Mayon: Warnung vor möglicher Aktivitätssteigerung

Hoher Schwefeldioxidausstoß am Mayon lässt Alarmglocken läuten: Vulkanologen warnen vor möglicher Aktivitätssteigerung

In den letzten Wochen war es um den Mayon relativ ruhig bestellt, was zum einen an einem Aktivitätsrückgang lag, zum anderen an dem schlechten Wetter auf den Philippinen, die von der Regenzeit erfasst wurden. Deshalb gab es kaum visuelle Beobachtungen des Geschehens und auch weniger Medienberichte. Während das schlechte Wetter bleibt, warnen die Vulkanbeobachtungsbehörden nun vor einer möglichen Aktivitätsverstärkung.


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Mayon Archiv

Nach Angaben der Vulkanologen von DOST-PHIVOLCS befindet sich der Vulkan am 10. Juli 2026 weiterhin auf Alarmstufe 3. Die aktuelle Eruptionsphase dauert inzwischen den 186. Tag in Folge an. Zwar haben Steinschlagereignisse und pyroklastische Dichteströme zuletzt abgenommen, doch ein anderer Messwert deutet auf eine mögliche erneute Verstärkung der Aktivität hin: die außergewöhnlich hohen Schwefeldioxid-Emissionen.

Am 9. Juli wurde ein SO₂-Ausstoß von durchschnittlich 4.569 Tonnen pro Tag gemessen. Einen Tag später erreichte der Wert mit 7.475 Tonnen pro Tag den höchsten am Mayon registrierten Wert der vergangenen 16 Jahre. Zum Vergleich: Seit Beginn der aktuellen Eruptionsphase am 6. Januar 2026 lag der durchschnittliche Schwefeldioxid-Ausstoß bei gut 2.300 Tonnen pro Tag.

Die Vulkanologen warnen, dass der starke Anstieg der Gasemissionen ein Hinweis auf eine mögliche Zunahme der magmatischen Aktivität im Gipfelbereich sein könnte. Besonders auffällig ist, dass die erhöhten SO₂-Werte in eine Phase fallen, in der andere Anzeichen der Eruption bereits nachlassen. Weniger Steinschläge und eine rückläufige Aktivität pyroklastischer Ströme könnten zunächst auf eine Abschwächung des Domwachstums hindeuten, doch der Gasüberschuss zeigt, dass weiterhin große Mengen magmatischer Gase aus dem Untergrund aufsteigen.

Hinzu kommt, dass man auf dem Afar-TV-Livestream in Phasen geringerer Bewölkung intensive roten Lichtschein beobachten kann. Dieser deutet auf eine signifikante Verstärkung des Domwachstums hin.

Aktuell fördert der Mayon weiterhin Lava, die über die Basud-, Bonga- und Mi-isi-Schluchten an den Hängen des Vulkans abfließt. Die Lavaströme reichen bis auf 3,8 Kilometer (Basud), 3,2 Kilometer (Bonga) und 2,1 Kilometer (Mi-isi) unterhalb des Gipfels. Zusätzlich wurden innerhalb von 24 Stunden 14 vulkanisch bedingte Erdbeben und 75 Steinschlagereignisse registriert.

PHIVOLCS weist darauf hin, dass eine erneute Steigerung der Eruption möglich ist. Gefahren bestehen weiterhin durch Lavaströme, explosive Ereignisse, pyroklastische Dichteströme und bei Starkregen auch durch Lahare. Die Bevölkerung darf die sechs Kilometer große permanente Sperrzone um den Vulkan nicht betreten.

Venezuela: Erdbeben verschiebt Boden um 60 Zentimeter

NASA-Satellit zeigt enorme Bodenverschiebungen nach Venezuelas Erdbeben – Hinweise auf komplexen Bruchprozess

Die starken Erdbeben, die Venezuela am 24. Juni erschütterten, haben nicht nur an der Erdoberfläche verheerende Spuren hinterlassen, sondern ermöglichten auch tiefe Einblicke in die Dynamik der beteiligten Verwerfungen. Neue NASA-Auswertungen der Daten des Radarsatelliten NISAR zeigen nun, wie stark sich der Boden entlang der venezolanischen Karibikküste durch die Erdbeben verformte.



