Ebola-Ausbruch im Kongo forderte mehr als 100 Tote

Ebola-Ausbruch in Zentralafrika sorgt für internationale Alarmbereitschaft – Parallelen zum Hantavirus-Fall auf Kreuzfahrtschiff und Einordnung des Pandemierisikos

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und einzelne importierte Fälle in Uganda haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur wenige Tage nach dem Hanta-Virus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff Hondius erneut in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Besonders besorgniserregend ist, dass es sich um den seltenen Bundibugyo-Stamm handelt, für den bislang keine Impfung existiert. Die Behörden melden zahlreiche Verdachtsfälle und mehr als 100 Todesfälle, während die Lage in abgelegenen Regionen durch Konflikte und eingeschränkte medizinische Infrastruktur schwer kontrollierbar bleibt.


Ebolaviren

Ebola verbreitet sich ausschließlich über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Dadurch ist die Ansteckungsfähigkeit im Vergleich zu Atemwegsviren gering, doch die Sterblichkeitsrate (Letalität) ist hoch. Je nach Virenstamm liegt die Sterblichkeit zwischen 25 und 70 Prozent. Gerade diese Kombination aus hoher Gefährlichkeit und begrenzter Übertragbarkeit führt regelmäßig zu regionalen Ausbrüchen.

Ein aktueller Vergleichsfall ist der Hantavirus-Ausbruch, der sich Ende April/Anfang Mai auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius ereignete. Passagiere hatten sich vermutlich bei einem Landgang in Patagonien über Nagetierkot infiziert. Hier traten mehrere Infektionen mit dem Andes-Stamm auf. Dieser spezielle Hantavirusstamm kann bei engem Kontakt auch von Mensch zu Mensch übertragen werden, was für Hantaviren ungewöhnlich ist. Mehrere Todesfälle wurden bestätigt, während Kontaktpersonen international überwacht werden. Die Passagiere wurden inzwischen über Teneriffa in ihre Heimatländer ausgeflogen und Verdachtsfälle isoliert. Trotz der Schwere einzelner Verläufe gilt das Ausbruchsgeschehen derzeit als eingedämmt, aber noch nicht vorbei.

Die Parallele zu Ebola liegt weniger in der biologischen Ähnlichkeit als im epidemiologischen Muster: Beide Viren verursachen schwere Erkrankungen mit hoher Sterblichkeit, bleiben jedoch in ihrer Übertragung stark an engen Kontakt gebunden. Dadurch entstehen meist Infektionscluster statt exponentieller globaler Ausbreitung.

Im deutlichen Gegensatz dazu steht das Coronavirus SARS-CoV-2. Obwohl die globale Sterblichkeit im Schnitt mit unter einem Prozent deutlich niedriger ist, ermöglichte die Luftübertragung eine rasche weltweite Ausbreitung. Die COVID-19-Pandemie zeigte damit, dass nicht die tödlichste, sondern die am leichtesten übertragbare Infektionskrankheit das größte pandemische Risiko darstellt.

Ein globales Pandemierisiko durch Ebola oder Hantavirus wird von Fachbehörden derzeit als gering eingeschätzt. Beide Erreger benötigen spezifische Übertragungswege, die eine unkontrollierte weltweite Verbreitung unwahrscheinlich machen. Dennoch bleibt die Situation ernst: Lokale Ausbrüche können in instabilen Regionen schwer kontrollierbar sein und jederzeit neue Infektionsketten erzeugen. Ein an Ebola erkrankter Arzt aus Amerika, der im Infektionsgebiet geholfen hat, wurde gestern zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen.

USA: Verheerende Waldbrände in Minnesota

USA kämpft gegen Flammen: Frühe Waldbrandsaison setzt Norden des Bundesstaats Minnesota unter Druck

Im Norden des US-Bundesstaates Minnesota kämpfen Einsatzkräfte aktuell gegen mehrere größere Waldbrände an. Besonders betroffen sind die Regionen um Two Harbors am Oberen See sowie Crow Wing County, wo sich das sogenannte „Stewart Trail Fire“ und das „Flanders Fire“ innerhalb kurzer Zeit stark ausgebreitet haben. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zudem wurden Straßen gesperrt und zahlreiche Gebäude beschädigt oder zerstört. Die Behörden sprechen von einer kritischen Lage. Die Waldbrände in Minnesota sind nicht die einzigen Feuer in den USA, denn auch die Vegetationsbrände in Texas und Florida sind nicht gelöscht.

