Furnas: Alarmstufe am Vulkan auf den Azoren erhöht

Vulkanalarm am Furnas auf São Miguel (Azoren) wegen zunehmender Seismizität erhöht

Auf den Azoren hat die seismische Aktivität unter dem Vulkan Furnas deutlich zugenommen. Das zuständige seismovulkanologische Überwachungszentrum CIVISA erhöhte deshalb am 8. September den vulkanischen Alarmzustand für den Vulkan auf der Insel São Miguel auf V1. Die Maßnahme erfolgte nach einer Serie von Erdbeben, die sich im Bereich des Vulkans ereigneten.



Furnas

Besonders auffällig war ein Erdbeben der Magnitude 2,9, dessen Hypozentrum vier Kilometer west-südwestlich von Furnas lag. Laut dem EMSC hatte das Beben eine Magnitude von 3,0 und ein Hypozentrum in 4500 m Tiefe. Der Erdstoß wurde auf São Miguel deutlich wahrgenommen. Bereits zuvor hatte es schwache Erschütterungen gegeben. In den folgenden Tagen setzte sich die erhöhte Seismizität fort; Erdbebendaten weisen weiterhin mehrere Beben im Umfeld des Vulkans aus.

Die Alarmstufe V1 bedeutet allerdings nicht, dass unmittelbar ein Vulkanausbruch erwartet wird. Sie markiert eine Phase erhöhter vulkanischer Unruhe, in der die Überwachung intensiviert wird. Dabei wird nicht nur auf die Seismizität geachtet, sondern auch darauf, ob sich andere geophysikalische und geochemische Parameter wie Bodenverformung, Temperatur oder die Zusammensetzung vulkanischer Gase verändern.

Furnas gehört zu den aktivsten Vulkansystemen der Azoren. Der große Vulkan im Osten von São Miguel ist durch eine ausgedehnte Caldera mit einem See und ein stark ausgeprägtes hydrothermales System mit Fumarolen, heißen Quellen und Schlammbecken geprägt. Seine letzte historische Eruption ereignete sich 1630 und war explosiver Natur.

Furnas ist nicht der einzige unruhige Vulkan der Azoren: Mehrere Vulkansysteme stehen hier bereits unter erhöhter Beobachtung. Auf Terceira gilt für Santa Bárbara und das westliche Fissurensystem ebenfalls V1, während auf São Jorge das Manadas-Fissurensystem besonders überwacht wird.

Alaid: Kurilenvulkan eruptiert Aschewolke

Alaid auf den Kurilen: Vulkanasche zieht über den Pazifik

Auf der russischen Kurileninsel Atlasow ist der Vulkan Alaid am 10. September aktiv geworden und erzeugte offenbar eine Eruption, die vom zuständigen Vulkanobservatorium noch bestätigt werden muss. Das VAAC Tokyo registrierte anhand von Satellitendaten des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 eine mögliche Eruption. Gegen 01:10 UTC wurde eine Aschewolke beobachtet, die bis in etwa 3.000 Meter Höhe aufstieg. Um 02:10 UTC erstreckte sich die Wolke bereits mehrere Dutzend Kilometer östlich des Vulkans. Sie wurde mit einer Geschwindigkeit von 38 km/h Richtung Osten verfrachtet.

VONA

Der Alaid ist ein 2.285 Meter hoher Stratovulkan und bildet nahezu die gesamte unbewohnte Insel Atlasow im äußersten Norden der Kurilen. Die Insel liegt zwischen der Kamtschatka-Halbinsel und den übrigen Kurilen im Ochotskischen Meer. Der Alaid ist nicht nur der nördlichste, sondern auch einer der aktivsten Vulkane des Archipels und zählt zu den höchsten Vulkanen der Kurilen. Geologisch gehört er zum Kurilen-Kamtschatka-Inselbogen, der durch die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Okhotsk-Platte geprägt wird.

Der Vulkan ist vor allem für explosive Ausbrüche aus seinem Gipfelkrater bekannt, kann aber auch Lavaströme fördern. Bei der letzten größeren Eruption im Jahr 2022 kam es zu einer Kombination aus explosiver und effusiver Aktivität. Dabei wurden unter anderem zwei Lavaströme am Südhang des Vulkans beobachtet. Die Eruptionsphase dauerte vom September bis in den November 2022 und erzeugte wiederholt Aschewolken und thermische Anomalien.