Die Katastrophe begann mit einem Erdbeben der Magnitude 7,2 vor der Küste Nordvenezuelas. Weniger als eine Minute später folgte ein noch stärkerer Erdstoß mit einer Magnitude von 7,5. Die beiden Erschütterungen trafen insbesondere die Regionen um Caracas und La Guaira schwer. Zahlreiche Hochhäuser stürzten wie Kartenhäuser ein, Verkehrswege wurden beschädigt und ganze Küstenabschnitte waren von den Folgen betroffen. Nachdem die Rettungskräfte fast zwei Wochen lang nach Überlebenden gesucht hatten, wurden die Rettungsarbeiten eingestellt. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt bei fast 3.900 Menschen. Tausende weitere Personen gelten weiterhin als vermisst.

Bodendeformationen Venezuela

Die neuen NASA-Auswertungen liefern jetzt wichtige Erkenntnisse darüber, warum die Zerstörungen in einigen Gebieten besonders massiv waren. Mithilfe der InSAR-Technik verglichen Wissenschaftler Radaraufnahmen des NISAR-Satelliten vor und nach den Erdbeben. Dabei wurde sichtbar, dass sich der Untergrund großräumig verschob. Besonders auffällig sind starke horizontale Bewegungen entlang einer langgestreckten Zone zwischen der Küste und dem Landesinneren.

Die Messungen zeigen, dass sich der Boden in einigen Bereichen um bis zu 60 Zentimeter seitlich verschoben hat. Die Bewegungsmuster passen zu einer Blattverschiebung, bei der sich Gesteinsblöcke seitlich gegeneinander bewegen. Die betroffene Störung gehört zum komplexen Bruchsystem an der Grenze zwischen der Karibischen Platte im Norden und der Südamerikanischen Platte im Süden.  Die Bodenbewegungen fanden dabei überwiegend entlang des San-Sebastián-Verwerfungssystems statt.

Besonders interessant ist die Rekonstruktion des Bruchverlaufs. Nach Angaben der NASA breitete sich die Bruchzone zunächst unter dem Meer nach Osten aus und setzte sich anschließend wieder an Land nördlich von Caracas fort. Diese räumliche Ausdehnung deutet auf einen sehr komplexen Bruchprozess hin.

Die Satellitendaten beantworten allerdings noch nicht endgültig die Frage, ob es sich tatsächlich um ein klassisches Doppelbeben mit zwei getrennten Hauptbrüchen handelte oder um einen einzigen, mehrphasigen Bruchvorgang. Die kurze zeitliche Abfolge der beiden starken Erschütterungen könnte sowohl durch zwei eng benachbarte Brüche als auch durch eine stufenweise Ausbreitung eines einzigen großen Bruchs erklärt werden.

Die Auswertungen der NASA zeigen ungeachtet dieser Fragestellung eindeutig, dass zumindest das stärkere Erdbeben einen komplexen Bruch- und Verschiebungsmechanismus in Gang setzte, der das San-Sebastián-Verwerfungssystem auf mehrere Hundert Kilometer Länge mobilisierte.

Für die Wissenschaft sind die NISAR-Daten ein wichtiger Fortschritt in der Interpretation des Geschehens. Sie ermöglichen es, die unterirdischen Bewegungen nach einem schweren Erdbeben präziser zu rekonstruieren und künftig besser abzuschätzen, welche Regionen bei ähnlichen Ereignissen besonders gefährdet sind. Mir drängt sich der Vergleich mit der San-Andreas-Fault in Kalifornien auf, wo man sich seit Jahren vor ein ähnlich starkes Erdbeben fürchtet.

Island: Erdbeben am Rand des Ljósufjöll-Vulkansystems

Erdbebenschwarm unter dem Ljósufjöll-Vulkansystem auf Island hält an

Unter der Snæfellsnes-Halbinsel im Westen Islands setzt sich die seismische Aktivität im Bereich des Grjótárvatn–Háleiksvatn nördlich von Borganes fort. Innerhalb von nur zwei Tagen registrierten die Messstationen insgesamt 22 Erdbeben in der Region. Die meisten Ereignisse waren schwach und für Menschen nicht spürbar, doch die Häufung der Erschütterungen reiht sich in einen bereits länger anhaltenden Erdbebenschwarm unter dem Ljósufjöll-Vulkansystem ein.

