Peru: Mindestens 5 Tote durch Erdbeben Mw 5,5

Erdbeben der Magnitude 5,5 erschüttert Peru – Tote und Schäden in der Region Junín

Datum: 19.07.2026 | Zeit: 02:24:36 UTC | Koordinaten: -12.052 ; -75.287 | Tiefe: 5 km | Mw 5,5

Ein moderates bis starkes Erdbeben hat in der Nacht zum 19. Juli 2026 die zentralperuanische Andenregion Junín erschüttert. Nach Angaben des EMSC erreichte der Erdstoß eine Magnitude von 5,5. Die Erschütterung ereignete sich um 02:24:36 UTC, entsprechend 21:24 Uhr Ortszeit am 18. Juli. Das Epizentrum befand sich im Gebiet Central Peru, etwa 9 Kilometer westlich von Huancayo, einer Stadt mit rund 376.000 Einwohnern, und etwa 190 Kilometer östlich der Hauptstadt Lima.  Die Herdtiefe wurde mit 10 Kilometern angegeben, wodurch die Erdbebenenergie relativ oberflächennah freigesetzt wurde und starke Bodenbewegungen verursachen konnte.



Peru. © EMSC/Leaflet

Die Folgen des Bebens waren stärker, als man anhand der moderaten Magnitude vermuten würde. Besonders betroffen waren die ländlichen Gemeinden im Umfeld von Huancayo und Chupaca, darunter der Bezirk Chongos Bajo mit dem Ortsteil Pumpunya. Medienberichten zufolge kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Mehrere Gebäude hielten den Erschütterungen nicht stand und stürzten teilweise ein oder erlitten schwere Schäden. Bilder dokumentierten, dass unter den beschädigten Gebäuden auch eine Kirche ist. Besonders anfällig waren traditionelle Häuser aus Lehmziegeln und Mauerwerk, die in vielen Andendörfern noch weit verbreitet sind. Zudem wurden Straßen durch herabstürzende Felsen und kleinere Hangrutsche beeinträchtigt.

Die Angst vor Nachbeben führte dazu, dass viele Bewohner ihre Häuser verließen und die Nacht im Freien verbrachten. Wegen der niedrigen Temperaturen in der hoch gelegenen Andenregion errichteten Familien provisorische Lager und machten Lagerfeuer, um sich warmzuhalten. Rettungskräfte und Behörden begannen mit der Erfassung der Schäden und warnten davor, instabile Gebäude zu betreten.

Tektonisch liegt Junín in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Erde. Peru befindet sich am Pazifischen Feuerring, wo die ozeanische Nazca-Platte mit hoher Geschwindigkeit unter die kontinentale Südamerikanische Platte abtaucht. Diese Subduktion ist die Ursache für die gewaltige Gebirgsbildung der Anden und häufig auch für die Erdbeben des Landes. Der aktuelle Erdstoß stand aber nur indirekt mit dieser Subduktionszone in Verbindung, denn er manifestierte sich an einer lokalen Störungszone des Westlichen-Anden-Überschiebungssystems (West Andean Thrust System) am Rand der Anden.

Sizilien in Flammen: Vegetationsbrände geraten außer Kontrolle

Hitzewelle entfacht neue Brandkrise auf Sizilien – Flammen erreichen auch Vulkanregionen

Alle Jahre wieder beherrschen im Sommer Schlagzeilen über Wald- und Vegetationsbrände die Medien. Neben den ganz großen Waldbrand-Katastrophen, wie etwa in Kanada oder Frankreich, gibt es auch die etwas kleineren, wie sie gerade Sizilien und Kalabrien erleben. Eine außergewöhnliche Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 40 °C ließ Böden und Vegetation austrocknen und bedingte mehrere Feuer, die besonders auf Sizilien zunehmend unkontrollierbar werden. Aber auch die Solfatara von Pozzuoli wurde in den vergangenen Tagen von Bränden nicht verschont.


Sizilien

Zahlreiche Feuer breiteten sich in verschiedenen Teilen Siziliens aus, und Feuerwehr, Zivilschutz und Forstbehörden kämpfen gleichzeitig gegen mehrere Brandherde. Besonders betroffen waren unter anderem Gebiete bei Enna, Modica und Syrakus. Anwohner mussten evakuiert werden, und in einigen Regionen kam es durch beschädigte Infrastruktur zeitweise zu Stromausfällen.

