Kilauea: Neue Spaltenöffnung am Kraterrand

Neuer Lavastrom quillt aus Spalte am Kraterrand – Bericht der Vulkanologen steht aus

Am Kilauea auf Hawaii wartet man weiterhin mit Spannung auf die Lavafontänen-Episode Nr. 55, mit der man eigentlich schon vor fast einer Woche gerechnet hatte, die bislang jedoch ausblieb. Während die inflationsbedingte Bodenhebung signifikante Schwankungen aufwies, nahm sie in den letzten Tagen langsam, aber kontinuierlich zu, sodass neue Höchstwerte von 16µrad Hangneigungsänderung erreicht wurden. Nun legen Webcam-Aufnahmen und Meldungen von Beobachtern vor Ort nahe, dass sich am Südrand des Halema’uma’u-Kraters und etwas abseits der drei bekannten Schlote ein neuer Riss geöffnet hat, aus dem ein keiner Lavastrom austritt.



Kilauea

In den sozialen Medien wurden Aufnahmen eines kleinen Lavafalls geteilt, der über den Rand des Halema’uma’u-Kraters stürzt und aus einem Riss stammt, die sich in der Kraterwand gebildet hat. Die Livecams des HVO sind leider gerade alle auf die bekannten Förderschlote ausgerichtet, und ein Überblick über den gesamten Kraterbereich fehlt, sodass es derzeit nicht möglich ist, die Berichte und Aufnahmen unabhängig zu verifizieren. Da es auf Hawaii Nacht ist, fehlen zudem aktuelle Updates der Vulkanologen des HVO. Allerdings gelang es der Thermalkamera F1 am Westrand des Kraters, die thermische Signatur eines Lavastroms einzufangen, der sich vom Rand her in das Bild schiebt. Insofern könnten Aufnahmen und Berichte über eine neue Eruptionsstelle authentisch sein.

Der Vulkanausbruch ist bislang nur schwach und fördert vergleichsweise wenig Lava. Zudem ist unklar, ob der Lavastrom weiterhin gespeist wird. Die Bodenhebung schwächte sich nur wenig ab, allerdings wurde offenbar etwas „Druck aus dem Kessel“ genommen, wodurch sich das Lavaspattering aus dem bekannten Nordschlot abschwächte.

Inwiefern sich diese Entwicklung auf die erwartete Episode 55 auswirkt, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Die Eruption auf einem Höhenniveau, das wahrscheinlich oberhalb der drei bekannten Schlote liegt, legt jedoch nahe, dass sich im Fördersystem oder bei der Entwicklung des Magmas etwas verändert haben könnte. Möglicherweise verschiebt sich dadurch der Lavafontänenzyklus weiter oder wird sogar nachhaltig unterbrochen. In diesem Fall dürften sich zeitnah neue Eruptionsaktivitäten entwickeln, denn eines steht fest: Der Kilauea ist geladen!

Ätna: Flughafen in Catania bleibt geschlossen

Anhaltende Ascheemissionen am Ätna – Flughafen Catania bleibt vorerst geschlossen

Am Ätna auf Sizilien dauern die schwachen Ascheemissionen an. Obwohl die Aktivität vergleichsweise gering ist und sich die Aschewolke rasch auflöst, bleiben die Emissionen für den Flugverkehr relevant. So verlängerte der Flughafen Catania am Dienstag die Sperrung der Luftraumsektoren B3 und C1. Nach Angaben des Flughafens sollen die Flugoperationen voraussichtlich bis mindestens 14:30 Uhr Ortszeit ausgesetzt bleiben. Danach wird entschieden, ob der Flughafen öffnet oder weiter gesperrt bleibt. Reisende wurden aufgefordert, sich vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Airline über den aktuellen Flugstatus zu informieren.



