Italien: Erdrutsch auf 4 km Länge

Erdrutsch bei Petacciato: Unwetter lösten massive Bodenbewegungen aus, die Zerstörungen verursachten

An der italienischen Adriaküste hat ein großflächiger Erdrutsch in der Region Molise starke Schäden verursacht und wichtige Verkehrsverbindungen unterbrochen. Bereits Anfang der Woche setzten sich bei der Gemeinde Petacciato auf einer Länge von gut 4 Kilometern gewaltige Erdmasse in Bewegung und glitt langsam in Richtung Meer ab und generierte eine mehrere Meter hohe Steilkante. Die Folgen sind nicht zu übersehen: Luftaufnahmen zeigen aufgerissene Straßen, verbogene Bahngleise und beschädigte Gebäude, deren Bewohner evakuiert werden mussten. Besonders gravierend ist die Sperrung eines Abschnitts der Autobahn A14 sowie der parallel verlaufenden Bahnlinie, die beide wichtige Nord-Süd-Verbindungen entlang der Adriaküste darstellen.

Steilkante durch Erdrutsch

Auslöser des Erdrutsches waren starke Regenfälle infolge von Unwettern in den Tagen zuvor, denen ich zu verdanken hatte, nicht auf Stromboli anlanden zu können. Die Region Molise wurde besonders stark von den lange anhaltenden Unwettern getroffen, die den Boden tiefgründig durchnässten. Entscheidend war dabei weniger ein einzelnes Starkregenereignis als vielmehr die über Wochen angesammelte Wassermenge im Untergrund. Die Niederschläge führten dazu, dass sich Porenwasser im Boden anreicherte und den inneren Zusammenhalt der Bodenschichten schwächte. Schließlich wurde eine kritische Grenze überschritten, und der Hang begann, großflächig zu gleiten.

Die geologischen Bedingungen in diesem Küstenabschnitt begünstigen solche Prozesse. Das Gebiet liegt im Vorland des Apennin und besteht aus einer charakteristischen Abfolge von Sedimentschichten. Unter einer vergleichsweise stabilen Deckschicht aus Sand und Kies befindet sich eine Tonschicht, die in früheren Erdzeitaltern in einem ruhigen Meeresbecken abgelagert wurde. Diese feinkörnigen Sedimente reagieren empfindlich auf Wasser: Sobald sie durchfeuchtet sind, quellen die Tonminerale auf, verlieren ihre Festigkeit und verhalten sich plastisch wie Knete.

Genau diese Eigenschaft spielt beim aktuellen Erdrutsch eine zentrale Rolle. Regenwasser kann durch die oberen, durchlässigeren Schichten einsickern, staut sich jedoch auf dem weniger durchlässigen Ton. Dort entsteht eine Art glitschiger Gleithorizont, auf dem die darüberliegenden Schichten langsam abrutschen. Die Hangneigung in Richtung Meer verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Erdrutsche sind in Petacciato kein neues Phänomen. Bereits seit über einem Jahrhundert werden dort wiederkehrende Bodenbewegungen beobachtet, meist in Zyklen von längeren Ruhephasen und kurzen Aktivitätsperioden. Die jüngsten Unwetter haben diesen Prozess erneut angestoßen.

Geologen gehen davon aus, dass sich solche großräumigen Rutschungen nicht vollständig verhindern lassen. Maßnahmen wie Entwässerungssysteme könnten jedoch helfen, das Risiko zu verringern, indem sie die Wassermenge im Untergrund kontrollieren. Der aktuelle Fall zeigt eindrücklich, wie eng extreme Wetterereignisse und geologische Gegebenheiten zusammenwirken können.

Erdrutsch in Pakistan

Mit der Zunahme extremer Wetterereignisse treten Erdrutsche weltweit immer häufiger auf und erreichen dabei oft größere Ausmaße. Ein weiteres, aktuelles Beispiel ist ein Erdrutsch in der pakistanischen Ortschaft Murree in der Provinz Punjab. Ähnlich wie beim Ereignis in Petacciato handelt es sich nicht um einen plötzlich einsetzenden Hangsturz, sondern um ein langsames, großflächiges Gleiten von Bodenmassen.

