Bali: Living in

Ubud – Paradies für Götter und Schlemmerer im Osten von Bali

Der erste Teil unserer Reisedokumentation über Bali 2026

Bali ist die wohl am touristischsten geprägte der großen Inseln Indonesiens und dementsprechend gut besucht. Besonders im Osten ist man auf gesundheitsbewusste Wellnesstouristen aus Übersee eingestellt, die es sich eine Zeitlang gut gehen lassen und die freundliche Atmosphäre auf sich wirken lassen wollen, die die hinduistisch geprägte Gesellschaft mit sich bringt. Darüber hinaus ist Bali für seine vergleichsweise luxuriösen Häuser bekannt, die architektonisch oft asiatische Tradition mit westlicher Moderne kombinieren. Genau hier setzte unser diesjähriger Sommerurlaub an, denn für Sightseeing ist Bali aufgrund seines enorm dichten Verkehrs wenig geeignet, obgleich wir natürlich einige Sehenswürdigkeiten ansteuerten, hierunter u.a. die Vulkane Batur und den Kawah Ijen auf der benachbarten Insel Java. Beide Vulkane – so viel sei vorweggenommen – stellten für mich eine herbe Enttäuschung dar!


Sonnenaufgangsblick vom Batur über die Caldera mit dem See. © Marc Szeglat

Eigentlich war für dieses Jahr ein Safariurlaub in Tansania geplant gewesen, doch ausgerechnet als es ans Buchen der Flüge ging, griff dieser Idiot Trump den Iran an und durch die Angriffe des Irans auf die Nachbarländer kam es zu massiven Störungen des Flugbetriebs der Fluggesellschaften, die in den Emiraten zwischenlanden. Entsprechend explodierten nicht nur Bomben und Raketen, sondern auch die Flugpreise in Richtung Ostafrika, weswegen wir umdisponierten und gen Bali buchten. Leroy stieß auf die bei uns kaum bekannte Fluggesellschaft Xiamen Airlines, die aus China stammt und von Amsterdam aus Bali ansteuert – für Preise, zu denen man in den Sommerferien von Düsseldorf aus gerade mal bis Kreta kommt. Da Sohn und Frau mal im Luxus schwelgen wollten, anstatt sich in einem Camper zu quetschen, ließ ich mich zur Buchung einiger Villen hinreißen, die ich normalerweise für dekadent gehalten hätte, was der Vergleich zu europäischen Hotelpreisen allerdings schnell wieder relativierte, insbesondere unter der Berücksichtigung, dass man hier mit einem Jugendlichen im Schlepp zu Dritt oft 2 Zimmer buchen muss. Tatsächlich kostete auf Bali eine Nacht in einem Luxushaus mit eigenem Pool und 2 bis 3 Schlafzimmern so viel, wie man inzwischen für ein Mittelklassehotel in Deutschland zahlt.

Der Flug mit Zwischenlandung in Xiamen – dem Herkunftsort der Fluggesellschaft – verlief reibungslos und ich wunderte mich über die Pünktlichkeit der Chinesen, von der sich andere Fluggesellschaften eine Scheibe abschneiden können. Das Umsteigen klappte gut, auch wenn die Kontrollen ernst genommen wurden und man sich besorgt zeigte, dass Passagiere ein Feuerzeug mit an Bord nehmen könnten. Diese wurden gnadenlos einkassiert und ich fragte mich, ob China schon von der Gasmangellage betroffen ist, die man bei uns im nächsten Winter fürchten muss.

Die Immigration im Flughafen Denpasar lief vollautomatisch ab, da wir bereits zuhause das Visum nebst allen geforderten Formularen und Bestätigungen online erledigt hatten, was allerdings eine nervenaufreibende Sache gewesen war.

Für die erste Nacht hatten wir ein Hotel in ca. 5 Kilometern Entfernung zum Flughafen reserviert und wollten uns mit dem Taxi dorthin bringen lassen. Der Fahrer rief mal eben 60 USD für die Fahrt auf, woraufhin ich ihm einen Vogel zeigte. Ich bezahle doch keinen indonesischen Wochenlohn für eine 10 Minuten Fahrt! Er ließ sich zwar auf 25 runterhandeln, was mir aber immer noch zu teuer erschien. Zum Schluss fuhren wir mit dem hiesigen Uber-Äquivalent Grab für umgerechnet 5 Euro. Auf Bali gilt die Regel: Meide Taxis, wann immer es geht!

Als Erstes steuerten wir ein Haus in Ubud an, von wo aus nicht nur die Reisterrassen von Tegallalang und diverse Tempelanlagen schnell zu erreichen waren, sondern auch Wasserfälle und ein Affenwald, der sich als ziemlicher Reinfall erwies. Während die Villa in einer kleinen Anlage in einem ruhigen Viertel gut 20 Fahrtminuten vom Stadtzentrum Ubud entfernt lag, war die Stadt selbst alles andere als ruhig: Hier schoben sich wahre Autokolonnen durch die schmalen Straßen, begleitet von Schwärmen stinkender Mopeds, die sich überall vordrängelten und selbst durch die kleinste Lücke quetschten. Wer als Fußgänger unterwegs ist, muss nicht nur aufpassen, nicht umgefahren zu werden, sondern sollte auch tunlichst nicht auf eines der kleinen Blumenpäckchen treten, die praktisch vor jedem Hauseingang auf dem Boden rumliegen. Hierbei handelt es sich um Opfergaben für die vielfältige hinduistische Götterwelt. Bei genauerem Hinblicken entdeckte ich nicht nur Kronkorken mit brauner Flüssigkeit, sondern auch vereinzelt Zigaretten. OK, das passt vielleicht zu Göttern, die in Vulkanen wohnen.

