Stromboli: Schlammströme und Erdrutsche verursachen Naturkatastrophe

Starkregen löste Schlammlawinen auf Stromboli aus- Ort versinkt im Dreck

Kein gutes Jahr für die italienische Vulkaninsel Stromboli, denn gestern ereignete sich die 2. Naturkatastrophe in diesem Jahr. Sie ist nicht dem Vulkan geschuldet, sondern der Dummheit der Menschen. Gestern ging Starkregen über das Liparische Archipel nieder. Die Niederschläge dauerten stundenlang an und lösten auf Stromboli Schlammlawinen und Erdrutsche aus, die man teilweise auch als Lahare bezeichnen könnte. Der Grund hierfür geht auf den Macchia-Brand vom 25. Mai dieses Jahres zurück, denn der weitestgehend vegetationslose Boden konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass er sich in Schlamm verwandelte und zu Tale rauschte.

Als Grund für den Waldbrand gilt Brandstiftung durch eine Filmcrew. Man legte extra ein Feuer, um es im Film vom Zivilschutz löschen zu lassen, dessen Mitarbeiter von Schauspielern gemimt wurden. Dummerweise wehte an diesem Tag ein kräftiger Scirocco, so dass das Feuer außer Kontrolle geriet und große Flächen Macchia abfackelte, die die Vulkanhänge bis dahin begrünten. So wurden die Straßen auch von vielen verkohlte Pflanzenresten geflutet.

Das Unwetter gestern, nebst den erwähnten Sekundäreffekten war so schlimm, dass die Bewohner der Insel ihre Stadt heute Morgen nicht wiedererkannten: Die Hauptstraße von Stromboli-Ort liegt unter einer mindestens 1 m mächtigen Schlamm- und Geröllschicht begraben. Boote fanden sich auf der Uferpromenade wieder. Noch fehlt ein kompletter Überblick, doch die Schäden an der Infrastruktur werden als enorm beschrieben. Verletzt wurde wohl niemand, doch 50 Personen verließen freiwillig ihre beschädigten Häuser und wurden in Gemeinschaftsunterkünften evakuiert. Während sich Straßen, Höfe und Gebäude vielleicht zeitnahe vom Schlamm und Geröll befreien lassen, könnte der ökologische Schaden das Gesicht der Insel langfristig verändern. Gerade wieder war zartes Grün auf den verbrannten Flächen sichtbar geworden, nun dürfte die Erosion voll zugeschlagen haben und die Pflanzen den Boden unter den Wurzeln abgetragen haben.

Die heftigen Unwetter können ebenfalls auf den anthropogene Bierdeckel geschrieben werden, denn klar ist, dass Häufigkeit und Stärke der Unwetter deutlich zugenommen haben. In den fast 35 Jahren, in denen ich ein Auge auf Stromboli gerichtet halte, ist so etwas bislang nicht vorgekommen. Traurig, den schleichenden Untergang eines geliebten Paradises mit ansehen zu müssen. Neben der Zerstörung der Natur zählt dazu für mich auch die immer weiter ausufernden Restriktionen in Bezug auf die Besteigung des Vulkans.

Naturkatastrophen: Extreme Gletscherschmelze in Deutschland

Dieses Jahr zählt zu einem der schlimmsten, zumindest, wenn man ein Gletscher auf deutschem Boden ist. Glaziologen beobachten aktuell in den bayerischen Alpen eine Gletscherschmelze, die alles bisher dagewesene übertrifft. Die Gletscher schmelzen in einem Tempo, das jede noch so pessimistischen Prognose übertrifft. Erst im letzten Jahr nahm man die bis dahin gültige Vorhersage zurück, dass der letzte Gletscher auf deutschem Boden innerhalb von 30 Jahren verschwunden sei und reduzierte die verbleibende Lebensdauer auf 10 Jahren. Jetzt muss man sie nochmals revidieren und spricht von nur noch wenigen Jahren, wenn es in den Alpen noch mehrere dieser Extremsommer gibt wie der Aktuelle. Dabei gibt es sowieso nur noch 5 deutsche Alpengletscher. Aber auch die anderen Gletscher der Alpen sind von der Extremschmelze betroffen und haben eine nur noch geringe Lebenserwartung.