Die VONA-Meldung von heute war die erste in diesem Jahr. Um 05:50 UTC wurde eine zweite Meldung veröffentlicht, mit der die Warnung aufgehoben wurde, weil die Aschewolke nicht länger nachweisbar war. Dennoch stellt die aktuelle Aschewolke einen Hinweis auf das Wiederaufleben der Aktivität nach mehreren Jahren relativer Ruhe dar.

Anak Krakatau: Insel vergrößerte sich durch Vulkanausbruch

Vulkanausbruch am Anak Krakatau vergrößerte die Insel – Boot mit Journalisten an Bord verschollen

Nach dem jüngsten Paroxysmus des Inselvulkans Anak Krakatau, der am 4. September begann, am Folgetag seinen Höhepunkt durchlebte und am 6. September abebbte, machten sich am Montag 5 Journalisten in einem Boot mit 3 Besatzungsmitgliedern auf den Weg zum Vulkan, um die Veränderungen dort zu dokumentieren. Ob sie es tatsächlich bis zum Vulkan schafften, ist nicht bekannt, denn der Kontakt zum Boot brach ab und es gilt samt Besatzung als vermisst. Auf Satellitenbildern erkennt man aber die umwälzenden Veränderungen, die der Vulkan durch die Eruption erfuhr.



In den Berichten zur Eruption des Anak Krakatau war bis jetzt ausschließlich die Rede von Lavafontänen und hoch aufsteigenden Aschewolken, die den Flugverkehr in der Region mehrere Tage lang zum Erliegen brachten. Nicht erwähnt wurde der Umstand, dass die Lavafontänen logischerweise Lavaströme speisten, die ins Meer flossen und die Insel um ein Lavadelta erweiterten. Entsprechendes kann man gut auf Fotos sehen, die kurz vor und nach dem Ausbruch vom Sentinel-2L-Satelliten geschossen wurden. Auf dem SWIR-Bild vom 8. September erkennt man noch eine ausgeprägte thermische Anomalie im Süden des Vulkans, die nicht nur den gesamten Kraterbereich einnimmt, sondern bis zum Meer hinabreicht. Insofern weist die Eruption Parallelen zum Ausbruch von 2018 auf, bei dem ebenfalls ungewöhnlich viel Lava gefördert wurde.

Neues Lavadelta am Krakatau. © Copernicus-Sentinel-2L

Ob die eingangs erwähnten verschollenen Journalisten Gelegenheit hatten, diese Veränderungen zu dokumentieren, ist bis jetzt ungewiss. Gewiss ist, dass sich an Bord des Speedbootes fünf Journalisten, zwei Besatzungsmitglieder und ein Guide befanden, die am Montag, 7. September, gegen 14 Uhr Ortszeit mit einem Speedboat von Pagedongan bei Carita an der Westküste Javas aus in See stachen. Der letzte bekannte Kontakt erfolgte am Nachmittag, als einer der Journalisten gegen 15 Uhr seine Position einem Kollegen mitteilte. Später meldete die Gruppe, dass sie die Gewässer des Anak Krakatau erreicht habe. Danach brach der Kontakt vollständig ab.

Besonders bemerkenswert ist, dass der Guide kurz vor dem Verschwinden noch ein Foto vom Vulkan verschickt haben soll. Damit gibt es zumindest einen visuellen Hinweis darauf, dass sich die Gruppe tatsächlich in unmittelbarer Nähe des Anak Krakatau befand.

Die Suche wurde inzwischen auf große Bereiche der Sundastraße ausgeweitet. Mehrere Schiffe von BASARNAS (Badan Nasional Pencarian dan Pertolongan), Marine, Polizei und Militär sind mit Unterstützung von Drohnen im Einsatz. Schwierige Wetterbedingungen mit hohen Wellen und schlechter Sicht erschweren die Operation.

