Ätna: Multiple Lavaströme und Chaos am Flughafen

Vulkanausbruch am Ätna verursacht Chaos am Flughafen Catania – Mehrere Lavaströme aktiv, erste Fronten kühlen ab

Die außergewöhnlich starke Eruptionsphase am Ätna hält bei fluktuierender Intensivität weiter an und sorgt inzwischen nicht nur am Vulkan selbst, sondern auch im sizilianischen Flugverkehr für Probleme: Die Aschewolken bedingten inzwischen für eine vollständige Einstellung des Flugbetriebs und Tausende Urlauber sind gestrandet oder von Verzögerungen betroffen.



Nach Angaben des INGV setzte sich am 12. August die effusive Aktivität an mehreren Eruptionsöffnungen fort. Lava tritt weiterhin aus den Öffnungen auf  2750, 2090 und 1900 Metern Höhe aus. Die Front des aktivsten Lavastrom erreichte am Vormittag ein Höhenniveau von 1365 Metern und floss damit bis in die Nähe der Rocca Capra im Valle del Bove. Die Fronten des älteren Stroms aus der Öffnung auf 2360 Metern kühlen dagegen ab.

Gleichzeitig hält die explosive Aktivität am Krater Voragine an. Immer wieder wird Asche ausgestoßen, die überwiegend nach Süden verfrachtet wird. Am Vortag hatte eine explosive Ascheemission aus der Bocca Nuova sogar kleinere pyroklastische Ströme ausgelöst, die aber auf den Gipfelbereich beschränkt blieben. Der vulkanische Tremor bleibt auf hohem Niveau und zeigt zuletzt eine langsame Zunahme. Die Aktivität im Infraschallbereich ging dagegen am 12. August zurück.

Besonders gravierend sind die Folgen für den Flugverkehr. Wegen der Aschewolke wurde der Luftraumsektor B3 erneut gesperrt. Der Flughafen Catania-Fontanarossa stellte daraufhin sämtliche Starts und Landungen ein. Die Sperrung wurde am 12. August erneut verlängert und soll nach Angaben der Betreibergesellschaft SAC nun bis zum 13. August um 16 Uhr gelten. Entscheidend ist dabei die Entwicklung der Aschewolke, die sich abhängig von Windrichtung und Eruptionsintensität jederzeit verändern kann.

Für Reisende entwickelte sich die Situation zum Verkehrschaos. Seit Beginn der aktuellen Störungen sind in Catania rund 700 Flüge ausgefallen. Mehr als 250 weitere Flüge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet oder neu organisiert. Zahlreiche Verbindungen gingen nach Palermo, Trapani und Comiso. Allein nach Palermo wurden seit Beginn der Krise rund 190 Flüge umgeleitet, wodurch etwa 30.000 Passagiere betroffen waren.

Am Flughafen bildeten sich lange Schlangen an den Schaltern der Fluggesellschaften. Gestrandete Passagiere mussten teilweise kurzfristig auf andere Flughäfen ausweichen. Gleichzeitig waren Busse überfüllt, Mietwagen kaum verfügbar und Taxis teilweise nur zu hohen Preisen zu bekommen. Auch der Flughafen Comiso war zeitweise wegen der Asche geschlossen, konnte inzwischen jedoch wieder vollständig geöffnet werden.

Das VAAC Toulouse registrierte am 12. August eine Aschewolke bis etwa 5500 Meter Höhe und prognostizierte eine weitere Verlagerung nach Süden. Damit bleibt die Luftfahrtlage unsicher.

Hawaii: Erdbeben Mb 5,2 vor der Küste

Relativ starkes Erdbeben vor Hawaii – Kilauea wartet auf Lavafontänen der Episode 53

Ein Erdbeben der Magnitude 5,2 hat am Dienstagabend den Südosten der Insel Hawaii erschüttert. Das Beben ereignete sich um 17:48 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum 42 Kilometer südöstlich von Naʻalehu vor der Küste. Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) lag der Erdbebenherd etwa 11 Kilometer unter dem Meeresspiegel – direkt unter dem submarinen Vulkan Kamaʻehuakanaloa, dem früheren Lōʻihi.