Waldbrand

Das Stewart-Trail-Fire nahe Two Harbors breitet sich gut drei Kilometer nördlich der Stadt aus und zerstörte nach offiziellen Angaben bereits mehr als 30 Gebäude. Darunter befanden sich Wohnhäuser und Nebengebäude. Teile des Highway 61 entlang der malerischen North Shore des Lake Superior mussten zeitweise geschlossen werden. Gleichzeitig breitete sich das Flanders Fire im Crow Wing County rasch auf mehr als 400 Hektar Fläche aus und führte zu weiteren Evakuierungen. Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Polizei und Forstbehörden arbeiten mit Luftunterstützung im Dauereinsatz daran, die Flammen einzudämmen.

Die Waldbrandsituation im Osten der USA ist so früh im Jahr bereits kritisch, weil mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen: Die Region leidet unter ungewöhnlich trockenen Bedingungen nach einem niederschlagsarmen Frühjahr. Hinzu kamen starke Winde und niedrige Luftfeuchtigkeit, was eine gefährliche Kombination darstellt, die die Vegetation austrocknet und Feuer schnell vorantreibt. Wetterdienste hatten bereits sogenannte „Red Flag Warnings“ ausgegeben, die vor extrem hoher Waldbrandgefahr warnen.

Auch die Landschaft selbst bzw. das Missmanagement der Forstbehörden begünstigt Brände. Der Baumbestand in Nord-Minnesota ist von ausgedehnten Nadelwäldern mit Kiefern und Fichten geprägt. Diese enthalten harzreiches Holz, das besonders leicht brennt. Nach dem Wintern bleiben zudem oft trockene Pflanzenreste und abgestorbenes Material am Boden zurück – idealer Brennstoff für sich schnell ausbreitende Feuer.

Lokale Beobachter berichten zudem von trockenen Waldflächen und Resten aus der Holzindustrie, die die Situation verschärfen könnten. Daraus wird klar, dass die riesigen Waldflächen forstwirtschaftlich genutzt werden und überwiegend aus Sekundärwald bestehen Die primären Wälder aus Weiß- und Rotkiefern, Fichten, Tannen und Laubbäumen wurden zwischen 1880 und 1930 im Zuge des Holzbooms abgeholzt.

Während es in Minnesota auch in früheren Jahren bereits Waldbrände im Frühjahr gab, sind die aktuellen in ihrer Intensität ungewöhnlich. Große, schnell eskalierende Brände mit massiven Evakuierungen gelten aber eher als selten und werden zunehmend mit längeren Trockenperioden und veränderten Klimamustern in Verbindung gebracht.

Türkei: Starkes Hochwasser im Zentrum des Landes

Überflutungen in der Türkei – starke Zerstörungen und zahlreiche Verletzte

In den vergangenen Tagen haben extreme Regenfälle in der zentraltürkischen Provinz Samsun eine schwere Flutkatastrophe ausgelöst. Besonders betroffen ist der Landkreis Havza östlich von Ankara. Infolge des Starkregens traten mehrere Bachläufe und Flüsse über die Ufer und verwandelten Straßen innerhalb kürzester Zeit in reißende Ströme. Vor allem der Bach Hacı-Osman und der Tersakan-Fluss überfluteten zahlreiche Wohnviertel. Bilder dokumentieren, wie Fahrzeuge von den Fluten mitgerissen wurden, Keller und Erdgeschosse vollliefen und Geschäfte zerstört wurden. Während Einsatzkräfte Schlamm und Trümmer beseitigen, bleibt die Lage angespannt: Für große Teile Zentral- und Nordanatoliens gelten weiterhin Hochwasserwarnungen, die vor lebensgefährlichen Bedingungen warnen.

Türkei

In sozialen Medien veröffentlichte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe: Autos, Müllcontainer und allerlei Unrat wurden von den schlammigen Fluten erfasst, durch die Straßen gespült und an Hindernissen zusammengeschoben, wo sich Wasser und Treibgut stauten. Wie bei solchen Hochwasserereignissen üblich, trat auch Abwasser aus der Kanalisation aus, wodurch zusätzlich Seuchengefahr besteht.

