Island: Beliebter Küstenabschnitt erodiert

Reynisfjara im Wandel: Dramatische Erosion verändert Islands berühmten schwarzen Strand

In diesen Tagen gehen Bilder durch die sozialen Medien, die den berühmten schwarzen Sandstrand Reynisfjara an der Südküste Islands nahe des Ortes Vik stark erodiert zeigen. Im Detail ist der Küstenabschnitt, der wegen seiner Basaltsäulen und den vorgelagerten Reynisdrangar-Felsnadeln bekannt ist, an denen sich meterhohe Wellen brechen, kaum wiederzuerkennen: Sturm und eine besonders hohe Welle erodierten den Strand, so dass die Küstenlinie an einigen Stellen um mehrere zehner Meter zurückwich.



Reynisfjara

Selbst die sturmerprobten Isländer waren von der Gewalt der Brandung überrascht. Durch anhaltende starke Ostwinde und kräftige Meeresströmungen ist der Sand teilweise um bis zu 60 Meter abgetragen worden. An Stellen, an denen Besucher zuvor über weitläufige Sandflächen spazieren konnten, liegt nun schroffes, steiniges Gelände direkt an der Wasserkante. Bilder zeigen den dramatischen Strandverlust: Wo einst ruhige Weite war, prangt nun ein schmaler Uferstreifen mit großen Felsblöcken – ein greifbares Zeugnis dafür, wie schnell und nachhaltig sich Küsten verändern können. Die Basaltsäulen im Bild waren vor dem Sturm vom Strand umgeben.

Messungen zeigen, dass die Südküste Islands seit Jahrzehnten Land verliert. Seit 1980 wich der Strand bei Reynisfjara um ca. 150 m zurück.

Auch andere Abschnitte der isländischen Südküste zeigen verstärkte Erosionserscheinungen, insbesondere nach Sturmlagen im Winterhalbjahr. Meteorologen beobachten, dass Stürme in der Nordatlantikregion in den letzten Jahren an Intensität und Häufigkeit zugenommen haben. Während einzelne Wetterlagen schwer direkt mit langfristigen Trends verknüpft werden können, deuten Daten auf eine Zunahme von Starkwind-Episoden hin, die die Kraft des Meeres gegen die Küsten verstärken. In Kombination mit dem steigenden Meeresspiegel schiebt sich der Atlantik zunehmend in vormals stabile Strandbereiche.

Erst im letzten Jahr wurden Teile der Küstenstraße in der Region vom Meer überflutet und Parkplätze in Strandnähe mussten evakuiert werden. Einige Fahrzeuge wurden sogar von den Fluten erfasst und Richtung Meer gezogen.

Für Reynisfjara bedeuten diese Veränderungen nicht nur ästhetische Verluste, sondern auch Sicherheitsrisiken: Abfallende Klüfte, unstabile Sandbänke und unerwartete Wellen können für unvorsichtige Besucher gefährlich werden. Behörden haben bislang keine Gefährdungslage ausgesprochen, doch Experten betonen, dass solche Naturereignisse Mahnung und Warnung zugleich sind: Die Küste lebt, sie ist im steten Wandel – und Islands dramatische Naturkulisse kennt keine Stillstände.

Madagaskar: Stadt an Ostküste von Zyklon verwüstet

Starker Zyklon trifft Osten von Madagaskar – mindestens 31 Todesopfer in Hafenstadt Toamasina

Der Tropenzyklon „Gezani“ hat die ostmadagassische Hafenstadt Toamasina schwer verwüstet und eine humanitäre Krise ausgelöst. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da viele Personen vermisst werden und Rettungskräfte noch immer in schwer zugänglichen Stadtteilen nach Vermissten suchen. Große Teile der Bevölkerung sind ohne Strom. Auch sauberes Trinkwasser und funktionierende Kommunikationsnetze sind Mangelware.