Die anhaltenden Einschränkungen sorgen auf Sizilien für Verkehrsprobleme, da viele Flüge entweder ersatzlos gestrichen wurden oder auf andere Flughäfen umgeleitet wurden. Unter den Betroffenen waren am Montag auch zahlreiche Urlauber aus Bayern, die nach dem Ende ihres Urlaubs die Heimreise antreten wollten. In Bayern enden heute die Sommerferien, sodass sich die Beeinträchtigungen des Flugverkehrs für Rückreisende zeitlich besonders ungünstig auswirken.

Das VAAC Toulouse geht davon aus, dass die Ascheemission seit dem Beginn der jüngsten Emissionsphase am 14. September gegen 02:40 Uhr UTC weiter anhält. Satellitendaten konnten am Dienstagmorgen allerdings keine eindeutig erkennbare Aschewolke ausmachen. Auf Livecam-Aufnahmen waren sie allerdings noch sichtbar. Jetzt am Vormittag sind Wolken aufgezogen, dennoch kann man die Asche zeitweise noch erahnen. Nach Einschätzung des VAAC zieht die Asche nach Süden und löst sich aufgrund der geringen Emissionsrate schnell auf.

Eine VONA-Meldung des Ätna-Vulkanobservatoriums bestätigte am Montag die anhaltende Ascheemission. Die Höhe der Vulkanwolke wurde anhand von Überwachungskameras auf etwa 4000 Meter über dem Gipfel geschätzt. Auch thermische Kameras registrierten das Phänomen. Der VONA-Flugfarbencode steht weiterhin auf Rot, nachdem zuvor die Warnstufe Orange gegolten hatte.

Von Interesse ist auch der Umstand, dass gestern auf Nachtaufnahmen zwei rote Spots im Gipfelbereich des Südostkraters auszumachen waren. Es handelt sich um die erste Rotglut an diesem Kraterkegel seit Monaten. Möglich, dass sich die Eruptionen demnächst ausweiten. Dafür spricht auch die großflächige Ausdehnung der Tremorquellen. Die Tremoramplitude ist in den letzten Stunden bis in den niedrigen gelben Bereich gestiegen.

Am Montag wurde auch ein weiteres Erdbeben im Bereich der Nordostflanke des Ätna registriert. Das Beben ereignete sich in nur etwa 170 Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel gut 1,6 Kilometer südöstlich des Monte Nero und erreichte eine Magnitude von 2,3. Das Epizentrum liegt im Bereich der Pernicana-Störung, einer tektonisch aktiven Störungszone an der Nordostflanke des Vulkans. Erdbeben hier werden häufig durch fluidbedingte Spannungsänderungen ausgelöst, die auf Magmaaufstieg hindeuten können.

Rincón de la Vieja: Weitere phreatische Eruptionen im September

Rincón de la Vieja bleibt aktiv: Mehr als 200 phreatische Eruptionen seit Juli

Am costa-ricanischen Vulkan Rincón de la Vieja gehen die phreatischen Eruptionen weiter. Die jüngste Dampfexplosion ereignete sich am 14. September um 11:56 Uhr Ortszeit und wurde von den OVISCOR-Vulkanologen als mittelstark eingestuft. Die Explosion wurde anhand von seismischen und Infraschallmessungen registriert. Die Höhe der Eruptionswolke konnte aufgrund von Bewölkung nicht bestimmt werden. Berichte über Ascheniederschlag oder Lahare liegen nicht vor.

Damit setzt der Rincon de la Vieja seine außerordentlich hohe phreatische Aktivität fort: Seit dem 2. Juli wurden insgesamt mehr als 200 phreatische Eruptionen registriert. Genau summiert sich die Zahl inzwischen auf 212 Ereignisse. Die meisten Explosionen sind von geringer Stärke, doch acht Eruptionen lösten Lahare aus, die über Flüsse an der Nordflanke des Vulkans abgingen. Der stärkste dieser Schlammströme wurde am 31. August beobachtet.