Hawaii

Das Beben wurde in weiten Teilen der Süd- und Ostküste von Big Island wahrgenommen. Schäden wurden nicht gemeldet, ebenso wenig die Auslösung eines Tsunamis. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte es in derselben Region eine Serie kleinerer Erdbeben gegeben. Die stärksten Ereignisse erreichten Magnituden von weniger als 3,2.

Die Geoforscher des HVO werteten die Aktivität als Teil eines seit Sonntag, dem 9. August, andauernden Schwarmbebens unter Kamaʻehuakanaloa. Hinweise darauf, dass die Beben die beiden großen Vulkane Mauna Loa oder Kilauea beeinflussen, gibt es nach Ansicht der Forscher nicht. Dennoch gab es nach dem Erdebben zwei bemerkenswerte Ereignisse am Kilauea.

Dort herrscht derzeit eine Eruptionspause. In den Förderschloten im Halemaʻumaʻu-Krater ist weiterhin schwaches bis mäßiges Glühen zu beobachten, während sich der Vulkan auf Lavafontänen-Episode No. 53 vorbereitet. Wie schon bei den beiden Vorgängereruptionen läuft der Wiederaufladungsprozess nicht so gleichmäßig ab wie zuvor: Es wechseln sich Inflations- und Deflationsphasen ab. Das Auffällige: Die letzte Deflationsphase endete just in dem Moment des Erdbebens Mb 5,2 und wechselte zur Inflation. Das Uēkahuna-Tiltmeter registrierte innerhalb von rund zwölf Stunden mehr als zwei Mikroradiant an Inflation; zeitweise lag die Rate bei etwa drei Mikroradiant pro Tag.

Kurz nach dem Beben kam es zudem zu einem Kollaps im Bereich des Südschlotes. Danach begann der Bereich zu glühen und Gasflammen stiegen auf. Zusammen mit dem weiterhin aktiven Nordschlot und einer neuen Fissur sind damit derzeit drei glühende Öffnungen im Gipfelbereich von Halemaʻumaʻu sichtbar.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Magma unter dem Gipfel sammelt. Modelle des USGS prognostizieren deshalb den Beginn der Episode 53 zwischen dem 13. und 17. August. Sollte die derzeitige Inflationsrate anhalten, könnte die nächste Phase bereits am Donnerstagnachmittag einsetzen.

Wie bei den vorherigen Episoden werden erneut spektakuläre Lavafontänen erwartet. Die einzelnen Fountaining-Phasen dauern gewöhnlich weniger als zwölf Stunden und werden von unterschiedlich langen Pausen unterbrochen. Seit Dezember 2024 eruptiert der Kilauea auf diese episodische Weise aus dem Gipfelbereich.

Totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026

Totale Sonnenfinsternis über Island: Der Mond lässt den Tag zur Nacht werden

Am Mittwoch, 12. August 2026, zieht der Mondschatten über den Nordatlantik und sorgt für ein seltenes Himmelsschauspiel: Eine totale Sonnenfinsternis wird unter anderem in Island sichtbar sein. Der schmale Streifen der Totalität beginnt im hohen Norden, überquert Grönland und den westlichen Teil Islands und zieht anschließend weiter über den Atlantik nach Spanien und einen kleinen Teil Portugals.

Sofi Archiv

Bei uns in Deutschland kommt es leider nicht zur Totalität, dennoch wird sich die Sonne – je nach Standort des Betrachters – bis zu 90% verfinstern. Bei gutem Wetter, wie es vorhergesagt ist, dürfte es trotzdem für viele Menschen ein faszinierendes Naturschauspiel sein, das man allerdings nicht ungeschützten Augen betrachten darf.

Für Island ist die Finsternis besonders interessant. Der Totalitätsstreifen verläuft über die Westfjorde, die Halbinsel Snæfellsnes sowie die Reykjanes-Halbinsel und reicht bis nach Reykjavík. In den westlichsten Bereichen der Westfjorde dauert die vollständige Bedeckung der Sonne bis zu 2 Minuten und 13 Sekunden. In Reykjavík beginnt die Totalität gegen 17:48 Uhr Ortszeit und dauert rund eine Minute. Auch Keflavík liegt im Kernschatten; dort dauert die Totalität knapp 1:40 Minuten.