Zum Glück bin ich diesmal nicht selbst gefahren, sondern wir nutzten die oben erwähnte Grab-App um private Fahrer zu bestellen, was gut funktionierte und vergleichsweise günstig war. Die Fahrer verwickelten einen sofort in Gespräche, was man denn bereits gesehen hat und noch unternehmen will, in der Hoffnung, eine Folgebuchung zu bekommen oder sogar für einen ganzen Tag engagiert zu werden. Tatsächlich erwies es sich oft günstiger, einen Grap-Fahrer für den ganzen Tag zu mieten, was so mit ca. 30 bis 40 € zu Buche schlug, als organisierte Touren zu unternehmen, bei denen der Fahrtpreise deutlich höher lagen.

Generell sind die vergleichsweise geringen Lebenshaltungskosten das Hauptargument für einen Bali-Urlaub. Ein 3-Gänge-Menü inklusive Bier oder Cocktail bzw. Mocktail zum Abendessen belastete das Portemonnaie mit ca. 15 bis 20 € pro Person, eine einstündige Massage oder einen Yogakurs konnte man für nicht einmal 10 € die Stunde buchen und eine Tour zum Batur kostete mit Fahrer und Guide ca. 50 € pro Person. Womit wir beim Thema wären…

Die Besteigung des Vulkans Batur zum Sonnenaufgang

Wir ließen uns gegen 2 Uhr nachts von unserem Haus abholen und erreichten nicht mal eine dreiviertel Stunde später die Caldera, aus der sich der Gunung Batur am Ufer Batur-Sees (Danau Batur) erhebt. Unser Chauffeur parkte uns auf einem großen Parkplatz, der von Verkaufsbuden umgeben war, und meinte, wir müssten noch auf den Führer warten. Der kam dann erst eine halbe Stunde später, als die anderen Touristen eintrudelten. Wir begannen unseren Marsch in Richtung Vulkan über eine schmale Asphaltstraße, die zunächst sanft bergauf führte und in ihrem 3 Kilometer langen Verlauf immer steiler wurde. Zu Fuß waren nur wenige andere Touristen unterwegs, doch zu meinem Erstaunen nahm der Verkehr permanent zu, bis ständig Autos und Mopeds an uns vorbeifuhren und ich langsam sauer wurde: Warum latschten wir hier lang, wenn man noch weiter hochfahren konnte, und was sollte dieser Verkehr mitten in der Nacht? Von einem schönen Vulkantrekking, um vom Gipfel des Vulkans den Sonnenaufgang über Bali zu erleben – was schlichtweg der Klassiker ist – konnte hier kaum die Rede sein. Ich fauchte den Führer an, ob es nicht einen vernünftigen Wanderweg ohne Verkehr gebe, auf dem man nicht um sein Leben fürchten müsse, als wir auch schon das Ende des Asphalts erreichten und an einer schier endlosen Kolonne geparkter Autos entlangschlenderten. Kurz darauf traf mich endgültig der Schlag, als ich die nicht enden wollende Lichterkette erspähte, die sich die steile Flanke des Batur hinaufbewegte. Nun befanden wir uns inmitten unzähliger Füße, die sich den viel zu steilen Pfad hochwühlten und dabei Tonnenweise Schlacken und Lapilli nach unten traten, so dass sich Nachfolgende in einer permanenten Staubwolke bewegen mussten.

Natürlich war ich mir bereits zuvor bewusst gewesen, dass man hier nicht alleine unterwegs ist, aber mit mehreren Tausend Leidensgenossen hatte ich nicht gerechnet. Doch irgendwann ist auch das schlimmste Trekking vorbei und so standen wir nach gut 90 Minuten Steilstück auf einer Terrasse kurz unterhalb des Batur-Kraters und gafften wie Mondkälber in Richtung Sonnenaufgang. Unnötig zu erwähnen, dass ich mir albern und deplatziert vorkam, die Kids – kaum einer der Gipfelstürmer war älter als 30 – dabei zu beobachten, wie sie ihre TikTok- und Insta-Selfies schossen und dabei nicht nur wie Enten befremdliche Grimassen schnitten, sondern sich auch seltsam verrenkten: Wenn ich irgendetwas noch mehr als lila Elefanten (siehe unten) hasse, dann sind es Fotos von Silikongespritzten Lippen auf Duckface in Tanzpose auf einem Vulkan!

Mit meinen inzwischen fast 60 Jahren war ich der Senior unter den Vulkanbesteigern und heilfroh, dass ich dieses Ziel nicht früher angesteuert habe, denn es hätte wahrscheinlich meine Vulkanbegeisterung im Keim erstickt, wobei ich noch nie besonders gerne auf inaktive Vulkanruinen gestiegen bin. Enttäuschend kam hinzu, dass die Sicht auf den Koloss Agung durch eine weitere Vulkanruine – Gunung Abang – auf der gegenüberliegenden Seite des Sees blockiert war und man nur die Ränder des Sitzes der Götter Balis sehen konnte. Wenigstens dauerte es nicht lange, bis die Sonne aufging.