Signale der phreatischen Eruption. © OVISCORI

Auch in der vergangenen Woche blieb der Vulkan ausgesprochen aktiv. OVSICORI registrierte 57 Eruptionen, darunter drei mit moderater akustischer Energie. Die meisten Ereignisse waren allerdings schwach. Am 6. September verursachte eine stärkere Eruption einen sogenannten syn-eruptiven Lahar. Weitere, sekundäre Lahare gingen am 5. und 6. September nach starken Regenfällen ab.

Interessant ist die Entwicklung der seismischen Aktivität, die darauf hindeutet, dass sich magmatische Fluide unter dem Vulkan bewegen. Der niederfrequente Hintergrundtremor nimmt insgesamt ab, während gleichzeitig mehr Erdbeben mit langen Perioden registriert werden. Am 11. September wurden 16 dieser Ereignisse aufgezeichnet.

Die Gasemissionen bleiben ebenfalls erhöht. Der durchschnittliche Schwefeldioxid-Ausstoß lag zuletzt bei 293 Tonnen pro Tag, mit einem Spitzenwert von 3586 Tonnen. So hohe Werte kommen an Vulkanen für gewöhnlich nur vor, wenn Magma hoch in einem offenen Fördersystem steht. Die Werte liegen weiterhin deutlich über der seit Mitte Juni erhöhten Basislinie.

Dem scheint zu widersprechen, dass geodätische Messungen eine Kontraktion des Gipfelbereichs zeigen und auf längerer Zeitskala eine Absenkung des Vulkangebäudes. Doch nach den jüngsten Studien muss eine Subsidenz nicht gleichbedeutend mit einer Deflation des Magmasystems sein.

OVSICORI schließt weitere moderate Eruptionen nicht aus. Die wichtige Frage, ob hiermit phreatische Eruptionen gemeint sind oder ob die Vulkanologen Hinweise auf aufsteigendes Magma sehen, das eine magmatische Eruption auslösen könnte, bleibt unklar.

Aufgrund der anhaltenden Eruptionen und der erhöhten Gasemissionen hält OVSICORI die Alarmstufe 3 (Vorsicht) aufrecht. Weitere, auch stärkere phreatische Eruptionen können nicht ausgeschlossen werden.

Merapi: Anhaltendes Domwachstum bestätigt

Merapi bleibt auf Alarmstufe 3 – Lavadom wächst weiter

Am indonesischen Vulkan Merapi hält die effusive Eruption mit hoher Aktivität an. Der 2.968 Meter hohe Vulkan auf Java steht weiterhin auf Alarmstufe „3“ bzw. „Orange“. Messungen des BPPTKG zeigen, dass die Magmazufuhr anhält, der Dom wächst und damit weiterhin die Gefahr von Lavaabbrüchen und pyroklastischen Strömen besteht.

Merapi (Archiv)

Besonders deutlich wird die Aktivität an den beiden Lavadomen im Gipfelbereich. Bei einem Drohnen-Observierungsflug wurde am 9. September festgestellt, dass das Volumen des Südwestdoms innerhalb einer Woche um 10.300 Kubikmeter angewachsen ist und nun 4,174 Millionen Kubikmeter beträgt. Der Dom in der Kratermitte konnte wegen der Dampfentwicklung nicht vollständig vermessen werden. Sein Volumen wurde deshalb unverändert mit 2,370 Millionen Kubikmetern angesetzt. Thermalkameras ermittelten am Südwestdom Temperaturen bis 331,7 Grad Celsius, am zentralen Dom wurden maximal 315,9 Grad gemessen. Die hohen Wärmeemissionen zeigen, dass beide Dome als aktiv eingestuft werden müssen.

Auch die Abgänge von glühenden Schuttströmen gehen weiter. Zwischen dem 4. und 10. September wurden 18 Abgänge in Richtung des Oberlaufs des Krasak und weitere 29 in Richtung Kali Sat/Putih registriert. Die längsten Laufstrecken betrugen 1,8 beziehungsweise 2 Kilometer. Am 14. September wurden weitere acht Lavaabgänge zum Kali Sat/Putih beobachtet, ebenfalls mit einer maximalen Reichweite von 2 Kilometern.