Die aktuelle Lage wird durch den Verdacht verstärkt, dass ein Teil der Brände absichtlich gelegt wurde. Aus kleinen Feuern können sich innerhalb kurzer Zeit großflächige Vegetationsbrände entwickeln. Besonders gefährdet sind die mediterranen Macchien und trockene Grasflächen, wo sich Feuer in Windeseile ausbreiten und auf Wälder oder Siedlungen übergreifen können.

Auch die italienischen Vulkanlandschaften bleiben von der Feuergefahr nicht verschont. Während der Ätna selbst wegen seiner kargen Gipfelregion kaum durch Waldbrände gefährdet ist, sind die bewaldeten unteren Hänge und die Weinbaugebiete an den Flanken des Vulkans besonders anfällig. Dort treffen trockene Vegetation, hohe Temperaturen und teilweise starke lokale Winde aufeinander.

Ein weiterer spektakulärer Brand ereignete sich in den letzten Tagen in der vulkanisch bedeutenden Region der Campi Flegrei bei Pozzuoli. Am Rand des Solfatarakraters brach ein Vegetationsbrand aus. Die Flammen entwickelten sich nach bisherigen Angaben nicht durch vulkanische Aktivität, sondern im trockenen Buschland außerhalb des eigentlichen Fumarolenfeldes. Starker Wind trieb das Feuer anschließend in Richtung bebauter Bereiche.

Der Brand erreichte zeitweise die Umgebung von Gewerbebetrieben und Wohngebieten. Mehrere Menschen mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen, Fahrzeuge und Infrastruktur wurden beschädigt. Bilder von Flammen und Rauch nahe der Solfatara sorgten für Aufmerksamkeit, weil sie den Eindruck eines „brennenden Vulkans“ vermittelten. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen klassischen Vegetationsbrand in einer dicht besiedelten mediterranen Landschaft.

Die eingangs erwähnten Waldbrände in Kanada wüten weiter und wirken sich auch auf die Luftqualität im Norden und Osten der USA aus. Klimawandelleugner und Boykotteur entsprechender Abkommen zum internationalen Klimaschutz, Donald Trump, verlangte nun von den Kanadiern tatsächlich Schadensersatzzahlungen von Kanada wegen der schlechten Luft in den USA. Etwas, das mich sprachlos und ein wenig verwirrt den Kopf schütteln lässt.

Update: In der sizilianischen Provinz Agrigent wurde eine neue Höchsttemperatur dieser Hitzewelle gemessen: 48,4 Grad Celsius!

Anak Krakatau: Tourismus aus Naturschutzgründen eingeschränkt

Anak Krakatau bleibt aktiv – Tourismus auf der Vulkaninsel weiterhin eingeschränkt

Der Inselvulkan Anak Krakatau liegt zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra und zeigt weiterhin Anzeichen anhaltender Aktivität. Nach Angaben des VSI wurden am Samstag starke Entgasungen beobachtet und harmonischer Tremor registriert. Um den Krater gilt weiterhin eine 3-Kilometer-Sperrzone. Darüber hinaus betonte ein Sprecher der Behörde für Tourismus und Kreativwirtschaft in einem Zeitungsinterview, dass das Archipel unter Naturschutz stehe und nicht für Touristen zugänglich sei.



Eine größere Ascheemission vom Anak Krakatau hat es zuletzt Anfang der Woche gegeben, doch aus dem Hauptkrater steigt weiterhin Dampf auf, der bis zu 100 Meter über den Gipfel aufsteigt.

Die seismische Aktivität bestätigt, dass weiterhin magmatische Prozesse im Inneren des Berges stattfinden. Besonders auffällig sind 30 harmonische Tremorphasen, die mehrere Minuten andauerten. Zudem kam es gestern zu vier kontinuierlichen Tremorphasen, deren Dauer nicht explizit angegeben wurde, die aber wohl mehrere Stunden angehalten haben könnten. Tremor ist ein Indikator für die Bewegung magmatischer Fluide und deutet darauf hin, dass es jederzeit zu explosiven Eruptionen kommen könnte.