Trotz der dramatischen Bilder gibt es bislang zumindest eine vorsichtig positive Nachricht: Nach aktuellem Stand wurden keine Todesopfer bestätigt. Die Behörden sprechen jedoch von mindestens zwölf Verletzten – überwiegend Menschen, die während der Überschwemmungen stürzten, in Fahrzeugen eingeschlossen waren oder bei Rettungsaktionen leichte Verletzungen erlitten. Mehrere Bewohner mussten aus überfluteten Häusern oder eingeschlossenen Autos gerettet werden. In einigen Fällen kamen Bagger und schwere Maschinen zum Einsatz, um Menschen trotz der starken Strömungen in Sicherheit zu bringen.

Die Schäden sind enorm. Neben beschädigten Wohnhäusern und Geschäften wurden zahlreiche Fahrzeuge zerstört oder zusammengeschoben. Straßenbeläge brachen auf, Brücken und Unterführungen waren zeitweise unpassierbar. Schulen blieben geschlossen. In einigen Vierteln behinderten Stromausfälle und verschlammte Straßen die Rettungsarbeiten zusätzlich.

Die Gefahr ist jedoch noch nicht gebannt. Türkische Wetterdienste warnen weiterhin vor anhaltenden Regenfällen und möglichem Hochwasser. Betroffen sind mehr als 30 Provinzen, darunter Samsun, Tokat, Amasya, Ordu, Trabzon und Rize. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem durch kleinräumige Sturzfluten entlang von Bächen und in engen Tälern. Die bereits gesättigten Böden können weitere Niederschläge kaum noch aufnehmen, sodass selbst kurze Starkregenereignisse neue Überschwemmungen auslösen könnten.

Geologisch und morphologisch gilt die Region als besonders flutanfällig. Havza liegt in einer Übergangszone zwischen dem anatolischen Hochland und den zum Schwarzen Meer hin abfallenden Gebirgszügen. Zahlreiche kleinere Wasserläufe entwässern dort steile Hänge in relativ engen Tälern. Hinzu kommt, dass die Schwarzmeerregion der Türkei regelmäßig feuchte Luftmassen aufnimmt. Werden diese an den Gebirgen gehoben, entstehen intensive Niederschläge, die lokal große Wassermengen freisetzen können. Verstärkt wird das Risiko durch Bebauung in Talböden sowie durch versiegelte Flächen, die das Versickern des Wassers erschweren.

USA: Serie von Waldbränden in Florida und Texas

Welle von Wald- und Buschbränden in den USA: Texas und Florida besonders betroffen

In mehreren Regionen der USA kämpfen Einsatzkräfte derzeit gegen eine Serie großflächiger Wald- und Buschbrände. Besonders betroffen sind der Texas Panhandle sowie Teile von New Mexico und Oklahoma. Auch in Florida sind zahlreiche Feuer aufgeflammt, von denen sogar die Sümpfe der Everglades betroffen sind. Die gleichzeitige Entwicklung sorgt für eine enorme Belastung der Einsatzkräfte, die nicht nur die Brände bekämpfen, sondern auch Evakuierungen organisieren und Straßensperrungen koordinieren müssen.

Feuer

Im Randall County nahe der Ortschaft Canyon brennen mehrere Feuer gleichzeitig. Das größte davon, das sogenannte Hunggate Fire, hat nach Angaben lokaler Einsatzkräfte rund 5.665 Hektar erfasst, ist inzwischen jedoch zu etwa 30 Prozent eingedämmt. Zwischenzeitlich wurden verpflichtende Evakuierungen angeordnet, die laut Stadtverwaltung mittlerweile wieder aufgehoben wurden. Weitere Brandherde wurden entlang wichtiger Verkehrsachsen wie der Interstate 27 und dem Highway 60 gemeldet. Auch in den umliegenden Potter-, Hartley- und Oldham-Countys sowie im angrenzenden New Mexico wurden mehrere aktive Feuer registriert, darunter das großflächige Line Fire, das sich über Staatsgrenzen hinweg ausbreitete.

Die Vegetationsbrände machten auch vor Infrastruktur nicht halt und brannten mehrere Häuser und eine Eisenbahnbrücke mit Holzgestell nieder.