Damit bietet sich entlang der Westküste eine besonders gute Gelegenheit, das Ereignis zu verfolgen – vorausgesetzt, die Wolken geben den Blick auf die Sonne frei. Gerade in Island kann das Wetter zum entscheidenden Faktor werden. Außerhalb des Totalitätsstreifens ist die Finsternis ebenfalls sichtbar, allerdings nur partiell.

Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn Mond, Erde und Sonne nahezu auf einer Linie stehen und der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne tritt. Trifft der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche, wird die Sonnenscheibe vollständig verdeckt. Für wenige Minuten werden dabei die äußere Sonnenatmosphäre, die Korona, und helle Sterne sichtbar.

Bei der Beobachtung ist höchste Vorsicht geboten: Während der gesamten partiellen Phase darf niemals ungeschützt in die Sonne geblickt werden. Erforderlich sind geprüfte Sonnenfinsternisbrillen nach ISO 12312-2 oder geeignete Sonnenfilter. Auch Ferngläser, Teleskope und Kameras dürfen nur mit speziellen Filtern vor der Optik verwendet werden. Nur während der kurzen Totalität ist der direkte Blick ohne Schutz sicher.

Telica: Vulkan in Nicaragua stößt Vulkanasche aus

Telica in Nicaragua eruptiert erneut – Aschewolke zieht über 140 Kilometer

Der Telica im Westen Nicaraguas befindet sich weiterhin in einer Phase erhöhter eruptiver Aktivität. Am Dienstag, 11. August 2026, registrierte das Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) erneut eine Ascheemission. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten GOES-19 zeigten gegen 12:30 UTC eine Vulkanaschewolke über dem Krater. Sattelittenaufnahmen zeigten, dass sie weit über das Meer hinaus zog.

Telica. © VAAC Waschington

Die Asche erreichte nach Angaben des VAAC eine Höhe von bis zu Flugfläche FL055, entsprechend etwa 1.700 Metern über dem Meeresspiegel. Da der Gipfel des Telica rund 1.036 Meter hoch ist, stieg die Eruptionswolke damit ungefähr 650 Meter über den Kraterrand auf. Starke Höhenwinde verfrachteten die Asche mit 58 km/h nach Südwesten bis Westsüdwesten. Auf Satellitenbildern konnte die Aschewolke bis zu 75 nautische Meilen, also rund 140 Kilometer, vom Vulkan verfolgt werden.

Die Eruption steht im Zusammenhang mit einer seit Ende Juli anhaltenden Aktivitätsphase. Am 24. Juli war eine Explosion registriert worden, bei der eine Aschewolke etwa 150 Meter über den Gipfel aufstieg. In den folgenden Tagen kam es wiederholt zu Ascheemissionen. Ende Juli wurden dabei deutlich größere Wolken beobachtet. Das Smithsonian Global Volcanism Program wertete die Entwicklung als neue eruptive Aktivität.

Der Telica gehört zu den aktivsten Vulkanen Nicaraguas. Sein Vulkankomplex besteht aus mehreren ineinander verschachtelten Kegeln und Förderschloten. Der Gipfel wird von einem etwa 700 Meter breiten Doppelkrater geprägt. Historisch sind zahlreiche explosive Eruptionen überliefert.

Die aktuelle Aktivität beschränkt sich nach den vorliegenden Beobachtungen bislang auf Explosionen und Ascheemissionen. Hinweise auf größere Lavaströme oder pyroklastische Ströme liegen nicht vor. Aufgrund der wiederholten Explosionen bleibt der Vulkan jedoch aufmerksam zu beobachten.

Island: Schwarmbeben am 11.08.2026

Erdbebenaktivität auf dem Reykjanes-Rücken – Bodenhebung geht weiter

Am Dienstag, 11. August 2026, hat sich auf dem Reykjanes-Rücken südwestlich von Island ein moderates Erdbeben ereignet. Nach IMO-Angaben wurde um 08:40 Uhr Ortszeit ein Beben der Magnitude Mb 3,3 registriert. Das Epizentrum lag 30 Kilometer südwestlich von Reykjanestá, der südwestlichsten Spitze der Reykjanes-Halbinsel, die für ihren markanten Leuchtturm bekannt ist. Das Hypozentrum lag in ca. 10 km Tiefe.