Die ca. 50 Kilometer weite Fahrt zum Krakatau ist besonders bei rauer See abenteuerlich, zumal aus dem flachen Wasser Pfähle herausragen, an denen Fischer wohl Reusen befestigt haben oder die früher Fischereiplattformen trugen. Läuft man auf einen dieser Pfähle auf, schlägt ein kleineres Boot unweigerlich Leck. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass sich das Boot zu nahe dem Vulkan annäherte und von einer vulkanischen Bombe versenkt wurde. Die Behörden scheinen jedoch eher davon auszugehen, dass das Boot abgetrieben wurde oder einfach kenterte.

Der Anak Krakatau ist weiterhin aktiv und emittiert weiterhin Aschewolken, die bis zu 1500 m hoch aufsteigen. Während die Erdbebenaktivität gestern noch hoch war, hat sie in den letzten Stunden nachgelassen. Dennoch besteht das Risiko stärkerer Eruptionen.

Island: Interessante Erdbebentätigkeit auf Wochensicht

Interessante Erdbebentätigkeit auf Island – fast 400 Beben im Laufe einer Woche

Auf Island ist es aus seismischer Sicht nicht so ruhig, wie die mangelnde Berichterstattung der letzten Wochen vermuten lässt. Im Laufe der vergangenen sieben Tage manifestierten sich 397 lokalisierbare Erdbeben unter der von Vulkanismus und tektonischen Prozessen geprägten Insel im Nordatlantik, die sich über den Mittelatlantischen Rücken erhebt. Diese transkontinentale Dehnungszone ist der Hauptmotor der Erdbebentätigkeit, die allerdings gehäuft im Bereich der Zentralvulkane auftritt. Neu hinzugekommen sind Erdbeben im Bereich des nordisländischen Vulkans Krafla am Mývatn, dessen letzte Eruptionsphase gerne als Vergleich für die aktuelle Tätigkeit entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe herangezogen wird.

Island © IMO

In den vergangenen Tagen ereigneten sich im Krafla-Gebiet 18 Mikrobeben, die sich überwiegend südwestlich des Spaltenvulkans manifestierten. Dort befinden sich das Geothermalgebiet Námafjall sowie ein Geothermalkraftwerk. Die Hypozentren der Beben liegen mit 3 bis 4 Kilometern relativ flach, allerdings eigentlich zu tief, um eindeutig durch menschliche Aktivitäten verursacht worden zu sein. Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass die Beben mit dem Geothermalkraftwerk in Verbindung stehen. Andererseits könnten sie durch magmatische Fluide verursacht werden, die entlang von Störungszonen aufsteigen und das Spannungsfeld beeinflussen. Eine eindeutige Beben-Ursache lässt sich derzeit nicht bestimmen.

Erdbeben gibt es auch wieder gehäuft im Westen Islands, vor allem am Langjökull und am Grjótárvatn. Im Südwesten Islands bebte es praktisch an jedem der fünf großen Spaltensysteme auf Reykjanes, ausgenommen dem Bodenhebungsgebiet bei Svartsengi, wo nur vereinzelte Erdbeben registriert wurden, obwohl die Bodenhebung unverändert anhält.

Besonders auffällig sind zwei Bebencluster südöstlich und südwestlich des Kleifarvatns im Krýsuvík-System sowie ein Schwarmbeben bei Bláfjöll, über das ich bereits berichtet habe.

Weiter im Osten Islands setzte sich die Erdbebenaktivität unter Katla und Torfajökull, aber auch im Bereich des Vatnajökull fort. Die seismische Tätigkeit lässt zwar keine unmittelbaren Rückschlüsse auf bevorstehende Vulkanausbrüche zu, verdeutlicht aber, dass Island weiterhin sehr aktiv ist und dass sich mehrere Vulkansysteme auf Eruptionen vorbereiten könnten.

Campi Flegrei: 4,60 m Bodenhebung seit 1950

Erdbebentätigkeit der Campi Flegrei nimmt wieder zu – 4,60 m Bodenhebung seit Beginn des Bradyseismos

Nach einigen ruhigeren Tagen hat die Erdbebentätigkeit in den Campi Flegrei wieder angezogen. Seit dem 6. September wurden im Bereich der Caldera 17 schwache Erdbeben registriert. Besonders aktiv war der Abend des 7. September: Innerhalb von rund 40 Minuten ereigneten sich mehrere Beben, darunter ein Ereignis der Magnitude Md 1,7 in 2,6 Kilometern Tiefe sowie ein Beben Md 1,4 in 2,7 Kilometern Tiefe. Am 8. September folgten weitere Erschütterungen, darunter ein Beben Md 1,6 in 1,5 Kilometern Tiefe. Am 9. September wurden zwei weitere Beben der Magnitude Md 0,3 registriert.