Der Sonnenaufgang war … nun ja, ein Sonnenaufgang! Runter wählten wir einen angenehmeren Weg, der in Serpentinen verlief. Der Pfad führte zunächst recht steil durch einen Wald auf der oberen Flanke und meine Laune wurde langsam besser, bis der Pfad durch weniger steiles Gelände verlief und uns Dutzende knatternder Mopeds entgegenkamen, um all jene aufzulesen, die aus eigener Kraft den Abstieg nicht mehr schafften. Gegen eine für balinesische Verhältnisse unverschämte Gebühr, die kleiner wurde, je weiter unten man sich auflesen ließ. Aber nix da, Senior stapfte weiter und wollte sich nun auch nicht vom Fahrer am Ende der Straße abholen lassen, sondern marschierte stur bis zum unteren Parkplatz durch. Leroy und Ullah zogen mit, wobei der Sohn vorneweg sprintete.

Nach dem nächtlichen Trekking ging es zu einem Thermalressort am Ufer des Danau-Batur, um die müden Knochen ein wenig im warmen Wasser zu entspannen. Warum man die wasserspeienden Elefanten am Beckenrand allerdings lila strich, ist mir bis heute ein Rätsel. Spätestens da wurde mir bewusst: Auch das Paradies hat seine Höllen!

Dieses Bild sollte mich auch am nächsten Tag nicht loslassen, als wir einen Ausflug zu den Reisterrassen von Sidemen unternahmen. Die Reisterrassen liegen in einem idyllischen Tal zu Füßen des Gunung Agung, über den ich im Rahmen seiner jüngsten Eruption im Jahr 2017 häufig berichtete. Angesichts seiner beachtlichen Höhe, gepaart mit Inaktivität, verzichtete ich auf einen Aufstieg. Obwohl die Entfernung zwischen Ubud und Sidemen nur etwas mehr als 30 Kilometer beträgt, dauerte die Fahrt auf den verstopften Straßen fast 2 Stunden.

Ausflug nach Sidemen im Schatten des Agung

Auf den Straßen Indonesiens herrscht Anarchie und jeder Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen, etwa in Form von Verkehrsschildern und insbesondere Ampeln, führt unweigerlich zu kilometerlangen Rückstaus. Hinzu kommen zahlreiche LKWs, die oft maßlos überladen sind und an der kleinsten Steigung versagen. Besonders in der Nähe des Agung, wo man in den Flussbetten vulkanischen Schotter schürft, um ihn als Baumaterial zu verwenden, standen mehrere Laster mit Platten oder Achsbruch am Straßenrand und erschwerten ein Durchkommen. Einen 5-Tonner belädt man halt besser nicht mit 15 Tonnen Steinen. Ausgerechnet auf dieser Fahrt erwischten wir den Intellektuellen unter den Grap-Fahrern – nennen wir ihn Taki – und er war der Teufel in Person! Ausgestattet mit Brille und guten Englischkenntnissen löcherte mich Taki laufend mit Fragen, die zu beantworten ich eigentlich keine große Lust hatte. Am Ende der Fahrt wusste Taki nicht nur, wie viel ein Croissant in Deutschland kostet, wie unser Bildungssystem (nicht) funktioniert und warum unser Kanzler als unfähig deklariert wird, sondern auch, wie viele Stunden am Tag ich arbeite und was man im Durchschnitt in Deutschland verdient. Dass er mich nicht nach der PIN meiner Kreditkarte fragte, grenzte an ein Wunder.

In Sidemen unternahmen wir eine kleine Rundwanderung durch die Schwüle, um uns dann von Taki zum Wasserfall von Tukad Cepung fahren zu lassen. Obwohl Luftlinie nur wenige Kilometer von Sidemen entfernt, dauerte auch diese Fahrt gut eine Stunde. Neben dem dichten Verkehr lag das Problem darin begründet, dass man ein tief eingeschnittenes Tal großräumig umfahren musste; ein Problem, das auf Bali typisch ist.

Der Wasserfall selbst ist recht idyllisch gelegen, am Grund einer höhlenartigen Schlucht, in die man über unzählige Stufen absteigt, die selbst für meine langen Beine viel zu hoch waren und obendrein noch ungleichmäßige Abstände aufwiesen, so dass man hier mehr stolperte als stieg. Zum Glück war es inzwischen später Nachmittag und es waren nur noch wenige Besucher unterwegs. Unten angekommen wateten wir durch den Bach zum Wasserfall und nahmen in einem Becken weiter Strom ab, ein kurzes Bad.

Eigentlich standen noch weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Tagesprogramm, doch angesichts der fortgeschrittenen Stunde und der fast 2-stündigen Rückfahrt skippten wir diese. Auf der Rückfahrt entzog ich mich Takis Fragen, indem ich vorgab zu schlafen. Am Ende des Tages saßen wir für 2 Stunden Sightseeing 5 Stunden im Auto, aber wenigstens wusste ich jetzt, dass Balinesen neugierig sind und keine Treppen bauen können!