Sahara-Staub verursacht Extremschmelze

Der Glaziologe Christoph Mayer von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften prognostiziert, dass als erstes der südliche Schneeferner-Gletscher verschwinden wird. Für ihn könnte es bereits in diesem Jahr das Aus bedeuten. Wissenschaftler benennen 3 Gründe für das schnelle Schmelzen der Gletscher: der Winter war zu trocken und es gab zu wenige Niederschläge in den Alpen. Der Sommer ist zu warm und beschleunigt das Abschmelzen. Dazu kommt Staub aus der Sahara, der sich besonders im März auf den Eisflächen ablagerte und aufgrund seiner dunklen Farbe die Albedo verringerte. Der Staub bildet eine zähe Schicht auf Eis und Schnee, die auch nicht vom Wind verblasen wird. Da in diesem Jahr erstmals keine Kaltfronten aufkamen, die normalerweise auch während des Sommers Schnee in Höhenlagen liefern, wird der Staub nicht abgedeckt und das Schmelzen geht pausenlos weiter.

Gletscherforscher Olaf Eisen vom Alfred-Wegener-Institut, meinte, dass das Jahr 2022 ein Rekordjahr in Sachen Eisschmelze wird und den bisherigen Rekordhalter 2003 ablösen wird. Die Forscher geben zu, dass sie in ihren früheren Prognosen solche Extremjahre nicht berücksichtigt hatten. Mittlerweile ist man sich sicher, dass solche Extreme immer schneller aufeinanderfolgen werden und auch andere Prognosen in Bezug auf den Klimawandel kippen werden. So sieht man, dass das Erreichen der 40-Grad Marke in Deutschland bald zur Regel wird, anstatt eine Ausnahme darzustellen. Einsehen muss man auch, dass wir uns bis jetzt noch auf dem schlimmsten Pfad der Szenarien zum Klimawandel bewegen und dass die bisherigen Bemühungen diesen zu Stoppen verpufft sind. Die aktuellen Prognosen gehen von einer Erwärmung um 3,8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Die Folgen sind noch nicht absehbar, aber Teile der Erde werden damit für Menschen unbewohnbar werden!

Schon die aktuelle Eisschmelze dürfte für die Alpenregion einen großen Wandel mit sich bringen, denn die Gletscher liefern große Teile des sommerlichen Trinkwassers. Wassermangel dürfte dann in vielen Alpenregionen bald zum Alltag gehören.

Im Kontext der Gletscherschmelze passt auch die Meldung, dass am Aletschgletscher in der Schweiz die Reste eines Kleinflugzeugs freigelegt wurden, das 1968 abstürzte und als verschollen galt. (Quelle: dpa)

Naturkatastrophen: Wasserknappheit trifft Energiekrise

Dem Wetter beliebt es extrem zu bleiben, wobei es die unterschiedlichsten Manifestationen annehmen kann. Während einige Erdteile von ungewöhnliche lang anhaltenden Hitzewellen und Dürren heimgesucht werden, kommt es an anderen Orten zu extremen Unwettern mit Starkregen, die Überflutungen verursachen. Ganz klar: Wasser das verdunsten kondensiert in den oberen Atmosphärenschichten und kommt irgendwo wieder runter, nur nicht unbedingt dort wo es benötigt wird. Paradox ist, dass scheinbar sehr viele Menschen den Ernst der Lage nicht erkennen und meinen, in den Medien würde Unfug verbreitet werden. Sicherlich braucht man nicht alles zu glauben, was einem erzählt wird, aber einige Fakten sind nachprüfbar. Sicher hat es Extremwetter schon immer gegeben, aber statistisch zu belegen ist, dass dieses immer häufiger aufkommt und immer stärker wirkt. Die Folgen sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.

Niedrigwasser am Great Salt Lake

Aktuell macht man sich im US-Bundesstaat Utah große Sorgen, weil der Great Salt Lake zu zwei Drittel trockengefallen ist. In den 1980iger Jahren bedeckte der See eine Fläche von 3300 Quadratkilometern, im Juli dieses Jahres maß er nur noch 1000 Quadratkilometer. Auch hier gilt: Jahreszeitliche Schwankungen gab es immer, doch nun wurde ein Rekordtiefstand des Pegels notiert, wie es ihn seit Beginn der Klimaaufzeichnungen noch nicht gegeben hat. Die Daten reichen zurück bis in das Jahr 1847. Dabei wurde erst im letzten Oktober ein neues Rekordtief eingestellt. Nun fiel der Pegel des gigantischen Sees noch einmal um einige Zentimeter unter diese Marke. Doch wir haben erst August, mit einem weiter fallenden Pegel ist zu rechnen. Davon betroffen ist nicht nur der Tourismus von Utah, sondern das gesamte Ökosystem des Großen Salzsees droht zu kippen. Ein Debakel für die Artenvielfalt, um die es sowieso schlecht bestellt ist. Obwohl der See ein Salzgehalt von 27% aufweist, haben sich einige spezialisierte Tierarten an diese Extrem angepasst: vor allem leben hier  Salzwassergarnelen und Kiemenfußkrebse, aber ob sie einen weiter steigenden Salzgehalt vertragen werden ist ungewiss.