Trotz oder gerade wegen der aktuellen Aktivität ist Anak Krakatau ein beliebtes Ziel für Vulkantouristen. Anlandungen gibt es nur selten, doch häufig werden Bootstouren um die Vulkaninsel unternommen. Für viele Besucher ist auch der historische Kontext aufgrund der Katastrophe des Ausbruchs von 1883 von Interesse. Der Sicherheitsabstand von 3 Kilometern wird bei Bootsumrundungen der Insel für gewöhnlich nicht eingehalten, und trotz des Verbots kommt es zu Anlandungen. Diese werden auch aus Naturschutzgründen von der Nationalparkverwaltung nicht gerne gesehen. Forscher untersuchen auf Anak, wie Land, das durch die Ausbrüche von 2018 praktisch sterilisiert wurde, mit neuem Leben besiedelt wird.

Dass der Strand der Insel dabei einer Müllkippe gleicht, weil Unmengen an Unrat und Plastikmüll von der Strömung der Sundastraße hier abgeladen werden, scheint die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde nicht zu stören. Bei meinen Aufenthalten am Vulkan musste ich meinen Campingplatz an der Küste oft von allerlei Zivilisationsmüll befreien: Von Plastikflaschen über Tüten, Einwegspritzen und Autoreifen bis hin zu Fischernetzen war alles vertreten.

Meiner Meinung nach könnte gerade ein sanfter Ökotourismus hier dazu beitragen, die Folgen der Umweltverschmutzung abzufedern, indem man diesen Unrat beseitigt. Verhindern lassen wird sich die Verschmutzung kaum. Natürlich wäre ein Pfandsystem für Plastikflaschen sinnvoll, aber in einem Land wie Indonesien kaum durchzusetzen. Zudem würde es nur einen kleinen Teil der massiven Umweltprobleme des bevölkerungsreichsten Inselstaates der Erde lösen.

Die Preise für Bootstouren zum Anak Krakatau können stark variieren. Zu Spitzenzeiten wurden für 3 tägige Fahrten mit Camping auf einer der Nachbarinseln vom Krakatau gut 1500 bis 2000 € bei 3 Personen aufgerufen. Mittlerweile soll es aber auch schon eintägige Rundfahrten für 200 bis 300 € geben. Preise vergleichen und vor Ort handeln kann helfen.

Vulkan Ambae emittiert Aschewolke und zeigt thermische Anomalie

Anhaltende Eruption aus dem ehemaligen Kratersee des Ambae – Thermische Anomalien deuten auf Lavastrom im Krater Manaro Voui hin

Der Inselvulkan Ambae im Inselstaat Vanuatu bleibt aktiv. Die Eruption konzentriert sich weiterhin auf den Gipfelbereich im Krater Manaro Voui, wo nicht nur Asche- und Gasemissionen beobachtet werden, sondern auch aktive Lavaströme. Der Vulkanstatus bleibt unverändert bei Alarmstufe 3 auf der fünfstufigen Skala des Vanuatu Meteorology and Geohazards Department (VMGD). Diese Stufe entspricht einer kleinen Eruption mit Gefahren, die vor allem auf den Gipfelbereich beschränkt sind.

Aktuelle Meldungen des VAAC Wellington belegen, dass der Vulkan auch Mitte Juli 2026 weiterhin Asche- und Gaswolken produziert. Am 19. Juli 2026 wurde eine Aschewolke erfasst, deren genaue Höhe der Eruptionswolke aufgrund dichter Bewölkung nicht angegeben werden konnte, die aber dennoch von Vulkanbeobachtern am Grund gesichtet wurde.

Aus dem Wochenbericht des VGMD geht hervor, dass während des Zeitraums vom 9. bis 15. Juli in Satellitenbildern und über die Vulkan-Webcam mehrmals Emissionen registriert wurden. Die Asche- und Gasfahnen stiegen dabei bis in Höhen von etwa 1,5 bis 3 Kilometern über dem Meeresspiegel auf und drifteten abhängig von den Windverhältnissen in unterschiedliche Richtungen. Größere explosive Ereignisse oder eine deutliche Zunahme der explosiven Aktivität wurden bislang nicht gemeldet.

