Drei Erdbeben mit Magnituden im Zweierbereich erschüttern Deutschland – gibt es einen Zusammenhang?
Heute registrierten Seismometer innerhalb weniger Stunden drei Erdbeben in Deutschland, die Magnituden im Zweierbereich hatten – etwas, das bei uns relativ selten vorkommt. Die Erschütterungen erreichten Magnituden zwischen 2,4 und 2,5. Die Epizentren lagen im Rhein-Main-Gebiet sowie im Westen Deutschlands nahe der belgischen Grenze. Ob die Beben tatsächlich von Anwohnern gespürt wurden, ließ sich bislang nicht eindeutig bestätigen – dem EMSC liegen keine Wahrnehmungsmeldungen vor. Generell können flache Erdbeben dieser Größenordnung bestenfalls im direkten Umkreis des Epizentrums verspürt werden.

Das jüngste der drei Beben ereignete sich um 13:12 Uhr MESZ im Raum Worms. Das Europäisch-Mediterrane Seismologische Zentrum (EMSC) gab eine Magnitude von 2,5 und eine Herdtiefe von neun Kilometern an. Das Epizentrum wurde 10 km nord-nordwestlich von Mannheim lokalisiert, womit es in der Oberrheinebene lag.
Ebenfalls am Oberrhein lag das Beben der Magnitude 2,4, welches sich um 10:33 Uhr MESZ im Raum Mainz manifestierte. Dieses Ereignis lag in zwölf Kilometern Tiefe und wurde 8 km östlich von Mainz lokalisiert.
Wenige Minuten zuvor, nämlich um 10:26 Uhr MESZ, wurde ein drittes Beben mit Magnitude 2,5 und einer Herdtiefe von 13 Kilometern registriert. Sein Epizentrum lag bei Heckhuscheid in der westlichen Eifel, nahe der belgischen Grenze. Der belgische Erdbebendienst verortete den Erdstoß 12 km südöstlich und berechnete eine Lokalmagnitude von 2,6. Geografisch gesehen ereignete sich dieses Beben am Rand der Westeifel.
Unterschiedliche tektonische Regionen
Die beiden Beben im Rhein-Main-Gebiet ereigneten sich im Umfeld des Oberrheingrabens, einer bedeutenden tektonischen Störungszone Mitteleuropas mit dem Charakter eines kontinentalen Rifts. Die Erdkruste wurde dort im Verlauf der Erdgeschichte gedehnt und abgesenkt. Zahlreiche Verwerfungen durchziehen den Untergrund. Entlang solcher Störungen können sich Spannungen lösen und Erdbeben auslösen. Der Oberrheingraben gehört deshalb zu den seismisch aktiveren Regionen Deutschlands.
Das dritte Beben liegt dagegen im westlichen Teil der Eifelregion. Auch dort können sich Spannungen innerhalb der europäischen Erdkruste an bestehenden Störungen entladen. Die Region ist zudem für ihren quartären Vulkanismus bekannt, der vordergründig von einem Mantelplume gespeist wurde. Aus dem einzelnen Erdbeben ergeben sich jedoch keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit magmatischen Vorgängen.
Gemeinsame Ursache nicht belegt
Dass sich alle drei Erdbeben innerhalb von weniger als drei Stunden ereigneten, ist bemerkenswert, reicht aber nicht aus, um einen gemeinsamen Auslöser anzunehmen. Die beiden Ereignisse im Rhein-Main-Gebiet könnten tektonisch in einem ähnlichen regionalen Spannungsfeld stehen. Das Beben nahe der belgischen Grenze liegt jedoch in einem anderen Störungsgebiet.