Diese Form des Erdrutsches hat unterschiedliche Konsequenzen: Einerseits bleibt der Bevölkerung in der Regel mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Andererseits erstrecken sich die Auswirkungen über weite Gebiete und ganze Landstriche werden auf lange Sicht unbewohnbar.

Klimawandel: Temperaturanomalien im März

Bericht für den März zeigt: starke Temperaturgegensätze in Nordamerika infolge des Klimawandels

Der März 2026 reiht sich global betrachtet in eine Serie außergewöhnlich warmer Monate ein und belegt einmal mehr die Dynamik des Klimawandels. Nach aktuellen Daten des europäischen Klimadienstes Copernicus war er der viertwärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 13,94 Grad Celsius lag er rund 1,48 Grad über dem vorindustriellen Niveau der Periode 1850–1900 – ein Wert, der bedenklich nahe an die im Pariser Klimaabkommen angestrebte Begrenzung des Temperaturanstiegs von 1,5-Grad liegt.

Temperaturverteilung. © Copernicus

Auffällig sind dabei die starken regionalen Unterschiede in der Temperaturverteilung. Während Teile des südlichen Nordamerikas ungewöhnlich hohe Temperaturen verzeichneten – mit Abweichungen von über sieben Grad gegenüber dem langjährigen Mittel –, erlebten Kanada und Alaska gleichzeitig eine ausgeprägte Kälteperiode mit Durchschnittstemperaturen von -12 Grad. Solche Gegensätze sind kein Widerspruch, sondern Ausdruck komplexer atmosphärischer Zusammenhänge. Verschiebungen im Jetstream können warme Luftmassen weit nach Norden lenken und gleichzeitig kalte Polarluft nach Süden drücken.

Auch in Europa zeigte sich ein differenziertes Bild des Klimawandels. Nordosteuropa verzeichnete überdurchschnittlich warme Bedingungen, während Südeuropa und Teile des östlichen Mittelmeerraums etwas kühlere Temperaturen meldeten. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in der Arktis, wo die Temperaturen stellenweise bis zu zwölf Grad über dem Durchschnitt lagen. Diese sogenannte arktische Verstärkung gilt als eines der deutlichsten Signale des Klimawandels.

Zugleich richtet sich der Blick der Forschenden bereits auf den tropischen Pazifik. Einige Klimamodelle deuten darauf hin, dass sich im Laufe des Jahres ein starker El Niño entwickeln könnte. Noch ist die Lage unsicher, doch erste Anzeichen einer Erwärmung der Meeresoberflächen sorgen für Aufmerksamkeit. Sollte sich das Phänomen tatsächlich ausbilden, könnte es die globalen Temperaturen zusätzlich nach oben treiben und bestehende Wetterextreme verstärken.

Forschende sind der Ansicht, dass die klimatischen Bedingungen einzelner Monate noch keine endgültigen Schlüsse über langfristige Trends erlauben. Dennoch passt der März 2026 in das klare Muster der fortschreitenden globalen Erwärmung, die von zunehmenden Wetterextremen und stärkeren regionalen Schwankungen begleitet wird.

Afghanistan: Schwere Überflutungen fordern Menschenleben

Schwere Überschwemmungen erschüttern Afghanistan – über 100 Tote und landesweite Schäden

Heftige Überschwemmungen haben in Afghanistan in den ersten Apriltagen eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Nach aktuellen Berichten kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Tausende Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Zahlreiche Straßen sind unpassierbar und landwirtschaftliche Flächen verwüstet worden.

Afghanistan

Besonders betroffen sind Provinzen im Osten und Süden des Landes, darunter Nangarhar und Zabul. In mehreren Regionen mussten Rettungskräfte mit Hubschraubern eingreifen, um eingeschlossene Bewohner aus überfluteten Gebieten zu evakuieren. Augenzeugen berichten von reißenden Wassermassen, die innerhalb kürzester Zeit ganze Siedlungen überschwemmten.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen dokumentieren das ganze Ausmaß der Katastrophe und zeigen reißende Ströme dort, wo vorher kleine Bäche flossen, Fahrzeuge die in den Fluten feststecken und einstürzende Hauswände, die dem Druck des Wassers nicht standhalten konnten.