In Florida ist die Lage regional ebenfalls angespannt. In den Everglades sowie in Broward County und Miami-Dade County brannten zuletzt mehrere größere Feuer, darunter das Max Road Fire mit mehr als 4.450 Hektar verbrannter Fläche. Trotz fortschreitender Eindämmung beeinträchtigen Rauch und Feinstaub weiterhin die Luftqualität in den betroffenen Regionen.

Waldbrände sind in Florida um diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, da sich die Region aktuell im typischen Frühjahrs-Trockenfenster zwischen April und Juni befindet, in dem Vegetation besonders leicht entzündlich ist.

Meteorologen sehen mehrere Faktoren, die die Entstehung und Ausbreitung der Flammen begünstigen. Allen voran steht die anhaltende Trockenheit, die vielerorts auch im Winter nicht nachließ. Hinzu kommen meteorologische Bedingungen wie niedrige Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen und starke Winde, die Vegetationsbrände zusätzlich fördern. In den südlichen Plains herrschen teils sogenannte „Fire Weather“-Lagen, bei denen Hitze, Wind und trockene Luft zusammentreffen.

Ein mögliche Verstärker spielt ebenfalls eine Rolle bei der Entwicklung der aktuellen Waldbrandsituation: Während Boulevardmedien bereits vor einem „Super-El-Niño“ im Jahr 2026 warnen, dominieren derzeit weiterhin La-Niña-ähnliche Wettermuster, die in Teilen der USA trockenere Bedingungen begünstigen.

Tschernobyl: Waldbrand nahe der ukrainischen Atomruine

Waldbrand in der Sperrzone von Tschernobyl: Drohnenabsturz entfacht Feuer in hochsensibler Region

In der Sperrzone der Atomruine von Tschernobyl sorgt seit dem 7. Mai 2026 ein großflächiger Waldbrand für Besorgnis in der Nordukraine. Nach Angaben der Behörden fraßen sich die Flammen bereits durch mehr als 1200 Hektar Wald- und Buschland innerhalb des radioaktiv belasteten Sperrgebiets. Obwohl die Lage inzwischen unter Kontrolle sei, bleibt die Situation angespannt. Trockenes Wetter mit starken Winden und die Verminung weiter Teile der Zone erschweren die Löscharbeiten.

Als mutmaßliche Ursache des Brandes gilt der Absturz zweier Drohnen in der Sperrzone. Ukrainische Stellen berichten, dass Wrackteile unbemannter Fluggeräte nahe des Brandursprungs gefunden worden seien. Einige Quellen sprechen von russischen Kampfdrohnen, eine unabhängige Bestätigung dazu liegt bislang jedoch nicht vor. Klar ist: Der Funkenflug nach dem Einschlag dürfte das trockene Unterholz entzündet haben und die Ausbreitung der Flammen wurde durch ungewöhnlich niederschlagsarme Wochen bei geringer Luftfeuchtigkeit begünstigt.

Die Landschaft rund um Tschernobyl gilt trotz ausgedehnter Feuchtgebiete als feueranfällig. Vor allem Kiefernwälder können nach längeren Trockenphasen schnell in Brand geraten. Die Böden sind immer noch stark radioaktiv belastet und durch die Brände kann dieses Material mit Asche und Rauch aufsteigen und sich mit dem Wind verteilen. Hinzu kommt ein besonderes Risiko: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 wurden Teile der Sperrzone vermint. Für Feuerwehrkräfte ist das eine große Gefahr.

Tschernobyl bleibt bis heute ein Symbol für die schwerste Nuklearkatastrophe der Geschichte. Am 26. April 1986 explodierte Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks während eines Sicherheitstests. Große Mengen radioaktiven Materials gelangten in die Atmosphäre und kontaminierten weite Teile Europas. Rund um das Kraftwerk entstand eine etwa 30 Kilometer breite Sperrzone, die bis heute nur eingeschränkt zugänglich ist.

Das Atomkraftwerk selbst erzeugt längst keinen Strom mehr. Die verbliebenen Reaktoren wurden schrittweise stillgelegt. Über dem zerstörten Reaktor wurde 2016 eine riesige Stahlhülle errichtet, das sogenannte „New Safe Confinement“, um die Umgebung vor weiterer radioaktiver Freisetzung zu schützen. Aktuelle Messungen zeigen laut Behörden bislang keine erhöhten Strahlungswerte infolge des Waldbrands, doch die Gegend wird weiterhin auf Strahlung kontrolliert.