Die Seismizität bleibt ebenfalls hoch. Allein am 14. September registrierte das Überwachungsnetz 96 Abgangsbeben und 66 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben. Hinzu kamen drei flache vulkanotektonische Beben und drei tektonische Fernbeben. Die zahlreichen Hybridbeben gelten als Hinweis auf anhaltende magmatische Prozesse im Inneren des Vulkans.

Trotz der anhaltenden Aktivität zeigte die Deformation in der ersten Septemberwoche keine signifikanten Veränderungen. Das BPPTKG bewertet die Eruption weiterhin als effusiv und warnt vor Lavaabgängen und pyroklastischen Strömen, insbesondere im Süden bis Südwesten. Gefährdet sind unter anderem die Flusstäler Boyong, Bedog, Krasak und Bebeng sowie im Südosten Woro und Gendol. Bei Regen steigt zudem die Gefahr von Laharen. Die Sperrzone mit einem Radius von bis zu 7 Kilometern um den Krater wird aufrechterhalten.

Fünf indonesische Vulkane auf Alarmstufe „3“

In Indonesien stehen derzeit insgesamt 5 Vulkane auf Alarmstufe „3“. Neben dem Merapi sind dies Anak Krakatau, Lewotobi Lakilaki, Semeru und Sinabung. Der Anak Krakatau, der uns Anfang September in Atem hielt, ist inzwischen seismisch als auch eruptiv ruhiger geworden, dennoch könnte sich das bald wieder ändern.

Nyiragongo: Studie zur Subsidenz während Lavasee-Phase

Kraterboden des Nyiragongo sank ab – Subsidenz ist nicht zwingend ein Hinweis auf Deflation

Der Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo gehört zu den ungewöhnlichsten Vulkanen der Erde. In seinem Gipfelkrater kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zur Bildung eines Lavasees, der sich alle paar Jahre in einer großen Flankeneruption entleert, nur um sich nach einiger Zeit neu zu bilden. Zuletzt lief der Lavasee im Jahr 2021 ab. In den letzten Monaten bildete sich ein neuer Lavasee. Eine neue Studie im Bulletin of Volcanology zeigt nun, dass eine starke Absenkung des Kraterbodens zwischen 2012 und 2016 wahrscheinlich nicht durch eine Entleerung des Magmareservoirs verursacht wurde. Stattdessen spielte vermutlich die Abkühlung und Komprimierung von Lavaablagerungen eine entscheidende Rolle.


Kratersee Nyiragongo

Die Wissenschaftler um Arthur Wan Ki Lo von der Pennsylvania State University untersuchten die Deformation des Kraters mithilfe hochauflösender Radarinterferometrie (InSAR). Dabei wurde eine kontinuierliche Absenkung des Kraterbodens von durchschnittlich etwa 39 Zentimetern pro Jahr festgestellt. Modellrechnungen ließen zunächst auf eine Deflation einer flachen, etwa 90 Meter tief liegenden Struktur eines möglichen Sills schließen. Die Autoren stellen aber klar, dass daraus nicht auf eine tatsächlich existierende oder sich entleerende Magmaintrusion geschlossen werden kann. Zwar passte ein sich entleerender Sill zum mathematischen Modell der Subsidenz (Absenkung), doch die anderen Parameter vulkansicher Beobachtungen und geophysikalischer Messdaten passten nicht dazu.

Vielmehr halten die Forscher einen thermischen Prozess für die gemessene Absenkung verantwortlich. Seit der großen Flankeneruption von 2002 hatten sich durch Lavaüberäufe des Lavasees im Krater zahlreiche dicke Lavaschichten abgelagert. Beim Abkühlen ziehen sich diese zusammen und verdichten sich. Die dadurch entstehende Volumenabnahme kann eine entsprechende Absenkung der Oberfläche verursachen. Die Studie zeigt damit, dass vulkanische Deformation nicht zwangsläufig ein direktes Abbild von Vorgängen im Magmareservoir ist. Ähnliches erleben wir derzeit am Vesuv, wo es eine leichte Subsidenz und Erdbeben infolge der Abkühlung einer Schlotfüllung gibt.