Campi Flegrei. © INGV

Die aktuelle Aktivität manifestierte sich im Rahmen der seit 2005 anhaltenden Bodenhebungsphase. Das am 8. September veröffentlichte Wochenbulletin des Vesuv-Observatoriums des INGV zeigt, dass sich die übergeordneten Trends nicht verändert haben. Zwischen dem 31. August und 6. September wurden 18 Erdbeben registriert, davon 13 mit Magnituden ab Md 0,0. Das stärkste erreichte Md 1,6. Gleichzeitig hebt sich der Boden im Bereich der stärksten Deformation seit Anfang Februar mit durchschnittlich 10 Millimetern pro Monat.

An der GNSS-Station RITE in Pozzuoli summiert sich die korrigierte Bodenhebung seit Januar 2025 inzwischen auf etwa 31 Zentimeter. Der starke Erdbebenschwarm vom 31. Juli mit einem Beben der Magnitude 4,7 verursachte zwar messbare coseismische Sprünge in den Messreihen, änderte den langfristigen Trend der Bodenhebung jedoch nicht wesentlich. Mit „coseismisch“ ist gemeint, dass ein Sprung bzw. ein schlagartiger Bodenversatz parallel zum Erdbeben stattfand.

Wie groß die Dimensionen des Bradyseismus sind, wurde am Dienstag bei Anhörungen im italienischen Parlament deutlich. Der Vulkanologe und ehemalige Direktor des Osservatorio Vesuviano, Mauro Antonio Di Vito, erklärte, dass sich das Gebiet der Campi Flegrei seit 1950 insgesamt um 4,60 Meter gehoben habe, obwohl es zwischen den Hebungsphasen auch Senkungsphasen gab. Die Folgen seien besonders entlang der Küste sichtbar. Durch die langfristige Hebung hat sich das Verhältnis zwischen Land und Meer verändert; unter anderem kam es zu einem deutlichen Zurückweichen der Küstenlinie, was sich negativ auf den Hafen von Pozzuoli auswirkt, da das Wasser relativ gesehen immer flacher wird und große Schiffe kaum noch anlegen können. Di Vito betonte zudem, dass die Erdbeben nahezu ausschließlich mit der Bodenhebung zusammenhängen.

Die geophysikalische Entwicklung der Caldera und insbesondere das letzte starke Erdbeben vom 31. Juli hat eine politische Debatte über eine Sondergesetzgebung für die Campi Flegrei ausgelöst. Nach dem schweren Erdbeben fordern Kommunen und Bevölkerung dauerhafte Regelungen für Gebäudesicherheit, Evakuierungen, Entschädigungen und den Katastrophenschutz. Der Präsident der Region Kampanien, Roberto Fico, sprach sich ausdrücklich für ein spezielles Gesetz aus. Auch Innenminister Matteo Piantedosi erklärte, eine dauerhafte gesetzliche Regelung zur besonderen Situation der Campi Flegrei sei vorstellbar.

Bei einer Demonstration in Pozzuoli forderten Bürger zudem einen formellen Notstand und verlässliche langfristige Finanzmittel. Infolge der Krise sind inzwischen ca. 4000 Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben worden, da sie unbewohnbar wurden. Die regionale Politik drängt darauf, das derzeitige Notstandsdekret bei seiner Umwandlung in ein Gesetz deutlich zu erweitern. Vorgeschlagen wurden unter anderem Hilfen für beschädigte Gebäude, Unternehmen und Mieter sowie erleichterte Verfahren für Sicherungsmaßnahmen.

Dass sich die durch die Bodenhebungskrise verursachten Probleme in den Campi Flegrei von selbst auflösen, ist relativ unwahrscheinlich: Die geochemischen und geophysikalischen Messgrößen folgen den langjährigen Trends der Druck- und Temperaturbeaufschlagung des magmatischen und hydrothermalen Systems des Calderavulkans. Weitere Erdbeben mit Zerstörungspotenzial sind wahrscheinlich und langfristig betrachtet könnte es zu einem Vulkanausbruch kommen. Politische Lösungen sind daher zwingend erforderlich.