Neben der lang anhaltenden Trockenheit im Südwesten der USA, gibt es einen weiteren Grund für das Niedrigwasser im Great Salt Lake: in den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Kanäle angelegt, die das Wasser der Zuflüsse ableiten, um es für Landwirtschaft und Industrie zu nutzen. Einen Trend, den es auch in Europa gibt. Tatsächlich werden in Deutschland auch Grundwasserreserven angegriffen, um den unersättlichen Durst der Industrie zu stillen. Ein Beispiel ist die e-Autofabrik von Tesla vor den Toren Potsdams. Von grünem Fahren kann hier nicht die Rede sein. Auch dürfte sich bald die Frage stellen, was mit den Stromautos passiert, wenn es im Winter zur Überlastung des Stromnetztes kommen sollte? Dürfen die dann noch an der Steckdose getankt werden, wenn Gas und Kohle knapp sind und eine Netzüberlastung droht? Dass es dazu kommen könnte, wird vom aktuellen Wassermangel in vielen Regionen Deutschlands gefördert.

Niedriger Rheinpegel erschwert Schifffahrt

Nicht nur die Gewässer der USA leiden unter Wassermangel. Dieser macht sich auch bei uns in Deutschland immer mehr bemerkbar. Der Pegel des Rheins ist bereits wieder so weit gefallen, dass die Schifffahrt beeinträchtigt wird. Bei Köln steht der Pegel bei 0,94 m. Schiffe können bestenfalls nur noch zu einem Drittel beladen werden. Ein Desaster droht, denn in Zeiten der Gasknappheit gewinnt Kohle an Bedeutung, die oft mit Schiffen transportiert wird. Somit könnte auch der Kohlestrom erheblich teurer werden. Dem nicht genug, könnten bald einige Kraftwerke nicht mehr genug Kühlwasser bekommen und müssen dann ihre Leistung reduzieren, oder ganz den Betrieb einstellen. Es ist also möglich, dass hier Klimakatastrophe auf Energiekrise stößt und sich beide gegenseitig noch verschärfen werden.

Unwetter in Österreich am 05.08.22

In Österreich und Norditalien gingen heftige Unwetter nieder. Dabei kam es zu starken Niederschlägen, die Überflutungen, Erdrutsche und Muren verursachten. Mehrere Bäche verwandelten sich in reißende Ströme. Videoaufnahmen zeigen, wie sogar eine Brücke bei einer Springflut mitgerissen wurde. 

Gewitter mit Starkregen verursachen Naturkatastrophe

Von den Unwettern besonders schlimm betroffen waren die Regionen Tirol und Kärnten. Im Zillertal wurden mehrere Straßen überflutet, als Bäche über die Ufer traten. Schlamm und Geröll blockierten auch nach Ablaufen des Wassers die Straßen. Gut 230 Urlauber waren von entlegenen Ferienhäusern abgeschnitten, bzw. in diesen gefangen. In der Ortschaft Ranggen trat der Rettenbach über die Ufer und löste eine Mure aus. Murren gingen auch im Sellraintal ab. Dort wurde eine Zufahrtsstraße auf 100 m länge blockiert und bis zu 60 cm tief von Geröll verschüttet. Die Räumarbeiten werden bis Samstag andauern und die Straße gesperrt bleiben. Es liefen auch mehrere Keller voll und Bäume wurden entwurzelt. Darüber hinaus gab es Hagel.

In den Kärntnern Dörfern Paternion und Feistritz konnten abschüssige Äcker die Wassermassen nicht aufnehmen und es kam zur Überflutung einer Bundesstraße.

Das italienische Südtirol blieb von den Unwettern nicht verschont. Die Feuerwehr war pausenlos im Einsatz. In Pflersch rollte eine Mure ins Dorf und beschädigte 6 Häuser. Personen kamen nicht zu Schaden. In Valdaora wurde eine Brücke von den Fluten mitgerissen. Auch hier wurden keine Opfer gemeldet. Der entstandene Sachschaden ist allerdings hoch.

