Starkregen löst Schlamm- und Sturzflut auf Lipari aus – Wellen beschädigten Boote
In der Nacht zum 10. Oktober wurde die Äolische Insel Lipari von einem starken Unwetter getroffen, das innerhalb kurzer Zeit eine Schlamm- und Sturzflut ausgelöst hat. Besonders betroffen waren die Bereiche Zinzolo und Salita San Leonardo. Nach Angaben italienischer Medien fielen zeitweise rund 50 Millimeter Regen in kurzer Zeit. Die intensivste Phase wurde zwischen 1:00 und 1:40 Uhr registriert; am Morgen setzte zwischen etwa 7:00 und 8:30 Uhr ein weiteres Mal kräftiger Regen ein.

Die Wassermassen überforderten die Entwässerung und ließen die Torrenti Ponte und Valle über die Ufer treten. Wasser, Schlamm und Geröll strömten durch bewohnte Gebiete und überfluteten zahlreiche Straßen und rissen allerlei Unrat mit. Besonders eindrücklich sind Bilder aus Zinzolo und von der Salita San Leonardo, wo sich zeitweise regelrechte Wasser- und Schlammströme durch die Straßen bewegten.
Dutzende Häuser wurden von den Sturzflutmassen erfasst, wo Keller und Geschäfte vollliefen. Im Bereich des Hafens Sottomonastero gerieten mehrere Fahrzeuge in den Wassermassen beziehungsweise im Schlamm unterhalb der Kaimauer in Schwierigkeiten. Die aus den höher gelegenen Bereichen herabströmenden Fluten transportierten große Mengen Sediment und Geröll bis in den Küstenbereich. Teile des Materials gelangten schließlich an die Strände und ins Meer, wo eine starke Brandung wütete, die ihrerseits Schäden anrichtete und Fischerboote an Land warf.
Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsätzen beschäftigt und musste unter anderem Autofahrer aus gefährlichen Situationen befreien sowie überflutete Gebäude und Verkehrswege sichern. Zeitweise waren Familien in ihren Häusern durch die Wasser- und Schlammmassen eingeschlossen. Nach Angaben von Bürgermeister Riccardo Gullo konnte die Situation im Laufe des Tages weitgehend stabilisiert werden; die betroffenen Familien wurden befreit und wichtige Straßen wieder passierbar gemacht. Gleichzeitig blieb die Gefahr weiterer starker Niederschläge bestehen.
Das Ereignis verdeutlicht die hohe Sturzflutgefährdung der vulkanischen Insel: Bei extremem Starkregen kann das Wasser von den steilen Hängen innerhalb kürzester Zeit in die dicht besiedelten Küstenbereiche abfließen und dabei Schlamm und Geröll mitreißen. Die regionale Protezione Civile hatte für Sizilien eine orange Wetterwarnung ausgegeben.
Die Unwetter machten auch vor den anderen Inseln des Archipels nicht halt. Meldungen über katastrophale Zustände liegen von ihnen nicht vor. Allerdings ist der Fährverkehr zu den äußeren Inseln bereits seit Mittwoch eingeschränkt oder teilweise sogar ganz eingestellt. Stromboli, Alicudi und Filicudi sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.