(Quellen: INGV, Fanpage.it, FB: „Quelli della zona rossa del vulcano Campi Flegrei“ )

Griechenland: Deutlich spürbares Erdbeben im Westen

Deutlich spürbares Erdbeben der Magnitude 4,5 erschüttert den West von Griechenland

Datum: 08.09.2026 | Zeit: 07:46:32 UTC | Koordinaten: 38.540 ; 21.360 | Tiefe: 18 km | Mb 4,5

Ein Erdbeben der Magnitude 4,5 hat am 8. September 2026 um 10:46 Uhr Ortszeit den Westen Griechenlands erschüttert. Nach Angaben des EMSC lag das Epizentrum 10 Kilometer südwestlich von Agrinio und 46 Kilometer nordwestlich von Patras. Das Hypozentrum wurde in 18 Kilometern Tiefe bestimmt. Der Erdstoß wurde von den Anwohnern der Region und darüber hinaus wahrgenommen. Größere Schäden entstanden nicht.


Griechenland. © EMSC

In der nahe gelegenen Stadt Agrinio wurde der Erdstoß besonders deutlich wahrgenommen. Mehrere Beobachter beschrieben ein kräftiges, teilweise mehrere Sekunden dauerndes Rütteln. In einem Fall sollen durch die Erschütterungen sogar Gegenstände aus einem Regal gefallen sein. Andere Bebenzeugen berichteten von einem einzelnen starken Stoß, der Gebäude und Fensterscheiben zum Klirren brachte.

Auch im gut 50 Kilometer entfernten Patras wurde das Beben registriert. Dort beschrieben Bewohner kurze, abrupte Erschütterungen; in einem Fall gerieten auf einem siebten Stockwerk Möbel in Bewegung. Wahrnehmungsmeldungen liegen außerdem aus Ithaka und dem 100 Kilometer entfernten Laganas auf Zakynthos vor.

Tektonisch betrachtet ereignete sich das Beben an einer Störung des Aetolia-Akarnania-Fault-Systems. Sie befindet sich in einer seismisch ausgesprochen aktiven Übergangszone am westlichen Ende des Korinth-Rifts, wo die Dehnungstektonik des Golfs von Korinth und komplexe Störungsbewegungen im Übergangsbereich zum Ionischen Raum aufeinandertreffen. Während im eigentlichen Rift vor allem ost-west-streichende Abschiebungen die Nord-Süd-Dehnung aufnehmen, treten westlich davon auch Blattverschiebungen auf. Studien zeigen insbesondere im Raum zwischen Patras und dem Trichonida-Becken eine komplizierte Kombination aus Abschiebungs- und Scherbewegungen, die immer wieder zu Erdbeben führen. So kam es im Jahr 2007 zu einem ausgeprägten Erdbebenschwarm nahe des Trichonis-Sees, dessen stärkste Erschütterungen bis in den Fünfer-Magnitudenbereich reichten.

Das Beben passt damit grundsätzlich zur aktiven Deformation Westgriechenlands. Mit Magnitude 4,5 war es deutlich spürbar, blieb aber weit unter der Größenordnung schwerer Schadensbeben.

Fuji: Starkregen löst Erdrutsch aus

Erdrutsch am Fuji begräbt drei Autos – Starkregen der Auslöser

Am japanischen Vulkan Mount Fuji hat Starkregen eines Tropensturms in der Nacht zum Mittwoch einen Erdrutsch ausgelöst. An der 5. Station (Fujinomiya-guchi) auf der Südseite des Vulkans rutschten in den frühen Morgenstunden größere Mengen Geröll aus Pyroklastika ab und erreichten den Parkplatz. Dabei wurden drei dort abgestellte Fahrzeuge von den Hangrutschmassen erfasst und teilweise verschüttet. Menschen kamen nach bisherigen Angaben nicht zu Schaden.

