Vulkan-News 18.01.22: Turrialba

  • Der Turrialba eruptierte Vulkanasche
  • Der Sakurajima meldete sich mit 4 Explosionen
  • Stromboli glänzte durch Lavaspattering
  • Am Yasur gab es einen größeren Knall

Turrialba emittiert Aschewolke

Staat: Costa Rica | Koordinaten: 10.02; 83.76 | Eruption: Asche-Emission

Es gibt sie noch, die Vulkan-Nachrichten jenseits von Tonga. Der Turrialba in Costa Rica stieß gestern eine Aschewolke aus, die bis zu 1000 m über Kraterhöhe aufstieg. Die Eruption ereignete sich gegen 21.30 Uhr Ortszeit. Der letzte kleine Ausbruch manifestierte sich am 28. Dezember. Es ist möglich, dass weitere Eruptionen folgen werden.

Sakurajima in Eruption

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Asche-Emissionen

Der Vulkan auf Kyushu eruptierte wieder Vulkanasche. Laut dem VAAC Tokio stieg sie bis auf 3400 m Höhe auf und driftete in Richtung Südosten. Seit gestern wurden 4 VONA-Warnungen veröffentlicht. Die Daten sprechen nicht für eine lang anhaltende Aktivität, sondern ehr für das übliche sporadische Druckablassen. Allerdings entstanden bei mindestens einer der Eruptionen wieder vulkanische Blitze. Wo wir schon bei japanischen Vulkanen sind: die Aktivität am Suwanose-jima ist rückläufig. Das gilt auch für die seismischen Daten.

Stromboli spattert Lava

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Eruption: Strombolianisch

In den vergangenen beiden Tagen machte der Stromboli durch Lavaspattering auf sich aufmerksam. Es war wieder der nordöstlichste Schlot am Kraterrand aktiv. Glühende Lavabrocken kullerten über die Sciara del Fuoco. Das INGV brachte eine entsprechende Tätigkeitsmeldung heraus. Das LGS meldete am Wochenende einen moderaten Schwefeldioxid-Ausstoß mit Werten von mehr als 1000 Tonnen am Tag. Gestern wurden nur gut 10% des Wertes vom Wochenende erreicht. Während die Tremor-Amplitude in der vergangenen Woche vergleichsweise hohe Werte einnahm, ist er aktuell abgestürzt und hat ein niedriges Niveau erreicht.

Yasur: Aschewolke detektiert

Staat: Vanuatu | Koordinaten: -19.53, 169.44 |Eruption: Asche

Das VAAC Wellington meldete heute Nacht eine größere Eruption vom Yasur auf Tanna in Vanuatu. Der Vulkan spie Vulkanasche aus, die bis auf einer Höhe von 1500 m aufstieg. Auf der LiveCam erkennt man aktuell rot illuminierte Wolken. Der Tremor war leicht erhöht, normalisierte sich im Tagesverlauf aber wieder. Der Yasur gilt als Leuchtfeuer des Pazifiks und liegt nicht so weit vom Hunga-Tonga entfernt.

Vulkan-News 18.01.22: Hunga Tonga-Hunga Ha’apai

  • Die Situation vieler Inseln von Tonga ist weiterhin unklar
  • Schäden könnten größer sein, als zuerst angenommen
  • Der Vulkan legt eine Eruptionspause ein



Hunga Tonga-Hunga Ha’apai: Keine neuen Aschewolken

Staat: Tonga | Koordinaten: -20.545; -175.393 | Eruption: Plinianisch

Update 17.00 Uhr: Das VAAC Darwin registrierte um 12.00 Uhr Zulu-Zeit eine weitere Eruptionswolke über Tonga. Die Höhenangabe gibt einen Bereich zwischen 12.000 und 19.000 m an.

Originalmeldung: Manchmal sind keine Nachrichten gute Nachrichten: das VAAC Wellington hat heute morgen keine neue Eruptionswolke vom Vulkan in Tonga registriert. Die bislang letzte Meldung, die von Vulkanasche in der Atmosphäre berichtete, stammte von heute Nacht, als Vulkanasche in einer Höhe von 14 km detektiert wurde. Doch das muss nicht bedeuten, dass die Eruption vorbei ist. Sie könnte auch nur pausieren. Öffentlich zugängliche Messwerte über die aktuellen Geschehnisse am Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha’apai gibt es nicht. Selbst wenn es Seismometer und LiveCams gegeben hätte, wären sie jetzt zerstört.