Die Katastrophe ist kein einzeln auftretendes Ereignis. Auch im benachbarten Pakistan kam es zeitgleich zu Starkregen, nebst Sturzfluten und Erdrutschen, insbesondere in den grenznahen Gebieten zu Afghanistan. Meteorologen sehen darin ein großräumiges Wettermuster, das weite Teile der Region erfasst hat.

Als Hauptursache gilt eine Kombination aus saisonalen Wettereinflüssen und geografischen Faktoren. Im Frühling führen sogenannte westliche Störungen feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Zentralasien. In Verbindung mit steigenden Temperaturen kommt es zudem zur raschen Schneeschmelze im Hindukusch. Diese Mischung aus Regen und Schmelzwasser lässt Flüsse anschwellen und erhöht das Risiko plötzlicher Überschwemmungen.

Eine klassische Regenzeit wie in tropischen Regionen gibt es in Afghanistan zwar nicht. Dennoch gilt der Zeitraum von März bis Mai als niederschlagsreichste Phase des Jahres – und damit als besonders anfällig für Hochwasserereignisse. In diesem Jahr scheinen Intensität und Auswirkungen jedoch deutlich über dem Durchschnitt zu liegen.

Neben natürlichen Ursachen verschärfen strukturelle Probleme die Lage. Schwache Infrastruktur, unzureichende Entwässerungssysteme und fortschreitende Bodenerosion tragen dazu bei, dass selbst moderate Niederschläge schnell katastrophale Folgen haben können. Hinzu kommt die verstärkende Wirkung des Klimawandels.

Angesichts weiterer angekündigter Regenfälle bleibt die Situation angespannt. Hilfsorganisationen warnen vor einer Verschärfung der Lage in den kommenden Tagen.

Russland: Massive Überflutungen im Süden

Starkregen trifft auf Schneeschmelze: Massive Überflutungen im Süden Russlands und angrenzenden Regionen

Die jüngsten Überschwemmungen im russischen Dagestan im Nordkaukasus zeigen erneut, wie anfällig ganze Regionen für extreme Wetterereignisse geworden sind. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Machatschkala, wo sintflutartige Regenfälle innerhalb kürzester Zeit Straßen, Wohngebiete und wichtige Infrastruktur überfluteten. Augenzeugen berichten von Wassermassen, die so plötzlich einsetzten, dass sie vielerorts mit einer Flutwelle verglichen wurden.



Überflutungen

Ausgelöst wurde die Naturkatastrophe durch anhaltenden Starkregen, der durch eine festgefahrene Wetterlage begünstigt wurde. Feuchte Luftmassen stauten sich über dem Kaukasus und führten zu intensiven Niederschlägen, die vom gebirgigen Gelände zusätzlich verstärkt wurden. Ein klar benanntes Sturmsystem, wie es bei Winterstürmen in Europa üblich ist, wurde dabei nicht identifiziert. Stattdessen handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel regionaler und großräumiger Wetterfaktoren.

Neben Dagestan waren auch Teile von Tschetschenien betroffen. Behörden riefen den Notstand aus, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, Straßen und Brücken sind unpassierbar, und vielerorts fiel die Stromversorgung aus. Rettungskräfte arbeiten unter schwierigen Bedingungen daran, eingeschlossene Bewohner zu evakuieren und die Versorgung sicherzustellen.

Solche Ereignisse sind in Russland nicht neu. Bereits 2024 kam es entlang des Flusses Ural zu schweren Überschwemmungen, nachdem ein Damm gebrochen war. Doch Experten warnen, dass die Intensität und Häufigkeit extremer Wetterlagen zunehmen könnten. Der Klimawandel gilt als möglicher Verstärker, da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann und somit heftigere Niederschläge begünstigt. Der gestörte Jetstream begünstigt Omega-Wetterlagen, bei denen die sich gegenseitig blockierenden Hoch- und Tiefdrucksysteme dafür sorgen, dass sich die regionalen Wetterverhältnisse lange nicht ändern, was zu Dürren oder Hochwassersituationen führen kann.

Die aktuelle Katastrophe verdeutlicht, wie wichtig Frühwarnsysteme, robuste Infrastruktur und nachhaltige Raumplanung sind. Ohne entsprechende Anpassungsmaßnahmen könnten ähnliche Ereignisse in Zukunft noch gravierendere Folgen haben – nicht nur im Kaukasus, sondern weltweit.