Am nächsten Tag endete der erste Teil unserer Reise in Ostbali und wir zogen in den Westen, doch das ist eine andere Geschichte.

Rincón de la Vieja: Zahlreiche phreatische Explosionen

Rincón de la Vieja bleibt unruhig udn erzeugte 57 phreatische Explosionen auf Wochensicht

Am costa-ricanischen Vulkan Rincón de la Vieja hält die eruptive Aktivität an. Das Observatorio Vulcanológico y Sismológico de Costa Rica (OVSICORI-UNA) registrierte in der vergangenen Woche insgesamt 57 phreatische bzw. hydrothermale Eruptionen. Die meisten Ausbrüche waren von geringer Stärke, nur drei erreichten eine moderate akustische Magnitude. Die stärkste Eruption ereignete sich am 6. September um 10:32 Uhr Ortszeit. Sie löste einen sogenannten syn-eruptiven Lahar aus, also einen Schlamm- und Geröllstrom, der unmittelbar durch den Ausbruch ausgelöst wurde. Nach starken Regenfällen gingen am 5. und 6. September zusätzlich sekundäre Lahare ab.



Rincón de la Vieja

Die vulkanische Seismizität zeigt dabei interessante Veränderungen. Der niederfrequente Tremor im Bereich von 0,7 bis 2,5 Hz hält an, schwankte im Wochenverlauf allerdings deutlich. Dabei beobachteten die Vulkanologen einen Zusammenhang zwischen der Tremoramplitude und der Eruptionshäufigkeit: Wenn der Tremor schwächer wird, nimmt die Zahl der Eruptionen zu, was zunächst paradox erscheint. Tatsächlich kommt es kurz vor einer Explosion zu einer Druckzunahme im Hydrothermalsystem, wodurch sich die Fluide weniger gut bewegen können, was zu einem Rückgang des Tremors führt. Studien zeigen, dass der Rincón zwar grundsätzlich über ein offenes Fördersystem führt, dieses aber durch Mineralabscheidungen verstopfen kann, was zur Druckzunahme führt.

Besonders aufmerksam verfolgen die Wissenschaftler die Zunahme langperiodischer Erdbeben. Allein am 11. September wurden 16 LP-Ereignisse registriert. Zusätzlich traten Erdbeben auf, die mit dem Bruch von Gestein innerhalb und außerhalb des Gipfelbereichs zusammenhängen. Nach Einschätzung von OVSICORI kann deshalb eine moderate Eruption in naher Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Auch die Gasaktivität bleibt erhöht. Der durchschnittliche Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei 293 Tonnen pro Tag, mit einem Spitzenwert von 3586 Tonnen. Die Werte liegen weiterhin über dem normalen Grundniveau des Vulkans. Geodätische Messungen zeigen kurzfristig eine Kontraktion des Gipfels und längerfristig eine Subsidenz des Massivs.

Poás mit geringer Eruptionsaktivität

Am Poás wurde in der vergangenen Woche lediglich eine kleine Eruption registriert. Der Tremor blieb moderat und relativ stabil. Ein kleiner Hangrutsch am 10. September folgte auf starke Niederschläge. Der hyperazide Kratersee stieg um etwa 0,6 Meter an. Die SO₂-Emissionen blieben mit durchschnittlich 152 Tonnen pro Tag auf dem Niveau der Vorwoche.

Kilauea: Vulkanausbruch verspätet sich weiter

Vulkanausbruch am Kilauea: Lavafontänen-Episode 55 lässt weiter auf sich warten

Am Kilauea auf Hawaii lässt die erwartete Lavafontänen-Episode 55 weiter auf sich warten. Nachdem das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) zunächst mit einem Beginn am 10. oder 11. September gerechnet hatte, wurde der Start zuletzt für den 11. September prognostiziert. Bis Freitagmorgen hatte die Eruption jedoch noch nicht richtig durchgestartet. Stattdessen setzte am Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters erneut eine Phase verstärkter Lavaüberläufe ein.



Diese Lavaüberläufe könnten verhindern, dass sich das entscheidende Quentchen Druck aufbaut, damit es zur Bildung einer Lavafontäne kommt. Stattdessen stagniert die Inflation und der Graph zur Bodenhebung bewegt sich seitwärts. Eine so lange Plateauphase vor einer Lavafontänen-Episode, die man an anderen Vulkanen als Paroxysmus bezeichnen würde, gab es seit Beginn der Eruption am 23. Dezember 2024 noch nicht.

Plateauphase der Bodenhebung a Tiltmeter gemessen. © HVO

Seit dem 7. September wurden insgesamt 69 solcher Überläufe registriert. Sie dauern zwischen wenigen Minuten und etwa zwei Stunden und sind von Pausen zwischen 15 Minuten und acht Stunden getrennt. Am 10. September war die Aktivität deutlich schwächer geworden: Die Überläufe waren kurz, träge und wurden nicht mehr von niedrigen, domartigen Lavafontänen gespeist. Am Freitag nahm die Intensität allerdings wieder zu. Mehrere Überläufe wurden von kleinen Domfontänen mit einer Höhe von 5 bis 10 Metern gespeist und erzeugten längere Lavaströme.