Was machte die Eruption so stark?

Vor der großen Eruption am Samstag, gab es zwei moderate Ausbrüche und mehrere kleine. Die Serie begann am 20. Dezember. Bei diesen Ausbrüchen handelte es sich um surtseyanische Eruptionen, bei denen Wasser bereits seine Finger im Spiel hatte. Bei der großen Eruption drang dann wahrscheinlich eine große Menge Meerwasser in das Fördersystem des Vulkans ein und verdampfte explosionsartig. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sich eine Injektion frischer Schmelze in den Magmenkörper ereignete, so dass es zu einer Reaktion zwischen zwei unterschiedlichen Magmen kam. Die Druckwelle der Explosion umkreiste 4 Mal den Erdball und verursachte gravitative Schockwellen, die bis fast in den Weltraum reichten.

Sorge vor katastrophalen Folgen

Obwohl die Aktivität abklingen könnte, bereitet das Schicksal vieler Inselbewohner Sorgen: die Kommunikation ist weiter gestört und nur mit Satellitentelefonen kann eine Verbindung zu weit entfernten Inseln hergestellt werden. Von der kleinen Insel Mango, die sich nur wenig über dem Meeresspiegel erhebt, wurde jetzt ein Notsignal aufgefangen. Es besteht Grund zur Annahme, dass der Vulkanausbruch und die Tsunamis dort große Schäden verursacht haben. Von einer zweiten Insel (Fonoi), die ähnlich positioniert ist, fehlt bislang jedes Lebenszeichen.

Das Archipel Tonga besteht aus 172 Inseln, von denen nur 36 nicht bewohnt sind. Flugzeuge und Schiffe sind unterwegs und versuchen sich einen Überblick zu verschaffen, doch die Ressourcen sind begrenzt. Am wichtigsten ist nun, die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen, denn es besteht Sorge, dass die Vulkanasche dieses kontaminiert haben könnte. Satellitenfotos zeigen, dass viele Orte mit Asche bedeckt sind. In einigen Berichten ist zu lesen, dass die Vulkanasche giftig sei. Generalisieren kann man das aber nicht. Mit der Vulkanasche könnten schädliche Stoffe in das Wasser gelangen, die von den vulkanischen Gase stammen. Die Vulkanasche selbst ist normalerweise nicht giftig. Beim Einatmen ist sie schädlich, weil die feinen Gesteinspartikel das Lungengewebe schädigen können.

Erdbeben-News 17.01.22: Afghanistan

  • In Afghanistan gab es einen Erdstoß Mb 5,6
  • Ein Beben der Magnitude 5,6 rockte die Mongolei
  • Die Türkei wurde von einem Erdbeben Mw 5,1 erschüttert
  • Auf Kreta manifestierte sich ein Schwarmbeben

Afghanistan: Erdbeben Mb 5,6

Datum: 17.01.2022 | Zeit: 11:40:07 UTC | Lokation: 34.95 N ; 63.76 E | Tiefe: 10 km | Mb 5,6

Im Westen Afghanistans bebte die Erde mit einer Magnitude von 5,6. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 10 km. Das Epizentrum wurde 58 km östlich von Qala i Naw verortet. Erdbeben dieser Magnitude können bereits Schäden an maroder Infrastruktur verursachen. Nachbeben gab es bis jetzt keine, dafür aber ein Vorbeben Mb 4,9.

Update: Das Erdbeben richtet tatsächlich Schäden an. Am schlimmsten traf es die Provinz Badghis. Gut 100 Häuser stürzten ein. Nach vorläufigen Zahlen starben mindestens 26 Menschen. Unter den Opfern befanden sich auch 4 Kinder.

Mongolei: Erdbeben Mb 5,6

Datum: 17.01.2022 | Zeit: 15:04:44 UTC | Lokation: 44.74 N ; 95.18 E | Tiefe: 6 km | Mb 5,6

Im mongolischen-chinesischem Grenzbereich kam es zu einem Erdstoß der Raumwellen-Magnitude 5,6. Der Erdbebenherd wurde in nur 6 km Tiefe festgestellt. Das Epizentrum befand sich 200 km süd-süd-westlich von Altai.

