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soufriere

Soufrière Hills


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Vulkan in der Karibik
Lage: 16.7 N 62.1 W, Montserrat

Höhe: 1150 m

Art: Stratovulkan

Typ: Inselbogen-Vulkanismus

Petrographie: Basalt, Dazit

Ausbruchsart: Peleanisch, PF
 
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 Vulkan-Reportagen: Montserrat und Soufriere Hills


Eine Reportage von Konrad Merck

Insel Montserrat

Montserrat ist eine Insel in der Karibik und gehört zur Inselgruppe der Kleinen Antillen. Sie liegt zwischen den Inseln Guadeloupe, Antiqua & Barbuda und St. Kitts & Nevis.
Montserrat hat die Form einer Träne. Sie ist etwa 17 km lang und an der breitesten Stelle im Süden etwa 10 km breit. Die Landfläche beträgt 106 km². Die Insel besteht aus drei großen Bergen, dem Silver Hill (403 m) im Norden, den Centre Hills mit ihrem höchsten Gipfel, dem Katy Hill (741 m) in der Mitte und den Soufriere Hills mit dem Chances Peak (915 m) im Süden.
Sie ist eine grün bewachsen und auch Regenwald gibt es noch. Hier trifft man überall auf zerfallene Bauwerke aus der Kolonialzeit und der Sklaverei. In der Blütezeit der Sklaverei, als die Plantagen der Insel noch intakt waren, konnte Montserrat sich selbst und die Nachbarinseln mit Nahrungsmitteln versorgen. Heute sind die Plantagen vom Regenwald völlig überwachsen.
Die gesamte Insel ist vulkanischer Herkunft was in der Galways Soufriere zu sehen ist. Der Galways Soufriere ist eine geologische Verwerfung, eine Art Canyon, in den Soufriere Hills. Hier gibt es überall Schwefeldämpfe, Fumarolen, schwefelhaltige Schlammteiche und heiße Quellen.


Geschichte

Montserrat ist eine Kronkolonie von England. Nachdem 1962 die westindische Föderation auseinander brach, wurde allen britischen Territorien angeboten sich selbst zu regieren. Montserrat war jedoch zu klein um sich selbst verwalten zu können, und versuchte deshalb einen Staat mit Antiqua oder St. Kitts zu bilden, was ohne Erfolg blieb. Daraufhin baten die Insulaner die Briten weiterhin eine Kronkolonie bleiben zu dürfen.
Die Stadt Plymouth ist das politische und wirtschaftliche Zentrum der Insel. Sie liegt an der Küste im Süd-Westen und hat etwa 3500 Einwohner. Das Stadtzentrum bildet ein kleiner Platz am Wasser. Das Wahrzeichen ist ein Glockenturm der sieben Einwohnern gewidmet ist die im ersten und zweiten Weltkrieg starben.
Im Osten der Insel gibt es einen kleinen Flughafen der von LIAT, der karibischen Fluggesellschaft, angeflogen wird.


Der Vulkan Soufriere Hills

Montserrat liegt über der Subduktionszone der Nord- und Südamerikanischen Platte und der karibischen Platte. Durch das abtauchen der Nord- und Südamerikanischen Platte wird im Gestein enthaltenes Wasser aufgeheizt und an den umgebenen Erdmantel abgegeben. Das Wasser setzt die Schmelztemperatur des Gesteins herab, das teilweise aufschmilzt. Diese Gesteinsschmelze steigt langsam auf und sammelt sich in Magmakammern. Wenn sich dort genügend Druck aufgebaut hat, bahnt sich das Magma gewaltsam einen Weg ins Freie. Der Vulkan Soufriere Hills gehört zu den Stratovulkanen.
Am 18. Juli 1995 wurde durch eine initiale, phreatische Eruption der erste Schlot freigesprengt. Ab September 1995 bildete die aufsteigende, hochviskose Lava einen Lavadom, der kontinuierlich wuchs, bis er im März 1996 eine kritische Größe ereichte. Die steilen Flanken begannen abzubrechen, verursachten die gefürchteten pyroklastischen Ströme. Heiße Glutwolken aus bis zu 1000° C heißen Gasen und vulkanischem Material rauschten mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Km/h zu Tal. Ein Großteil des Südens und auch Teile von Plymouth wurden zerstört.
Im Oktober 1997 erreicht die Aktivität ihren Höhepunkt. Die Ausbrüche erfolgten nun im acht bis 12 Stunden Rhythmus. Die Aschesäule erreicht eine Höhe von bis zu 8000m. Der ganze Süden der Insel und auch Teile in der Mitte sind von dem Fallout betroffen.
Während der Eruptionen standen die Menschen auf den Straßen und sahen mit Faszination und Furcht der Naturgewalt zu. Einige zogen sich ihre Helme und den Mundschutz, der zum Schutz der Bevölkerung angeordnet wurde, an, um sich vor dem Fallout, der heißen Tephra zu schützen. (siehe Bilderserie)


Die Folgen der Vulkanaktivität

Ein großer Teil von Montserrat musste evakuiert werden. Darunter waren hauptsächlich Gebiete im Süden, die von der Vulkanaktivität besonders betroffen waren, so auch die Stadt Plymouth. Doch der Vulkan gab keine Ruhe, so musste die Evakuierungszone nach und nach immer weiter in Richtung Norden ausgedehnt werden. Heute verläuft die Grenze etwa zwischen den Centre Hills und den Soufriere Hills.
Anfang 1997 wurde die Stadt Plymouth durch eine Glutwolke (Pyroclastic Flow) vollkommen zerstört. Etwa 4 km Luftlinie liegen zwischen dem Aktiven Krater und der Stadt. Durch die enorme Hitze brannten die Häuser aus, wurden von Asche und Geröll verschüttet, die Dächer stürzten ein. Bis zu 4m ist die Asche- und Geröllschicht, die die Stadt zudeckt, dick.
Der Flughafen ist, bis auf einen Teil der Landebahn und den Tower auch von einer Glutwolke zerstört worden. Das viele Material, das der Vulkan ausgeschleudert hat, bildet in der Nähe des Flughafens eine kleine Halbinsel: "New Land".
Von den vielen Eruptionen, deren Tätigkeit und Materialauswurf sich ständig verstärkt haben, ist fast die gesamte Insel mit einer grauen Ascheschicht bedeckt. Die normalerweise grüne Insel ist nun eine völlig graue geworden. Fast sieht es so aus als wäre es Winter in Europa. Die noch intakten Häuser außerhalb der Sperrgebiete müssen mindestens einmal in der Woche von der Asche befreit werden, um größere Schäden an den Dächern zu vermeiden.
Die Menschen die aus Plymouth und den anderen Orten evakuiert wurden, sind in Kirchen im Norden der Insel untergebracht, wo sie teilweise seit Beginn der Eruption leben. Von Hilfsorganisationen wurden im Norden Notunterkünfte gebaut. Hier leben die Menschen auf engstem Raum, durch dünne Holzwände von ihren Nachbarn getrennt. Bei der Evakuierung mussten die Menschen alles, bis auf ein paar persönliche Dinge, zurücklassen. Selbst die Bauern durften ihre Tiere nicht mitnehmen. Sie streunen nun auf der ganzen Insel herrenlos herum.
Von den Hilfsorganisationen wurden im Norden auch neue Häuser sowie ein neuer Hafen für die Evakuierten gebaut. Die englische Regierung bietet den Insulanern zudem an, in England ein neues Leben zu beginnen. Viele versuchen auf einer der Nachbarinseln ein neues Leben zu beginnen. Täglich verlassen Fähren mit Flüchtlingen die Insel.
Die Wasserversorgung ist im Augenblick noch gewährleistet. Weil neue Häuser im Norden gebaut werden, muss die Wasserversorgung aus einer Quelle in der Mitte der Insel erfolgen, da es im Norden keine Quelle gibt. Mit Lebensmitteln sieht es dagegen sehr schlecht aus. Frische Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Früchte oder Gemüse sind schwer zu bekommen. In den Supermärkten gibt es hauptsächlich Nahrungsmittel aus Konserven.



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