Island. © IMO

Das Beben war Teil eines Schwarmbebens aus ca. 30 Erschütterungen. Bereits um 08:32 Uhr wurde ein Beben der Magnitude M2,3 registriert. Das IMO weist darauf hin, dass Erdbeben auf diesem Abschnitt des Reykjanes-Rückens häufig auftreten und Menschen normalerweise nicht gefährden.

Tektonisch befindet sich das Gebiet in einer besonders aktiven Zone des Mittelatlantischen Rückens. Hier driften die nordamerikanische und die eurasische Platte auseinander. Der mittelozeanische Rücken tritt im Bereich Islands an die Oberfläche und setzt sich südwestlich der Insel unter dem Atlantik fort. Die Dehnung der Erdkruste wird durch zahlreiche Störungen und Erdbeben aufgenommen. Das Reykjanes-Gebiet ist deshalb auch unabhängig von den jüngsten vulkanischen Ereignissen auf der Halbinsel seismisch aktiv.

Die aktuelle Aktivität liegt auf dem Reykjanes-Rücken und damit deutlich westlich der vulkanisch aktiven Zone bei Grindavík und der Sundhnúkur-Kraterreihe. Ein einzelnes M3,3-Beben mit anschließenden Nachbeben stellt daher zunächst keinen Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch dar. Allerdings zeigen wiederkehrende Schwarmaktivitäten, dass sich die tektonischen Spannungen in dieser Region regelmäßig durch Serien kleiner und moderater Erdbeben abbauen.

Die Bodenhebung im Svartsengigebiet geht praktisch unverändert auf niedrigem Niveau weiter. Ob der Druckaufbau reicht, um zeitnah eine neue Eruption auszulösen, ist ungewiss. IMO-Vulkanologen halten einen Ausbruch bei Sundhnukur nach wie vor für ein wahrscheinliches Szenario.

Die meisten Islandreisenden dürften sich aktuell allerdings mehr für die Sonnenfinsternis am 12. August interessieren, wo im Westen Islands Totalität herrscht. Leider sind die Wetteraussichten für morgen Abend nicht besonders gut. Es könnten sich im äußersten Nordwesten an einigen Orten allerdings Wolkenlücken auftun.

Vulkanausbruch am Ätna: Weitere Spaltenöffnung

Ätna bleibt hochaktiv – neue Eruptionsöffnung in der Valle del Bove

Der Vulkanausbruch am Ätna auf Sizilien geht nicht nur weiter, sondern hat sich seit gestern weiter intensiviert. Neben den anhaltenden explosiven Eruptionen am Krater Voragine speist der Vulkan mehrere Lavaströme an seiner Ostflanke. In der Nacht zum Dienstag kam es zudem zur Öffnung einer neuen Eruptionsstelle im Valle del Bove. Gleichzeitig führt die Ascheentwicklung zu Einschränkungen am Flughafen Catania.



Nach Angaben des INGV öffnete sich am Montagabend gegen 21:30 UTC eine neue Eruptionsöffnung im Valle del Bove auf etwa 1900 Metern Höhe in der Nähe des Monte Simone. Damit verlagerte sich die effusive Aktivität weiter hangabwärts. Bereits zuvor waren Lavaströme aus Öffnungen auf etwa 2750 und 2360 Metern Höhe aktiv.

Lavaströme. © INGV

Bei einer Erkundung am Montagnachmittag stellten INGV-Mitarbeiter fest, dass die am weitesten vorgedrungene Lavastromfront weiterhin gut gespeist wird. Gegen 17:00 UTC hatte sie bereits die Rocca delle Palombe passiert und befand sich auf einer Höhe von etwa 1370 Metern. Das Valle del Bove (Tal des Ochsen) ist eine mehrere Kilometer große, nach Osten geöffnete Depression an der Ostflanke des Ätna, die vor etwa 9500 Jahren durch den Kollaps der Vulkanflanke entstand. Ihre steilen Hänge leiten Lavaströme bevorzugt in Richtung des unbewohnten Talbodens.

