Vulkan Anak Krakatau mit Eruptionen am 29.06.22

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Ejektiv

Im Sunda-Strait zwischen Java und Sumatra ist der Anak Krakatau weiter aktiv. Das VAAC meldete heute eine Aschewolke, die bis auf einer Höhe von 4300 m aufstieg und in Richtung Nordosten verfrachtet wurde. Laut VSI stieg die Asche bis zu 2000 m über Kraterhöhe auf. Die Eruption ereignete sich um 14:51 WIB und dauerte fast 2 Minuten. Es wurde ein seismisches Signal mit 60 mm Amplitude aufgezeichnet. Bei nächtlichen Eruptionen wurde rotglühende Tephra gesichtet.

Vulkan News 29.06.22: Aso

Dampfwolke am Aso. © RKK/JMA

Aso mit erhöhter Seismizität

Staat: Japan | Koordinaten: 32.88, 131.11 | Eruption: Fumarolisch

Am japanischen Vulkan Aso-san hat die Erdbebentätigkeit signifikant zugenommen. Das JMA verzeichnete am 27. Juni gut 680 vulkanotektonische Erdbeben. Gestern waren es ca. 400 Beben. Zudem wird Tremor registriert.

Westlich des Vulkans manifestierten sich 2 moderate Erdbeben im Bereich der Stadt Kumamoto. Im Jahr 2016 gab es dort ein Erdbeben der Magnitude 7,1, das Zerstörungen anrichtete und Todesopfer verursachte. In diesem Jahr war der Aso besonders aktiv und stieß mehrmals hohe Aschewolken aus. Der Vulkan könnte nun wieder vor einer Eruptionsphase stehen. Auf dem Livestream sieht man -bei schönstem Wetter- Dampf aus dem Krater aufsteigen. Aschewolken konnte ich bislang nicht beobachten.

Vulkan-News 29.06.22: Ecuador

In Ecuador sind die Vulkane Sangay und Reventador weiterhin aktiv und eruptieren Aschewolken. Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass der Vulkan-Komplex  Chiles – Cerro Negro erwachen könnte, denn zur Monatsmitte wurden dort 785 vulkanotektonische Erdbeben registriert.

Sangay mit Asche und Wärme

Staat: Ecuador | Koordinaten: -2.00, -78.34 | Eruption: Strombolianisch

In Ecuador sorgt der Sangay wieder für Schlagzeilen, indem er Aschewolken fördert, die bis zu 7600 m Höhe aufsteigen und in südwestlicher Richtung driften. Im Bulletin des IGPEN wird davon berichtet, dass der Sangay 369,6 Tonnen Schwefeldioxid am Tag ausgestoßen hat. Es wurden 60 Explosionen und 120 langperiodische Erdbeben detektiert. Es gab 10 Tremorphasen im Zusammenhang mit den Eruptionen. Außerdem wurde dem Vulkan eine hohe Wärmestrahlung attestiert. Aktuell liegt sie bei 583 MW. Gestern lag der Wert bei 1047 MW. Die Quelle der Wärmestrahlung wird nicht weiter benannt. Meiner Meinung nach, passen der relativ geringe Schwefeldioxid-Ausstoß und die hohe Wärmestrahlung nicht zusammen. Normalerweise kann so eine starke Wärmestrahlung nur von Lava entstehen, die an der Oberfläche austritt und einen Lavastrom bildet. Normalerweise sind Lavaströme mit dieser Wärme-Emission gut 1 km lang und stoßen dann etwa 5-10 Mal soviel Schwefeldioxid aus, wie es am Sangay aktuell der Fall zu sein scheint.

Die Berichte vom IGEPN beginnen in den letzten Tagen immer mit der freudigen Nachricht, dass es keine Niederschläge gab, denn dann entstehen für gewöhnlich auch keine Lahare. Die Schlammströme stellen am Sangay ein Problem dar, indem die Ablagerungen die Flussläufe in Vulkannähe verändern und das Wasser stauen oder umlenken. Dadurch werden auch Flüsse beeinflusst, an denen Siedlungen leben. Im schlimmsten Fall kann ein natürlicher Damm entstehen, hinter dem sich ein Stausee bildet. Wenn der Damm bricht, rauscht einen Flutwelle durch das Flusstal. Zuletzt entstand ein Lahar am 25. Juni. Seitdem ist da Wetter am Sangay ungewöhnlich gut, weshalb auch die Daten zur Verfügung stehen.

In Ecuador ist aber nicht nur der Sangay aktiv, sondern auch der Vulkan Reventador. Dort ist das Wetter ebenfalls schön und es gibt Sichtungen der Eruptionen.

