Erdbebenserie zwischen Kreta und Kasos – spürbare Erschütterungen in der Nacht
In der Nacht zum 7. Oktober hat sich im Meeresraum zwischen Ostkreta und der Insel Kasos eine kleine, aber deutlich spürbare Erdbebenserie manifestiert. Das stärkste Ereignis ereignete sich um 02:43 Uhr Ortszeit und erreichte nach der revidierten Berechnung des Geodynamischen Instituts des Nationalen Observatoriums Athen eine Magnitude von 4,1. Das Epizentrum lag 29 Kilometer westlich von Kasos und 41 km nordöstlich von Palekastro (Kreta). Die Herdtiefe wurde mit 14,5 Kilometern angegeben.

Nur sieben Minuten später, um 02:50 Uhr, folgte ein weiteres Beben der Magnitude 3,9. Sein Epizentrum lag 28 Kilometer westlich von Kasos, die Herdtiefe bei etwa 13 Kilometern. Danach setzte sich die Aktivität mit weiteren schwachen Erdbeben fort. Bis zum Vormittag wurden insgesamt acht Erschütterungen zwischen Magnitude 2,4 und 4,1 registriert.
Die Daten vom EMSC kommen teilweise zu etwas anderen Ergebnissen. Für das Beben um 02:50 Uhr wurde eine Magnitude von 4,2 angegeben. Die Abweichungen sind bei solchen regionalen Ereignissen nicht ungewöhnlich.
Die Erschütterungen wurden vor allem in der näheren Umgebung der Epizentren verspürt. Berichte sprechen von schwach wahrnehmbaren Bodenbewegungen auf Kasos und im östlichen Kreta. Auf Kreta wurden insbesondere in Sitia und Palekastro Erschütterungen mit einer schwachen Intensität von etwa MMI III angegeben; in Agios Nikolaos, Ierapetra und Heraklion war die Bewegung deutlich schwächer. Schäden oder Verletzte wurden nicht gemeldet.
Tektonisch liegt das Epizentrum in einer besonders komplex gegliederten Störungszone des Kreta-Kasos-Beckens, einem mehr als 50 Kilometer langen, SW-NE gestreckten Tiefseebecken zwischen Ostkreta und Kasos. Das Becken wird von großen SW-NE verlaufenden Randverwerfungen sowie untergeordneten SSW-NNE orientierten Störungen begrenzt und durch diese in mehrere, bis etwa 2.800 Meter tiefe Teilbecken gegliedert. Die Störungen stehen mit der großräumigen Tektonik des östlichen Hellenischen Bogens in Verbindung, wo die Afrikanische Platte unter die Ägäische Mikroplatte abtaucht, ein Prozess, der in der gesamten Region zu Spannungen in den Erdkrustensegmenten führt und Erdbeben auslöst.
Bei Kasos traten bereits früher deutlich stärkere Erdbebenserie auf. Eine der markantesten Erschütterungen stammte von einem Mw-6,1-Beben im Jahr 2015, das gleich durch verschiedene Bewegungen entlang komplexer Störungszonen entstand.










