
Der Sorikmarapi (auch Gunung Sorik Marapi) ist ein dicht bewachsener Stratovulkan im Norden der indonesischen Insel Sumatra. Er liegt in der Provinz Nord-Sumatra innerhalb des Batang-Gadis-Gebirges. Mit einer Höhe von etwa 2.145 Metern erhebt sich der Vulkan in einer tektonisch aktiven Region des Sundabogens, der durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Eurasische Platte geprägt ist.
Das indonesische "Marapi" bzw. "Merapi" heißt übersetzt "Feuerberg", was erklärt, warum es in Indonesien mehrere Vulkane ähnlichen Namens gibt. "Sorik Marapi" wird als "Der Feurige" übersetzt. Um die Verwechslungsgefahr mit dem Marapi auf Sumatra oder dem Merapi auf Java gering zu halten, wähle ich hier die Schreibweise Sorikmarapi.
Morphologisch zeigt der Sorikmarapi einen komplexen Aufbau mit mehreren Kratern und hydrothermal stark überprägten Bereichen an seiner Basis. Auffällig ist ein etwa 600 Meter breiter Kratersee am Gipfel. An der südöstlichen Flanke befindet sich der Nebenkrater Danau Merah, während an der Ostflanke ausgedehnte Solfatarenfelder auftreten. Diese sind Ausdruck intensiver Entgasung und hydrothermaler Aktivität. Zudem sind Schwefelablagerungen verbreitet, die auf das Vorhandensein gasreicher Fluide hinweisen. Der Vulkan ist insgesamt dicht bewaldet, was typische Strukturen teilweise überdeckt.
Geologisch gehört der Sorikmarapi zu den klassischen Stratovulkanen (Schichtvulkanen), die aus wechselnden Ablagerungen von Lava, Asche und pyroklastischem Material aufgebaut sind. Die Petrografie wird überwiegend von andesitischen bis dazitischen Gesteinen dominiert, wie sie für Subduktionszonen typisch sind. Diese zähflüssigen Magmen begünstigen eher explosive als effusive Eruptionsstile.
Die Eruptionsgeschichte des Vulkans ist vergleichsweise schwach dokumentiert. Historisch sind vor allem kleinere phreatische Explosionen bekannt, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um Dampfexplosionen, die durch das plötzliche Erhitzen von Grundwasser entstehen und häufig ohne direkten Lavaausstoß ablaufen. Eine bestätigte eruptive Aktivität wurde unter anderem 1987 registriert. In jüngerer Zeit beschränkt sich die Tätigkeit überwiegend auf seismische Unruhe, Gasemissionen und hydrothermale Prozesse.
Zuletzt ereignete sich Anfang April 2026 ein Schwarmbeben, das auf Magmaaufstieg hindeutete, woraufhin die Alarmstufe des Sorkimarapi auf "Gelb" erhöht wurde.
Ein bedeutendes Ereignis außerhalb von Vulkanausbrüchen ereignete sich 2021, als im Rahmen eines Geothermieprojekts (Kaishan Compressor) fünf Menschen durch austretendes Schwefelwasserstoffgas ums Leben kamen. Dieses Ereignis verdeutlicht die Gefahren, die auch von nicht-eruptiven vulkanischen Prozessen ausgehen können.
Obwohl größere magmatische Eruptionen selten sind, bleibt der Vulkan aufgrund seiner hydrothermalen Dynamik und phreatischen Explosionsgefahr ein potenziell gefährliches System.
Online seit 2026. Bild: © Tom Casadevall, U.S. Geological Survey Lizenz der CC