Satellitenaufnahmen aus der ersten Monatshälfte lieferten zudem Hinweise auf anhaltende thermische Aktivität im Krater. Auf mehreren Bildern lassen sich trotz Bewölkung ausgeprägte thermische Signale erahnen, die den gesamten Kraterbereich einnehmen. Auf einem fast wolkenfreien Bild vom 11. Juli sind schwächere Anomalien sichtbar, die in Kombination mit Beobachtungen im sichtbaren Licht klar zeigen, dass ein Großteil des Kraters mit Lavaströmen geflutet wurde, die nun abkühlen. Neben der explosiven Komponente des Vulkanausbruchs gibt es also auch eine wiederkehrende effusive Komponente, was den Ausbruch besonders spannend erscheinen lässt.

Der VMGD warnt die Bevölkerung weiterhin davor, die Danger Zone B innerhalb eines Radius von drei Kilometern um die aktiven Schlote im Lake Voui zu betreten. Zusätzlich wird empfohlen, während starker Regenfälle Abstand zu Bachläufen und Entwässerungsrinnen zu halten, da vulkanische Ablagerungen die Gefahr von Laharen erhöhen können.

Vulkan Puracé: Vulkanasche in 6400 m Höhe detektiert

Puracé stößt erneut Vulkanasche aus – Aschewolke zieht nach Westnordwesten

Der kolumbianische Vulkan Puracé ist weiter in Eruption begriffen und stieß nach einer Meldung des VAAC Washington in den frühen Morgenstunden des 19. Juli eine Wolke aus Vulkanasche aus. Sie verursachte nicht nur Ascheniederschlag, sondern auch eine neue VONA-Warnung.



Demnach begann die aktuelle Ascheemission gegen 04:30 UTC (23:30 Uhr Ortszeit am 18. Juli). Die Aschewolke zog vom Gipfel aus in westnordwestlicher Richtung und erreichte eine Höhe von Flughöhe 210, entsprechend ca. 6.400 Metern über dem Meeresspiegel. Da der Puracé selbst etwa 4.650 Meter hoch ist, stieg die Asche damit 1,8 Kilometer über den Krater auf. Die Ausbreitung erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 19 km/h nach Westen bis Westnordwesten. Das VAAC rechnet damit, dass sich die Aschewolke im Laufe der nächsten zwölf Stunden weiter in diese Richtung verlagert, bevor sie sich auflöst.

Eine direkte Beobachtung der Aschewolke auf Satellitenbildern war allerdings nicht möglich. Dichte meteorologische Bewölkung verdeckte den Gipfelbereich, sodass sich das VAAC bei seiner Analyse auf die VONA-Meldung des kolumbianischen Vulkanobservatoriums sowie Wettermodelle stützte.

Die Eruption des Puracé hält seit Monaten an. Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) blieb die Aktivität in der Woche vom 7. bis 13. Juli insgesamt erhöht, ohne sich wesentlich zu verändern, mit der Einschränkung, dass weniger Asche emittiert wurde und die Eruptionswolken selten höher als 500 m aufstiegen. Insofern war die aktuell gemeldete Emission bzw. Eruption deutlich stärker als die meisten Vorgänger der letzten Tage.

Die vulkanotektonischen Erdbeben konzentrierten sich weiterhin zwischen den Vulkanen Puracé und Piocollo in Tiefen von ein bis drei Kilometern und erreichten Magnituden von unter 1,0. Demnach bewegten sie sich im Rahmen der Mikroseismizität. Außerdem wurden anhaltende Signale registriert, die mit der Bewegung von Fluiden im Fördersystem in Zusammenhang stehen. Über die Anzahl der Beben gibt es keine Angaben. In den letzten Jahren haben die Berichte des SGC leider stark an Informationsinhalt eingebüßt.

Auch die geophysikalischen Messungen deuten auf ein weiterhin aktives magmatisch-hydrothermales System hin. Satelliten erfassen unverändert thermische Anomalien im Gipfelbereich des Puracé sowie am benachbarten Curiquinga-Kegel. Zudem hält eine langsame Bodenhebung im Bereich des Los-Coconucos-Vulkankomplexes an. Gasemissionen, insbesondere Schwefeldioxid, werden weiterhin beobachtet und sind erhöht, doch auch hier fehlen genaue Werte.