Am Gipfelkrater setzt sich die starke explosive Aktivität fort. Sie geht in erster Linie von der Voragine aus und fördert reichlich Vulkanasche, die sich vor allem über die Südflanke des Ätna verteilt. Der Ascheausstoß hält auch am heutigen Morgen an und ist via Livecam gut zu beobachten. Das VAAC Toulouse gab deshalb den Luftfahrt-Farbcode Rot aus. Die Aschewolke steigt bis in etwa 15.000 Fuß (4600 Meter) Höhe auf und driftet mit dem Wind in südliche Richtungen, was den Flugverkehr am Flughafen Catania beeinträchtigt: Die Sperrung des Luftraumsektors C1 wurde verlängert und eingehende Flüge bleiben zunächst bis 19:00 Uhr ausgesetzt bzw. werden auf andere Flughäfen Siziliens umgeleitet. Starts von der Startbahn 08 sind aber weiterhin möglich. Fluggäste wurden aufgefordert, sich vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Flugstatus zu informieren.

Die geophysikalischen Messungen bestätigen die anhaltend hohe Aktivität. Das vulkanische Tremor-Signal blieb im Bereich hoher Werte. Die Tremorquellen liegen überwiegend im Bereich der Voragine beziehungsweise zwischen Voragine und Nordostkrater in 2500 bis 3000 Metern Höhe. Die Infraschallaktivität nahm zunächst ab und lag zuletzt auf mittlerem Niveau. Bei den Bodenverformungen zeigten sich keine signifikanten neuen Veränderungen. Die Neigungsmessungen bestätigen weiterhin die zuvor beobachteten Trends.

Prognosen des weiteren Eruptionsverlaufs lassen sich anhand der Messdaten nicht anstellen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Lavastromeruptionen zuletzt bis zu 14 Tage andauerten. Frühere Lateraleruptionen im Valle del Bove konnten aber auch mehrere Monate oder sogar Jahre anhalten.

Sakurajima: Japanischer Vulkan hält Kagoshima in Atem

Sakurajima bleibt explosiv: Sechs VONA-Warnungen innerhalb von 24 Stunden

Der japanische Vulkan Sakurajima liegt im Süden der japanischen Insel Kyushu und ist weiterhin explosiv aktiv. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden löste der Vulkan sechs VONA-Warnungen für den Flugverkehr aus. Mehrere explosive Eruptionen schleuderten Vulkanasche und Gesteinsfragmente in die Atmosphäre. Dunkle Eruptionswolken zogen dabei in Richtung Kagoshima, wo mehr als eine halbe Million Menschen leben.



In den vergangenen Tagen stand der Wind ungünstig für die Metropole in rund 10 Kilometern Entfernung zum Vulkan, sodass die Eruptionswolken in Richtung Stadt geweht wurden und Ascheregen verursachten. Auch für den Flugverkehr könnten die Aschewolken, die zuletzt bis auf 2.700 m Höhe (FL090) aufgestiegen waren, problematisch sein. Allerdings wurden die Eruptionswolken in den vergangenen Tagen auch nach Süden geweht, während der Flughafen Kagoshima nördlich des Vulkans liegt.

Eine der jüngsten vom VAAC Tokio registrierten Eruptionen ereignete sich am 10. August um 20:41 UTC. Eine Aschewolke stieg bis auf etwa 2.700 Meter über dem Meeresspiegel auf und wurde vom Wind mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h nach Westen verfrachtet. Die Aschewolke konnte sich anschließend über größere Entfernungen ausbreiten.

Auch die japanische Wetterbehörde JMA meldete in den vergangenen Tagen explosive Aktivität am Minamidake-Gipfelkrater. Demnach stieg eine Eruptionswolke sogar bis zu 3.000 Meter über den Kraterrand auf. Vulkanasche wurde in südwestlicher Richtung transportiert. Für Teile von Kagoshima wurde kurzfristig mäßiger Aschefall erwartet. Zudem bestand in einem Bereich bis etwa drei Kilometer vom Krater die Gefahr niedergehender kleiner vulkanischer Bomben.