Nach dem Untersuchungszeitraum entwickelte sich der Nyiragongo allerdings weiter. Im Februar 2016 entstand im Krater ein neuer aktiver Spatterkegel beziehungsweise ein Hornito auf der Terrasse über dem Lavasee. Die Lavaaktivität setzte sich anschließend über Jahre fort. Im Mai 2021 kam es zu einer erneuten und äußerst gefährlichen Flankeneruption. Lavaströme traten aus Spalten an den Flanken aus und bewegten sich in Richtung der Stadt Goma und richteten Zerstörungen in vorgelagerten Siedlungen an. Die Eruption zeigte erneut, wie schnell sich das Gefahrenbild des Nyiragongo verändern kann.


Nach der Eruption kehrte die Lava relativ schnell in den Gipfelkrater zurück. Bereits im September 2021 wurden wieder thermische Anomalien beobachtet. Ende 2021 kam es zu Lavafontänen und Kollapsereignissen an aktiven Schloten; anschließend entwickelte sich erneut eine Lavaansammlung. Auch 2022 und 2023 wurde anhaltende Lavaaktivität im Krater registriert. Im Sommer 2023 breitete sich Lava über größere Bereiche des Kraterbodens aus. Von Ende 2023 bis Frühjahr 2024 nahm die thermische Aktivität erneut deutlich zu. Satellitenbilder zeigten im April und Mai 2024 wieder helle Lavaflächen und starke thermische Anomalien.

Aktuell zeigt der Nyiragongo weiterhin eine ausgeprägte thermische Signatur: Auf einer aktuellen SWIR-Aufnahme ist eine nahezu 200 Meter durchmessende thermische Anomalie im Krater erkennbar. Das spricht für eine starke Wärmequelle und stammt wahrscheinlich von einem neuen Lavasee. Die Größe der thermischen Anomalie entspricht allerdings nicht zwangsläufig der tatsächlichen Größe eines offenen Lavasees.

Die Studie liefert damit einen wichtigen Hinweis für die Überwachung des Nyiragongo: Eine starke Kraterdeformation allein reicht nicht aus, um Veränderungen des Magmasystems zu diagnostizieren. Erst die Kombination aus Deformation, Seismizität, Gasemissionen und thermischen Beobachtungen erlaubt eine zuverlässigere Einschätzung der Aktivität.

(Quelle: Wan Ki Lo, A., Wauthier, C., Smets, B., d’Oreye, N., Barrière, J. & Samsonov, S. (2026): Imaging and modeling crater floor subsidence at Nyiragongo Volcano, DRC. Bulletin of Volcanology, 88, 112. DOI: 10.1007/s00445-026-02041-0. Veröffentlicht am 5. September 2026.)

Ätna: Flugbetrieb in Catania eingeschränkt

Ätna-Asche legt Flughafen Catania lahm – Einschränkung gilt zunächst bis 16 Uhr

Bereits heute Morgen habe ich über die gesteigerte Aktivität des Ätnas berichtet und darüber, dass der Alarmcode für den Flugverkehr bereits in den frühen Morgenstunden auf „Rot“ erhöht wurde. Kurz nachdem ich meinen Bericht veröffentlicht hatte, gab es möglicherweise eine weitere Aktivitätssteigerung, weswegen der Flughafen Catania-Fontanarossa den Luftraumsektor C1 für ankommende Flüge sperrte. Der Flugbetrieb wurde stark eingeschränkt. Zunächst wurden die Ankünfte bis 16 Uhr Ortszeit ausgesetzt, zahlreiche Maschinen wurden auf andere Flughäfen wie Palermo umgeleitet.