Italien: Heftige Unwetter verursachten Überflutungen

Starke Unwetterserie in Italien reißt nicht ab – Überflutete Ortschaften in der Mitte

Die seit Wochen anhaltende Unwetterphase in Italien und weiteren Regionen des Mittelmeers reißt nicht ab und verursachte erneut Starkregen nebst Überflutungen. Zudem gab es auch im Süden hohen Seegang, der meinen Landungsversuch auf Stromboli ein weiteres Mal vereitelte.

Heftige Unwetter haben in den vergangenen Tagen weite Teile Mittel- und Süditaliens getroffen. Besonders betroffen sind die Regionen Abruzzen, Molise und Apulien. Dort sind nach anhaltenden Starkregenfällen mehrere Flüsse über die Ufer getreten und haben Straßen, Felder und Ortschaften überflutet. Auch aus der Provinz Foggia werden Überschwemmungen gemeldet, etwa aus Borgo Cronata, wo Wassermassen ganze Landstriche unter Wasser gesetzt haben.

Die Ursache liegt in einer festgefahrenen Wetterlage über dem Mittelmeer. Ein Tiefdruckgebiet hat sich südlich der Alpen etabliert und führt feuchtwarme Luftmassen vom Meer heran. Treffen diese auf die Gebirge des Apennin, werden sie zum Aufsteigen gezwungen – es kommt zu intensiven und teils stationären Niederschlägen. Besonders problematisch: Viele Flüsse in diesen Regionen sind kurz und reagieren extrem schnell auf Regen. Innerhalb weniger Stunden können sie anschwellen und übertreten.

Doch warum häufen sich solche Ereignisse im Mittelmeerraum? Ein zentraler Faktor ist die steigende Wassertemperatur des Mittelmeers. Wärmeres Wasser verdunstet stärker und reichert die Atmosphäre mit Feuchtigkeit an. Diese zusätzliche Energie kann sich in Form von Starkregen entladen. Gleichzeitig begünstigen veränderte Strömungsmuster in der Atmosphäre sogenannte „Blocking-Lagen“, bei denen Wetterlagen über Tage oder sogar Wochen nahezu ortsfest bleiben.

Hinzu kommt, dass die Böden vielerorts bereits gesättigt sind – frühere Niederschläge können kaum noch aufgenommen werden. Neue Regenfälle fließen daher direkt oberflächlich ab und verstärken die Hochwassergefahr signifikant.

Die aktuelle Situation zeigt deutlich, wie verwundbar der Mittelmeerraum gegenüber extremen Wetterereignissen ist. Sollte sich die Großwetterlage nicht bald ändern, drohen weitere Überschwemmungen. Meteorologen sehen in dieser Entwicklung ein mögliches Anzeichen dafür, dass solche Unwetter künftig häufiger und intensiver auftreten könnten.

Stromboli, Terra di dio!

Mir hat das Wetter heute zum zweiten Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht: Nachdem ich bereits im Herbst 2024 unverrichteter Dinge abziehen musste und nicht auf Stromboli anlanden konnte, wiederholte sich dieses „traumatische Erlebnis“ heute ein weiteres Mal. Das Wetter auf Stromboli war nicht einmal so übel, doch die See einen Ticken zu unruhig für das Anlanden des Tragflächenboots. Erschwerend hinzu kommt, dass aufgrund des vom Sturm im Januar beschädigten Piers keine Fähren auf Stromboli anlegen können. Ist die See für Tragflächenboote zu rau, befindet sich Stromboli de facto im Lockdown! Passiert das am Abreisetag, sitzt man unter Umständen auf der Insel fest. Ich konnte keine Anzeichen erkennen, dass man daran arbeitet, das Problem zu lösen! Nicht nur eine herbe Enttäuschung, sondern ein herber Rückschlag für den Tourismus der leidgeplagten Vulkaninsel.