Madagaskar

Nach ersten Schadensanalysen wurden rund drei Viertel der Infrastruktur von Toamasina zerstört oder stark beschädigt. Zahlreiche Wohnhäuser stürzten unter der Wucht der Orkanböen ein, ganze Straßenzüge wurden durch umherfliegende Trümmer verwüstet. Besonders hart traf es die Hafenanlagen Toamasinas, einen der wichtigsten Umschlagplätze des Landes. Es wurden Kaianlagen und Lagerhallen beschädigt. Blockierte Zufahrtsstraßen beeinträchtigen die Versorgungslage zusätzlich. Überschwemmungen und Sturmfluten setzten tiefer gelegene Viertel meterhoch unter Wasser und ließen Boote vor der Küste kentern. Es wurden Notunterkünfte eingerichtet und die Regierung bat um internationale Hilfe.

Meteorologisch betrachtet entwickelte sich „Gezani“ Anfang Februar über dem warmen Wasser des südwestlichen Indischen Ozeans. Aus einem tropischen Tiefdruckgebiet entstand innerhalb weniger Tage ein benannter Tropensturm, der sich unter für Stürme günstigen Bedingungen schnell verstärkte. Sehr hohe Meeresoberflächentemperaturen, bei geringer vertikaler Windscherung und eine gut ausgeprägte Zirkulation ermöglichten die Verstärkung zu einem intensiven tropischen Sturm, der bei den gemessenen Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Kilometern pro Stunde bereits als starker Zyklon der Kategorie 3 bezeichnet werden kann.

Der Landfall von „Gezani“ war bereits am 10. Februar. Die zerstörten Kommunikationswege der Region bedingten die recht langsame Verbreitung der Nachtschicht. Neben den extremen Winden führten starke Niederschläge zu großflächigen Überflutungen und erhöhter Erdrutschgefahr. Wetterdienste hatten den Sturm mehrere Tage lang beobachtet und Warnungen für die Ostküste Madagaskars herausgegeben. Dennoch zeigt das Ausmaß der Zerstörung, wie verwundbar die Region gegenüber immer intensiveren tropischen Wirbelstürmen bleibt.

Indonesien: Massive hydrogeologische Landbewegungen

Anhaltende Landbewegungen in Zentraljava: Region um den Vulkan Slamet betroffen

In Teilen Indonesiens und besonders in Zentraljava kommt es seit einigen Wochen vermehrt zu massiven Landbewegungen, die bereits Erdrutsche verursacht haben, in deren Folge große Schäden entstanden sind. Die Landbewegungen sollen zumindest teilweise den außergewöhnlich starken Regenfällen der letzten Monate geschuldet sein, die das Erdreich mit Wasser gesättigt und Hänge destabilisiert haben. Stark betroffen ist auch eine Vulkanregion.

Zentraljava. © BNPB

Im Dorf Padasari in Zentraljava kommt es seit Anfang Februar zu anhaltenden Landbewegungen, die große Schäden an der Infrastruktur verursacht haben. Mindestens 464 Häuser wurden beschädigt, und mehr als 2.460 Menschen sind von den Auswirkungen betroffen. Zahlreiche Familien mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünften untergebracht.

Auslöser der Bodeninstabilität sind nach Einschätzung der Geologen der Katastrophenschutzbehörde BNPB lang anhaltende und teils extreme Regenfälle. Die starken Niederschläge führten dazu, dass sich der wassergesättigte Boden lockerte und langsam talwärts zu gleiten begann. Anders als bei plötzlichen Erdrutschen handelt es sich hier um eine schleichende Bewegung des Untergrunds, die sich über Tage hinweg verstärkt hat. In vielen Gebäuden entstanden Risse in Wänden und Fundamenten; einige Häuser neigten sich deutlich und gelten inzwischen als unbewohnbar.

