Gewaltige Flutwelle am Budhi Gandaki verwüstet Flusstal in Nepal – mindestens 5 Personen vermisst
Eine gewaltige Schlammflut lief heute durch das Flusstal Budhi-Gandaki im zentralen Nepal und richtete schwere Schäden an. Im Distrikt Gorkha wurden neben Häusern auch Brücken fortgerissen und somit Straßenverbindungen unterbrochen. Zudem wurde ein Wasserkraftwerk beschädigt. Mindestens 5 Menschen werden vermisst. Rettungskräfte brachten Bewohner aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit. Auch flussabwärts gelegene Ortschaften wurden vor weiteren Überschwemmungen gewarnt.
Besonders eindrucksvoll sind Aufnahmen, die die herannahende Front der schlammigen Flutwelle zeigen, wie sie sich durch das Flussbett wälzt. Die Schlammmassen traten über die Ufer und rissen alles mit sich, was sich auf ihrem Weg befand. Die genaue Schadensbilanz ist bis jetzt noch unklar.
Erdrutsch könnte Flutwelle ausgelöst haben

Als mögliche Ursache für die weitere Naturkatastrophe in Nepal gilt ein Erdrutsch im oberen Einzugsgebiet des Budhi Gandaki. Dabei könnte eine große Menge Gestein und Erdmaterial einen Flussabschnitt oder Zufluss blockiert und einen natürlichen Damm gebildet haben. Hinter dieser Barriere staute sich vermutlich Wasser auf, bis der Druck auf den natürlichen Schüttdamm zu groß wurde und dieser barst. Eine solche Flutwelle kann innerhalb kurzer Zeit enorme Wassermengen freisetzen und selbst weit flussabwärts schwere Zerstörungen verursachen.
Berichten zufolge gab es im oberen Einzugsgebiet des Flusses zuvor keinen nennenswerten Niederschlag, der die plötzliche Flut allein erklären würde. Das würde zu einem durch einen Erdrutsch ausgelösten Dammbruch passen. Die genaue Ursache muss allerdings noch untersucht werden. Auch ein Lawinenabgang wurde als mögliche Erklärung diskutiert; doch auch ein Gletscherabbruch ist bislang nicht bestätigt.
Die Behörden warnten Anwohner entlang des Budhi Gandaki und des weiterführenden Flusssystems vor weiteren Flutwellen. Besonders kritisch ist die Situation, wenn sich oberhalb der betroffenen Gebiete erneut Wasser hinter Geröll oder Erdrutschmaterial aufstaut. Rettungskräfte und lokale Behörden bemühten sich, gefährdete Menschen rechtzeitig zu evakuieren.
Erneute Flut nur 6 Wochen nach großer Katastrophe
Die aktuelle Katastrophe ereignet sich nur gut sechs Wochen nach einer der verheerendsten Flutkatastrophen der jüngeren Geschichte Nepals. Am 26. August 2026 hatte ein gewaltiger Hang- beziehungsweise Gletscherkollaps nahe der Grenze zu China eine Gerölllawine und Flutwelle ausgelöst. Die Wassermassen bewegten sich fast 100 Kilometer flussabwärts und verwüsteten Siedlungen und Infrastruktur am Lende Khola und Trishuli. Mindestens 1.455 Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 5.000 weitere galten zuletzt noch als vermisst. Die jetzige Flut am Budhi Gandaki ist räumlich davon getrennt und deutlich kleiner, zeigt aber erneut, wie schnell Hanginstabilitäten im Himalaya verheerende Flutwellen auslösen können. Für die zunehmenden Hanginstabilitäten könnte das Auftauen des Permafrost infolge des Klimawandels mitverantwortlich sein.