Die Unwetter beendeten eine Hitzewelle, bei der es in Österreich bis zu 35 Grad heiß wurde. Das Wetter soll in den nächsten Tagen unbeständig bleiben und könnte weitere Gewitter mit Unwetterpotenzial mit sich bringen. Im Alpenraum war es dieses Jahr überdurchschnittlich warm und die Gletscher schmolzen im Eiltempo.

Auch aus anderen Erdteilen werden Extremwetterlagen gemeldet. So gam es im US-Amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zu extremen Niederschlägen im Death Valley. Das ansonsten Staubtrockene Tal stand Unterwasser, als es zu den stärksten Niederschlägen der letzten 110 Jahren kam. Auch in Washington D.C. ereigneten sich heftige Gewitter. Ein Blitz traf das Weiße Haus und verletzte 4 Mitarbeiter der Regierung. Im Nahen Osten und auf den Philippinen, aber auch in El Salvador kam es zu heftigen Unwettern, während es in Teilen Südeuropas weiterhin zu heiß und trocken ist.

Naturkatastrophen-News 02.08.22: Klimakatastrophe

  • Der Klimawandel verursacht immer mehr Naturkatastrophen
  • Klimaforscher sehen uns auf dem Weg die Klimaschutzziele zu verfehlen
  • Die Menschheit soll sich auf ungünstige Szenarien vorbereiten
  • Große Teile der Erde könnte für uns unbewohnbar werden

Menschen sollen sich auf Klimakatastrophe vorbereiten

In diesem Sommer sehen wir wieder eine Reihe von Naturkatastrophen, die für sich genommen nicht unbedingt dem Klimawandel geschuldet sein müssen, doch im Gesamtbild zumindest von diesem verstärkt werden. Neben Dürre und Hitze in Europa und dem Westen der USA, die Wasserknappheit und Waldbrände mit sich bringen, ist es in anderen Erdteilen zu nass und es kommt zu Überflutungen. Besonders starke Niederschläge gab es im Nahen- und Fernen Osten, aber auch im Osten der USA. In Kentucky stieg die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 35. Hunderte Personen werden vermisst.

Ganz klar: das Wetter wird immer mehr vom stark mäandrierenden Jetstream beeinflusst, der zu Omega-Wetterlagen führt. Dabei ist ein Hochdruckgebiet zwischen zwei Tiefdruckgebieten eingekeilt. Das System ist ortstabil und bewegt sich nur langsam. Daher können die Wetterereignisse lange wirken und nehmen katastrophale Ausmaße an. Im tropischen Pazifik bestimmen zudem die Klimaphänomene El Nino und La Nina immer häufiger das Geschehen. Sicherlich gab es auch schon immer natürliche Klimaschwankungen, aber die wenigsten Forscher zweifeln heute noch daran, dass der Mensch zumindest eine Mitschuld am Klimawandel trägt. Es gibt Hinweise darauf, dass der Klimawandel nicht nur katastrophale Auswirkungen annimmt, sondern schlimmstenfalls sogar zum Aussterben des Menschen führen könnte. Auf diese Folgen sollte sich die Menschheit vorbereiten.

Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe renommierter Klimaforscher, zu denen auch der aktuelle und frühere Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström und Hans Joachim Schellnhuber gehören. Darauf weisen die Wissenschaftler in einem Artikel hin, der in der Zeitschrift „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften erschien. Die Forscher meinen, dass sich die Menschheit auf Szenarien vorbereiten sollte, bei denen die Temperaturen bis zum Jahr 2100 zwischen 2,1 und 3,9 Grad steigen. Bei diesen Szenarien sind nicht einmal die schlimmsten Modellrechnungen berücksichtigt.

Bei einem Temperaturanstieg zwischen 2,5 und 3,0 Grad werden bereits zahlreiche Gebiete der Erde unbewohnbar. Nähert man sich der 4 Grad Marke, würden großer Erdteile für Menschen unbewohnbar sein. Darüber hinaus können bereits viel früher ernste Schwierigkeiten auftreten. Die Entstehung von Pandemien wird zum Beispiel durch Extremwetterlagen und Klimakatstrophen verursacht werden. In den betroffenen Regionen rücken Mensch und Tier enger zusammen, was die Entstehung und Ausbreitung von Krankheiten begünstigt. Zudem können Erreger aus der Kanalisation ins Trinkwasser gelangen. Tropische Krankheiten breiten sich in ehemals gemäßigte Klimazonen aus. Weitgehend unerforscht sind weiterreichende Zusammenhänge, z.B. wie sich der Klimawandel auf die Weltwirtschaft auswirkt. In diesem Zusammenhang ist es sicherlich nicht erbaulich, dass Deutschland infolge der Energiekrise wieder beginnt vermehrt Kohle zu verstromen. So appellieren die Wissenschaftler auch nicht mehr für höhere Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen, sondern dafür, sich auf die schlimmsten Szenarien vorzubereiten. Obwohl bereits seit 30 Jahren bekannt ist, dass der Mensch das Klima dramatisch verändert, steigen die Emissionen immer weiter. Eine wirkliche Trendwende ist nicht in Sicht.