Die betroffene Region liegt im Einflussbereich des rund 3.430 Meter hohen Vulkans Gunung Slamet, eines der höchsten und aktivsten Vulkane Javas. Die Hänge des Slamet bestehen aus vulkanischem Material, das sehr fruchtbar ist, aber bei starker Durchfeuchtung schnell instabil wird. Während der Regenzeit steigt hier das Risiko für Erdrutsche, Sturzfluten und Bodenbewegungen signifikant an. In den vergangenen Tagen wurden auch in anderen Regentschaften rund um den Vulkan – darunter Purbalingga, Pemalang und Brebes – Überschwemmungen und Hangrutsche gemeldet.

Neben Wohnhäusern sind in Padasari auch Straßen betroffen. Sie weisen Brüche und Verformungen auf. Einzelne öffentliche Gebäude wurden ebenfalls vorsorglich gesperrt. Einsatzkräfte und Katastrophenschutzbehörden überwachen die Lage weiterhin, da sich der Boden noch immer bewegt.

Für die Betroffenen wurden Notunterkünfte in Gemeindezentren und Schulen eingerichtet. Hilfsorganisationen versorgen die Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Betreuung. Das Ereignis macht deutlich, wie verwundbar Siedlungen in regenreichen, vulkanisch geprägten Gebirgsregionen sind – und wie wichtig Präventionsmaßnahmen, Hangüberwachung und angepasste Bauweisen für die Sicherheit der Bevölkerung bleiben.

Marokko: Land unter im Wüstenstaat

Massive Überschwemmungen in Marokko – gleiches Sturmtief wie in Portugal verantwortlich

Normalerweise verbindet man mit Marokko ein eher arides Wüstenklima, doch in diesem Februar ist es dort alles andere als trocken: Nordmarokko steht derzeit unter Wasser. Seit Tagen haben extreme Regenfälle im gesamten Nordwesten des Landes zu schweren Überschwemmungen geführt, die Zehntausende Menschen in die Flucht treiben. Besonders stark betroffen ist die Region um Ksar El Kebir, wo ein ganzer Landstrich überflutet ist. Die Katastrophe ist Teil des atlantischen Unwettersystems Leonardo, das zuvor bereits Spanien und Portugal mit heftigen Regenfällen heimgesucht hat und starke Überflutungen mit Todesfällen verursachte.

Die Lage in Marokko ist dramatisch: Das Innenministerium meldete, dass mehr als 154.000 Menschen vorsorglich aus überfluteten und gefährdeten Gebieten evakuiert wurden. Die meisten Betroffenen stammen aus der Provinz Larache, wo mehr als 110.000 Menschen in Sicherheit gebracht wurden, gefolgt von Kenitra und weiteren Regionen im Norden. In der Stadt Ksar El Kebir hat die Überschwemmung des Loukkos-Flusses große Teile der Stadt lahmgelegt. Gut 85 % der Bevölkerung mussten flüchten, wie Behörden und Medien übereinstimmend berichten. Die Katastrophe bestätigte mit auch ein Vnet-Leser, der aktuell in Marokko unterwegs ist.

Der außergewöhnlich starke Regen führte dazu, dass mehrere Staudämme, darunter der Oued Al Makhazine, ihre Kapazitätsgrenzen weit überschritten und kontrollierte Wasserablässe ausgelöst werden mussten. Dieser Umstand verstärkte das Hochwasser in den Flussbecken und traf vor allem niedrig gelegene landwirtschaftliche Flächen und Wohngebiete. Viele Dörfer und Stadtteile stehen noch immer unter Wasser. Die Strom- und Wasserversorgung sind in einigen Orten seit Tagen unterbrochen.

Bisher sind keine offiziellen Todeszahlen im Zusammenhang mit diesen jüngsten Überschwemmungen in Nordmarokko bestätigt worden, doch Menschenrechtsgruppen und Medien warnen vor möglichen unentdeckten Opfern und schweren Folgen für die Gemeinden. Die marokkanische Menschenrechtsvereinigung AMDH fordert die Regierung auf, die schlimmsten betroffenen Regionen offiziell als Katastrophengebiete zu erklären, um Hilfsmaßnahmen und Entschädigungen auf den Weg zu bringen.