Kanaren: Weitere Erdrutsche und Schlammlawinen

Heftige Unwetter auf den Kanaren: Erdrutsche und Schlammlawinen schneiden Orte ab

Die Auswirkungen der schweren Atlantik-Borrasca (Sturmtief) „Therese“ haben auf den Kanarischen Inseln eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen sind die bergigen Regionen von Gran Canaria und La Palma, wo extreme Regenfälle zu Erdrutschen, Straßenunterspülungen und Schlammlawinen geführt haben, die massive Schäden an der Infrastruktur verursacht haben. Dabei kann es zeitverzögert noch Tage nach Abklingen der Niederschläge zu den genannten Phänomenen kommen, weil die Böden mit Wasser gesättigt und instabil geworden sind.

Die extremen Niederschläge dauerten gut 7 Tage an, klingen aber langsam ab. Innerhalb weniger Tage fielen lokal außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen, die in einigen Gebieten das übliche Monats- oder sogar Jahresmittel deutlich überschritten. Medienberichten zufolge sollen es lokal bis zu 700 l/m² Niederschlag gewesen sein. Auf Gran Canaria bestätigten Meteorologen einen Rekordniederschlag von bis zu 400 l/m². Im bergigen Inselinneren kam es zu mehreren Erdrutschen und Straßenunterspülungen, so dass 20 Straßen unpassierbar und gesperrt wurden. Tausende sind von der Umwelt und der Versorgung abgeschnitten. Besonders betroffen ist Culata de Tejeda. Einsatzkräfte meldeten unterspülte Fahrbahnen, weggebrochene Straßenränder und verschüttete Zufahrten. Wanderwege und Pfade wurden stellenweise vollständig ausgelöscht und müssen komplett neu angelegt werden; ein Rückschlag für den Tourismus. Zudem gerieten die Wasserspeicher der Insel an ihre Grenzen: Mehrere Stauseen liefen über, wodurch zusätzliche Wassermassen in die Täler gedrückt wurden. Dies verstärkte die ohnehin kritische Lage in den tiefer gelegenen Gebieten weiter.

Auch auf anderen Inseln wie La Palma und Teneriffa verwandelten sich sonst trockene Barrancos in reißende Ströme, die Geröll, Schlamm und Vegetation mit sich rissen. Hier kam es ebenfalls zu zahlreichen Erdrutschen und Steinschlägen. Straßenverbindungen wurden unterbrochen und einige Orte waren nur noch eingeschränkt erreichbar. Die steilen vulkanischen Hänge der Insel erwiesen sich erneut als besonders anfällig für solche Extremereignisse. Die Geologie der Inseln verschärfte die Situation, da die vulkanischen Böden besonders an Stabilität verlieren, wenn sie völlig durchnässt werden.

Das Sturmtief zieht nun langsam ab und könnte über Nordafrika auf den Mittelmeerraum zusteuern, wo dann ebenfalls erneute Starkregenereignisse drohen. In den letzten Jahren wurden besonders die Mittelmeerküste um Valencia, aber auch die Balearen von mehreren Flutereignissen heimgesucht.

Kanaren wurden von starken Unwettern heimgesucht

Sturm „Therese“ wütete auf den Kanaren: Überschwemmungen und Erdrutsche verursachten Schäden

Am Wochenende wurden die Kanarischen Inseln vom Sturmtief „Therese“ heimgesucht, das neben extremen Regenfällen und Überschwemmungen starke Winde und hohe Atlantikwellen verursachte. Besonders betroffen waren die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, La Palma und Lanzarote. Meteorologen berichten von Niederschlagsmengen, die in manchen Regionen das Vielfache des durchschnittlichen Monatswertes erreichten, sowie von Orkanböen mit Geschwindigkeiten mehr als 110 km/h.

Schon bevor die eigentlichen Unwetter die Inseln trafen, brandeten auf Lanzarote 5 m hohe Riesenwellen gegen die Lavaklippen von Los Hervideros und gefährdeten Touristen, die die Gefahrenlage offenbar unterschätzten. Erst im Januar wurden hier 2 Männer von Wellen erfasst und ins Meer gerissen. Einer der beiden starb.