Fuji-Erdrutsch

Der Erdrutsch steht im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Starkregenlage, die derzeit weite Teile Japans betrifft und Unwetter mit sich bringt. Ursache ist vor allem Taifun Nr. 24 „Krovanh“, der zuvor über dem Pazifik unterwegs war. Obwohl der tropische Wirbelsturm nicht direkt über den Fuji zog, führten seine feuchten Luftmassen zusammen mit einer über Japan liegenden herbstlichen Regenfront zu ausgiebigen Niederschlägen. Die Wetterlage brachte seit Sonntag Überschwemmungen und Erdrutsche in mehreren Regionen. So ertrank in Fukushima eine Frau in einem überfluteten Fahrzeug; für mehrere Präfekturen gelten weiterhin hohe Warnstufen vor Erdrutschen.

Bemerkenswert ist die derzeit ungewöhnlich hohe Sturmaktivität im Westpazifik. Neben dem Taifun Krovanh sind auch zwei weitere Stürme – die Systeme Nr. 25 „Dujuan“ und Nr. 26 „Surigae“ – aktiv. Damit sind gegenwärtig drei tropische Systeme im westlichen Pazifik vorhanden. Allerdings handelt es sich nicht bei allen drei gleichzeitig um Taifune im meteorologischen Sinn, sondern sie entsprechen der Kategorie Tropenstürme.

Der vom Hangrutsch betroffene Mount Fuji ist mit 3776 Metern Höhe der höchste Berg Japans und ein aktiver Stratovulkan. Sein letzter Ausbruch ereignete sich am Anfang des 18. Jahrhunderts während der Hōei-Eruption. Der Erdrutsch manifestierte sich nicht weit unterhalb der Gipfelregion auf etwa 2400 Metern Höhe. Sie ist der höchstgelegene Ausgangspunkt der vier offiziellen Fuji-Aufstiegsrouten.

Anak Krakatau: Gefahr weiterer Paroxysmen groß

Weitere Explosionen und Erdbeben am Anak Krakatau – Gefahr weiterer Paroxysmen ist hoch

Am indonesischen Inselvulkan Anak Krakatau hat sich die eruptive Tätigkeit nach dem großen Ausbruch vom vergangenen Wochenende deutlich abgeschwächt, ist aber keineswegs beendet. Nachdem das VSI am Montag keine weiteren Explosionen registrierte, setzten in der Nacht zum Dienstag, dem 8. September, wieder Explosionen ein. Sie ereigneten sich um 05:08, 05:34, 07:49, 11:34 und 17:56 Uhr Ortszeit. Die dabei aufgezeichneten seismischen Signale erreichten Amplituden von 44 bis 54 Millimetern und dauerten bis zu 31 Sekunden. Aschewolken stiegen bis auf 2100 m Höhe. Außerdem ist die vulkanisch bedingte Erdbebentätigkeit erhöht, so dass ich weitere Paroxysmen für möglich halte.



Anak Krakatau

Bevor die Eruptionen heute wieder einsetzten, wurde zuletzt am 6. September eine 44 Sekunden dauernde Eruption mit einer maximalen Amplitude von 58 Millimetern vom VSI registriert. Dennoch meldete das VAAC Darwin weiterhin Vulkanasche in der hohen Atmosphäre.

Heute registrierte das VAAC Darwin eine Aschewolke, die bis auf eine Höhe von 2100 m aufgestiegen ist und nach Süden driftete. Damit liegt die aktuelle Aktivität weit unter dem großen Paroxysmus vom 4./5. September, bei dem Asche bis in etwa 15 Kilometer Höhe gelangte. Interessant wird die Einschätzung des VSI des Paroxysmus sein. Mehrere Social-Media-Autoren bezeichneten den Paroxysmus als die stärkste Eruption seit der Katastrophe von 1883. Eine Einschätzung, die ich nicht teile. Dieser Superlativ wird wahrscheinlich weiterhin vom Ausbruch vom 22. Dezember 2018 gehalten, als es zum Flankenkollaps kam, der einen Tsunami auslöste. Die Aschewolke erreichte damals eine Höhe von 18 Kilometern. Der Ausbruch wurde mit einem VEI 4 klassifiziert, während ich den Paroxysmus vom 4. bis 5. September mit einem VEI 3 einschätze. Solche Eruptionen kam in der Geschichte von Anak Krakatau erst 2 Mal vor.

