Hoher Schwefeldioxidausstoß am Mayon lässt Alarmglocken läuten: Vulkanologen warnen vor möglicher Aktivitätssteigerung
In den letzten Wochen war es um den Mayon relativ ruhig bestellt, was zum einen an einem Aktivitätsrückgang lag, zum anderen an dem schlechten Wetter auf den Philippinen, die von der Regenzeit erfasst wurden. Deshalb gab es kaum visuelle Beobachtungen des Geschehens und auch weniger Medienberichte. Während das schlechte Wetter bleibt, warnen die Vulkanbeobachtungsbehörden nun vor einer möglichen Aktivitätsverstärkung.

Nach Angaben der Vulkanologen von DOST-PHIVOLCS befindet sich der Vulkan am 10. Juli 2026 weiterhin auf Alarmstufe 3. Die aktuelle Eruptionsphase dauert inzwischen den 186. Tag in Folge an. Zwar haben Steinschlagereignisse und pyroklastische Dichteströme zuletzt abgenommen, doch ein anderer Messwert deutet auf eine mögliche erneute Verstärkung der Aktivität hin: die außergewöhnlich hohen Schwefeldioxid-Emissionen.
Am 9. Juli wurde ein SO₂-Ausstoß von durchschnittlich 4.569 Tonnen pro Tag gemessen. Einen Tag später erreichte der Wert mit 7.475 Tonnen pro Tag den höchsten am Mayon registrierten Wert der vergangenen 16 Jahre. Zum Vergleich: Seit Beginn der aktuellen Eruptionsphase am 6. Januar 2026 lag der durchschnittliche Schwefeldioxid-Ausstoß bei gut 2.300 Tonnen pro Tag.
Die Vulkanologen warnen, dass der starke Anstieg der Gasemissionen ein Hinweis auf eine mögliche Zunahme der magmatischen Aktivität im Gipfelbereich sein könnte. Besonders auffällig ist, dass die erhöhten SO₂-Werte in eine Phase fallen, in der andere Anzeichen der Eruption bereits nachlassen. Weniger Steinschläge und eine rückläufige Aktivität pyroklastischer Ströme könnten zunächst auf eine Abschwächung des Domwachstums hindeuten, doch der Gasüberschuss zeigt, dass weiterhin große Mengen magmatischer Gase aus dem Untergrund aufsteigen.
Hinzu kommt, dass man auf dem Afar-TV-Livestream in Phasen geringerer Bewölkung intensive roten Lichtschein beobachten kann. Dieser deutet auf eine signifikante Verstärkung des Domwachstums hin.
Aktuell fördert der Mayon weiterhin Lava, die über die Basud-, Bonga- und Mi-isi-Schluchten an den Hängen des Vulkans abfließt. Die Lavaströme reichen bis auf 3,8 Kilometer (Basud), 3,2 Kilometer (Bonga) und 2,1 Kilometer (Mi-isi) unterhalb des Gipfels. Zusätzlich wurden innerhalb von 24 Stunden 14 vulkanisch bedingte Erdbeben und 75 Steinschlagereignisse registriert.
PHIVOLCS weist darauf hin, dass eine erneute Steigerung der Eruption möglich ist. Gefahren bestehen weiterhin durch Lavaströme, explosive Ereignisse, pyroklastische Dichteströme und bei Starkregen auch durch Lahare. Die Bevölkerung darf die sechs Kilometer große permanente Sperrzone um den Vulkan nicht betreten.