Das oben eingebundene Copernicus-Satellitenbild zeigt den größten Teil der Los-Coconucos-Vulkankette mit dem Krater Puracé an ihrem Nordende. Dort war bereits im Juni eine kleine thermische Anomalie zu erkennen, die im Infrarotspektrum visualisiert wurde. Außerdem sind großflächige Aschablagerungen sichtbar. Aktuellere Fotos gibt es aufgrund der Bewölkung nicht.

Vulkan Mayon am Tag 194 seiner Eruption

Mayon bleibt hochaktiv – PHILVOCLS reduziert Angaben zur Lavastromlänge

Der philippinische Vulkan Mayon setzt seine überwiegend effusive Eruption auch am 194. Tag in Folge fort. In der Nacht zum Samstag dokumentierte PHIVOLCS erneut strombolianische Explosionen am Gipfelkrater sowie den kontinuierlichen Ausfluss glühender Lava. Alarmstufe 3 bleibt bestehen und bestätigt ein hohes Maß an vulkanischer Unruhe mit der Möglichkeit einer weiteren Eskalation.


Mayon

Die fortlaufenden Messungen registrierten innerhalb von 24 Stunden 180 vulkanisch bedingte Erdbeben, darunter 13 Tremorphasen mit einer Dauer von bis zu 25 Minuten. Hinzu kamen 185 Steinschlagsignale und 18 Signale pyroklastischer Dichteströme, die durch Kollaps an der Front der Lavaströme ausgelöst wurden.

Die Schwefeldioxid-Emission lag zuletzt bei 3.748 Tonnen pro Tag, während eine bis zu 1.800 Meter hohe Dampffahne nach Südosten verfrachtet wurde. Gleichzeitig deuten geodätische Messungen auf eine fortgesetzte Inflation des Vulkangebäudes hin, auch wenn im Nordostsektor kurzfristig Deflation registriert wurde.

Besonders auffällig sind die im aktuellen Datenblatt deutlich nach unten korrigierten Angaben zur Länge der Lavaströme. Noch am Vortag hatte PHIVOLCS ihre Ausdehnung auf 3,8 Kilometer in der Basud-Schlucht, 3,2 Kilometer im Bonga-Graben und 2,1 Kilometer im Mi-isi-Graben beziffert. Im jüngsten Bulletin werden dagegen nur noch 1,5 Kilometer (Basud), 1,8 Kilometer (Bonga) und 2,0 Kilometer (Mi-isi) angegeben.

Diese Diskrepanz überrascht auf den ersten Blick, da sich die vulkanische Aktivität zuletzt sogar intensiviert hat. Möglicherweise handelt es sich nicht um ein tatsächliches Zurückweichen der Lava, sondern um eine Neubewertung der aktiven Fließfronten. Frühere Angaben bezogen sich vermutlich auf den bislang weitesten Fortschritt der inzwischen erkalteten Lavazungen, während nun offenbar nur noch die aktuell aktive, glühende Front vermessen wird. Ein aktuelles Sentinel-Satellitenfoto vom 17. Juli zeigt jedenfalls, dass sich die Lavafront des Stroms im Mi-isi-Gully im Vergleich zum 14. Juli deutlich verlängert hat.

Auch die Luftfahrt blickt mit Aufmerksamkeit auf den Vulkan: Das VAAC Tokyo veröffentlichte heute bereits drei Vulkanaschewarnungen. Auf Satellitenbildern ließ sich zwar keine der Aschewolken eindeutig identifizieren, dennoch bleibt die Situation aufmerksam unter Beobachtung, da Aschewolken den Flugverkehr gefährden können.

Die Sperrzone von sechs Kilometern um den Krater bleibt bestehen. PHIVOLCS warnt weiterhin vor Lavaflüssen, pyroklastischen Strömen, ballistischen Auswürfen, Felsstürzen sowie Laharen bei starken Regenfällen.

Fuego: Stärkerer Explosionen verursachen hohe Thermalstrahlung

Hohe Thermalstrahlung infolge einer stärkeren Explosionsserie – Touristen auf dem Grat zum Krater des Fuego gesichtet

Die MODIS-Satelliten registrieren heute eine hohe Thermalstrahlung vom guatemaltekischen Vulkan Fuego, wie sie sonst häufig von kleinen Lavaströmen emittiert wird. Doch Aufzeichnungen der Livecams enthüllen, dass die starke Wärmeentwicklung auf glühende Pyroklastika zurückzuführen ist, die in der Nacht im Zuge einer Serie stärkerer Explosionen ausgestoßen wurden.