Flughafen Catania. © Leroy Szeglat

Nach Angaben des Toulouse Volcanic Ash Advisory Centre begann die aktuelle Eruptionsphase bereits um 02:40 UTC (04:40 Uhr MESZ). Um 04:52 UTC wurde für den Ätna die höchste Luftfahrt-Warnstufe Rot ausgegeben. Satellitenbilder und Kameras des INGV zeigten eine Aschewolke, die bis in etwa 4 Kilometer Höhe aufstieg. Die Wolke bewegte sich mit 18 km/h nach Südosten und damit in Richtung des Großraums Catania.

Das VAAC beschrieb die Aschefahne allerdings als relativ dünn und rasch zerfallend. Aufgrund der geringen Intensität wurden keine quantitativen Ascheprognosen ausgegeben. Dennoch kam es zu der beschriebenen Einschränkung des Flugverkehrs, da die feinen Aschepartikel in Triebwerke gelangen können, dort schmelzen und anschließend wieder erstarren. Im Extremfall kann dies zu einem Triebwerksausfall führen.

Die Betreibergesellschaft SAC schloss deshalb den Luftraumsektor C1. Die Maßnahme trat am Vormittag in Kraft und führte zur Einstellung sämtlicher Ankünfte bis zunächst 16 Uhr. Bereits mehrere Flüge wurden nach Palermo umgeleitet; weitere Maschinen wichen auf andere sizilianische Flughäfen aus.

Die jüngste VONA-Warnung vom VAAC Toulouse konnte um 10:00 UTC (12:00 MESZ) keine Asche mehr auf Satellitenaufnahmen ausmachen und hob die Warnung auf. Die Chancen stehen gut, dass der Flughafen die Sperrung ab 16 Uhr aufhebt. Dennoch sollten sich Flugreisende zuvor erkundigen, ob ihre Flüge stattfinden werden.

Die Sperrung zeigt die besondere Verwundbarkeit des Flughafens Catania gegenüber Ascheemissionen des Ätna. Schon während der intensiven vulkanischen Aktivität im August war der Flugbetrieb mehrfach eingeschränkt worden und kam über mehrere Tage hinweg zum Erliegen. Die weitere Entwicklung hängt nun vor allem von der Stärke der Ascheemission und der Windrichtung ab.

Kilauea: Intensives Lavaspattering aus dem Nordschlot

Kilauea: Erdbeben MB 4,1 unter Südflanke – Lavafontänen-Episode 55 lässt weiter auf sich warten

Am Kilauea auf Hawaii verharrt die vulkanische Aktivität auf dem Niveau einer Vorläuferphase, der seit Tagen erwarteten Lavafontänen-Episode 55. Dabei wird die Aktivität inzwischen von intensivem Lavaspattering aus dem Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters dominiert, während die Lavastromtätigkeit abgenommen hat. Und das, obwohl die Bodenhebung wieder von Inflation bestimmt wird, die einen neuen Rekordwert für die aktuelle Eruptionspahse erreicht hat. Der Vulkan steht weiterhin auf Alarmstufe WATCH, der Flugfarbencode lautet ORANGE.

Lavaspattering. © HVO

Am Sonntagabend nahm das Spattering am Nordschlot deutlich zu. Gegen 18:30 Uhr Ortszeit wurden nahezu kontinuierliche Spratzerauswürfe beobachtet, wobei größere Fontänen Höhen von etwa 10 bis 20 Metern erreichten. Bereits zuvor war an den drei Schloten Glühen beobachtet worden. Das anhaltende Tremorsignal deutet darauf hin, dass Magma weiterhin sehr oberflächennah im Fördersystem steht.