Der Wetterzusammenhang zu den Extremereignissen auf der Iberischen Halbinsel unterstreicht die große Reichweite des Sturmtiefs, das zudem äußerst langlebig ist. In Spanien und Portugal wurden durch Leonardo mehrere Menschen getötet, darunter ein Mann in Portugal und eine Frau in Spanien, die von reißenden Fluten mitgerissen wurde.

Inzwischen rückt mit Sturmtief Marta weiteres Ungemach auf die Iberische Halbinsel zu und man wappnet sich für die nächsten Unwetter, die auf mit Wasser gesättigten Böden und vollen Wasserspeicher stoßen werden.

Marokko selbst blickt nach Jahren der Dürre auf diese Niederschläge mit gemischten Gefühlen: Zwar haben sie die Wasserreserven aufgefüllt, doch die verheerenden Folgen des Hochwassers offenbaren die fragile Balance zwischen Klimarisiken und der Anpassungsfähigkeit von Bevölkerung und Infrastruktur.

Karibik: Kälteeinbruch in Florida und Kuba

Kälteeinbruch bis in die Tropen: Wie ein gestörter Jetstream Florida und Kuba frösteln ließ

Aktuell erlebt die Nordhemisphäre einen der prägnantesten Winter der letzten Jahre, bei denen es nicht nur in Deutschland und Osteuropa ungewöhnlich lange Frostperioden gibt, sondern vor allem auch in Nordamerika und Teilen Asiens. In Sibirien, Kamtschatka und in Nordjapan sammelten sich enorme Schneemengen an, die auch den Osten und Mittleren Westen heimsuchten. Nun streckte der Frost sogar seine Finger bis ins karibische Kuba aus, wo das Thermometer erstmalig die Null-Grad-Marke erreichte. Die niedrigen Temperaturen wehten von Florida herüber, wo zwar kein Schnee vom Himmel fiel, dafür aber Kältestarre Leguane von den Bäumen.



Leguane
Leguane

In Florida sanken die Temperaturen auf Werte, wie sie dort nur selten gemessen werden. In Orlando wurden nachts bis zu −4 Grad gemessen. Besonders auffällig war ein Phänomen, das in den sozialen Medien schnell viral ging: Grüne Leguane fielen reglos von Bäumen. Die wechselwarmen Tiere verlieren bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius ihre Bewegungsfähigkeit. Unter 4 Grad fallen sie in eine Kältestarre. Dann können sie sich nicht mehr festhalten und stürzen starr auf den Boden, wo sie ebenso bewegungslos liegen blieben. Helfer und Bürger sammelten die erstarrten Tiere der invasiven Art auf und brachten sie zu Sammelstellen, wo die meisten Tiere getötet wurden. Bis zu 8000 Leguane sollen so ihr Leben verloren haben.

Noch bemerkenswerter waren die Auswirkungen weiter südlich. Auf Kuba wurde an der Nordküste in der Region Matanzas eine Temperatur von 0,0 °C gemeldet – ein Wert, der dort bislang als praktisch ausgeschlossen galt. Dass kontinentale Kaltluft bis in die Tropen vordringen konnte, deutet auf eine außergewöhnliche atmosphärische Konstellation hin, die auch Meteorologen ins Staunen brachte.

Satellitenbilder der NOAA zeigten eindrucksvoll, wie sich lange Reihen von Zirruswolken bildeten, die von Florida aus Richtung Kuba zogen. Sie bildeten sich, als die kalte, trockene Luft über das deutlich wärmere Meer zog. Solche Wolkenstrukturen markieren scharfe Temperatur- und Strömungsgrenzen in der oberen Troposphäre und gelten als sichtbare Spur der Jetstream-Dynamik: Dank eines stark mäandrierenden Jetstreams konnten arktische Luftmassen bis weit in den Süden vordringen. Ein Phänomen, über das hier in den letzten Wochen häufig zu lesen ist. Dass Regionen wie Florida und Kuba gleichzeitig von ungewöhnlicher Kälte betroffen sind, bleibt selten, könnte sich aber in Zukunft öfter ereignen, als es bisher geschah.