Türkei: Erdbeben Mw 5,1

Datum: 17.01.2022 | Zeit: 23:28:56 UTC | Lokation: 39.05 N ; 35.93 E | Tiefe: 1 km | Mw 5,1

In der Zentraltürkei bebte die Erde mit einer Magnitude von 5,1. Das Epizentrum wurde 4 km südwestlich von Sarıoğlan lokalisiert. Das Hypozentrum befand sich in nur 1 km Tiefe. Aufgrund der geringen Tiefe des Erdbebenherdes sind auch hier Schäden möglich.

Kreta: Erdbebenschwarm

Datum: 17.01.2022 | Zeit: 12:47:15 UTC | Lokation: 35.29 N ; 25.27 E | Tiefe: 23 km | Ml 3,9

Wenige Kilometer östlich der kretischen Hauptstadt Heraklion manifestierte sich ein Schwarmbeben. Das EMSC registrierte bis jetzt 16 schwache-moderate Erdstöße. Viele Beben haben Magnituden im 3er Bereich. Die stärkste Erschütterung brachte es auf Mb 3,9. Die meisten Hypozentren liegen in Tiefen um 22 km.

Vulkan-News 17.01.22: Piton Fournaise

  • Die Eruption am Piton Fournaise hat gestoppt
  • Der Taal emittiert viel Schwefeldioxid
  • Die Lava des Wolf Vulkans hat fast die Küste erreicht

Piton Fournaise: Tremor gefallen

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Flankeneruption

Heute Nacht fiel der Tremor am Piton de la Fournaise (La Réunion) gegen Null und es könnte sein, dass die Eruption vorbei ist. Die letzten Thermalwerte attestierten dem Vulkan eine sehr hohe Strahlung mit über 2000 Mw Leistung. Sie wurden nur 5 Stunden vor Eruptionsende gemessen. Die Lava staute sich am Calderarand und bildete ein recht großes Lavafeld aus. Ob die Eruption endgültig vorbei ist, lässt sich noch nicht sagen. Eine Wideraufnahme der Tätigkeit liegt im Bereich des Möglichen.

Die Eruption begann am 22. Dezember und war der 2. Ausbruch im Jahr 2021. In manchen Jahren schaffte der Fournaise auch schon 3-4 Eruptionen.

Taal: Hoher Schwefeldioxid-Ausstoß

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Fumarolisch

Mit dem philippinischen Taal steht ab und an ein weiterer großer Calderavulkan in den Schlagzeilen. In den letzten 24 Stunden emittierte er wieder sehr viel Schwefeldioxid: laut Phlivolcs waren es 9337 Tonnen. Allerdings wurden keine vulkanotektonischen Erdbeben gemessen. Seit Oktober letzten Jahres wird im gesamten Caldera-Bereich Deflation registriert. Trotz des hohen Schwefeldioxid-Ausstoßes sieht es derzeit nicht danach aus, dass sich eine größere Eruption anbahnt.

Wolf emittiert extreme Wärmestrahlung

Staat: Ecuador | Koordinaten: 0.032-91.332 | Eruption: Spalteneruption

Der Galapagos-Vulkan Wolf stößt immer noch ordentlich Lava aus. MIROVA detektiert eine extrem hohe Wärmestrahlung mit 12230 MW Leistung. Auf einem Sentinel-Satellitenfoto erkennt man, dass 2 Arme des Lavastroms aktiv sind. Der Haupt-Arm hat sich der Küste bis auf gut 3000 m angenähert. Sollte die Aktivität anhalten, wird es wahrscheinlich zu einem Ocean Entry kommen. Für die Meeresbewohner wäre das eine Naturkatastrophe, denn die Gase aus der Lava kontaminieren das Wasser.

Vulkan-News 17.01.22: Hunga Tonga

Der Artikel wurde um 13.30 Uhr überarbeitet und mit neuen Informationen versehen.