Die Aktivität entspricht dem länger anhaltenden Muster des Sakurajima. Nach Angaben der JMA wurden zwischen dem 7. und 10. August mehrere Eruptionen registriert, die vom Gipfelkrater Minamidake ausgingen. Dabei wurden Lavabrocken ballistisch bis in die Umgebung der achten Messstation geschleudert, die sich etwa 600 Meter vom Krater entfernt befindet. Für das Gebiet um den Gipfel- und den Showa-Krater gilt weiterhin Alarmstufe 3 mit Zugangsbeschränkungen.

Auch die längerfristigen Messungen deuten auf anhaltenden Magmanachschub hin. GNSS-Daten zeigen seit Mai leichte Veränderungen bestimmter Messstrecken auf Sakurajima und eine allmähliche Ausdehnung des Untergrunds der Aira-Caldera, unter der sich ein großes Magmareservoir befindet. Gleichzeitig bleibt der Schwefeldioxidausstoß vergleichsweise hoch.

Die Daten und Beobachtungen sprechen dafür, dass die vulkanische Aktivität zunächst anhält. Neben Ascheregen stellen insbesondere ballistische Geschosse und pyroklastische Ströme Gefahren dar, die im Umfeld des Sakurajima auftreten können.

Kolumbien: Sehr starkes Erdbeben fordert Menschenleben

Schweres Erdbeben der Magnitude 7,4 verursacht Schäden in Kolumbien – mindestens 20 Tote

Datum: 10.08.2026 | Zeit: 12:34:28 UTC | Koordinaten: 4.877 ; -76.21 | Tiefe: 110 km | Mw 7,4

Ein starkes Erdbeben hat am Montagmorgen weite Teile Kolumbiens erschüttert. Nach Angaben des EMSC erreichte das Beben eine Magnitude von 7,4. Es ereignete sich um 12:34:28,7 UTC, entsprechend 07:34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum wurde 13 km nördlich von El Cairo im Westen des Landes verortet. Das Hypozentrum lag in 110 Kilometern Tiefe. Dieser Tiefe ist es zu verdanken, dass sich das Beben nicht noch stärker an der Oberfläche auswirkte. Dennoch richtete es Zerstörungen an und forderte mindestens 20 Menschenleben.


Frau stürzt auf Flucht
In der Nähe des Epizentrums und in den Städten des Eje Cafetero kam es zu Gebäudeschäden. Aus Pereira, Manizales und Quibdó wurden beschädigte oder teilweise eingestürzte Gebäude gemeldet, darunter auch eine Kathedrale, deren Glockenturm umkippte. Auch aus Cali liegen Berichte über Gebäudeschäden vor. In Pereira wurden zudem Schäden am Terminal des Flughafens Matecaña gemeldet. Ferner kam es zu Stromausfällen. Die Schadensbilanz ist noch vorläufig und dürfte sich im Laufe der Bergungs- und Inspektionsarbeiten weiter verändern. Auch die Zahl der Verletzten und Todesopfer ist noch nicht abschließend geklärt.

Auf Videos des Ereignisses ist zu erkennen, dass einige Gebäude komplett kollabierten oder regelrecht als Block umkippten. Davon waren offenbar auch moderne Gebäude betroffen. Großflächige Zerstörungen, wie sie zuletzt bei dem starken Megabeben in Venezuela auftraten, sind den ersten Eindrücken zufolge jedoch ausgeblieben.

Besonders deutlich waren die Erschütterungen in den Städten des kolumbianischen Kaffeeanbaugebiets zu spüren. Bewohner berichteten von heftigem und lang anhaltendem Schwanken von Gebäuden. Auch aus Cali und Bogotá gingen Meldungen über deutlich spürbare Erschütterungen ein. Das Beben wurde zudem in Teilen von Ecuador und Panama wahrgenommen.