Unwetter und Überflutungen von Portugal bis Irland

„Atmosphärischer Fluss“ verursacht Unwetter und Überschwemmungen auf der Iberischen Halbinsel

Der Westen Europas erlebt derzeit eine außergewöhnliche Wetterlage, die eine Serie von Stürmen, Unwettern und Überflutungen mit sich bringt: Ein schmales Band feuchter Luft bildet einen sogenannten „atmosphärischen Fluss“ und transportiert enorme Wasserdampfmengen vom subtropischen Atlantik direkt auf den Kontinent. Dieses Phänomen sorgt für langanhaltenden Starkregen und massive Überschwemmungen in Portugal und Südspanien. Aber auch in Irland regnete es ungewöhnlich viel.

Malaga

Ein atmosphärischer Fluss funktioniert wie ein unsichtbares „Wassertransportband“ hoch oben in der Atmosphäre. Er bringt feuchte Luftmassen über Tausende von Kilometern vom warmen Atlantik Richtung Europa. Trifft diese Luft auf Gebirge oder kühle Landmassen, kondensiert der Wasserdampf und es kommt zu lange anhaltenden Regenfällen.

In Portugal und im Süden Spaniens verursachte Starkregen Überflutungen von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen. Es kam bereits zu Evakuierungen und Schulschließungen. Der Straßen- und Bahnverkehr brach vielerorts zusammen. In Teilen Andalusiens und an der portugiesischen Küste wurden besonders hohe Niederschlagsmengen gemessen, so dass Flüsse und Stauseen bedenklich hohe Wasserstände erreichten. Die Lage könnte sich deutlich verschärfen, wenn Wasser aus den Stauseen abgelassen werden muss.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe. So schossen in Malaga ungebändigte Wassermassen durch das Nadelöhr einer Brücke und drohten, überzuspringen. Solche Fluten können urplötzlich auftreten und stellen eine ernste Gefahr für Menschen dar, die sich in der Nähe der ansonsten oft trockenen Flussbetten aufhalten.

Das Phänomen des atmosphärischen Flusses macht die Unwetter nicht nur stärker, sondern auch langanhaltender. Böden können kaum abtrocknen, wodurch die Gefahr von Überflutungen konstant hoch bleibt. Die Katastrophenschutzbehörden und Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Solange der atmosphärische Fluss aktiv ist, müssen Anwohner mit weiteren extremen Wetterlagen rechnen.

Land unter in Teilen von Irland

Irland

Abseits des schmalen Wolkenbandes des atmosphärischen Flusses wurde Irland ebenfalls von starken Unwettern mit orkanartigen Stürmen und Überflutungen getroffen, die eine seit Tagen andauernde Alarmsituation bedingen. Bereits gesättigte Böden können kaum weiteres Wasser aufnehmen, während anhaltender Starkregen die Pegel zahlreicher Flüsse rasch ansteigen lässt. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Nordosten des Landes, darunter auch Dublin. Starker Wind drückt zudem das Ozeanwasser gegen die Küsten und verursacht Sturmfluten. Behörden warnen vor plötzlichen Überflutungen und bereiten Evakuierungen in niedrig gelegenen Gebieten vor.

Update 09:00 Uhr: In Portugal gab es mindestens ein Todesopfer infolge der Unwetter.