Gleichzeitig setzt sich die Inflation des Gipfelbereichs fort. Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory hat das UWD-Tiltmeter seit dem Ende der letzten Lavafontänen-Episode am 25. August einen Anstieg von insgesamt etwa 15 Mikroradian registriert. Damit liegt die Bodenhebung mehrere Mikroradian über dem Wert, der vor Beginn der Episode 54 erreicht worden war. Die Magmakammer unter dem Gipfelbereich hat somit inzwischen offenbar erheblichen Druck aufgebaut, dennoch scheint der richtige Anstoß zu fehlen, um mit einer paroxysmusartigen neuen Lavafontänen-Episode durchzustarten.

Bodenhebung geht weiter. © HVO

Seit dem 7. September wurden insgesamt 104 präparatorische Lavaüberläufe am Nordschlot registriert. Diese Aktivität gilt normalerweise als Vorläufer einer neuen Fontänenphase. Nachdem das Prognosefenster für Episode 55 mehrfach verschoben wurde und die Eruption nun für den 13. oder 14. September erwartet wird, ist inzwischen unklar, wann genau die Eruption einsetzen wird. Das HVO betont, dass die bisherigen Modelle zur Vorhersage anhand der Bodenhebung nicht mehr zuverlässig funktionieren.

Zusätzliche seismische Aktivität wurde am Sonntag durch ein Magnitude-4,1-Erdbeben unter der Südflanke des Kilauea registriert. Das Hypozentrum lag in 13 Kilometern Tiefe, etwa fünf Kilometer südlich von Pāhala. Das Beben wurde laut HVO nicht mit der laufenden Eruption in Verbindung gebracht. Es steht vielmehr im Zusammenhang mit der regionalen tektonischen Aktivität im Bereich der Südflanke des Vulkans.

Trotz des Bebens und der weiterhin hohen Inflation bleibt die erwartete Episode 55 somit aus. Die Kombination aus oberflächennahem Magma, kontinuierlichem Tremor, Spattering und zunehmender Bodenhebung spricht jedoch dafür, dass eine neue Phase intensiver Lavafontänen weiterhin unmittelbar bevorstehen kann.

Sakurajima eruptiert auch am 14. September Vulkanasche

Sakurajima eruptiert heute erneut und verursacht Aschefall im Norden von Kagoshima

Am japanischen Vulkan Sakurajima ist die Aktivität weiterhin erhöht. Am 14. September 2026 kam es zu einer weiteren Eruption am Minamidake-Gipfelkrater. Nach Angaben des JMA begann der Ausbruch um 14:25 Uhr Ortszeit (05:25 UTC). Die Aschewolke stieg dabei bis auf etwa 2500 Meter über dem Krater auf und wurde anschließend in nördliche Richtung verfrachtet. Das VAAC Tokio veröffentlichte eine VONA-Warnung, nach der die Aschewolke bis auf FL 120 aufstieg, was einer Höhe von 3650 m über dem Meer entspricht.



Sakurajima

Für die Stadt Kagoshima, insbesondere den Bereich der Sakurajima-Halbinsel in der Bucht von Kagoshima, wurde kurzfristig mäßig starker Aschefall vorhergesagt. Innerhalb einer Stunde konnten dort zwischen 0,1 und 1 Millimeter Vulkanasche niedergehen. Die Asche wurde in Richtung Aira-Stadt und Kajiki verfrachtet. Autofahrer wurden vor eingeschränkter Sicht und rutschigen Straßen gewarnt.

Im Umfeld des Gipfelkraters besteht zudem die Gefahr, dass kleinere vulkanische Bomben und Gesteinsbrocken bis etwa einen Kilometer weit ausgeworfen werden. Größere ballistische Geschosse wurden bei den jüngsten Eruptionen bis zu 600 Meter weit ausgestoßen. Die japanischen Behörden halten deshalb die Vulkanwarnstufe 3 mit Zugangsbeschränkungen aufrecht. Im Bereich von etwa zwei Kilometern um die Gipfelkrater muss mit größeren Gesteinsbrocken und pyroklastischen Strömen gerechnet werden.