Dass es weitere Paroxysmen geben könnte, ist an der immer noch deutlich erhöhten Seismizität abzulesen. Am 7. September wurden unter anderem 61 niederfrequente Beben, 89 Hybridbeben, 26 harmonische Tremore sowie neun tiefe vulkanische Erdbeben registriert. Das spricht für anhaltende Magmabewegung und Druckschwankungen im vulkanischen Fördersystem.

Entspannung gibt es inzwischen immerhin im Luftverkehr. Von den zunächst acht wegen Vulkanasche geschlossenen Flughäfen haben fünf wieder geöffnet. Dazu gehört auch der wichtige Soekarno-Hatta International Airport bei Jakarta, der am Dienstag den Betrieb wieder aufnahm. Die Wiederaufnahme erfolgt allerdings schrittweise, so dass der reguläre Flugbetrieb nur langsam ins Rollen kommt.

Quellen: VAAC Darwin, VSI/MAGMA, GVP, Studie: https://doi.org/10.1016/j.epsl.2021.117332

Sakurajima: Neue Eruption am 8. September 2026

Sakurajima setzt Eruptionen nach kurzer Pause fort – Asche in 2400 m Höhe detektiert

Am japanischen Vulkan Sakurajima hat sich die eruptive Aktivität am 8. September in einer weiteren Ascheeruption manifestiert. Nach Angaben des japanischen Wetterdienstes JMA – der auch für Naturereignisse wie Erdbeben und Vulkanausbrüche zuständig ist – begann der Ausbruch am 8. September um 12:46 Uhr Ortszeit (03:46 UTC) am Minamidake-Gipfelkrater. Eine Aschewolke stieg dabei bis auf etwa 1.300 Meter über dem Krater auf und wurde vom Wind in südliche Richtung verfrachtet.

Sakurajima

Das VAAC Tokyo registrierte die Eruption ebenfalls. In seinem aktuellen Vulkanausbruchsbericht wird eine Aschewolke angegeben, die bis zu einer Flughöhe von FL080 aufgestiegen ist, was etwa 2.400 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Zum Zeitpunkt der Satellitenbeobachtung um 03:50 UTC war die Aschewolke in den Himawari-9-Daten allerdings bereits nicht mehr eindeutig identifizierbar. Wegen der schlechten Erkennbarkeit wurde keine weitere Aschewolkenprognose erstellt.

Der Ausbruch von Vulkanasche war allerdings auf Livecam-Aufnahmen zu sehen: Die Aschewolke schob sich bei relativ starkem Wind aus dem Krater und wurde direkt vom Wind erfasst, weswegen die Asche schnell verdriftete. Zusätzlich mischte sie sich unter Wetterwolken, was erklärt, warum sie auf den Satellitenbildern nur bedingt auftauchte.

Die Eruption ereignete sich im Rahmen der moderaten Aktivitätsphase der letzten Woche. Im jüngsten JMA-Lagebericht wurden zwischen dem 4. und 7. September mehrfach kleine Eruptionen am Minamidake beobachtet, die keine VONA-Warnungen beim VAAC Tokyo auslösten. Die letzte Warnung vor der aktuellen stammte vom 2. September. Am Showa-Krater wurden dagegen weder Eruptionen noch Rotglut festgestellt. Vulkanische Erdbeben treten derzeit nur selten auf, während vulkanischer Tremor gelegentlich registriert wird.

Gleichzeitig gibt es Hinweise auf eine anhaltende Magmazufuhr in der Tiefe. GNSS-Messungen zeigen seit etwa Mai eine leichte Verlängerung einiger Messlinien auf Sakurajima, was auf eine Ausdehnung des Vulkankörpers hindeutet. Auch im Untergrund der Aira-Caldera wird eine langfristige Ausdehnung beobachtet. Nach Einschätzung der JMA sammelt sich dort weiterhin Magma an. Zudem ist die Freisetzung von Schwefeldioxid allgemein hoch.

Die Vulkanwarnstufe 3 bleibt bestehen. Im Umkreis von etwa 2 Kilometern um die Gipfelkrater muss weiterhin mit ballistischen Gesteinsbrocken und pyroklastischen Strömen und – bei Regen – mit Laharen gerechnet werden.