USA und Kanada im Griff der Kältewelle

Ein Kontinente gefriert: USA und Kanada im Griff arktischer Temperaturen einer extremen Kältewelle

Seit Tagen stehen weite Teile Kanadas und der USA unter der Fuchtel einer massiven arktischen Kältewelle: Extreme Minustemperaturen lassen Landschaften aus Eis entstehen und bringen alles Leben zum erstarren. Der Frost streckt seine Finger bis weit in den Süden des Kontinents aus. Meteorologen sprechen von einem der markantesten Kälteeinbrüche der letzten Jahre. Er ließ nicht nur die bekannten Niagarafälle gefrieren, sondern verursachte auch einen massiven Wintersturm in den Outer Banks (North Carolina) und schädigte Obstplantagen in Florida.

In Kanada sind die Auswirkungen besonders drastisch. In mehreren Provinzen liegen die Temperaturen teils mehr als 20 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt und das Thermometer nähert sich in Ontario der -50-Grad-Marke, wodurch lebensgefährliche Bedingungen entstehen. Das tosende Naturwunder der Niagarafälle im Süden des Landes ist nahezu zugefroren. Bizarre Eisformationen hängen wie erstarrte Vorhänge über den Felskanten, während gefrierender Sprühnebel Wege sowie Geländer in glatte Eisskulpturen verwandelt. Komplett einfrieren können die Fälle aufgrund der großen Mengen fließenden Wassers zwar nicht, doch die bizarre Eislandschaft vermittelt ein Bild der Kälte.

Outer Banks

In den USA reicht der Einfluss der arktischen Luft weit nach Süden. Im Mittleren Westen und Nordosten führte die Kältewelle zu ungewöhnlich viel Schnee. Stromausfälle und vereiste Straßen nebst Verkehrschaos waren die Folgen. Besonders ungewöhnlich ist die Situation an der US-Ostküste, vor allem auf den Outer Banks in North Carolina, die vielen Lesern von der gleichnamigen Netflix-Serie bekannt sein dürften. Dort traf die polare Kaltluft auf ein kräftiges Tiefdrucksystem über dem Atlantik. In der Folge entstand ein starker Wintersturm mit Orkanböen, der auch Schneefall und Sturmfluten brachte. Mehrere auf Stelzen stehende Strandhäuser wurden durch massive Küstenerosion beschädigt oder zerstört, während hohe Wellen Sand und Dünen abtrugen und die Haustrümmer über große Gebiete entlang der Küste verteilten.

Noch ungewöhnlicher ist der Blick nach Florida. Der für seine Palmen und milden Winter bekannte subtropische Bundesstaat erlebte frostige Nächte. Es wurden Kältewarnungen ausgegeben. Der Frost stellt eine ernste Gefahr für die Landwirtschaft dar und auch die Infrastruktur ist nicht frostsicher ausgelegt, so dass Schäden an Wasserleitungen entstanden. Landwirte versuchten, ihre Pflanzen zu schützen, indem sie bei Frost Wasser versprühten, damit sich ein schützender Eispanzer um die Gewächse legte.

Meteorologisch lässt sich die Lage durch einen gestörten Polarwirbel erklären. Normalerweise hält dieser starke Westwindgürtel in der Höhe die arktische Kaltluft über dem Norden. Aktuell ist er jedoch instabil und wellenförmig ausgeprägt, sodass eisige Luftmassen weit nach Süden ausbrechen konnten. Gleichzeitig begünstigt diese Konstellation die Entstehung kräftiger Winterstürme entlang der Ostküste.

Die Verbindung zum Klimawandel ist komplex, aber zunehmend Gegenstand der Forschung. Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt, wodurch der Temperaturunterschied zwischen Nord und Süd abnimmt. Viele Wissenschaftler halten es für plausibel, dass dies den Jetstream und den Polarwirbel schwächt und extreme Wetterlagen begünstigt.