Entscheidend für den erwarteten Beginn der eigentlichen Fontänenepisode ist die Entwicklung der Bodendeformation. Nach mehreren Tagen nahezu unveränderter Messwerte setzte in der Nacht zum 11. September wieder eine langsame Inflation des Gipfelbereichs ein. Der Messwert am UWD-Neigungsmesser lag am Morgen bereits leicht über dem Niveau, bei dem Episode 54 am 25. August begonnen hatte. Damit haben sich die Voraussetzungen für einen erneuten Ausbruch deutlich verbessert.

Darüber hinaus wurden in den vergangenen 24 Stunden 21 kleine Erdbeben unterhalb des Gipfels registriert; das stärkste erreichte Magnitude 2,2. Zudem treten weiterhin regelmäßige Gas-Piston-Signale auf und es gibt ein schwaches Tremorsignal.

HVO hält deshalb einen Beginn von Episode 55 weiterhin für wahrscheinlich. Sollte die Inflation jedoch erneut stagnieren oder in Deflation übergehen, könnte sich der Start weiter verzögern.

Indonesien: Starker Erdstoß nahe Anak Krakatau

Tiefes Erdbeben Mw 6,6 erschüttert indonesische Region nahe der Sundastraße und dem Krakatau

Ein starkes und ungewöhnlich tiefes Erdbeben hat in der Nacht zum 12. September die Region nördlich von Java erschüttert. Nach Angaben des EMSC erreichte das Beben eine Magnitude von 6,6 und ereignete sich am 11. September um 21:23 UTC. Das Hypozentrum lag in 359 Kilometern Tiefe bei 5,09° südlicher Breite und 106,90° östlicher Länge. Damit befand sich das Epizentrum etwa 125 Kilometer nördlich von Jakarta und ca. 170 Kilometer östlich beziehungsweise nordöstlich des Vulkans Anak Krakatau, der in der Sundastraße liegt.


Sundastrait. © EMSC/Leaflet

Obwohl die Magnitude als sehr stark einzustufen ist, blieb die Bodenbewegung an der Oberfläche wegen der großen Herdtiefe vergleichsweise gering. Dennoch gingen beim EMSC zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen ein. In Bogor, rund 164 Kilometer vom Epizentrum entfernt, wurde ein leichtes Zittern registriert. Aus Cianjur wurde berichtet, dass das Beben deutlich spürbar war. In Kebontiwu beschrieb ein Beobachter das Beben als „groß“ und lang anhaltend. Auch in Kebumen an der Südküste Zentraljavas wurde ein kräftiges Schwanken wahrgenommen. Besonders bemerkenswert ist die große Reichweite der Erschütterungen: Selbst in Palembang auf Sumatra und in Singapur wurden Bewegungen registriert. Ein Beobachter in Singapur berichtete von klappernden Türen. In Padang wurde das Beben ebenfalls wahrgenommen, unter anderem von einem Hotelgast im zehnten Stock eines Hochhauses.

Tektonisch handelt es sich um ein sogenanntes Tiefenbeben. Die Region liegt über der abtauchenden Indisch-Australischen Platte, die unter den Sunda-Bogen und damit unter Java und Sumatra in den Erdmantel abtaucht. In fast 360 Kilometern Tiefe befindet sich der Erdbebenherd bereits weit innerhalb der subduzierten Platte. Das Ereignis steht daher nicht unmittelbar mit einer oberflächennahen Bewegung der Sundrastraße oder einem Bruch der Sunda-Megathrust-Zone in Verbindung.

Mögliche Auswirkungen des Bebens auf Anak Krakatau

Besonders interessant ist die Nähe zum weiterhin aktiven Anak Krakatau. Der Vulkan eruptiert seit Anfang September wiederholt und erzeugte zuletzt hohe Aschewolken. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem tiefen Erdbeben und der aktuellen Eruption ist nicht erkennbar. Die große Herdtiefe spricht vielmehr für einen tektonischen Prozess innerhalb der subduzierten Platte. Dennoch sind hier die gleichen Kräfte am Werk, die auch für die Schmelzbildung verantwortlich sind und Magma erzeugen, das an Vulkanen wie dem Krakatau eruptiert wird.

Starke Erdbeben können sich auf die Aktivität von Vulkanen auswirken. Eine Reaktion des Krakatau auf dieses tiefe Erdbeben ist bis jetzt allerdings nicht zu erkennen. Die Seismizität des Vulkans hat weiter abgenommen und ist nur noch leicht erhöht.

Das VAAC Darwin meldet weiterhin kleine Aschewolken, die vom Krakatau ausgehen und zuletzt FL 050 erreichten, was 1500 m über dem Meeresspiegel entspricht.

Von dem seit letztem Montag vermissten Boot mit 5 Journalisten an Bord, die die Eruptionen des Krakatau dokumentieren wollten, fehlt weiterhin jede Spur.