    • Am Vulkan in Tonga kam es zu weiteren Eruptionen
    • Stromversorung und Kommunikation sind gestört
    • Das Ausmaß der Schäden im Archipel ist unklar
    • Mindestens 3 Todesopfer infolge der Tsunamis

Hunga Tonga-Hunga Ha’apai : Weitere Eruptionen

Staat: Tonga | Koordinaten: -20.545; -175.393 | Eruption: Surtseyanisch

Der Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha’apai dominiert weiterhin die Vulkannachrichten. Das VAAC meldet eine Eruptionswolke, die wieder bis zu 20 km hoch aufstieg. Inzwischen wurden die Werte für den ganz großen Knall am Samstag korrigiert: die Eruptionswolke soll bis zu 30 km hoch aufgestiegen sein. Der größte Tsunami brachte es auf eine Wellenhöhe von 120 cm.

Schäden im Königreich Tonga

Das Ausmaß der entstandenen Schäden auf den Inseln des Königreiches Tonga ist immer noch nicht ganz klar. Neben dem Strom, ist vielerorts auch die Kommunikation ausgefallen, oder stark beeinträchtigt, so dass sich die Informationen nur im Schneckentempo verbreiten. Ein wichtiges Unterseekabel wurde zerstört, die Reparatur kann bis zu 14 Tagen dauern. Fest steht, dass es Schäden geben hat. Die Hauptstadt Nuku’alofa wurde mit einer Ascheschicht bedeckt, steht aber noch. In einem Urlaubsressort wird eine Frau vermisst, die von einem Tsunami erfasst wurde, als sie versuchte ihre Hunde zu retten. In Peru ertranken 2 Menschen in den Wellen, die von Toga über den Ozean herüberschwappten. Zu vielen kleinen Inseln besteht kein Kontakt. Aufklärungsflüge sollen Klarheit bringen, inwieweit sie von dem Ausbruch betroffen waren. Rettungsgüter sollen per Fallschirm abgeworfen werden. Am wichtigsten sei die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser.


Am Schlimmsten traf es das Vulkaneiland selbst. Die Eruptionen zerstörten es zum großen Teil. Junge Vulkaninseln sind selten stabil und es vergeht eine lange Zeit, bis sich eine neue Insel dauerhaft etabliert. Ein schönes Beispiel ist Krakatau, der schon öfters in seinen eigenen Eruptionen verging. Zuletzt verlor der Inselvulkan im Jahr 2018 ordentlich an Substanz. Aber wie es der ewige Kreislauf aus Schöpfung und Zerstörung will, beginnen die Vulkaninsel bei kleineren Eruptionen wieder schnell zu wachsen und vielleicht taucht bei Tonga bald wieder eine neue Insel aus den Tiefen des Ozeans auf.

Erdbeben-News 16.01.22: Griechenland

  • In PNG bebte es mit Mw 6,1
  • Ein Erdbeben Mw 5,3 erschütterte Griechenland
  • Ein Erdbeben im Süden des Irans brachte es auf Mb 4,9
  • In Aserbaidschan kam es zu einem Erdstoß Mb 4,6
  • Unter der isländischen Reykjanes-Halbinsel gibt es einen neuen Erdbebenschwarm

Papua Neuguinea. Erdbeben Mw 6,1

Datum: 16.01.2022 | Zeit: 12:52:10 UTC | Lokation: 6.43 S ; 154.80 E | Tiefe: 409 km | Mw 6,1

Die Salomonen-See wurde von einem Erdstoß der Magnitude 6,1 erschüttert. Das Epizentrum lag vor der Küste der Insel Bougainville, genauer, 77 km westlich von Panguna. Der Erdbebenherd wurde in 409 km Tiefe ausgemacht. Demnach manifestierte sich der Erdstoß im Erdmantel und wirkte sich an der Erdoberfläche kaum aus.

Griechenland: Erdbeben Mw 5,3

Datum: 16.01.2022 | Zeit: 11:48:05 UTC | Lokation: 39.96 N ; 24.34 E | Tiefe: 10 km | Mw 5,3

In der Ägäis gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,3. Das Hypozentrum befand sich in 10 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 35 km östlich von Sykiá lokalisiert. Beim EMSC gibt es Wahrnehmungsmeldungen. Ein Vibrationszeuge schilderte, dass das Geschirr in den Schränken klirrte. Zudem registrierten die Erdbebendienste mehrere Nachbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 4,6.