Island. © IMO

Das stärkste dieser Beben ereignete sich am 8. Juli 2026 um 21:40 Uhr UTC. Es erreichte eine Magnitude von 2,1 und lag in einer Tiefe von 16,7 Kilometern. Das Epizentrum befand sich nördlich des Grjótárvatn-Sees und genau unter dem Háleiksvatn. Die Lage und Tiefe entsprechen dem typischen Muster der bisherigen Schwarmaktivität in diesem Gebiet, wobei es auffällig ist, dass sich die Beben in den letzten Wochen von einem Bereich südlich des Grjótárvatn hin zum nördlich gelegenen Háleiksvatn verlagerten. Auf der Shakemap sticht der Erdbebencluster oben links im Bild hervor und ist durch einen blauen Punkt mit vielen kleineren roten markiert.

Das Ljósufjöll-System gehört zu den weniger bekannten, aber geologisch bedeutenden Vulkansystemen Islands. Es erstreckt sich über die Snæfellsnes-Halbinsel und umfasst eine lange Zone mit zahlreichen Kratern und Eruptionsspalten. Die letzte größere eruptive Aktivität des Systems liegt mehrere Jahrtausende zurück, doch geophysikalische Untersuchungen zeigen, dass es als weiterhin potenziell aktiv einzustufen ist.

Die aktuelle Erdbebenserie wird von Vulkanologen mit möglichen Fluidbewegungen im tiefen Untergrund in Verbindung gebracht. Besonders auffällig sind die relativ großen Tiefen der Hypozentren von etwa 15 bis 20 Kilometern. Solche tiefen Schwärme können auf Spannungsveränderungen in der Erdkruste oder auf das Eindringen von Magma in den unteren Krustenbereich hindeuten. Ein direkter Hinweis auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch besteht derzeit jedoch nicht.

Das Ljósufjöll-System ist bekannt für wiederkehrende Phasen erhöhter Seismizität. Seit 2021 wurden dort mehrfach Schwarmbeben beobachtet, ohne dass es zu einer Eruption kam. Das IMO verfolgt die Entwicklung weiterhin genau, da eine Zunahme der Bebenstärke, eine Verlagerung der Aktivität in geringere Tiefen oder zusätzliche geophysikalische Veränderungen wichtige Hinweise auf eine mögliche Veränderung des vulkanischen Zustands liefern könnten.

Neben den Beben am Háleiksvatn kam es in den letzten 48 Stunden zu Erdbeben unter den subglazialen Vulkanen Bardarbunga und Katla sowie zu überwiegend verstreut liegenden Erschütterungen entlang der 5 Spaltensysteme auf der Reykjaneshalbinsel, mit einer Konzentration auf das Krýsuvík-System. Die Bodenhebung bei Svartsengi geht unverändert weiter.

Piton Fournaise: Neues Lavadelta des Vulkans erodiert schnell

Neues Lavadelta des Piton de la Fournaise schrumpft – dennoch bis zu 300 Grad heiß

Dass die Natur im steten Wandel begriffen ist, erfährt man kaum deutlicher als an einem aktiven Vulkan. Hier kann man Schöpfung und Zerstörung hautnah erleben und wird Zeuge der Erdgewalten. Eine solche schuf in Form des Vulkanausbruchs am Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion im März dieses Jahres 8,4 Hektar neues Land in Form eines Lavadeltas, das an der Küste durch ins Meer fließende Lava entstand. Doch das neue Land erwies sich als alles andere als stabil: Bis Anfang Juni schrumpfte das Lavadelta infolge von Erosion um mehr als 1 Hektar. Eine Geburt, die nicht ohne starke Wehen verläuft, wie es für Vulkaninseln typisch ist.