Bemerkenswert ist die große Herdtiefe von rund 110 Kilometern. Das Beben ereignete sich damit nicht unmittelbar an der Erdoberfläche, sondern in der Asthenosphäre, beziehungsweise der abtauchenden Lithosphäre einer Subduktionszone. Westkolumbien liegt in einer tektonisch hochaktiven Region, in der die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte abtaucht. Zusätzlich wird die Region durch komplexe Bewegungen verschiedener Platten- und Krustenblöcke geprägt. Die Subduktion erzeugt sowohl flache als auch sogenannte intermediäre Tiefenbeben wie das aktuelle Ereignis.

Kolumbien. © EMSC
Obwohl sich das Beben an einer Störungszone der Westlichen Kordillere ereignete und sich die meisten Vulkane Kolumbiens entlang der zentralen Andenkordillere aufreihen, liegt mit dem Nevado del Ruiz ein besonders bekannter Vulkan im Wirkungskreis des Bebens. Er befindet sich nur etwa 100 Kilometer vom Epizentrum entfernt und war in den vergangenen Wochen vergleichsweise ruhig. Sollte er seine Ascheemissionen wieder aufnehmen, könnte dies möglicherweise mit dem Erdbeben in Zusammenhang stehen.

Die große Tiefe dürfte dazu beigetragen haben, dass die Erschütterungen über ein weiträumiges Gebiet hinweg wahrgenommen wurden. Gleichzeitig kann ein solches Beben auch in größerer Entfernung noch starke Kräfte auf Gebäude ausüben. Das kolumbianische Kaffeeanbaugebiet gehört deshalb zu den seismisch besonders gefährdeten Regionen des Landes.

Die Region ist bereits mehrfach von schweren Erdbeben getroffen worden. Besonders verheerend war das Beben von 1999, das vor allem Armenia und Pereira schwer beschädigte und gut 1.900 Menschen das Leben kostete.

Vulkan Fuego: Starke Explosion in Orten hörbar gewesen

Starke Explosion des Fuego weithin hörbar gewesen – Acatenango-Park wieder geöffnet

Auch nach dem Ende des Paroxysmus vom 3. August ist der guatemaltekische Vulkan Fuego aktiv geblieben und kehrte zu seiner gewohnten strombolianischen Tätigkeit zurück. Diese erfuhr gestern erneut eine Steigerung, als es zu einer stärkeren Explosion kam, die nicht nur glühende Tephra hunderte Meter über den Krater aufsteigen ließ, sondern sich auch in den Ortschaften am Fuß des Feuervulkans lautstark bemerkbar machte. Auf Livecam-Aufnahmen ist nicht nur die Explosion selbst zu hören, sondern auch das Prasseln der Tephra, als diese auf die Vulkanflanke einschlug. Die Geräuschentwicklung bzw. das Hören der Geräusche am Fuß des Vulkans ist nicht alleine auf die Stärke der Explosion zurückzuführen, sondern auch auf die ungewöhnliche Windstille am Vulkan.

Fuego

Die Asche wurde dabei in unterschiedlichen Höhen transportiert. Eine Wolke erreichte etwa 13.000 Fuß (ca. 4.000 Meter) über dem Meeresspiegel und driftete mit dem Wind nach Südwesten. Eine weitere, höher reichende Emission wurde bis auf etwa 16.000 Fuß (rund 4.900 Meter) transportiert und bewegte sich nach Nordwesten. Die Prognosen des VAAC gehen davon aus, dass sich die Asche in den folgenden Stunden weiterhin überwiegend in südwestlicher und nordwestlicher Richtung ausbreiten wird.

Zudem traten kontinuierlich schwächere Emissionen auf. Der Vulkan produziert damit weiterhin regelmäßig explosive Ereignisse, wie sie für den Fuego charakteristisch sind.

Die Aktivität hatte zuletzt auch Auswirkungen auf den Tourismus in der Region. Die Gemeinde Acatenango gab am 7. August die Wiedereröffnung des Regionalen Gemeindeparks „Astillero Volcán Acatenango“ bekannt. Das beliebte Wandergebiet, das die Terrassen auf der Vulkanflanke gegenüber des Fuegos mit einschließt, als auch den Gipfel des Acatenango, war am 3. August vorsorglich geschlossen worden, als die Aktivität des Fuego in einem Paroxysmus kumulierte. Mit der Verbesserung der Sicherheitslage wurde der Zugang nun wieder freigegeben.