Iran: Erdbeben Mb 4,9

Datum: 16.01.2022 | Zeit: 02:49:21 UTC | Lokation: 29.14 N ; 50.27 E | Tiefe: 10 km | Mb 4,9

Im Südiran ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 4,9. Wenig später folgte ein zweites Beben Mb 4,6. Die Hypozentren lagen 10 km tief. Die Epizentren wurden 15  (bzw. 22 km) süd-süd-westlich von Khārk ausgemacht. Dabei handelt es sich um einen Ort am Nordostende des Golfs von Oman. Auf dem gegenüberliegenden Ufer im Nordwesten des Golfs liegt Kuwait City.

Aserbaidschan: Erdstoß Mb 4,6

Datum: 16.01.2022 | Zeit: 03:25:09 | Lokation: 39.12 N ; 46.55 E | Tiefe: 40 km | Mb 4,6

Im Grenzgebiet zwischen Aserbaidschan und Armenien kam es ebenfalls zu einem Erdbeben Mb 4,6. Der Erdbebenherd befand sich in einer Tiefe von 40 km. Das Epizentrum wurde 16 km östlich von Kapan verortet.

Island: Neuer Erdbebenschwarm

Datum: 16.01.2022 | Zeit: 03:23:24 | Lokation: 63.847 ; -22.639 | Tiefe: 6,3 km | Mb 2,5

Unter Reykjanes manifestiert sich seit gestern ein neues Schwarmbeben. Im Bereich von Grindavik wurden innerhalb von 48 Stunden 168 schwache Erdbeben festgestellt. Die meisten Beben haben Magnituden kleiner als 2 und Erdbebenherde in Tiefen zwischen 3 und 7 km.

Vulkan News 16.01.22: Hunga Tonga-Hunga Ha’apai

  • Der Inselvulkan Hunga Tonga-Hunga Ha’apai eruptiert weiter und ist nun wieder ein submariner Vulkan geworden

Hunga Tonga-Hunga Ha’apai: Weitere Eruptionswolken

Staat: Tonga | Koordinaten: -20.545; -175.393 | Eruption: Surtseyanisch

Der Südseevulkan Hunga Tonga-Hunga Ha’apai kommt auch heute nicht zur Ruhe und stößt weiter gigantische Eruptionswolken aus. Das VAAC Wellington meldete Vulkanasche in einer Höhe von 20.000 m. Neue Radar-Satellitenbilder enthüllten, dass die junge Vulkaninsel zum größten Teil wieder in den Fluten des Pazifiks verschwunden ist: die Explosionen zerrissen die Insel und/oder es kam zu Kollaps-Ereignissen.

Übrig sind nur 2 kümmerliche Reste der ursprünglichen Felseninseln Hunga Tonga und Hunga Ha’apai, nach denen die neue Insel, die erst 2014 das Licht der Welt erblickte, benannt wurde. Bei Hunga Tonga und Hunga Ha’apai handelt es sich um die überseeischen Teile eines Calderarandes. Sie gehören zu einem großen Seamount, der sich 1700 m über dem Meeresboden erhebt. Konnte man seit 2014 von einem Inselvulkan sprechen, so ist es nun wieder ein submariner Vulkan. Der eingebettete Tweet unten verdeutlicht die Änderungen der Morphologie sehr schön. Den jüngsten Radarbildern nach zu urteilen, sind die Reste der Insel nun noch viel kleiner geworden.

Die Explosionen gestern erzeugten so gewaltige Druckwellen, dass sie sogar in deutschen Wetterstationen gemessen wurden: sie ließen den Luftdruck um 2,5 Pa ansteigen. Die Druckwellen liefen praktisch um den gesamten Globus. Auf Tonga selbst verursachten sie starke Erschütterungen. Sie sorgten dafür, dass sich selbst erwachsenen Menschen kaum noch auf den Beinen halten konnten. Tsunamis richteten Zerstörungen im Küstenbereich an. Auf Twitter wird von vermissten Personen berichtet.

Wer etwas tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann die Vulkanbeschreibung zum Hunga Tonga-Hunga Ha’apai lesen. Mehr über submarine Vulkane findet ihr unter diesem Link.

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