Vulkanausbruch am Ätna verursacht Chaos am Flughafen Catania – Mehrere Lavaströme aktiv, erste Fronten kühlen ab
Die außergewöhnlich starke Eruptionsphase am Ätna hält bei fluktuierender Intensivität weiter an und sorgt inzwischen nicht nur am Vulkan selbst, sondern auch im sizilianischen Flugverkehr für Probleme: Die Aschewolken bedingten inzwischen für eine vollständige Einstellung des Flugbetriebs und Tausende Urlauber sind gestrandet oder von Verzögerungen betroffen.
Nach Angaben des INGV setzte sich am 12. August die effusive Aktivität an mehreren Eruptionsöffnungen fort. Lava tritt weiterhin aus den Öffnungen auf 2750, 2090 und 1900 Metern Höhe aus. Die Front des aktivsten Lavastrom erreichte am Vormittag ein Höhenniveau von 1365 Metern und floss damit bis in die Nähe der Rocca Capra im Valle del Bove. Die Fronten des älteren Stroms aus der Öffnung auf 2360 Metern kühlen dagegen ab.
Gleichzeitig hält die explosive Aktivität am Krater Voragine an. Immer wieder wird Asche ausgestoßen, die überwiegend nach Süden verfrachtet wird. Am Vortag hatte eine explosive Ascheemission aus der Bocca Nuova sogar kleinere pyroklastische Ströme ausgelöst, die aber auf den Gipfelbereich beschränkt blieben. Der vulkanische Tremor bleibt auf hohem Niveau und zeigt zuletzt eine langsame Zunahme. Die Aktivität im Infraschallbereich ging dagegen am 12. August zurück.
Besonders gravierend sind die Folgen für den Flugverkehr. Wegen der Aschewolke wurde der Luftraumsektor B3 erneut gesperrt. Der Flughafen Catania-Fontanarossa stellte daraufhin sämtliche Starts und Landungen ein. Die Sperrung wurde am 12. August erneut verlängert und soll nach Angaben der Betreibergesellschaft SAC nun bis zum 13. August um 16 Uhr gelten. Entscheidend ist dabei die Entwicklung der Aschewolke, die sich abhängig von Windrichtung und Eruptionsintensität jederzeit verändern kann.
Für Reisende entwickelte sich die Situation zum Verkehrschaos. Seit Beginn der aktuellen Störungen sind in Catania rund 700 Flüge ausgefallen. Mehr als 250 weitere Flüge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet oder neu organisiert. Zahlreiche Verbindungen gingen nach Palermo, Trapani und Comiso. Allein nach Palermo wurden seit Beginn der Krise rund 190 Flüge umgeleitet, wodurch etwa 30.000 Passagiere betroffen waren.
Am Flughafen bildeten sich lange Schlangen an den Schaltern der Fluggesellschaften. Gestrandete Passagiere mussten teilweise kurzfristig auf andere Flughäfen ausweichen. Gleichzeitig waren Busse überfüllt, Mietwagen kaum verfügbar und Taxis teilweise nur zu hohen Preisen zu bekommen. Auch der Flughafen Comiso war zeitweise wegen der Asche geschlossen, konnte inzwischen jedoch wieder vollständig geöffnet werden.
Das VAAC Toulouse registrierte am 12. August eine Aschewolke bis etwa 5500 Meter Höhe und prognostizierte eine weitere Verlagerung nach Süden. Damit bleibt die Luftfahrtlage unsicher.