Lavadelta. © OVPF

Während der Eruption des Fournaise zwischen dem 13. Februar und dem 12. April 2026 floss Lava bis an die Küste und baute dort eine neue Plattform aus frischem Basalt auf. Zwischen dem 16. und 24. März gewann La Réunion dadurch 8,7 Hektar Land hinzu. Etwa 8,4 Hektar bestanden aus massiver Lava, weitere 0,3 Hektar aus losem schwarzem Vulkansand.

Nur wenige Monate nach der spektakulären Eruption beginnt die junge Vulkanlandschaft am Meer bereits wieder zu verschwinden. Das während des Ausbruchs entstandene Lavadelta wird von den Wellen des Indischen Ozeans langsam zurückerobert. Gleichzeitig zeigen Messungen, dass die erstarrte Lava im Inneren noch immer ungewöhnlich heiß ist: Bei Untersuchungen wurden an einzelnen Bereichen Temperaturen von mehr als 300 Grad Celsius registriert.

Doch junge Lavadeltas sind äußerst instabile Landschaften. Das Observatoire Volcanologique du Piton de la Fournaise (OVPF) überwacht die Entwicklung mit Drohnen- und Laservermessungen. Die Daten zeigen zunächst einen sehr schnellen Rückgang: Zwischen dem 24. März und dem 7. April verlor die Plattform durchschnittlich etwa 871 Quadratmeter Fläche pro Tag. Danach verlangsamte sich die Erosion, blieb aber kontinuierlich bei rund 151 Quadratmetern täglich.

Verantwortlich für den Rückzug sind vor allem die starken Wellen, die die Basis der jungen Lavaklippe angreifen. Durch Unterspülung brechen größere Blöcke aus der Front heraus und werden vom Meer abtransportiert. Besonders gefährdet sind die lockeren Ablagerungen am Rand des Deltas.

Vulkan bleibt im Inneren aktiv und bereitet sich auf den nächsten Ausbruch vor

Trotz des Lavarückbaus an der Küste ist der Vulkan selbst nicht vollständig zur Ruhe gekommen. Nach dem Ende der Eruption registriert das OVPF weiterhin eine erhöhte seismische Aktivität. Im Juni wurden 43 oberflächennahe vulkanotektonische Erdbeben sowie 51 tiefere Erdbeben unterhalb des Gipfelbereichs festgestellt. Zudem kam es zeitweise zu einer erneuten leichten Inflation des Vulkangebäudes, ein Hinweis auf anhaltende Prozesse im Magmareservoir.

Der Piton de la Fournaise befindet sich damit in einer post-eruptiven Erholungsphase. Die Lava am Meer verschwindet langsam, doch unter dem Vulkan bleibt das Magmasystem aktiv und bereitet sich auf den nächsten Ausbruch vor. Und es sieht nicht danach aus, als würde die Ruhe am Vulkan lange währen.

Anak Krakatau eruptiert Vulkanasche bis in 900 m Höhe

Anak Krakatau mit anhaltender Ascheemission – Vulkan bleibt auf Warnstufe 3

Der indonesische Vulkan Anak Krakatau zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität. Am 10. Juli 2026 registrierte das Vulkanasche-Warnzentrum Darwin eine anhaltende Ascheemission, die auf Satellitenbildern des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 deutlich identifiziert werden konnte. Die Aschewolke stieg bis in eine Höhe von etwa 3.000 Fuß (rund 900 Meter) über dem Meeresspiegel auf und driftete unter dem Einfluss schwacher Winde in südwestliche Richtung.



Krakatau am 9. Juli.

Nach Angaben des VAAC Darwin setzte die Aschefreisetzung bereits kontinuierlich ein. Die Wolke erstreckte sich über mehrere Kilometer südwestlich des Vulkans und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 km/h. Prognosen zufolge sollte die Aschewolke in den folgenden Stunden weiterhin in geringer Höhe über dem Vulkanbereich verbleiben, wobei eine Ausbreitung in Richtung Südwesten erwartet wurde.