Ukraine: Unaufhaltsamer Eisstrom am Zhdaniwka

Unaufhaltsamer Eisstrom am Zhdaniwka wird zum Sinnbild des Kriegsgeschehens in der Ukraine

Es beginnt in den Bergen, fernab der Front. Im westukrainischen Transkarpatien, nahe dem Dorf Zhdeniievo im Bezirk Mukachewo, ereignet sich in diesen Tagen ein ungewöhnliches Naturschauspiel: Ein unaufhaltsamer Strom aus Eis wälzt sich den kleinen Fluss Zhdaniwka hinab. Metergroße Eisschollen, von der Strömung gedrängt, verkeilen sich, brechen auf und schieben sich übereinander – als würde der Winter selbst in Bewegung geraten. Dort, wo sich Eisdämme bilden, die unter dem Druck nachschiebender Massen brechen, wälzen sich Eistsunamis durch die Flussbetten. Videos davon verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken. Sie wirken archaisch, fast surreal. Und sie stehen sinnbildlich für die eisigen Wochen, die die Ukraine im harten Winter des 4. Kriegsjahres derzeit erlebt.




Das Land steckt mitten in einer der härtesten Kälteperioden seit Jahren. In weiten Teilen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts auf minus 20 Grad, lokal werden sogar bis minus 30 Grad gemessen. Was in den Karpaten zu spektakulären Eistsunamis auf den Flüssen führt, wird in den Städten zur existenziellen Belastung. Der Frost trifft ein Land, das durch Jahre des Kriegs ohnehin ausgezehrt ist.

Infolge russischen Terrors gegen die Zivilbevölkerung fällt in Großstädten wie Kiew, Charkiw, Dnipro oder Odesa der Strom tageweise aus, Heizungen bleiben kalt, Warmwasser ist Luxus. Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur haben ein System geschwächt, das nun unter Extrembedingungen funktionieren muss, was es aber nicht mehr tut. Viele Menschen wärmen sich mit Decken oder improvisierten Öfen. Notwärmestuben sind geöffnet, notdürftig beheizte Schulen und Verwaltungsgebäude dienen als Zufluchtsorte. Der Staat stemmt sich mit allen Mitteln gegen die Zerstörungen und repartiert – doch der Winter verzeiht keine Schwäche.

Der Frost hat auch eine psychologische Komponente. Er dringt nicht nur in Wohnungen ein, sondern auch in Körper und Geist. Er macht den Krieg greifbar, selbst dort, wo keine Sirenen heulen. Denn während im Westen des Landes zugefrorene Flüsse idyllisch anmuten, sterben im Osten bei eisigen Temperaturen weiterhin Menschen in en Schützengräben.

An der Front wirkt der Winter wie eine eigenständige Waffe. Die Kämpfe gehen langsam weiter und zermürben die Verteidiger. Russische Truppen rücken in manchen Abschnitten nur um wenige Meter vor, werden manchmal von tapferen Ukrainern wieder zurückgedrängt – doch im Endeffekt stehen die Verteidiger auf verlorenem Posten. Militäranalysten sprechen von einem zähen, verlustreichen Vormarsch ohne Durchbruch, aber mit stetigem Druck. Es ist kein Sturm, eher ein Schieben und Drängen. Wie der Eisstrom auf der Zhdaniwka: langsam, schwer, aber unaufhaltsam. So empfinden viele Ukrainer den Krieg in diesem Winter nicht als plötzliche Katastrophe, sondern als dauerhafte, kalte Bedrohung.

USA: Straßenblockaden und erneute Bombogenese eines Sturms

Autobahnsperrungen, Kältetote und ein neuer Extremsturm: Der Winter hält die USA in Atem

Ein ungewöhnlich strenger Winter bringt große Teile der USA weiterhin an ihre Belastungsgrenzen. Sinnbildlich für die Lage steht ein Glatteisunfall auf der Interstate 85 im Bundesstaat North Carolina, der Folgen für hunderte Autofahrer hatte: Nahe der Ausfahrt Lane Street im Cabarrus County kam es am späten Nachmittag zu einem Unfall zwischen einem Sattelzug und einem Pkw. Während die Einsatzkräfte den Crash absicherten, staute sich der Verkehr auf der vereisten Fahrbahn. Rund 30 weitere Sattelzüge und mehr als 100 Fahrzeuge blieben im Schneesturm stecken, viele Insassen saßen stundenlang in der Kälte fest. Die Nationalgarde wurde zur Hilfe gerufen, um Menschen zu versorgen und Fahrzeuge zu bergen. Todesopfer durch diesen konkreten Unfall wurden bislang nicht bestätigt, doch das Ereignis verdeutlicht die extremen Verkehrsbedingungen in weiten Teilen der USA.