Zwischen dem 11. und 14. September wurden insgesamt 25 Eruptionen am Minamidake registriert. Der Showa-Krater blieb dagegen ohne Eruptionen oder beobachtete Glüherscheinungen. Anders verheilt es sich am Gipfelkrater, wo nachts ein deutliches Glühen dokumentiert werden konnte. Vulkanische Erdbeben treten derzeit nur selten auf, während explosionsbedingte vulkanische Tremoren gelegentlich registriert werden. Der Schwefeldioxid-Ausstoß ist hoch und lag bei der letzten Messung am 10. September bei 2100 Tonnen am Tag, was für entgasendes Magma nahe der Oberfläche spricht.

Die längerfristige Entwicklung deutet ebenfalls auf anhaltenden Magmanachschub hin. GNSS-Messungen zeigen seit etwa Mai 2026 eine leichte Verlängerung einiger Distanz-Messlinien auf Sakurajima, was darauf hindeutet, dass sich der Vulkan infolge intrudierenden Magmas aufbläht. Auch im Bereich der Aira-Caldera wird eine langfristige Ausdehnung des Untergrunds beobachtet. Nach Einschätzung der JMA sammelt sich dort weiterhin Magma in größerer Tiefe. Die Behörde geht daher davon aus, dass die vulkanische Aktivität am Sakurajima anhalten wird.

USA: Starkregen führt im Osten zu Überflutungen

Extremregen verursachte Überflutungen in Connecticut und New York – Autos versinken in den Fluten

Heftige Unwetter haben am Sonntag, 13. September 2026, Teile von Connecticut und dem angrenzenden Bundesstaat New York unter Wasser gesetzt. Besonders schwer betroffen war die Region um Westport im Fairfield County. Innerhalb weniger Stunden fielen dort außergewöhnlich große Regenmengen, die zahlreiche Straßen in reißende Wasserläufe verwandelten.

Überflutung

Im Raum Westport und Norwalk wurden örtlich 15 bis 18 Zentimeter Niederschlag gemessen. Besonders problematisch war die hohe Intensität der Regenfälle: Zeitweise wurden Niederschlagsraten von mehreren Zentimetern pro Stunde erreicht. Dadurch konnte das Wasser nicht schnell genug abfließen und es bildeten sich innerhalb kürzester Zeit Sturzfluten.

Auf den Straßen spielten sich teils dramatische Szenen ab. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Wassermassen eingeschlossen. Nach Angaben der örtlichen Behörden mussten in Westport 13 Menschen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden. Auf Bildern aus dem Ort ist zu sehen, wie Autos teilweise bis zum Dach im Wasser stehen. In einem Fall ist ein Fahrzeug unter den Wassermassen nahezu vollständig verschwunden.

Auch im benachbarten Bundesstaat New York kam es zu schweren Überschwemmungen. Besonders betroffen war Rye im Westchester County. Dort wurden mehr als 70 Liter Regen auf dem Quadratmeter gemessen. Straßen wie der Playland Parkway und Bereiche um die Midland Avenue standen unter Wasser. Auch in Rye mussten Menschen aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet werden.

Auslöser des Extremereignisses war ein Unwettersystem, das auf eine außergewöhnlich feuchte und warme Luftmasse traf. Der hohe Feuchtegehalt der Atmosphäre ermöglichte die Bildung sehr niederschlagsreicher Gewitter und Schauer.

Das Unwetter betraf weite Teile des südlichen New England und der angrenzenden Region. Neben Connecticut und New York wurden auch Gebiete in New Jersey von Überschwemmungen betroffen. Die Ereignisse verdeutlichen, wie schnell intensive Starkregenfälle in dicht besiedelten Regionen zu gefährlichen Sturzfluten führen können. In Zeiten des Klimawandels und immer stärkeren Extremwetterereignissen bleibt dem Menschen nichts anderes übrig, als sich den veränderten Bedingungen anzupassen. Dazu gehört ein Ausbau der Infrastruktur, wie leistungsfähigere Kanalisationen, aber auch Wasserspeicher und Hitzeschutz werden benötigt.