Anak Krakatau liegt in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra und entstand nach dem katastrophalen Kollaps des ursprünglichen Krakatau-Vulkans im Jahr 1883. Der junge Inselvulkan erhebt sich heute noch 157 Meter über dem Meeresspiegel, nachdem es 2018 zu einem weiteren Kollaps gekommen war, bei dem die junge Vulkaninsel mehr als die Hälfte ihrer Höhe verlor. Anak befindet sich auf den Resten des alten Krakatau-Kegels in einer tektonisch besonders aktiven Zone, wo die Indisch-Australische Platte unter die Eurasische Platte abtaucht.

Auch die lokalen Vulkanologen des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenüberwachung (PVMBG) meldeten eine gesteigerte Aktivität. Am 9. Juli wurden mehrere vulkanische Ereignisse registriert, darunter eine Eruption mit einer seismischen Amplitude von 53 Millimetern und einer Dauer von 34 Sekunden. Zusätzlich wurden Signale starker Entgasungen, harmonische Tremorereignisse, hybride Erdbeben und kontinuierlicher Tremor aufgezeichnet.

Der Vulkan befindet sich weiterhin auf Warnstufe III („Siaga“). Besucher und Fischer dürfen sich dem aktiven Krater innerhalb eines Radius von drei Kilometern nicht nähern. Damit ist praktisch ein großer Teil der fischreichen Gründe des Archipels off limits. Trotz der erhöhten vulkanischen Aktivität sehen Vulkanologen derzeit kein vergleichbares Tsunami-Risiko wie beim Ereignis von 2018. Da Anak Krakatau heute deutlich niedriger ist als vor dem Kollaps, wird die Gefahr eines ähnlichen Szenarios aktuell als geringer eingeschätzt.

Vulkanausbruch am Shiveluch mit hochaufsteigenden Aschewolken

Shiveluch in Kamtschatka bleibt hochaktiv – Aschewolken erreichen 12 Kilometer Höhe und gefährden Flugverkehr

Der Vulkan Shiveluch setzt im äußersten Osten Russlands seine intensive explosive Tätigkeit fort und fördert hoch aufsteigende Aschewolken, die eine Gefahr für den Flugverkehr über dem Nordpazifik darstellen. Das Vulkanologische Überwachungszentrum KVERT erhöhte die Luftfahrt-Warnstufe auf Rot – die höchste Warnstufe für den Flugverkehr.



Shiveluch Archiv

Der auf der Halbinsel Kamtschatka gelegene 3283 m hohe Stratovulkan zeigt weiterhin eine anhaltende explosive-extrusive Eruption mit starkem Wachstum des Lavadoms und wiederkehrenden Ascheeruptionen. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum eines neuen Blocks im nördlichen Sektor des Lavadomes. Dieser Prozess wird von starken Gas- und Dampfemissionen begleitet. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigen eine ausgeprägte thermische Anomalie am Vulkan, ein Hinweis auf anhaltenden Zustrom heißen Magmas. Am Dom kommt es immer wieder zu Explosionen und Kollapsereignissen, die neben hoch aufsteigenden Aschewolken pyroklastische Ströme erzeugen, eine der größten Gefahren des Vulkanismus.

Am Abend des 9. Juli ereignete sich gegen 21:43 UTC eine besonders kräftige Explosion, bei der eine Aschewolke bis auf 10,5 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg. Der Ascheausstoß erzeugte eine mehrere hundert Kilometer lange Eruptionswolke, die sich zunächst gut 280 Kilometer in süd-südwestliche Richtung ausbreitete. Weitere Messungen des Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) bestätigten eine kontinuierliche Aschewolke, die bis Flughöhe 400 erreichte. Das entspricht einer Höhe von 12.100 Metern über Normalnull.

Die Aktivität ist nicht auf ein einzelnes Ereignis beschränkt. Zwischen dem 3. und 9. Juli registrierte KVERT mehrere starke explosive Phasen. Dabei stiegen Aschewolken öfters bis in Höhen von etwa 12 Kilometern auf. Die ausgestoßenen Aschewolken wurden über weite Distanzen verfolgt und breiteten sich in verschiedene Richtungen aus. Die Eruptionswolken entfernten sich dabei bis zu 1500 Kilometern vom Shiveluch, bis sie sich auflösten und nicht weiter verfolgt werden konnten.