Mexiko: Tornado in Puebla

Tornado überrascht Hochlandgemeinde in Puebla – Hagel- und Sturmschäden in Cuyoaco

Ein ungewöhnlich starkes Unwetter hat die Gemeinde Cuyoaco im mexikanischen Bundesstaat Puebla getroffen. Am Abend des 8. Mai bildete sich innerhalb weniger Minuten ein Tornado, der von zahlreichen Anwohnern gefilmt wurde und zeitweise nahe der Schnellstraße 129D Amozoc–Virreyes sowie der Verbindung nach Teziutlán sichtbar war. Begleitet wurde das Ereignis von schweren Gewittern und ungewöhnlich großem Hagel.

Tornado

Nach bisherigen Angaben wurden keine Verletzten oder Todesopfer gemeldet. Trotzdem hinterließ das Wetterextrem moderate Schäden: Mehrere Wohnhäuser verloren Teile ihrer Dächer oder Blechabdeckungen, landwirtschaftliche Flächen wurden durch Hagelschlag beschädigt. Besonders Gemüse- und Feldkulturen in den offenen Agrarflächen rund um Cuyoaco litten unter dem starken Hagel, der teilweise die Größe von Tischtennisbällen erreichten. Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes kontrollierten betroffene Ortsteile und überprüften mögliche Gefahrenquellen an Straßen und Gebäuden.

Meteorologisch betrachtet entstand der Tornado im Zusammenhang mit kräftigen Gewitterzellen, die sich durch den Zusammenstoß feucht-warmer Luft aus dem Golf von Mexiko mit kühlerer Höhenluft entwickelten. Die Jahreszeit begünstigt solche Entwicklungen: Im späten Frühjahr treten in Zentralmexiko häufig energiereiche Gewitter auf, oft begleitet von Hagel und starken Fallböen. Ob es sich um einen klassischen Tornado oder eher um einen sogenannten „Landspout“ – eine schwächere, bodennahe Tornadoform – handelte, ist bislang nicht offiziell geklärt. Die begrenzten Schäden sprechen eher für ein schwächeres Ereignis.

Die Region um Cuyoaco gilt nicht als klassisches Tornadogebiet, ist aber keineswegs ungeeignet für die Bildung solcher Phänomene. Die Gemeinde liegt auf rund 2.300 Metern Höhe in einer offenen Hochlandebene östlich von Puebla, eingerahmt von vulkanischen Gebirgszügen und weiten landwirtschaftlichen Flächen. Diese Topografie kann lokale Windscherungen und Temperaturgegensätze verstärken. Zwar treten Tornados hier deutlich seltener auf als im Norden Mexikos oder in den Great Plains der USA, doch starke Gewitter mit kurzlebigen Wirbeln sind in der Region keineswegs unbekannt.

USA: Tornados verursachen Naturkatastrophe

Serie von Tornados verursachte Naturkatastrophe in den USA – Mississippi stark betroffen

Der Süden des US-Bundesstaates Mississippi wurde gestern Abend (6. Mai) von einer Serie von Tornados getroffen, die im Zuge schwerer Gewitter über die Region hinwegzog. Besonders stark betroffen war das Gebiet südlich der Stadt Brookhaven, wo sich der stärkste Tornado bildete und in der Nacht massive Verwüstungen hinterließ. Luftaufnahmen enthüllten heute Morgen das volle Ausmaß der Schäden: Eine ganze Siedlung wurde dem Erdboden gleichgemacht. Auch andernorts wurden zahlreiche Häuser beschädigt oder vollständig zerstört. Zudem wurden Straßen blockiert und Stromleitungen niedergerissen. Einsatzkräfte suchten bis in die Morgenstunden nach Verletzten und eingeschlossenen Bewohnern.