Fuego

Die Phase erhöhter Aktivität begann gestern Abend und erreichte gegen 23:00 Uhr Ortszeit ihren Höhepunkt. In vergleichsweise kurzen Abständen kam es zu mehreren Explosionen, die die oberen Hänge mit glühender Tephra eindeckten. Diese rollte in Form von Schuttlawinen hangabwärts und hinterließ dabei deutlich sichtbare Glutspuren. Einige der Eruptionen wurden von länger anhaltendem Lavaspattering eingeleitet. Die emittierte Wärmestrahlung erreichte in der Spitze eine Leistung von 129 MW und wurde von MIROVA um 2:20 Uhr UTC registriert.

Bei den Eruptionen wurden nicht nur glühende Pyroklastika ausgestoßen, sondern auch feine Vulkanasche. Laut einer VONA-Meldung stieg diese bis auf FL 140 auf, was einer Höhe von etwa 4300 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolken wurden mit einer Geschwindigkeit von 48 km/h nach Westen verfrachtet. Dem vergleichsweise starken Wind ist es geschuldet, dass die Aschewolken nicht höher aufstiegen. In Ortschaften in Vulkannähe kam es zu leichtem Ascheniederschlag. Außerdem waren zeitweise Geräusche zu hören, die an eine Dampflok erinnerten.

INSIVUMEH attestierte dem Fuego gestern eine schwache bis mäßig starke Explosivität und beobachtete zwischen vier und acht stündliche Eruptionen. Vulkanasche stieg dabei bis auf eine Höhe von 4800 m auf.

Auf den Afar-TV-Livecamaufnahmen waren in der Abenddämmerung erneut zahlreiche Lichter von Taschenlampen zu sehen, die sich auf dem Grat zwischen Acatenango und dem Fuego-Krater bewegten. Offenbar waren die Beinahe-Katastrophen der vergangenen Wochen nicht Warnung genug für die selbsternannten Vulkanführer, ihre Gruppen bis in die unmittelbare Gefahrenzone zu führen. Etwas, das nicht nur riskant, sondern auch offiziell verboten ist.

China: Bergsturz tötete mindestens 8 Menschen

Nach tagelangen Regenfällen: Bergsturz in Südwestchina zerstörte 10 Wohnhäuser und tötete mindestens 8 Menschen

Im Südwesten Chinas ereignete sich nach tagelangen Regenfällen im Ort Hanjia eine tragische Naturkatastrophe. Am Freitag gegen 09:08 Uhr Ortszeit lösten sich oberhalb der Siedlung gewaltige Gesteinsmassen aus einer steilen Felswand. Sie begruben zehn Gebäude vollständig unter sich und beschädigten weitere. Acht Todesopfer wurden bereits bestätigt. 34 Menschen gelten als vermisst und vermutlich unter den Schuttmassen begraben. Zehn weitere Personen erlitten teilweise schwere Verletzungen. Die Schuttlawine erreichte den Uferbereich des Wujiang-Flusses.

Bergsturz bzw. Hangrutsch

Das Ereignis, das in den Medien als Erdrutsch bezeichnet wird und meiner Meinung nach eher als Bergsturz einzustufen ist, wird in den Kontext starker Regenfälle gestellt, die in der Region auch zu Überflutungen führten. Der tatsächliche Auslöser des Felssturzes muss jedoch noch ermittelt werden. Bekannt ist, dass ein mehrere zehntausend Kubikmeter großer Felskörper aus einer Steilwand direkt hinter einer Siedlung herausbrach, beim Absturz in riesige Schuttmassen zertrümmert wurde und zahlreiche Gebäude am Fuß des Hanges begrub.

Nach der Katastrophe wurden mehr als 1.100 Bewohner vorsorglich evakuiert. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig: Große Felsblöcke mit Volumina von mehreren tausend Kubikmetern müssen teilweise kontrolliert gesprengt oder zerlegt werden, bevor darunter nach Verschütteten gesucht werden kann. Außerdem regnet es weiter, was den Einsatz der Bergungsteams zusätzlich erschwert.