Lanzarote

Als die Unwetter dann losgingen, fielen innerhalb kurzer Zeit mehr als 50 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter. Böden und Kanalisationen konnten die unerwarteten Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen bzw. ableiten, so dass es zu starken Überflutungen in mehreren Ortschaften kam, die Straßen in reißende Flüsse verwandelten. In der Folge entstanden Erdrutsche und Steinschläge, die u.a. die Küstenstraße auf Teneriffa unpassierbar machten. Zugänge zu Küstendörfern wie Taganana waren gesperrt. Auf Gran Canaria verursachten Überschwemmungen in Barrancos die Evakuierungen mehrerer Tausend Menschen. Lanzarote meldete überflutete Straßen und beschädigte Küsteninfrastruktur, vor allem in Arrecife. Auch La Palma und El Hierro meldeten Schäden an Straßen und Stromleitungen, teilweise kam es zu Stromausfällen.

Die Ursachen für die Unwetter liegen in einer ungewöhnlich starken Tiefdruckzone über dem Nordatlantik, die feuchte Luft vom Meer auf die Inseln transportierte. Durch die hohe Feuchtigkeit kam es zu extremen Starkregenfällen, während der Wind die Wellen an den Küstenpegeln auf bis zu fünf Meter Höhe trieb. Die Kombination aus Starkregen und starkem Wellengang führte zu Überflutungen, Küstenschäden und Erdrutschen.

Die Topografie der Kanaren verstärkt solche Wetterlagen zusätzlich. Insbesondere die gebirgigen Inseln Teneriffa, La Palma und Gran Canaria besitzen steile Vulkanmassive und enge Barrancos, die als natürliche Wasserableitungen wirken. Bei Starkregen füllen sich diese Täler extrem schnell, wodurch Sturzfluten entstehen können. Die steilen Hänge begünstigen zudem Erdrutsche und Steinschläge, die Straßen blockieren und Häuser gefährden. Auf den flacheren Inseln wie Lanzarote oder Fuerteventura sind die Auswirkungen stärker an der Küste spürbar: Hier führten die hohen Wellen zu Überflutungen von Promenaden, Hafenanlagen und Straßen, während das Inland nur lokal von Starkregen betroffen war.

Die starken Unwetter könnten sich negativ auf die empfindlichen Messinstrumente zur Überwachung von Erdbeben und Vulkanen der Kanaren auswirken. Möglicherweise verhinderten sie die Registrierung zahlreicher schwacher Erdbeben, insbesondere auf Teneriffa, wo es in den letzten Wochen zu Schwarmbeben gekommen war.

Starke Hagelstürme in Laos und Vietnam

Ungewöhnlich starke Hagelsturm verwüstete Felder in Vietnam – Bilder von Tennisballgroßem Hagel in Laos

Am 22. März 2026 wurde die nordvietnamesische Provinz Sơn La von einem schweren Gewitter mit Hagel und starken Windböen heimgesucht. Das Unwetter ereignete sich am Abend und betraf vor allem landwirtschaftlich geprägte Regionen wie Ngọc Chiến, Chiềng An und Phiêng Khoài. Nach Angaben staatlicher Medien führte das Ereignis zu erheblichen Schäden, insbesondere in der Obstproduktion.

Hagel

In sozialen Medien viral gehende Bilder und Videos zeigen zudem tennisballgroße Hagelkörner aus Vientiane, der Hauptstadt von Laos, dem Nachbarstaat von Vietnam. Doch solche fanden in offiziellen Berichten keine Bestätigung, weshalb die Information skeptisch betrachtet werden sollte.

Insgesamt wurden in Vietnam mehrere hundert Hektar Anbaufläche beschädigt. Besonders stark betroffen war der Anbau von Sơn-Tra (Bergapfel), einer wirtschaftlich wichtigen Kulturpflanze der Region. Schätzungen zufolge wurden rund 600 Hektar dieser Plantagen zu 70 bis 80 Prozent zerstört. Auch andere Obstsorten wie Pflaumen und Aprikosen erlitten große Verluste, da sich viele Früchte bereits in einer empfindlichen Reifephase befanden.

Die wirtschaftlichen Folgen dieses Extremwetters sind enorm. In einzelnen Gemeinden wird der Ernteverlust auf über tausend Tonnen geschätzt, mit finanziellen Schäden in Millionenhöhe. Für viele lokale Bauern stellt dies eine existenzielle Bedrohung dar, da ihre Einkommen stark von der jährlichen Ernte abhängen.