Tokachidake: Alarmstufe des Vulkans auf „3“ angehoben

Alarmstufe wegen zunehmender Erdbeben am Tokachidake angehoben – Vulkanausbruch droht

Am japanischen Vulkan Tokachidake auf Hokkaido ist die Vulkanwarnstufe am 12. September 2026 von „2“ auf „3“ angehoben worden. Die JMA begründete den Schritt mit einer Zunahme vulkanisch bedingter Erdbeben sowie anhaltenden Anzeichen für eine Aktivierung des Vulkans. Für das Gebiet um den Krater 62-2 gilt eine Zutrittsbeschränkung mit einem Radius von 3 Kilometern um den Krater, wo eine Gefahrenzone eingerichtet wurde.

Tokachidake (Archiv)

Die vulkanische Aktivität des Tokachidake ist bereits seit Monaten erhöht. Seit März registrieren Messungen eine Bodenhebung, die auf eine Inflation in mittlerer Tiefe unter dem Vulkan hindeutet. Seit April wird zudem eine erhöhte Schwefeldioxidfreisetzung festgestellt. Zu Spitzenzeiten wurden mehr als 2500 Tonnen des vulkanischen Gases ausgestoßen. Zuletzt wurden ca. 1000 Tonnen pro Tag registriert.

Auch die thermische Aktivität am Krater ist seit dem 17. August verstärkt. Langperiodische seismische Signale treten bereits seit längerer Zeit auf. Aufgrund dieser Entwicklung war die Warnstufe am 18. Juni von 1 auf 2 erhöht worden.

Seit dem 17. August wurden außerdem fünf stärkere vulkanische Erdbeben registriert. Zwei ereigneten sich am 20. August, zwei weitere am Samstagmorgen. Das jüngste Beben gegen 08:20 Uhr erreichte an der Messstation Iouzawa eine maximale Amplitude von etwa 24 Mikrometern. Nach Einschätzung der JMA könnte es am Fuß des Berges wahrgenommen worden sein. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl der Ereignisse bewertet die Behörde deren Stärke und die Kombination mit den anderen Aktivitätsparametern als besorgniserregend.

Mit der Warnstufe 3 wurde das Gebiet, in dem bei einer Eruption mit großen ballistischen Gesteinsbrocken gerechnet werden muss, von etwa 1,5 auf rund drei Kilometer erweitert. Betroffen sind unter anderem Biei, Kamifurano, Furano, Minamifurano und Shintoku. Der Berg ist für Bergsteiger gesperrt. Vulkanasche und kleinere Gesteinsfragmente können zudem in Windrichtung deutlich weiter verfrachtet werden.

Der Tokachidake eruptierte zuletzt 1988 und 1989. Besonders gefürchtet ist jedoch die Katastrophe von 1926, als ein phreatischer Ausbruch eine Schlammlawine auslöste, die 144 Menschen das Leben kostete. Die damaligen Verhältnisse mit einer mächtigen Schneedecke sind im September allerdings nicht gegeben. Zum Zeitpunkt der aktuellen Warnstufenerhöhung war der Gipfel von Wolken verhüllt, sodass die JMA keine direkte Beobachtung des Kraters vornehmen konnte.

Costa Rica: Erdbebensequenz vor der Küste

Erdbebensequenz erschüttert Costa Rica – mehrere Beben nahe der Pazifikküste

In Costa Rica hat sich seit dem 10. September eine ausgeprägte Erdbebensequenz entwickelt. Das stärkste Ereignis erreichte am 10. September um 08:26:54 UTC die Magnitude 5,0. Das Hypozentrum lag nach EMSC/USGS in nur etwa 10 Kilometern Tiefe bei 9,03° Nord und 84,06° West, gut 55 Kilometer südwestlich von San Isidro und etwa 100 Kilometer südlich von San José. Am Abend folgte in 16 Kilometern Tiefe das zweitstärkste Beben M 4,8. Beide Beben wurden von den Küstenbewohnern verspürt.

Costa Rica. © EMSC/Leaflet

Dem Beben der Magnitude 5,0 gingen bereits mehrere schwächere Erdstöße voraus. Im spürbaren Magnitudenbereich lagen auch zwei Beben der Magnituden 3,5 und 3,4. Weitere Ereignisse ereigneten sich im Raum der zentralen und südlichen Pazifikregion Costa Ricas. Am Abend folgte bei 9,07° Nord und 84,26° West ein weiteres stärkeres Beben der Magnitude 4,8 in 16 Kilometern Tiefe. Auch am 11. September setzte sich die Aktivität mit Beben bis Magnitude 3,4 und 2,9 fort. Die räumliche Verteilung spricht allerdings nicht für eine vollkommen kompakte Nachbebenserie an einem einzigen Punkt, sondern für eine breitere Aktivierung von Störungsstrukturen.

Bei den Erdbebendiensten und örtlichen Polizeidienststellen gingen Wahrnehmungsmeldungen teils besorgter Bürger ein. Ein Beobachter in Daniel Flores, nur 32 Kilometer vom Epizentrum entfernt, berichtete, dass das Bett schwankte. In Escazú, rund 92 Kilometer entfernt, wurde eine kurzweilige Erschütterung registriert. Schäden wurden nicht gemeldet.