Für den internationalen und regionalen Flugverkehr stellen die Eruptionen des Shiveluch eine Gefahr dar. Vulkanasche kann Triebwerke beschädigen, Navigationssysteme beeinträchtigen und zu gefährlichen Situationen für Flugzeuge führen. Die Behörden warnen daher, dass jederzeit weitere Explosionen mit Ascheausstoß bis in große Höhen möglich sind.

Der Shiveluch zählt damit weiterhin zu den gefährlichsten und aktivsten Vulkanen Kamtschatkas. Solange der Lavadom weiter wächst und der Druck im Fördersystem hoch bleibt, besteht die Möglichkeit weiterer explosiver Eruptionen.

Multiple Waldbrände im Südwesten Europas

Hitzewelle begünstigt zahlreiche Waldbrände im Südwesten Europas – mindestens 11 Tote bei Waldbrand in Spanien

Eine extreme Hitzewelle hat die Waldbrandgefahr in Spanien, Portugal und Frankreich dramatisch verschärft. In mehreren Regionen kämpfen Feuerwehrkräfte gegen sich rasend schnell ausbreitende Brände, während die Behörden vor weiteren Gefahren durch anhaltende Trockenheit, starke Winde und hohe Temperaturen warnen. Bei einem Waldbrand in Frankreich kam ein Feuerwehrmann ums Leben. In Spanien wurden mindestens elf Tote in ausgebrannten Fahrzeugen entdeckt. Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.



Besonders betroffen ist die südspanische Provinz Almería. Bei Los Gallardos entwickelte sich ein Großbrand, der sich durch kräftige Winde innerhalb kurzer Zeit rasant ausbreitete und Wohngebiete bedrohte. Mehrere Siedlungen mussten vorsorglich evakuiert werden. Wichtige Verkehrsverbindungen wie Abschnitte der A-7 und der N-340A wurden zeitweise gesperrt. Hunderte Einsatzkräfte sowie zahlreiche Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen.

Nach aktuellen Behördenangaben kamen bei dem Brand mindestens elf Menschen ums Leben, acht weitere wurden verletzt. In ersten Meldungen war noch von zwölf Todesopfern die Rede. Viele der Opfer wurden in ausgebrannten Fahrzeugen entdeckt. Vermutlich handelt es sich um ausländische Touristen, die von ihren abgelegenen Ferienhäusern vor den Flammen flüchten wollten. Dieses traurige Beispiel zeigt einmal mehr, dass auch Urlauber durch Waldbrände gefährdet werden können. Daher ist es besonders für Individualreisende wichtig, sich informiert zu halten und Fluchtwege zu kennen.

Auch Frankreich kämpft mit den Folgen der außergewöhnlichen Hitze. Die Temperaturen nähern sich dort immer wieder der 40-Grad-Marke an und überschritten sie bereits im Juni teilweise deutlich. Die anhaltende Trockenheit erhöht insbesondere im Süden des Landes die Waldbrandgefahr deutlich. Ausgetrocknete Böden, geringe Luftfeuchtigkeit und starke Winde schaffen ideale Bedingungen für eine schnelle Ausbreitung von Bränden. Feuerwehrkräfte wurden landesweit verstärkt eingesetzt, vielerorts mussten Bewohner gefährdeter Gebiete ihre Häuser verlassen. Bereits am vergangenen Wochenende wurden im Département Pyrénées-Orientales rund 12.000 Menschen evakuiert. Ein Feuerwehrmann kam ums Leben.

Ursache der angespannten Lage ist eine außergewöhnliche Hitzewelle, die weite Teile Westeuropas erfasst hat. Zwar sind extreme Sommertemperaturen in Spanien keine Seltenheit, doch wurden zuletzt erneut außergewöhnlich hohe Werte gemessen. In mehreren Regionen wurden Temperaturrekorde aufgestellt oder bestehende Rekordwerte nur knapp verfehlt. Besonders der Juni verlief ungewöhnlich heiß und gehörte in vielen Landesteilen zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Auch Frankreich verzeichnete einen außergewöhnlich warmen Juni und Juli. In mehreren Landesteilen stiegen die Temperaturen deutlich über 35 Grad, örtlich wurden Werte um oder über 40 Grad gemessen. Die französischen Behörden aktivierten erneut ihre Hitzeschutzmaßnahmen, die nach den verheerenden Hitzewellen der vergangenen Jahrzehnte wesentlich ausgebaut worden waren.