Brookhaven

Der Nationale Wetterdienst der USA sprach zeitweise von einem „großen und extrem gefährlichen Tornado“ und rief für Teile des Lincoln County sogar eine sogenannte Tornado Emergency aus – die höchste Warnstufe für bestätigte Tornados. Augenzeugen berichteten von einem gewaltigen, regenumhüllten Wirbelsturm, der wegen der Dunkelheit und des starken Regens kaum sichtbar war. Viele Bewohner bemerkten den Tornado erst, als bereits Trümmer durch die Luft flogen oder der Strom ausfiel.

Besonders gefährlich waren die Wetterbedingungen während der Nacht. Meteorologen sprechen in solchen Fällen von einem „rain-wrapped tornado“, bei dem die eigentliche Tornado-Struktur vollständig von Starkregen verdeckt wird. Dadurch bleibt selbst ein großer Tornado oft unsichtbar, bis er sich unmittelbar nähert. Die betroffene Region ist zudem stark bewaldet, was die Sicht zusätzlich erschwert und viele Menschen unvorbereitet traf. Zahlreiche Bewohner konnten sich erst in letzter Sekunde in ihre Keller retten.

Am Morgen offenbarte das Tageslicht das ganze Ausmaß der Zerstörung: zerstörte Wohnhäuser, verstreute Trümmer über mehrere Kilometer hinweg sowie entwurzelte Bäume und zerstörte Fahrzeuge entlang der Zugbahn des Twisters.

Offizielle Angaben zur Stärke des Tornados liegen bislang noch nicht vor. Experten des National Weather Service arbeiten derzeit an der Schadensanalyse, um die Intensität anhand der erweiterten Fujita-Skala zu bestimmen.

Die Unwetterlage in Mississippi galt bereits Tage zuvor als hochgefährlich. Meteorologen hatten im Süden der USA vor schweren Gewittern mit großem Hagel und starken Tornados gewarnt.
Es war nicht die erste Tornadoserie, die in diesem Jahr in den USA wütete. Bereits der April galt als ungewöhnlich tornadointensiv – ein Trend, der offenbar anhält.

Guatemala: Schlammströme in Orten am Vulkan Santa Maria

Schlammströme und Überflutungen in Quetzaltenango am Fuß des Cerro Quemado in Guatemala

Am 3. Mai kam es in der Gemeinde Almolonga in der Region Quetzaltenango (Guatemala) zu extremen Starkregenfällen, die innerhalb kurzer Zeit zu Überflutungen führten. Nach lokalen Berichten setzte der Niederschlag am Sonntagabend ein und intensivierte sich rasch. Innerhalb von etwa einer halben Stunde verwandelten sich Straßen und tiefer gelegene Bereiche in reißende Wasser- und Schlammströme, die Fahrzeuge, darunter auch Baumaschinen und Pickups, mit sich rissen oder beschädigten.

In den in sozialen Medien verbreiteten Aufnahmen des lokalen Nachrichtenportals Xela News ist das Ausmaß der Überflutungen deutlich dokumentiert. Berichte sprechen vom ersten intensiven Starkregen zum Beginn der Regenzeit, die in Guatemala regelmäßig mit plötzlichen Extremniederschlägen einsetzt und das Ende der Vulkan-Spotting-Saison einläutet Das betroffene Gebiet liegt im westlichen Hochland in unmittelbarer Nähe des vulkanisch aktiven Systems um Santa Maria und Santiaguito, wodurch sich die lockeren vulkanischen Ablagerungen leicht mit Oberflächenwasser vermischen können.

Die am stärksten betroffene Ortschaft Almolonga befindet sich unmittelbar am Fuß des Cerro Quemado, eines alten Lavadomkomplexes südlich von Quetzaltenango, der mit dem Santa Maria assoziiert ist. Der Dom besteht aus stark zerklüftetem vulkanischem Gestein und steilen Hängen, die bei Starkregen große Mengen an Wasser und lockeren Sedimenten in Richtung der Siedlungen leiten können. Die Topografie wirkt dabei wie ein natürlicher Kanal, der Abfluss und Geröll in kurzer Zeit konzentriert.

Obwohl die Region geologisch vom Vulkan Santa Maria und dem aktiven Lavadom Santiaguito geprägt ist, deutet alles darauf hin, dass dieses Ereignis nicht durch vulkanische Aktivität ausgelöst wurde. Vielmehr handelte es sich um eine klassische, regenbedingte Sturzflut, wie sie zu Beginn der Regenzeit in Guatemala häufiger auftreten kann.