Meteorologisch lässt sich das Ereignis durch eine instabile Wetterlage in der Übergangsphase zur Monsunzeit erklären. In dieser Jahreszeit treffen häufig warme, feuchte Luftmassen aus dem Süden auf kühlere Luft aus dem Norden, was die Bildung kräftiger Gewitter begünstigt. Hagel ist in Nordvietnam zwar nicht ungewöhnlich.

Trotz der Stärke des Sturms gibt es keine Hinweise auf außergewöhnlich große Hagelkörner oder ein landesweit extremes Rekordereignis. Vielmehr handelt es sich um ein regional begrenztes, aber für die betroffenen Gemeinden folgenschweres Unwetter. Die lokalen Behörden haben inzwischen Maßnahmen zur Schadensbewertung und Unterstützung der Bevölkerung eingeleitet.

Hawaii: Massive Überflutungen verursachen Evakuierungen

Massive Überschwemmungen auf Hawaii – Tausende evakuiert, Hunderte aus Notlagen gerettet

Mehrere Hawaii-Inseln stehen derzeit unter Wasser: Starke Regenfälle haben zu den schwersten Überschwemmungen auf Oʻahu seit über 20 Jahren geführt. Besonders betroffen ist die Region um Honolulu, wo mehr als 230 Menschen aus Notlagen gerettet werden mussten. Sie waren auf Dächern geflüchtet oder in ihren Häusern und Autos von den schnell steigenden Fluten überrascht und eingeschlossen worden. Rund 5.500 Bewohner wurden vorsorglich evakuiert. Trotz der massiven Wassermassen wurden bislang keine Todesfälle gemeldet, mehrere Menschen mussten jedoch mit Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Es gab enorme Schäden an der Infrastruktur. Straßen wurden überflutet und Autos weggespült, Hunderte Häuser beschädigt oder sogar ganz zerstört. Zudem droht ein Dammbruch, da der Wasserstand des 120 Jahre alten Wahiawa-Staudamms gefährlich anstieg, sodass Behörden vor einem möglichen Versagen der Konstruktion warnten. Erste Schätzungen gehen von Schäden in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar aus. Rettungskräfte setzen Hubschrauber und Boote ein, um eingeschlossene Bewohner zu erreichen, während die Einsätze durch private Drohnen teilweise behindert wurden, obwohl in solchen Katastrophenszenarien immer ein generelles Drohnenflugverbot gilt. Wer mit seiner Drohne erwischt wird, riskiert empfindliche Strafen.

Die Ursache für die extremen Niederschläge liegt in einem sogenannten Kona-Low, einem ungewöhnlichen Tiefdrucksystem westlich der Inseln. Anders als die typischen Passatwinde zieht dieses System feuchte Luft aus den Tropen in Richtung Hawaii und verharrt lange über der Inselgruppe. Das Ergebnis sind mehrere Wellen intensiver Regenfälle: Die schlimmste Phase auf Oʻahu lag zwischen Freitagabend und Samstag, während der Höhepunkt der Niederschläge auf Big Island erst am Sonntag erwartet wird.

Durch die Kombination aus starkem Dauerregen und mit Wasser gesättigten Böden kam es zu plötzlichen Sturzfluten, die von der Morphologie der vulkanisch geprägten Inseln mit steilen Hängen und tiefen Schluchten verstärkt werden. Wasser, das auf die Hänge fällt, sammelt sich rasch in engen Tälern und Flussbetten und fließt mit enormer Geschwindigkeit in tiefer gelegene Regionen. Besonders die Ostküste um Hilo auf Big Island ist durch das enge Talnetzwerk und die kurze Entfernung vom Vulkangipfel zur Küste anfällig für Überschwemmungen. Erdrutsche an den Vulkanhängen können die Lage zusätzlich verschärfen und behindern und Rettungsmaßnahmen.

Bis jetzt gibt es keine besonderen Meldungen vom aktiven Vulkan Kilauea. Durch die jüngsten Eruptionen hat sich im Gipfelbereich viel Tephra abgelagert, meistens in Form von Lapilli, die vom Regen nicht so schnell wie feinere Vulkanasche mobilisiert werden Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass sich zum Höhepunkt der Niederschläge Schlammströme in Form von Laharen bilden könnten.

Behörden raten Bewohnern und Touristen, in tiefer gelegenen Gebieten besonders vorsichtig zu sein und Warnungen genau zu verfolgen.