In sozialen Medien geteilte Aufnahmen dokumentieren die dramatischen Szenen während und nach dem Felssturz. Sie zeigen unter anderem Menschen, die panisch eine in Staub gehüllte Straße entlangrennen, um sich vor dem Bergsturz in Sicherheit zu bringen.

Als Hauptursache gelten anhaltende Starkregenfälle, die den Hang stark durchnässten. Bereits vor dem eigentlichen Bergsturz waren kleinere Steinschläge beobachtet worden, woraufhin erste Evakuierungen eingeleitet wurden. Warum der gesamte Hang schließlich versagte, untersuchen Geologen derzeit. Generell muss man sich die Frage stellen, ob man ganze Orte direkt im Schatten steiler Berghänge errichten sollte, noch dazu in schluchtähnlichen Tälern, die auch im Fall von Sturzfluten zu tödlichen Fallen werden.

Geologischer Hintergrund

Der Kreis Pengshui liegt im Karstgebirge Südwestchinas. Charakteristisch sind steile Kalkstein- und Dolomithänge mit tief eingeschnittenen Flusstälern und stark verwitterten Felswänden. Das Wasser der starken Monsunniederschläge der vergangenen Wochen könnte durch Klüfte in das Gestein eingedrungen sein und dort das Gefüge destabilisiert haben. Bereits kleinere Veränderungen des Porenwasserdrucks können in solchen Hängen dazu führen, dass instabile Gesteinsmassen versagen.

Semeru: Pyroklastischer Strom am Samstagmorgen

Pyroklastischer Strom am Semeru löste Samstagmorgen Warnsirenen aus – Livecam dokumentierte den Abgang

Am indonesischen Vulkan Semeru ist es am Samstagmorgen zum Abgang eines pyroklastischen Stroms gekommen. Gegen 06:22 Uhr Ortszeit glitt die heiße Mischung aus Vulkanasche, Gas und Gesteinsfragmenten langsam die Südostflanke des Vulkans hinab. Auf LiveCam-Aufnahmen ist zu sehen, wie sich die dichte Aschewolke talwärts ausbreitet. Zeitgleich ertönten Warnsirenen, während Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung vor der Gefahr warnten. Ein Beispiel dafür, wie Zivilschutz mit einfachen Mitteln funktionieren kann.

Semeru

Nach Angaben des PVMBG wurde zwischen 06:00 und 12:00 Uhr Ortszeit ein Erdbeben registriert, das eindeutig einem pyroklastischen Strom zugeordnet werden konnte. Das seismische Signal dauerte 395 Sekunden. Außerdem wurden zwölf Eruptionsbeben sowie mehrere Entgasungsbeben aufgezeichnet. Hinzu kamen zwei harmonische Tremorphasen.

Das VAAC Darwin warnte den Flugverkehr vor einer Aschewolke, die in 4.600 Metern Höhe mit dem Wind nach Osten verfrachtet wurde. Wegen dichter Bewölkung ließ sich die Aschewolke auf Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig verfolgen. Dennoch gehen die Vulkanologen davon aus, dass der Semeru weiterhin intermittierend Asche auswirft.

Der 3.676 Meter hohe Semeru ist der höchste Vulkan Javas und einer der aktivsten Feuerberge Indonesiens. Seit 1967 befindet er sich nahezu ununterbrochen in eruptiver Tätigkeit. Typisch sind explosive Ascheeruptionen, Lavaabgänge sowie pyroklastische Ströme, die meist durch den Kollaps instabiler Lavazungen oder am Lavadom ausgelöst werden.

Besonders gefährdet ist das Tal des Besuk Kobokan an der Südostflanke, das den bevorzugten Abflusskanal dieser Glutlawinen bildet. Die Behörden halten deshalb an den bestehenden Sperrzonen fest. Das Betreten des Tals ist auf einer Länge von 13 Kilometern untersagt; entlang des Flusslaufs gilt wegen möglicher Ausweitungen pyroklastischer Ströme und Lahare ein Sicherheitsabstand von bis zu 17 Kilometern. Innerhalb eines Radius von fünf Kilometern um den Gipfel besteht zudem Gefahr durch herabfallende glühende Gesteinsbrocken.