Reventador mit Ascheeruptionen

Staat: Ecuador | Koordinaten: -0.081, -77.67 |Eruption: Vulcanianisch

Am Reventador werden Aschewolken gesichtet, die bis zu 900 m über Kraterhöhe aufsteigen und in westlicher Richtung driften. MIROVA detektiert eine moderate Wärmestrahlung mit 22 MW Leistung. Der Lavastrom, der noch in der vergangenen Woche tätig war, ist wahrscheinlich versiegt. Laut Bulletin vom IGEPN wurden gestern 98 Eruptionen gemeldet. Die Seismizität ist erhöht: 102 langperiodische Erdbeben und 11 Tremorphasen wurden für den Beobachtungszeitraum 27. Juni registriert.

Erdbeben-News 28.06.22: Taiwan

Taiwan mit Erdbebenserie

Datum: 27.06.22 | Zeit: 20:06:59 UTC | Lokation: 22.01 N ; 120.22 E | Tiefe: 10 km | Mw 5,1

Vor der Südküste Taiwans manifestierte sich eine Serie moderater Erdbeben. Insgesamt registrierte das EMSC seit gestern 6 Erdstöße. Der Stärkste brachte es gestern auf Mw 5,1, gefolgt von einem Beben Mw 5,0. Die anderen Erdbeben hatten Magnituden im 4er Bereich. Die Tiefe des stärksten Erdstoßes wird mit 10 km angegeben. Das Epizentrum wurde 56 km südlich von Donggang verortet. In den vergangenen Wochen ereigneten sich überdurchschnittlich viele Beben in- und um Taiwan.


Island: 2 Erdbeben M größer 3,0

Datum: 27.06.22 | Zeit: 23:21:45 UTC | Lokation: 66.27 ; -18.57 | Tiefe: 10 km | Ml 3,2

Gestern manifestierten sich unter Island 2 Erdbeben mit Magnitude größer als 3. Das Stärkere brachte es auf M 3,3 und lag 4.2 km nordöstlich von Bárðarbunga. Das 2 Beben hatte eine Magnitude von 3,2 und wurde 18.0 km nordwestlich von Gjögurtá auf Nordisland verortet. Dieses Beben stand mit der Tjörnes-Fracture-Zone in Verbindung. Unter ganz Island wurden in den letzten 48 Stunden 156 Beben registriert. 54 Beben manifestierten sich unter der Reykjanes-Halbinsel.

Vulkan-News 28.06.22: Sakurajima

Eruption am Sakurajima

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Asche-Emissionen

Auf der japanischen Insel Kyushu gab es nicht nur ein Erdbeben der Magnitude 4,5, sondern auch mehrere Eruptionen des Vulkans Sakurajima. Das VAAC brachte 4 VONA-Warnungen über Aschewolken am Vulkan heraus. Sie stiegen bis zu 3000 m hoch auf und drifteten in Richtung Norden. Die erste Meldung wurde um 3:36 UCT veröffentlicht. Das Erdbeben manifestierte sich um 21:34 UCT, also gut 6 Stunden früher. Sein Hypozentrum lag in 161 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 46 km südlich von Kagoshima verortet. Es ist nicht auszuschließen, dass das Erdbeben den Vulkanausbruch triggert, obwohl es recht tief lag und nur von moderater Stärke. Bei früheren Eruptionen des Vulkans gab es ähnliche Korrelationen. Einen Beweis für die These, dass Erdbeben Vulkanausbrüche beeinflussen können, stellt eine bloße Korrelation allerdings nicht dar.

Der Sakurajima ist dieses Jahr vergleichsweise ruhig. Bislang stellte das VAAC Tokio 28 VONA-Warnungen zum Sakurajima online. Bis 2015 war der Vulkan hochaktiv, so dass das der wöchentliche Durchschnitt an VONA-Warnungen war. Anders sieht es dieses Jahr am Suwanose-jima aus der südlich von Kagoshima liegt und einen Inselvulkan des Ryukyu-Archipels bildet. Er löste in diesem Jahr bereits 562 VONA-Warnungen aus. Zuletzt stieg gestern Vulkanasche bis auf 2400 m Höhe auf und driftete ebenfalls nach Norden. Gegenüber Mai, sind Tremor und Seismizität aktuell niedrig. Ähnlich verhält es sich am Sakurajima, mit dem Unterschied, dass die Seismizität dort schon seit langem gering ist.