Starkregen in Kentucky löst Naturkatastrophe aus

  • Im US-Bundesstaat Kentucky kam es zu Starkregen
  • Die Pegel der Flüsse stiegen dramatisch
  • Es kam zu Überflutungen und Erdrutschen
  • Mindestens 16 Menschen starben

Überflutungen in Kentucky

Im US-Bundesstaat Kentucky kam es gestern zu starken Überflutungen und Erdrutschen, in denen mindestens 16 Menschen den Tot fanden. Es wird befürchtet, dass in der Naturkatastrophe weitere Menschen ums Leben kamen. So sprach der Gouverneur Andy Beshear vor Journalisten, dass sich die Opferzahlen wohlmöglich verdoppeln werden. Präsident Biden rief den Notstand über das betroffene Gebiet aus. Er versprach den Opfern der Katastrophe schnelle Hilfe von Seiten der Regierung. „Es sei die schlimmste Flutkatastrophe, die sich jemals in Kentucky ereignet habe“, so der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Über das Ausmaß der Schäden liegen noch keine genauen Berichte vor. Von den Fluten wurden zahlreiche Gebäude zerstört. In Medienberichten heißt es, dass Hunderte Familien ihre Wohnungen verloren haben und es wahrscheinlich Jahre dauern werde diese zu ersetzten. Tausende Menschen harren inzwischen in Notunterkünften aus.

In Aufnahmen lokaler Fernsehsender war zu sehen, dass sich Menschen auf Hausdächer und Bäume vor den Wassermassen retten mussten. Straßen verwandelten sich in reißende Ströme, durch denen braunes Wasser floss. Innerhalb von 24 Stunden fielen 20 Zentimeter Regen. Für 23.000 Haushalte fiel der Strom aus. Besonders betroffen sind die Gegenden entlang des Kentucky Rivers. Bei der Ortschaft Whitesburg wurde ein Pegelstand von mehr als sechs Metern gemessen. Der bisherige Rekord hatte bei rund 4,5 Metern gelegen.

Auch in den benachbarten Bundesstaaten Virginia und West-Virginia wurde eine Hochwasserwarnung ausgegeben.

Kentucky liegt im Südosten der USA und gehört zum Korn-Gürtel des Landes, in dem überwiegend Mais, Soja und Weizen angebaut wird. Somit spielt die Region eine wichtige Rolle in der Nahrungsmittelproduktion der USA. Sollte es hier zu weiteren Naturkatstrophen kommen, die sich negativ auf die Ernte auswirken, würden die Getreidepreise weiter steigen. Diese sind seit dem Krieg in der Ukraine sprichwörtlich explodiert.

Kentucky liegt nicht nur im Corn Belt, sondern auch im Randbereich der Tornado-Alley. Im Dezember 2021 hatte es in Kentucky einen der verheerendsten Tornados in der Geschichte der USA gegeben.