Die Region liegt in einer tektonisch hochaktiven Zone Mittelamerikas, die praktisch täglich von zahlreichen Erdbeben erschüttert wird. Am Mittelamerikanischen Tiefseegraben wird die ozeanische Cocos-Platte unter die Karibische Platte beziehungsweise den Panama-Block subduziert. Im südlichen Costa Rica trifft diese Plattengrenze auf die komplexe Region um den Cocos-Rücken und die Panama-Fracture-Zone. Dadurch entstehen sowohl Subduktionsbeben als auch zahlreiche flache Krustenbeben innerhalb des darüberliegenden Plattenblocks.

Die geringe Herdtiefe der aktuellen stärkeren Beben spricht zunächst für eine Aktivierung oberflächennaher Störungen entlang der Plattengrenzen. Ein direkter Zusammenhang mit Magmenbewegungen ist nicht erkennbar, obwohl die tektonischen Prozesse, die die Erdbeben auslösten, auch für die Magmenbildung mitverantwortlich sind.

Dennoch ist die Nähe zu mehreren aktiven Vulkanen interessant. Vom Epizentrum des stärksten Bebens liegen die Vulkane Irazú und Turrialba ungefähr 110 bis 120 Kilometer entfernt. Auch die oft in den Schlagzeilen stehenden Vulkane Poás und Rincón de la Vieja liegen im Wirkungskreis des Erdbebens. Dass hierdurch Vulkanausbrüche getriggert werden, ist allerdings wenig wahrscheinlich.

Die aktuelle Erdbebensequenz ist damit vor allem als tektonisches Geschehen im komplexen Plattenrandbereich Costa Ricas einzuordnen. Eine vulkanische Ursache lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten.

Island: Erdbebenaktivität am 11. September

Erdbeben auf Island verteilen sich über die gesamte Insel

Die Erdbebenaktivität auf Island bewegt sich weiterhin auf einem mittelhohen Niveau, und die IMO-Shakemap ist entsprechend relativ bunt: Innerhalb von 48 Stunden wurden mehr als 100 Beben registriert, die sich auffallend homogen über die bekannten Erdbebenzonen Islands verteilen, ohne ausgeprägte Erdbebenschwärme zu bilden. Das stärkste Beben der letzten Stunden hatte eine Magnitude von 2,7 und manifestierte sich an der Tjörnes-Fracture-Zone vor der Nordküste Islands. Während die Erdbebentätigkeit hier nichts Ungewöhnliches ist, finde ich die anhaltende Seismizität in der Krafla-Region durchaus bemerkenswert.

Island. © IMO

Weiter südlich liegen der Tafelvulkan Herdubreid und die Caldera Askja, wo die Seismizität in den letzten Tagen ebenfalls erhöht ist. Während die Bodenhebung an der Messstation OLAC, die ziemlich im Zentrum der Askja-Caldera liegt, zum Erliegen gekommen ist, verzeichnet die Messstation JONC im Norden des Gebiets eine anhaltende Hebung, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch sich im Untergrund akkumulierende magmatische Fluide verursacht wird.

Ein weiterer interessanter Bebenspot ist der Gletscher Vatnajökull, unter dem sich mehrere Zentralvulkane befinden. Hier konzentriert sich die Bebentätigkeit weiterhin auf Bárðarbunga und Grímsvötn. An beiden Vulkanen gibt es anhaltende Bodenhebungen, die allerdings aufgrund der Eisbedeckung schwer zu quantifizieren sind. Die Bodenhebungen verlaufen relativ langsam und sind keine Anzeichen für unmittelbar bevorstehende Eruptionen.

Anhaltende Erdbebentätigkeit wird auch im Süden Islands registriert, etwa in dem Gebiet zwischen Torfajökull und Hekla, während es im Westen der Insel weiterhin am Langjökull und am Grjótárvatn bebt.

Auf der Reykjanes-Halbinsel im Südwesten ereigneten sich die meisten Beben im Krýsuvík-System und vor der Küste bei Reykjanestá. Im Svartsengi-System ist es nach wie vor auffällig ruhig, obgleich die Bodenhebung weiterhin konstant anhält und sich im Untergrund Magma ansammelt. Die Gefahr eines Vulkanausbruchs ist also noch nicht gebannt.

Great Sitkin: Alaskas Domvulkan ist weiter aktiv

Lavadom des Great Sitkin wächst seit Jahren weiter – Lavaströme gesichtet

Auf der zu Alaska gehörenden Inselkette der Aleuten hält die ungewöhnlich lang anhaltende Eruption des Great-Sitkin-Vulkans an. Wie das AVO jüngst berichtete, wird der seit Juli 2021 im Gipfelkrater des Vulkans wachsende Lavadom weiter gespeist und es bilden sich kurze Lavaströme an der Domflanke. Die Eruption verläuft überwiegend effusiv und damit vergleichsweise ruhig: Statt großer Explosionen quillt zähflüssige Lava aus dem Fördersystem und baut im Krater einen mächtigen Lavadom auf.



Great Sitkin. © HVO

Der Lavadom ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen und hat inzwischen den größten Teil des Gipfelkraters ausgefüllt. Dabei bleibt die Aktivität nicht auf das unmittelbare Domwachstum beschränkt. Die austretende Lava breitet sich über den Kraterbereich hinaus aus und bildet Lavaströme, die in die angrenzenden Täler vorstoßen. Damit verändert die seit Jahren andauernde Eruption die Gestalt des Gipfelbereichs des Great Sitkin nachhaltig.

Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass sich die Lava weiterhin langsam ausbreitet. Besonders aufschlussreich sind satellitengestützte Radardaten, die auch bei Bewölkung Aufnahmen des Vulkans ermöglichen. Anfang September konnte damit eine weitere Ausdehnung der Lava in östliche Richtung festgestellt werden. Der Prozess ist allerdings sehr langsam und unterscheidet sich deutlich von schnell fließenden Lavaströmen, wie sie z.B. auf Hawaii vorkommen.

Auch thermische Signale bestätigen die anhaltende Lavaaktivität. Auf klaren Webcam-Aufnahmen war zuletzt zudem Dampf über dem Gipfeldom zu erkennen. Die Seismizität blieb dagegen gering; innerhalb eines Tages wurden lediglich einzelne kleinere Erdbeben registriert. Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende explosive Aktivitätszunahme gibt es derzeit nicht.

Neue Fotos stammen von einer Expedition des AVO, die mit Hilfe eines Hubschraubers Mitte August durchgeführt wurde. Die Luftaufnahmen zeigen den kegelförmigen Dom im Krater des Vulkans, von dem eine Dampffahne ausging.

Der Great Sitkin wird kontinuierlich mit seismischen und Infraschallsensoren, Webcams sowie Satelliten überwacht. Die Vulkanologen können dadurch sowohl das Wachstum des Doms als auch die weitere Ausbreitung der Lavaströme verfolgen.

Great Sitkin, dessen Alarmstatus auf „Orange“ steht, ist nicht der einzige aktive Vulkan Alaskas. Shishaldin steht auf Alarmstufe „Gelb“ und ist überwiegend seismisch unruhig. In den letzten 2 Tagen wurde auch in der Katmai-Region erhöhte Seismizität registriert, doch hier wurde die Warstufe noch nicht erhöht.

Vulkan Lewotolok eruptiert in hoher Frequenz

Lewotolok eruptiert weiterhin ungewöhnlich häufig – 322 Explosionen an einem Tag

Der indonesische Vulkan Lewotolok liegt auf der Insel Lembata und bleibt außergewöhnlich aktiv. Allein am heutigen Freitag, 11. September 2026, wurden bis zum frühen Nachmittag bereits sieben größere Eruptionen registriert. Dabei erreichten die Aschewolken Höhen von bis zu 700 Metern über dem Gipfel. Das entspricht einer Höhe von etwa 2.100 Metern über dem Meeresspiegel. Hinzu kommen weitere Explosionen, die nicht explizit in den Meldungen des VSI erwähnt werden. So wurden am 10. September 322 seismische Explosionssignale registriert.

Lewotolok

Die Eruptionen lösen VONA-Meldungen beim Darwin Volcanic Ash Advisory Centre aus. Die jüngste Meldung heute bestätigt die Eruptionen und wies Vulkanasche in einer Höhe von 2100 m über dem Meeresspiegel nach. Die Asche bewegte sich mit dem Wind in westliche Richtungen. Das VAAC geht ausdrücklich davon aus, dass die Eruptionen weiterhin anhalten werden.

Bereits in der Nacht wurden mehrere explosive Eruptionen dokumentiert, die rotglühende Tephra förderten und kurz hintereinander erfolgten. Um 02:08 Uhr Ortszeit wurde eine erste Explosion registriert, kurz darauf folgte um 02:21 Uhr eine weitere Eruption. Am Morgen ereigneten sich weitere Ausbrüche um 07:09, 08:02 und 09:06 Uhr. Um 13:20 Uhr kam es erneut zu einem Ausbruch, bei dem eine etwa 500 Meter hohe, graue und dichte Aschewolke beobachtet wurde. Die Ausbrüche dauerten zwischen 60 und 94 Sekunden und erzeugten jeweils deutliche Signale auf dem Seismografen.

Auch die seismischen Daten des Vortages verdeutlichen die außergewöhnliche Aktivität. Am 10. September registrierte das indonesische Vulkanobservatorium insgesamt 322 Eruptions- beziehungsweise Ausbruchs-Beben. Hinzu kamen 84 Entgasungsereignisse, fünf harmonische Tremorphasen sowie zwölf nicht-harmonische Tremorphasen. Außerdem wurden sechs vulkanotektonische Beben in geringer Tiefe und zwei tiefere vulkanische Erdbeben aufgezeichnet.

Die hohe Zahl der Eruptionen ist damit nicht auf einzelne stärkere Ausbrüche beschränkt, sondern Ausdruck einer anhaltend intensiven Aktivitätsphase. Obgleich der Lewotolok bereits seit Monaten sehr munter ist, steigerte sich die Eruptivität nochmals am 24. August; gut 9 Tage nach dem starken Erdbeben Mw 7,7 auf der Nachbarinsel Flores, wo es immer noch viele Nachbeben gibt.

Am Vulkan bestehen zudem ältere Lavaströme beziehungsweise Lavaablagerungen an der Südost- und Nordostflanke. Der Lewotolok zeigt damit derzeit eine anhaltend hohe eruptive Aktivität, wobei sich die einzelnen Ausbrüche bislang auf relativ geringe Höhen beschränken.