Erdbeben der Magnitude 5,5 erschüttert Peru – Tote und Schäden in der Region Junín
Datum: 19.07.2026 | Zeit: 02:24:36 UTC | Koordinaten: -12.052 ; -75.287 | Tiefe: 5 km | Mw 5,5
Ein moderates bis starkes Erdbeben hat in der Nacht zum 19. Juli 2026 die zentralperuanische Andenregion Junín erschüttert. Nach Angaben des EMSC erreichte der Erdstoß eine Magnitude von 5,5. Die Erschütterung ereignete sich um 02:24:36 UTC, entsprechend 21:24 Uhr Ortszeit am 18. Juli. Das Epizentrum befand sich im Gebiet Central Peru, etwa 9 Kilometer westlich von Huancayo, einer Stadt mit rund 376.000 Einwohnern, und etwa 190 Kilometer östlich der Hauptstadt Lima. Die Herdtiefe wurde mit 10 Kilometern angegeben, wodurch die Erdbebenenergie relativ oberflächennah freigesetzt wurde und starke Bodenbewegungen verursachen konnte.

Die Folgen des Bebens waren stärker, als man anhand der moderaten Magnitude vermuten würde. Besonders betroffen waren die ländlichen Gemeinden im Umfeld von Huancayo und Chupaca, darunter der Bezirk Chongos Bajo mit dem Ortsteil Pumpunya. Medienberichten zufolge kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Mehrere Gebäude hielten den Erschütterungen nicht stand und stürzten teilweise ein oder erlitten schwere Schäden. Bilder dokumentierten, dass unter den beschädigten Gebäuden auch eine Kirche ist. Besonders anfällig waren traditionelle Häuser aus Lehmziegeln und Mauerwerk, die in vielen Andendörfern noch weit verbreitet sind. Zudem wurden Straßen durch herabstürzende Felsen und kleinere Hangrutsche beeinträchtigt.
Die Angst vor Nachbeben führte dazu, dass viele Bewohner ihre Häuser verließen und die Nacht im Freien verbrachten. Wegen der niedrigen Temperaturen in der hoch gelegenen Andenregion errichteten Familien provisorische Lager und machten Lagerfeuer, um sich warmzuhalten. Rettungskräfte und Behörden begannen mit der Erfassung der Schäden und warnten davor, instabile Gebäude zu betreten.
Tektonisch liegt Junín in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Erde. Peru befindet sich am Pazifischen Feuerring, wo die ozeanische Nazca-Platte mit hoher Geschwindigkeit unter die kontinentale Südamerikanische Platte abtaucht. Diese Subduktion ist die Ursache für die gewaltige Gebirgsbildung der Anden und häufig auch für die Erdbeben des Landes. Der aktuelle Erdstoß stand aber nur indirekt mit dieser Subduktionszone in Verbindung, denn er manifestierte sich an einer lokalen Störungszone des Westlichen-Anden-Überschiebungssystems (West Andean Thrust System) am Rand der Anden.