winter
Wintersturm

Der Unfall ist Teil einer größeren Wetterkatastrophe. Seit dem vergangenen Wochenende hat eine arktische Kältewelle weite Teile der USA erfasst. Medienberichten zufolge sind mindestens 85 Menschen in mehreren Bundesstaaten ums Leben gekommen. Die Ursachen reichen von Verkehrsunfällen auf vereisten Straßen über Unterkühlung bis hin zu indirekten Folgen wie Stromausfällen, die Heizsysteme lahmlegten. Hunderttausende Haushalte waren zeitweise ohne Elektrizität, teils über Tage hinweg.

Während viele Regionen noch mit den Folgen dieser Kälte kämpfen, droht bereits die nächste Zuspitzung des Extremwetters: Vor der Südostküste der USA verstärkt sich ein Tiefdruckgebiet rasant und könnte sich zu einem sogenannten Bombenzyklon entwickeln. Meteorologen sprechen in diesem Zusammenhang von „Bombogenese“ – einem Prozess, bei dem der Luftdruck eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Diese explosive Verstärkung führt oft zu schweren Winterstürmen mit orkanartigen Winden und starkem Schneefall.

Besonders die Carolinas, Teile von Georgia und Virginia bereiten sich auf heftige Schneestürme, massive Windböen und extrem niedrige gefühlte Temperaturen vor. Einige frühe Wettermodelle sagen auch für das ansonsten sonnige Florida Minustemperaturen voraus, etwas, worauf man dort nicht vorbereitet ist. Meteorologen warnen vor lebensbedrohlichen Windchill-Werten und rufen die Bevölkerung auf, Reisen zu vermeiden.

Portugal droht neuer Sturm

Auch wenn sich die Wettersysteme nicht 1:1 über den Atlantik bis nach Europa fortsetzen, bedingt der von West nach Ost strömende Jetstream, dass es mit 1–2 Wochen Verzögerung in Europa zu ähnlichen Stürmen wie in den USA kommt, auch wenn diese sich oft etwas abschwächen. Nachdem Portugal letzte Woche bereits von einem schweren Sturm getroffen wurde, der erhebliche Schäden anrichtete, rollt nun eine weitere Sturmfront über den Atlantik auf das Land zu und wird dort auf eine vorgeschädigte Infrastruktur treffen. Viele der vom letzten Sturm beschädigten Dächer dürften den erneuten Belastungen nicht standhalten.
Gasspeicher

Gasspeicher in Deutschland laufen leer

Auch auf Deutschland wirkt sich der ungewöhnlich starke Winter mit der langen Frostperiode aus: Es kommt immer wieder zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis und die Gasspeicher laufen in rasantem Tempo leer: Die Stände liegen bei nur noch 35 % und theoretisch könnten die Reserven in den nächsten 6 Wochen aufgebraucht sein. Zwar gibt es noch Nachschub, aber ohne die Speicherreserven drohen Versorgungsengpässe mit dramatischen Folgen für Industrie und Privathaushalte. Wenigstens droht eine erneute Kostenexplosion! Die Verantwortung trägt CDU-Wirtschaftsministerin Reiche, die Habecks Gesetz zu den vorgeschriebenen Speicherfüllständen direkt nach Amtsantritt kippte! Ein Plan „B“ fehlt offenbar, dabei ist es niemals gut, auf das Prinzip „Hoffnung“ zu setzen. Politische Unfähigkeit, wohin mal blickt!