Nachts klarte das Wetter wieder auf und auf den LiveCams südlich des Santiaguitos wurde dieser wieder sichtbar. Vom Dom geht wieder ein zäher Lavastrom aus, der über die Südflanke fließt. In solchen Phasen kommt es besonders oft zu Abgängen glühender Schuttlawinen und pyroklastischer Ströme. Die Lahar-Gefahr ist hoch.

Tornados: Überdurchschnittliche April-Tätigkeit in den USA

262 Tornados wüteten im April in den USA – deutlich über dem langjährigen Durchschnitt

Am 28. April 2026 traf ein EF-3-Tornado die Stadt Mineral Wells im US-Bundesstaat Texas und hinterließ eine breite Schneise der Verwüstung. Nach vorläufigen Erhebungen erreichten die Windgeschwindigkeiten im Inneren des Wirbelsturms 233 km/h. Der Sturm zerstörte oder beschädigte 130 Gebäude, ganze Wohnviertel wurden dem Erdboden gleichgemacht. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Bemerkenswert ist jedoch, dass es keine bestätigten Todesopfer gab – ein ähnliches Bild wie vier Tage zuvor, als es in Enid zum stärksten Tornado im April gekommen war: Er verwüstete den Ort mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 275 km/h und fiel damit in die zweithöchste Kategorie eines EF-4-Tornados.

Der Tornado von Mineral Wells war einer der jüngsten und eindrucksvollsten Belege dafür, wie aktiv die amerikanische Tornadosaison im April 2026 verlief. Insgesamt wurden 262 Tornados bestätigt, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem langjährigen April-Durchschnitt von 182 bestätigten Tornados darstellt.

Mineral Wells entwickelte sich im frühen 20. Jahrhundert übrigens zu einem Kurort: Der Name der Stadt stammt von den mineralreichen Grundwasserquellen, die ungewöhnlich viele gelöste Mineralien wie Eisen, Kalzium und Magnesium enthielt. Vielleicht hätte man damals sturmsichere Häuser aus Stein errichten sollen.

Dass Mineral Wells und Enid im April von Tornados heimgesucht wurden, war kein Zufall. Über Wochen hinweg hatten sich in den zentralen Vereinigten Staaten ideale Voraussetzungen für schwere Gewitter aufgebaut. Warme, feuchte Luft strömte vom Golf von Mexiko weit nach Norden, während gleichzeitig immer wieder kühlere Luftmassen aus Kanada südwärts vorstießen. Genau dieser scharfe Temperatur- und Feuchtegegensatz erzeugte die atmosphärische Instabilität, die Tornados begünstigt. Hinzu kam ein ungewöhnlich aktiver Jetstream, der über den Plains und dem Midwest für starke Windscherung sorgte – eine entscheidende Voraussetzung für rotierende Superzellen.

Der stark mäandrierende Jetstream zeichnete sich während des Winters übrigens auch mitverantwortlich für die häufigen Blizzards im Osten der USA und Frost, der bis in das subtropische Florida vorstieß und dort die Leguane von den Bäumen stürzen ließ. Möglicherweise ein Effekt des Klimawandles.

Es gab zwar nur einen EF-4-Tornado, aber mehrere EF-3-Tornados. Besonders auffällig war ein Ausbruch Mitte April im oberen Mittleren Westen. In Wisconsin wurde am 17. April ein Tornado mit EF-3-Stärke und Windgeschwindigkeiten von bis zu 233 km/h registriert. Solche Tornados prägten das Bild des Monats – EF-3 war 2026 die häufigste Kategorie schwerer Tornados.

Noch zahlreicher waren EF-2-Tornados, gewissermaßen die „Arbeitspferde“ vieler Ausbruchslagen. In Table Grove und Bryant wurden etwa 210 km/h gemessen, während ein Tornado bei Runaway Bay auf rund 217 km/h geschätzt wurde.

Erste Schätzungen amerikanischer Rückversicherer gehen allein für die Unwetter der letzten Aprilwoche von einer Schadenssumme von über einer Milliarde US-Dollar aus. Die Schäden wurden aber nicht ausschließlich von den Tornados verursacht, sondern von Unwettern und Überflutungen insgesamt, die oft mit den tornadobringenden Gewittern und Hagelschlag einhergingen.