Die gesundheitlichen Folgen solcher Hitzewellen reichen weit über die direkten Opfer der Waldbrände hinaus. Hohe Temperaturen belasten insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Personen, die im Freien arbeiten. Experten warnen seit Jahren davor, dass Hitzewellen zu den größten wetterbedingten Gesundheitsrisiken in Europa zählen. Krankenhäuser registrieren während extremer Hitze regelmäßig einen Anstieg hitzebedingter Notfälle, darunter Kreislaufzusammenbrüche, Dehydrierung und andere schwere gesundheitliche Komplikationen.

Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen erhöhen das Risiko schwerer Waldbrände deutlich. Gleichzeitig stellen die zunehmend extremen Wetterbedingungen die Katastrophenschutz- und Gesundheitssysteme in vielen europäischen Ländern vor wachsende Herausforderungen. Auch Deutschland gilt trotz zunehmender Hitzeperioden bislang nur begrenzt als auf extreme Temperaturen vorbereitet. Fachleute fordern deshalb verstärkte Anpassungsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem mehr Stadtgrün und schattenspendende Bäume zur Abkühlung städtischer Räume sowie eine klimaangepasste Bauweise, die auch Dachgeschosswohnungen trotz hoher Dämmstandards besser belüftet und so den Kühlbedarf reduziert.

Kilauea: Fluktuationen in der Inflation verschieben Prognosefenster

Inflation am Kilauea fluktuiert stark – Prognosefenster für Lavafontänen-Episode nach hinten verschoben

Im Halemaʻumaʻu-Krater des Vulkans Kilauea herrscht derzeit gespannte Ruhe. Der Gipfelausbruch des Vulkans auf Hawaii befindet sich zwar in einer Pause, doch die Anzeichen sprechen dafür, dass sich die nächste Episode mit spektakulären Lavafontänen zusammenbraut. Nach aktuellen Prognosen des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) wird die 51. Fontänenphase voraussichtlich zwischen dem 11. und 15. Juli einsetzen. Dieses Prognosefenster weicht deutlich von der ursprünglichen Vorhersage ab, die den Beginn zwischen dem 6. und 12. Juli erwartete. Grund hierfür sind starke Fluktuationen der Inflation infolge des Magmenzustroms in das flache Speicherreservoir unter dem Kilauea-Gipfel.

Bei den meisten der vorangegangenen 50 Fontänenepisoden verliefen Magmaaufstieg und -akkumulation vergleichsweise gleichmäßig, sodass einigermaßen zuverlässige Prognosen zum Zeitpunkt der nächsten Episode möglich waren. Seit dem 5. Juli kam es jedoch zu zwei Phasen einer deutlichen Abschwächung des Magmenaufstiegs, was sich auch im Verlauf der Inflationskurve widerspiegelt. Die Abschwächung war zeitweise so ausgeprägt, dass sogar Deflation einsetzte, also ein Absinken des Bodens, weil Magma offenbar unterirdisch abfloss.

Möglich ist, dass der Druck des aufsteigenden Magmas zeitweise nachließ und die Schmelze deshalb wieder in größere Tiefen zurücksackte. Ebenso könnte Magma in die Ostriftzone abgedrängt worden sein – ähnlich wie während der langjährigen Aktivität am Puʻu ʻŌʻō-Krater. Als sich im Halemaʻumaʻu-Krater noch ein Lavasee befand, führten die sogenannten Deflations-/Inflations-Phasen (DI-Events) zu Pegelschwankungen des Lavasees um mehrere Meter. Derzeit zeigen jedoch weder die Ost- noch die Westriftzone Anzeichen erhöhter Unruhe. Daher gilt eine weitere Fontänenepisode weiterhin als wahrscheinlich. Schwacher vulkanischer Tremor hält an, während die Erdbebenaktivität unter der Caldera Kaluapele gering bleibt. Die Schwefeldioxid-Emissionen werden auf 1.000 bis 5.000 Tonnen pro Tag geschätzt.

