Ol Doinyo Lengai: Das erste Mal im Riftvalley

Schritt für Schritt quäle ich mich bergauf, mit brennenden Füßen und schmerzenden Oberschenkeln. Meine Wanderstiefel suchen verzweifelten Halt in den losen Aschen, die unter mir dauernd wegrutschen. Der Schweiß brennt mir in den Augen und trübt den Blick auf die fantastische Szenerie gut 800 Meter weiter unten. Dort breitet sich das Ostafrikanische Rift Valley aus. Im Norden erkenne ich die flache Senke des Lake Natrons. Der riesige Sodasee ist berühmt für seine Flamingos und führt nur wenig Wasser. Auf seiner trägen Oberfläche spiegeln sich die Wolken. Im Osten blicke ich auf die pockigen Hänge des Mt. Gelai, ein ruhender Vulkan. Im Westen erstreckt sich die steile Abbruchkante des Rift Valleys, dass Escarpment. Und noch einmal gut 800 Meter über mir befindet sich mein Ziel; Der Krater des Ol Doinyo Lengai, der Götterberg der Massai.

Vor drei Tagen waren Daniela und ich mit einer 4 köpfigen Gruppe von Wissenschaftlern in Arusha aufgebrochen. Arusha, eine kleine Stadt im Norden Tansanias ist vor allem als Ausgangspunkt zum Kilimandscharo bekannt. Von dort starten aber auch die Safaris zum berühmten Ngorongoro-Krater und in die Serengeti.
Unser Ziel ist weniger bekannt und genießt nur unter Vulkanologen einen einzigartigen Ruf. Der 2895 Meter hohe Ol Doinyo Lengai speit als weltweit einziger Vulkan eine natriumkarbonatitsche Lava, die mit Temperaturen um 500 °C (vulkanologisch) ungewöhnlich kalt ist. Ihre Genese liegt noch weitgehend im Dunkeln.
Das Wissenschaftsteam um den Freiburger Professor Jörg Keller hat es sich zur Aufgabe gemacht etwas Licht in das Geheimnis zu bringen. Leiter unserer Expedition ist Chris Weber, ein erfahrener Vulkanführer aus Wuppertal. Unsere Aufgabe ist es, einen Film über diese Reise und das Rift Valley zu drehen.
Nachdem wir auf dem farbenfrohen Markt Arushas eingekauft hatten, beluden wir unsere beiden Landrover mit Proviant für 2 Wochen. Versorgungsmöglichkeiten gibt es in der menschenleeren Gegend des Rifts keine, sieht man von den wenigen Massai-Dörfern einmal ab. Auch das gesamte Trinkwasser mussten wir in Arusha tanken.
Schwer beladen ging es zuerst in Richtung MtoWa Mbu (gesprochen etwa Emtowambu), wo unsere einheimischen Köche Othman und Nuru letzte Einkäufe tätigten.

Die Fahrt auf den staubigen Pisten war freilich kein Vergnügen. Stunde um Stunde rüttelte es uns durch. Die Fahrer Steve und Andrew hatten alle Hände voll zu tun. Als unsere Fahrzeuge dann kurz vor Engaruka über die Kante des Escarpments, hinab in das Rift Valley kletterten, sah ich zum ersten mal die Geburtsstätte eines neuen Ozeans. Ähnlich, wie sich vor Jahrmillionen Madagaskar vom Afrikanischen Mutterkontinent trennte, spaltet sich nun ein weiteres Stück Afrika ab. Ob die erdzerreißenden Kräfte weiterhin wirken und stark genug sind, um Ostafrika vollständig vom Mutterkontinent zu lösen, ist freilich ungewiss. Das Rift Valley bildet heute eine 6500 Kilometer lange Senke, die sich vom Unterlauf des Sambesi bis ins Äthiopische Afar-Dreieck erstreckt und im Roten Meer eine offene Weiterführung findet. Entlang des Riftbodens erstreckt sich eine Kette ungewöhnlich salzhaltiger Seen. Sie war es, die die frühen Entdecker dieser Gegend vermuten ließen, dass es sich bei dem seltsamen Tal um eine Bruchspalte in der Erdkruste handelt.
Wir fuhren nun hinab auf den Boden eines zukünftigen Ozeans. Anstelle von Wasser erwartete uns hier nur ein dürres Land, durchzogen vom steppenartigen Bewuchs der Savanne. Staubwogen schlugen über unseren Fahrzeugen zusammen. Wir atmeten Sand. Vor zwei Jahren viel der letzte Regen. Für das Hirtenvolk der Massai ein schweres Los, denn das Trinkwasser ist knapp und die Herden drohen zu verdursten.
In der Abenddämmerung passierten wir den Vulkan Kerimasi, der mit seiner westlichen Flanke auf der Grabenschulter steht und erblickten im weichen Licht der untergehenden Sonne die Silhouette des Ol Doinyo Lengai. Die fast perfekte Kegelform eines Stratovulkans hob sich schwarz vor dem roten Himmel ab. Welch ein Anblick!
Doch erst Stunden später erreichten wir das Basiscamp in der Nähe des Lake Natron. Immerhin gibt es einen kleinen Fluss und das Massai-Dorf Mtowabaga, so dass für das Nötigste gesorgt ist.
Am nächsten Morgen traf Chris sich mit Bora, dem Anführer der Träger und organisierte die Logistik. Knapp 300 Liter Wasser, eine Feldküche mit Proviant, Zelte, Probenbehälter und Hämmer, private Ausrüstung und unser Film-Equipment müssen auf den Berg geschafft werden. Alles in allem gut ein halbe Tonne, die auf 23 Träger verteilt wurde. Den Tag verbrachten wir mit Sightseeing und Akklimatisation an das erbarmungslose Klima unter der äquatorialen Sonne.

In der Nacht ging es dann los. Um 3.00 Uhr brachen wir das Lager ab. Die Zelte wurden verstaut und die Jeeps fuhren uns an den Fuß des Vulkans. Um 6 Uhr begannen wir mit dem Aufstieg. Zunächst verlief der Pfad relativ flach ansteigend durch die spärlichen Reste des Elefantengrases, doch schon bald wurde er merklich steiler. Nach dem ersten Drittel begannen die Aschen tiefer, der Weg noch steiler zu werden.
Jörg sagt gerade "... so, und jetzt noch einmal Stromboli, dann sind wir oben" und reist mich mit diesen leichtfertig geäußerten Worten aus meinen Gedanken. Für Professor Jörg Keller ist es die vierte Tour auf den Lengai. Das erste Mal hatte er den Vulkan 1988 bestiegen, damals noch in Begleitung von Katja und Maurice Krafft. Der Mineraloge Daniel Wiedemann ist das zweite Mal hier. Die Geologen Jürgis Klaudius und Dr. Anatoli Zaytsev sind genauso wie Daniela und ich Frischlinge am Lengai. Unsere Gruppe hat sich mittlerweile versprengt und eine langgezogene Kette müht sich den Berg hinauf. Einige der Träger fallen weit zurück und ich fühle mit ihnen. Schwer drückt die Last der Videoausrüstung auf meinen Schultern. Aus den Schmerzen in den Oberschenkeln sind Krämpfe geworden und mühsam kämpfe ich mich weiter. Endlich finden die Geologen einen interessante Aufschluss den sie näher untersuchen wollen. Ob sie wohl Uran zum Frühstück hatten? Ich nutze die willkommene Pause um einige Aufnahmen zu machen, aber eigentlich möchte ich nur verschnaufen. Was gäbe ich jetzt für einen Berg Spaghetti! Den Berg kann ich haben, nur statt Spaghetti gibt es "arme Ritter" aus dem Lunchpaket.

Bilder vom Ol Doinyo Lengai

Ol Doinyo Lengai
Ol Doinyo Lengai
Ol Doinyo Lengai

Endlich habe ich das Aschestück hinter mir gelassen und wieder festen Boden unter den Füssen, auch wenn es jetzt erst richtig steil wird. Fast senkrecht klettere ich, die letzten 400 Meter, den Berg hinauf. Ein Sturz hätte hier fatale Folgen. Wahrscheinlich würde man erst einige hundert Meter weiter unten zum liegen kommen, oder in einen der tiefen Seitencanyons stürzen. Jetzt, mit dem Ziel vor Augen, steigt die Motivation enorm. Zusammen mit Othman erreiche ich nach sechseinhalb Stunden den Krater, wo wir von Daniela und Chris begrüßt werden.
Erschöpft, aber überglücklich, stehe ich nun auf dem Kraterrand und schaue in den riesigen Kessel hinab. Die Aktivität der letzten Jahrzehnte hat den Krater praktisch aufgefüllt. Ein Plateau hat sich gebildet. Eine Welt aus schwarz und weiß, nur durch zarte Ockertöne unterbrochen. Im Zentrum ragen bizarre, schornsteinähnliche Hornitos in die Höhe. Aus ihnen quillt häufig Lava und lässt neues Land entstehen. Im Augenblick ist alles ruhig, sieht man einmal von dem enervierenden Pfeifen ab, das aus einem der Lavatürme schrillt. Übergroßer Gasdruck in einem Druckkochtopf. Wird er explodieren? Auf der weißverkrusteten Oberfläche des Kraterplateaus sehe ich ein schmales, schwarzes Band, frische Lava. Chris schätzt ihr Alter auf 4 bis 5 Stunden.
Eine Besonderheit des Natriumkarbonantits ist die schnelle Verwitterung der wasserlöslichen Minerale. Innerhalb weniger Stunden überzieht sich die schwarze Lava mit einer weißen Kruste und zerfällt nach wenigen Tagen zu Staub.
Nun erreichen auch die Vulkanologen den Kraterrand und unsere Freude ist überschwänglich. Ergriffen und mit Tränen in den Augen, begrüßen wir uns und schauen gemeinsam auf diese einzigartige Landschaft hinab. Just in diesem Augenblick verstummt das Pfeifen. Stattdessen quillt ein schmaler Lavastrom aus T 49B, einem recht jungen Hornito, 150 Meter von uns entfernt. Welch eine Begrüßung! Aus dem Deckel des Cones sprotzt Lava bis zu 3 Meter weit. Schnell fließt sie auf uns zu, formiert eine breite Front und gerät ins stocken. In der breitgefächerten Aa-Lava bilden sich schmale, nur Zentimeter breite Kanäle, in denen silberglänzende Pahoehoe Lava fließt. Sie erinnert eher an Schlamm, als an Lava. Auch nachts ist sie nahezu schwarz, für intensive Rotglut ist sie zu kalt. Ein einzigartiges Phänomen. Wir werden mutiger, klettern auf das Dach des Hornitos, um in eine bessere Fotoposition zu kommen. Ganz wohl ist mir dabei nicht! Unter meinen Füssen spüre ich die Lava kochen. Die Vibrationen des Untergrundes übertragen sich auf das Videostativ und ich fühle die einzelnen Lavaschübe emporsteigen. Mit leichter Verzögerungen pulst die Lava aus dem kleinen Förderkegel, entgast und schäumt dabei auf, wie Backpulver in einem Kuchenteig. Noch spritzt die Lava nach vorne weg; hoffentlich behält sie diese Richtung bei! Plötzlich geht ein starkes Zittern durch den Boden. Von irgendwo dringt ein beunruhigendes Rumpeln an meine Ohren. 20 Meter von mir entfernt schießen große Brocken in die Luft und ein Schwall schwarzer Lava spritz gegen den gegenüberliegenden Cone. Die vordere Wand ist kollabiert und der Lavasee im Inneren des Hornitos ergießt sich in einem Sturzbach über den Kraterboden, 100 Meter in 10 Sekunden. Meine Gedanken sind pure Flucht. Wenige Sekunden später erreichen ich die Vorderseite und blicken auf ein ca. 4 x 6 Meter großes Loch, aus dem in mächtigen Schüben Lava strömt. Im Inneren des Hornitos tobt ein Inferno aus platzenden Lavablasen.
Nach Stunden reißen wir uns von diesem Schauspiel los und errichten unser Zeltlager am Kraterrand, unweit des erst 4 Monate alten Cones T 51. Unsere größte Befürchtung ist plötzlich wieder einsetzende Aktivität an diesem Feuerrohr. Doch ein anderer Lagerplatz kommt nicht in Frage, zu stark ist der Wind in den anderen Bereichen des Kraters. Die Böen treiben den allgegenwärtigen Sodastaub vor sich her und lassen die Zelte flattern. Der Staub verbreitet den beißenden Geruch nach Fertigmörtel. Selbst aus unserem Essen können wir ihn nicht fernhalten, obwohl sich unsere Köche Othman und Nuru jede erdenkliche Mühe geben.

Abends brechen Jürgis und Chris nochmals zum T 49B auf, um die Temperatur der jungen Lava zu messen. In stockfinsterer Nacht geschieht das Unglück. Bei Dunkelheit ist der heiße Gesteinsbrei kaum von der schon abgekühlten Lava zu unterscheiden; beide sind schwarz. Und so macht Jürgis einen Satz in einen frischen Lavastrom. Sofort schmelzen die Kunstfaser-Einsätze des Trekkingstiefels und die Lava frisst sich in die Haut des Fußspanns. Eine schlimme und schmerzhafte Verbrennung zweiten Grades ist die Folge. Die Haut ist bis auf die letzte Schicht weggebrannt, der Fuß geschwollen und mit kleineren Brandblasen bedeckt. Das Ergebnis der Temperaturmessung klingt hinsichtlich dieser Katastrophe fast banal: 507 °C sind eindeutig zu heiß für Hautkontakt!

Bilder vom Expedition Lengai

Ol Doinyo Lengai
Ol Doinyo Lengai
Ol Doinyo Lengai

Trotz der hohen Infektionsgefahr beschließen wir nicht den sofortigen Abtransport des Verletzten. Ein Hubschrauber ist nicht zu bekommen und wir hoffen, dass sich Jürgis Fuß in den nächsten Tagen soweit erholt, dass er transportfähig ist.
In den folgenden Tagen erkunden wir den Krater und das nähere Umfeld. Die Vulkanologen erschließen die Stratigraphie und nehmen Gesteins und Gasproben. Nur gut 5 % des Lengais bestehen aus natrumkarbonantitischer Lava, der Rest aus Silikaten. Das Ziel von Professor Keller ist es, die Genese dieser einzigartigen Lava zu entschlüsseln. Dazu müssen wir die Geschichte dieses Berges verstehen. Sich nur mit der rezenten Lava zu beschäftigen, würde nicht zum Ziel führen.
Besonders beeindruckend ist für uns immer wieder der Blick vom höchsten Punkt des Kraterrandes. Gut 110 Meter über dem Kraterplateau gelegen, liegen die Hornitos zu unseren Füssen. Weit schweift der Blick über dass Rift Valley. An einem besonders klaren Tag sehen wir den Kilimandscharo in der Ferne. Am 4. Tag geht unser Verbandsmaterial zu Ende und Jürgis muss absteigen. Der Abschied fällt uns schwer. Aus einem kleinen Zelt wird eine Trage improvisiert und zwei ausdauernde Träger auf den Berg zitiert, die zusammen mit Chris und Othman den Verletzten tragen sollen. Trotzdem fehlt uns professionelle Bergungstechnik und Jürgis muss aus eigener Kraft das Steilstück passieren; Auf allen Vieren den Berg hinab.
Am nächsten Morgen trifft er im Krankenhaus in Arusha ein, und ein Tag später geht der Flieger in die Heimat. Dort soll er eine Hauttransplantation bekommen.
Nach Chris und Jürgis steigen nun auch die übrigen Vulkanologen ab. Dazu wählen sie die sogenannte Dorobo-Route. Sie möchten möglichst viele unterschiedliche Gesteinsschichten des Vulkans untersuchen, um sich einen umfassenden Überblick über die Stratigraphie zu verschaffen. Nun sind Daniela, Nuru und ich alleine auf dem Feuerberg.
Ausgerechnet jetzt zeigt Hornito T 51 erste Anzeichen wieder einsetzender Aktivität. Aus dem schornsteinähnlichen Gebilde steigt, unter rhythmischen Fauchen, Dampf empor. Wir erwägen die Evakuierung des Camps, dass ca. 50 Meter vom Hornito entfernt steht. Doch nach wenigen Stunden stellt T 51 das Gedampfe wieder ein. Ruhig schlafen wir in dieser Nacht nicht!
Die nächsten zwei Tage verbringen wir auf Beobachtungsposten vor, oder eher etwas seitlich von Cone T 49B. In den letzten Tagen hat sich die Öffnung an der SW-Flanke wieder geschlossen und im Inneren tobt unablässig der Lavasee. Kleine Lavaströme brechen immer wieder aus seiner Flanke hervor. Irgendwann muss es doch wieder zu einem großen Ausbruch kommen! Ich befinde mich gerade auf einen Inspektionsgang um den kleinen Kegel und suche nach möglichen Anzeichen für einen bevorstehenden Kollaps, als ich erneut jenes unheilvolle Rumpeln höre. Der Boden bebt, die fordere Wand kollabiert erneut und ein Schwall dünnflüssiger Lava ergießt sich über den Kraterboden; Genau auf Daniela zu. Ich stürme auf unseren Beobachtungsposten zu und laufe mit 2 Metern Abstand parallel zur reißenden Lava. Sie ist wesentlich schneller als ich und droht mir den Weg abzuschneiden. Ich muss Haken schlagen. Nach 30 Sekunden erreiche ich Daniela und halte das phantastische Schauspiel auf Video fest. Erst als die Spannung von uns abfällt, wird uns so richtig bewusst, in welcher Gefahr wir uns befanden. Zu diesem Zeitpunkt kommen gerade unsere Wissenschaftler von ihrem 2-tägigen Abstecher zurück. Begeistert nehmen sie mit einer Schöpfkelle frische Lavaproben. Chris, der schon am Abend zuvor zurückkehrte, misst erneut die Lavatemperatur. Wiederum 507 °C.
Morgen, in der Frühe, wollen Daniela und ich absteigen. Zum Abschied bekommen wir noch ein besonderes Spektakel geboten. In der Nähe von T 49A schießt abends, ganz unvermittelt, eine kleine Lavafontäne aus dem Kraterboden. 5 - 7 Meter hoch fliegen die Brocken und der Boden um die Förderstelle herum wackelt wie der Deckel eines Kochtopfes. Nach 5 Minuten ist alles vorbei, doch dieses Ereignis verdeutlicht uns einmal mehr, wie unberechenbar der Vulkan ist und wie hilflos wir den Kräften der Erde gegenüberstehen.

Den Abstieg bewältigen wir innerhalb von 3 Stunden ohne besondere Schwierigkeiten. Die nächsten Tage verbringen wir mit Tierbeobachtungen auf dem Lake Natron und im Ngorongoro-Krater, doch das ist eine andere Geschichte.