Über den Vulkan Sakurajima

Beim Sakurajima handelt es sich um einen Vulkan in der Bucht von Kagoshima. Übersetzt heißt Sakura-jima Kirschblüteninsel und in der tat blühen in der Bucht nicht nur Kirschen, sondern der Vulkan bildet eine Insel, die nur über eine schmale Landbrücke mit Kyushu verbunden ist. Diese besteht aus einem Lavastrom, der bei der großen Eruption 1914 gefördert wurde. Am Gipfel befinden sich 2 Krater, von denen nur einer aktiv ist. Etwas seitlich liegt ein dritter Krater, der bis 2015 frequent eruptierte.

Naturphänomen: Riesiger Komet nähert sich

  • Komet C/2017 K2 erreicht Mitte Juli den erdnächsten Punkt
  • Der Schweifstern wird dann in kleinen Teleskopen sichtbar sein
  • Er könnte einen Durchmesser von mehr als 150 km haben

Komet C/2017 K2 kommt näher

Im kommenden Monat nähert sich ein riesiger Komet der Erde und wird schon mit keinen Teleskopen und Ferngläsern sichtbar sein. Der Komet mit der Bezeichnung C/2017 K2 wurde zuerst mit dem Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii entdeckt. Das war im Jahr 2017. Später konnte man ihn auch mit dem Hubble-Weltraumteleskop verfolgen. Zu diesem Zeitpunkt war er über 3 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und befand sich noch hinter der Saturn-Umlaufbahn. Damit stellte er einen Rekord auf, denn noch nie wurde ein Komet so weit draußen entdeckt. Dieser Umstand lässt auf seine enorme Größe schließen: Bereits bei seiner Entdeckung hatte er einen 130.000 Kilometer große Koma was soweit von der Sonne entfernt ebenfalls selten ist. Damals war die Koma bereits so groß wie Jupiter.

Am 14. Juli soll C/2017 K2 seinen Erdnächsten Punkt erreicht haben. Dann befindet er sich aber immer noch hinter der Mars-Umlaufbahn. Wahrscheinlich wird man ihn auch dann noch nicht mit bloßem Auge sehen können, aber mit kleinen Teleskopen sollte es möglich sein. Seinen sonnennächsten Punkt erreicht der Schweifstern im Dezember.

Bis jetzt war es nicht möglich die genaue Größe des Objekts zu ermitteln. Einige Astronomen gehen davon aus, dass er einen Durchmesser von mehr als 150 km haben könnten, während die  Interpreten der Hubble-Daten davon ausgehen, dass er bestenfalls 25 km durchmisst.

Im Gegensatz zu Asteroiden und Meteoriten sind Kometen relativ selten. Den Astronomen sind nur ein paar Tausend dieser Objekte bekannt, während 540.723 Asteroiden im Sonnensystem katalogisiert wurden. Kometen werden oft mit schmutzigen Schneebällen verglichen. Kommen sie der Sonne zu nahe, dann lösen sie sich auf. Aber selbst Kometen, die respektvolle Distanz zur Sonne einhalten, verlieren bei jedem Umlauf um das Zentralgestirn Masse, so dass ihre Lebensdauer begrenzt ist.

Vulkan-News 27.06.22: San Cristobal

San Cristóbal in Nicaragua ist ausgebrochen

Staat: Nicaragua| Koordinaten: 12.70; -87.00 | Eruption: Asche-Emissionen

Gestern Morgen ist in Nicaragua der Vulkan San Cristóbal ausgebrochen. Die Eruption ereignete sich um um 07:35 Uhr Ortszeit. Augenzeugen berichten in lokalen Medien, dass kurz vor dem Vulkanausbruch ein Erdbeben zu spüren gewesen war. Dann erfolgte eine Explosion, bei der Asche und Gas ausgestoßen wurde. Die Aschewolke driftete in Richtung Norden und verursachte Ascheniederschlag in der Gemeinde La Grecia. Der Direktor des zuständigen Katastrophenschutzes meinte in einem Statement, dass solche Explosionen den Schlot des Vulkans räumen, was immer wieder vorkommt. Eine größere Gefahr geht von diesen Explosionen nicht aus. Dennoch wurde empfohlen, dass sich die Anwohner mit Wasser und Lebensmittel eindecken sollen und die bekannten Notfallpläne zu befolgen, falls sich die Eruption verstärken sollte. Zudem solle man die Sperrzone um den Krater respektieren und Straßen in Vulkannähe mit reduzierter Geschwindigkeit befahren.

Das VAAC Washington brachte keine VONA-Meldung heraus. Daher ist die Höhe der Aschewolke nicht bekannt. Ich schätze sie auf mindestens 2 km über Kraterhöhe. INETER hat noch keine Meldung zum Ausbruch veröffentlicht. Dafür wurde in der letzten Woche über ein Schwarmbeben an der Küste informiert, dass mit der Subduktion dort zusammenhing.

