeit abgeklungenen Ausbruchs besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Aktivität ohne Vorwarnung wieder zunimmt. Weitere plötzliche, möglicherweise stärkere Explosionen könnten den Kraterbereich und die unmittelbare Umgebung betreffen. Stärkere Auswirkungen auf das Festland der Nordinsel sind aber wenig wahrscheinlich.
Die Vulkanüberwachung durch Earth Sciences New Zealand und das Nationale Zentrum für Geogefahren erfolgt weiterhin engmaschig. Da sich keine Messinstrumente direkt auf der Insel befinden, basiert die Beobachtung auf Kameras aus der Ferne, Satellitendaten sowie regelmäßigen Beobachtungs- und Gasflügen.