Naturkatastrophen am 29.07.22: Überschwemmungen im Nahen Osten

Verrückte Welt: in mehreren Staaten des Nahen Ostens hat es in den vergangenen Tagen Überschwemmungen infolge von Unwettern mit Starkregen-Ereignissen gegeben. Überflutungen wurden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Yemen, Katar, Iran und Oman gemeldet. Im Iran gab es mindestens 6 Todesopfer. Im Oman mussten mehr als 100 Personen mit Helikoptern evakuiert werden. Wadis verwandelten sich in reißende Ströme. Die Menschen wurden vielerorts aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Typisch für diese Region ist ein sehr trockener und heißer Sommer. Oft fällt nur 1/10 des Niederschlags, der für Mitteleuropa im Sommer typisch ist. Bei uns ist es dagegen dieses Jahr wieder viel zu trocken und heiß. Es schaut so aus, als hätten sich die Niederschlagszonen vertauscht. Das Klima wird immer mehr von dem stark mäandrierenden Jetstream gesteuert, der uns Saharaluft im Sommer und arktische Luftmassen im Winter bringt. Die Störungen der Höhenwinde und die daraus resultierenden Folgen wurden in vielen Modellen zum Klimawandel offenbar nicht richtig vorhergesehen. Eine weitere Folge ist, dass die Alpengletscher bis zu 10 Mal schnelle abschmelzen als es die Modelle voraussagten. Die Gletscher sicherten bislang die Wasserversorgung im Alpenraum und darüber hinaus. Auch der Rhein wird zum Teil von Gletschern gespeist. So droht bald in vielen Regionen Deutschlands ein Wassermangel, wie er ehr für die Regionen des Nahen Ostens typisch ist. Es wäre dringend nötig neue Wasserspeicher anzulegen und ein neues Konzept für die deutsche Trinkwasserversorgung auszuarbeiten, da entsprechende Maßnahmen Jahrzehnte dauern und Milliarden verschlingen werden, doch unsere Wirtschaft und Politik ist mit der sich entwickelnden Energiekrise beschäftigt. Sie wird uns so stark treffen, weil der Wandel in Richtung erneuerbaren Energien ins Stocken gekommen ist und seit Jahren stagniert. Auch die Pandemie hat dieses erschreckende Ausmaß angenommen, da entsprechende Infrastrukturen nicht geschaffen wurden, bzw. nach der vermeintlichen Beendigung des Kalten Krieges rückgebaut wurden.

Meine Meinung ist, dass ein Staat weitestmöglich autark aufgestellt sein muss, anstatt nur unter kurzweiligen wirtschaftlichen Aspekten zu agieren. Was nützen hohe Aktienkurse, wenn einem Strom und Wasser ausgehen und die ganze Gesellschaft von einem Virus 2 Jahre lang lahmgelegt werden kann?

Naturkatastrophen: Waldbrände in Deutschland am 27.07.22

Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands (und Europas) ist es zu mehreren Waldbränden gekommen. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Brandenburg und Sachsen. Die Lage in den Waldbrandgebieten bei Rehfeld in Brandenburg und im Nationalpark der Sächsischen Schweiz gilt als dramatisch.

Der Waldbrand bei Rehfeld (Elbe-Elster-Kreis) wütet auf einer Fläche von fast 9 Quadratkilometern und entzieht sich der Kontrolle der 450 Einsatzkräfte. Neben Löschfahrzeugen, befinden sich sieben Hubschrauber im Einsatz, die die Flammen bekämpfen. Die Bundesstraße 183 stellt eine Feuerschneise dar, entlang der sich die Arbeiten der Einsatzkräfte konzentrieren. Man versucht ein Übergreifen der Flammen auf die andere Seite der Bundesstraße zu verhindern. Dieses Vorhaben wird von starken Windböen erschwert. Sie erreichten gestern Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h und sorgten für weiten Funkenflug. Wie es bereits bei Bränden der letzten Jahren der Fall war, befand sich in der Region früher ein Truppenübungsplatz. Der Boden ist mit alter Munition verseucht, so dass eine besondere Gefahr für die Einsatzkräfte besteht. Mancher Brandherd ist aufgrund der Explosionsgefahr unzugänglich. Da der Boden extrem trocken ist, gibt es tief in der Erde Glutnester. Die Löscharbeiten könnten sich über Wochen hinziehen. Am Montagabend wurden auch 300 Personen aus 3 Ortschaften evakuiert, die inzwischen aber wieder in ihre Häuser zurückkehren durften.

In der Sächsischen Schweiz begann es am Montag zu brennen. Die Flammen griffen vom benachbarten Naturschutzgebiet der Böhmischen Schweiz (Tschechien) auf die deutsche Seite des Areals über. Zunächst wurden Brände an 3 Lokalitäten von den Einsatzkräften bekämpft. Die Zahl erhöhte sich inzwischen auf 5 Einsatzorte, die rund um den Großen Winterberg liegen. Für die Region sind die Feuer zur Urlaubszeit von besonderer Dramatik, da man hier auf Tourismus setzt. Touristen wurden aufgefordert, die Region großräumig zu meiden.

Auf der tschechischen Seite des Waldbrandgebiets griffen die Flammen bereits auf mehrere Gebäude über. Dort sind mehr als 400 Feuerwehrleute im Einsatz, die von Hubschraubern unterstützt wurden. Ähnlich groß war die Anzahl der Brandbekämpfer auf deutscher Seite.

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