Über den Vulkan San Cristóbal

San Cristóbal ist ein 1745 m hoher Komplexvulkan im Westen Nicaraguas. Er setzt sich aus 5 Kegeln zusammen. Der aktive Krater heißt El Viejo und eruptiert alle paar Jahre. Neben den erwähnten Schloträumern kam es auch in diesem Jahrtausend zu stärkeren Eruptionen, bei denen mehrere Dörfer evakuiert wurden. Der aktuelle Eruptionszyklus begann im Dezember 2022 und wird beim GVP mit einem VEI 3 eingestuft. Im Dezember letzten Jahres wurde Tremor registriert und es kam zu erhöhtem Gasausstoß. Weitere Eruptionen könnten folgen.

Naturkatastrophen News 27.06.22: China

  • Überflutungen im Süden Chinas
  • Hitzewelle in Nord- und Zentralchina
  • Klimawandel trägt Mitschuld an Wetterextreme

Überflutungen und Hitzewelle in China

China ist derzeit zweigeteilt, da der Süden des Landes von starken Überschwemmungen und Erdrutschen heimgesucht wird, während in anderen Landesteilen eine Hitzewelle das Leben schwer macht. Doch beide Extremwetterereignisse finden ihren Ursprung im anthropogenen Klimawandel.

Ok, besonders im Süden Chinas gab es bereits früher Überflutungen, besonders im Bereich große Flussläufe im Flachland ist damit zu rechnen. Doch das Nationale Klimazentrum Chinas veröffentlichte ein Statement, nach dem es in diesem Jahr schlimmer und extremer ist als sonst, wobei unberücksichtigt ist, dass das praktisch in jedem Jahr gesagt wird und wir somit eine kontinuierliche Steigerung des Phänomens sehen. Aktuell sind mindestens eine Millionen Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen. Besonders betroffen ist das Perlflussdelta und die Provinzen Guangdong, Fujian und Guangxi. In allen Regionen wurden Rekordniederschläge gemessen und zahlreihe Flüsse traten über die Ufer. In der Provinz Guangdong gab es Meldungen aus den Städten Guangzhou und Shaoguan, wo die Straßen meterhoch unter Wasser standen und Menschen mit Booten evakuiert werden mussten. Die Schäden werden auf eine Viertelmillionen Euro geschätzt.

Zentral- und Nordchina leiden dagegen unter einer extremen Hitzewelle, die bereits mehrere Rekorde gebrochen hat. Ähnlich wie in Spanien, Frankreich und Italien, herrschten Temperaturen von mehr als 40 Grad und niemals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es um diese Jahreszeit heißer. Tatsächlich sollen auch einige lokale Allzeitrekorde gebrochen worden sein. Es wurde ausdrücklich davor gewarnt, sich im Freien aufzuhalten. Mit den Temperaturen steigen natürlich auch die Ozonwerte und Kreislaufprobleme sind vorprogrammiert.

Die Hitzewelle hat zufolge, dass der Stromverbrauch Rekordwerte erreicht, da Klimaanlangen auf Hochtouren laufen. In der Provinz Shandong leben gut 100 Millionen Menschen. Dort kletterte der Stromverbrauch auf 93 Millionen Kilowatt. Damit wurde der bisherige Rekord aus 2020 um 3 Millionen Kilowatt übertroffen. Ein Teufelskreislauf, denn in China wird der Strom überwiegend aus der Verbrennung fossiler Energieträger gewonnen, so dass die Antwort auf dem Klimawandel so aussieht, dass noch mehr Treibhausgase erzeugt werden. Ein Trend, den ich selbst in meiner unmittelbaren Nachbarschaft beobachte, denn hier haut man sich auch immer mehr Klimaanlagen an die Hauswände, während Solaranlagen Mangelware sind.

Neben dem anthropogenen Klimawandel, gibt es einen weiteren Grund für die Häufung der Wetterextreme in Asien, Australien und Südamerika: die Klimaphänomene El Nino und La Nina. Aktuell herrscht La Nina, was für eine Umverteilung der sonst üblichen Niederschlagsverteilung sorgt. Obwohl die beiden Phänomene einen natürlichen Ursprung haben, treten sie in den letzten Jahren gehäuft auf. Grund hierfür könnte abermals der Klimawandel sein.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte es durch die klimabedingten Naturkatstrophen zu globalen Hungersnöten kommen. Darüber hinaus werden Rohstoff- und Energieknappheit weiterhin die Lieferketten stören, so dass auch wir Europäer nicht mehr aus dem wirtschaftlichen Abwärtssog heraus kommen, der uns spätestens seit Pandemiebeginn in Schach hält.

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