In der Nacht zeigten die Webcams an beiden Förderschloten ein wechselnd starkes Glühen. Während der südliche Schlot durchgehend Aktivität erkennen ließ, kehrte die Leuchtkraft am nördlichen Schlot erst in den frühen Morgenstunden zurück. Bei einem Überflug entdeckten Wissenschaftler tief im südlichen Schlot eine glühende Lavaoberfläche; im nördlichen Schlot war hingegen keine offene Lava zu erkennen. Lavaüberläufe als Vorzeichen unmittelbar bevorstehenden Lavafontänenepisode blieben bis jetzt aus.

Die bislang jüngste Fontänenphase, Episode 50, endete am 27. Juni nach sieben Stunden abrupt. Der Aschen- und Tephraniederschlag beschränkte sich weitgehend auf gesperrte Bereiche des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks. Aus dem Ort Pāhala wurde lediglich leichter Niederschlag feiner vulkanischer Glasfasern gemeldet, die als „Peles Haar“ bekannt sind. Seit Dezember 2024 wechseln sich am Kilauea kurze, intensive Ausbrüche und teils mehrwöchige Ruhephasen ab – ein Rhythmus, der Vulkanologen weiterhin in Atem hält.

Rincon de la Vieja erzeugt vermehrt phreatische Eruptionen

Serie phreatischer Eruptionen am Rincon de la Vieja – Dampfwolke stieg 200 m hoch auf

Der costa-ricanische Vulkan Rincón de la Vieja ist in ein Stadium erhöhter hydrothermaler Unruhe eingetreten und erzeugt seit einigen Tagen häufig schwache phreatische Eruptionen. Die bislang stärkste erfolgte am Abend des 6. Juli, als eine Dampfwolke mindestens 200 m hoch über den Krater aufgestiegen war.

Der Rincón de la Vieja (auf Deutsch „Ecke der alten Frau“) hat eine Höhe von 1.916 Metern und liegt im Nordwesten Costa Ricas in der Provinz Guanacaste. Die Hänge des komplexen Schichtvulkans bergen einen einzigartigen tropischen Trockenwald mit zahlreichen endemischen Pflanzen und Tieren und sind in einem Nationalpark geschützt. Darüber hinaus gibt es Thermalgebiete mit Schlammpools und heißen Quellen, die auf das ausgedehnte Hydrothermalsystem hinweisen, das für seine plötzlichen Dampfexplosionen bekannt ist. Phreatische Eruptionen entstehen, wenn Grund- oder Oberflächenwasser durch die Hitze des Magmas schlagartig verdampft. Dabei werden Dampf, Gase und Gesteinsfragmente ausgeworfen, ohne dass frische Lava an die Oberfläche gelangt.

Am Montagabend registrierte das Vulkanologische und Seismologische Observatorium OVSICORI einen weiteren Ausbruch. Die Eruption erzeugte eine etwa 200 Meter hohe weiße Säule aus Wasserdampf und vulkanischen Gasen, die westwärts driftete. Messgeräte wie Seismographen, Infraschallsensoren und Überwachungskameras zeichneten das Ereignis um 20:51 Uhr auf. Ein Aschefall wurde nicht beobachtet.

Bereits seit Freitag war eine Serie kleinerer Ausbrüche im Gange. Gleichzeitig zeigte der Hintergrundtremor eine geringe bis mäßige Amplitude mit dominierenden Frequenzen von 3 bis 4 Hertz. Der Schwefeldioxid-Ausstoß wurde auf rund 1.500 Tonnen pro Tag geschätzt, was für einen überwiegend hydrothermal aktiven Vulkan vergleichsweise viel ist. Daher bleibt der Vulkan auf Warnstufe 2.

OVISCORI UNA west darauf hin, dass phreatische Explosionen am Rincón de la Vieja oft plötzlich und ohne eindeutige Vorzeichen auftreten. Daher wird Anwohnern und Besuchern empfohlen, die offiziellen Hinweise der Behörden aufmerksam zu verfolgen und die geltenden Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten.