Neapl: Erneute Sturzflut verwüstete Flusstal

Gewaltige Flutwelle am Budhi Gandaki verwüstet Flusstal in Nepal – mindestens 5 Personen vermisst

Eine gewaltige Schlammflut lief heute durch das Flusstal Budhi-Gandaki im zentralen Nepal und richtete schwere Schäden an. Im Distrikt Gorkha wurden neben Häusern auch Brücken fortgerissen und somit Straßenverbindungen unterbrochen. Zudem wurde ein Wasserkraftwerk beschädigt. Mindestens 5 Menschen werden vermisst. Rettungskräfte brachten Bewohner aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit. Auch flussabwärts gelegene Ortschaften wurden vor weiteren Überschwemmungen gewarnt.

Besonders eindrucksvoll sind Aufnahmen, die die herannahende Front der schlammigen Flutwelle zeigen, wie sie sich durch das Flussbett wälzt. Die Schlammmassen traten über die Ufer und rissen alles mit sich, was sich auf ihrem Weg befand. Die genaue Schadensbilanz ist bis jetzt noch unklar.

Erdrutsch könnte Flutwelle ausgelöst haben

Schlammflut

Als mögliche Ursache für die weitere Naturkatastrophe in Nepal gilt ein Erdrutsch im oberen Einzugsgebiet des Budhi Gandaki. Dabei könnte eine große Menge Gestein und Erdmaterial einen Flussabschnitt oder Zufluss blockiert und einen natürlichen Damm gebildet haben. Hinter dieser Barriere staute sich vermutlich Wasser auf, bis der Druck auf den natürlichen Schüttdamm zu groß wurde und dieser barst. Eine solche Flutwelle kann innerhalb kurzer Zeit enorme Wassermengen freisetzen und selbst weit flussabwärts schwere Zerstörungen verursachen.

Berichten zufolge gab es im oberen Einzugsgebiet des Flusses zuvor keinen nennenswerten Niederschlag, der die plötzliche Flut allein erklären würde. Das würde zu einem durch einen Erdrutsch ausgelösten Dammbruch passen. Die genaue Ursache muss allerdings noch untersucht werden. Auch ein Lawinenabgang wurde als mögliche Erklärung diskutiert; doch auch ein Gletscherabbruch ist bislang nicht bestätigt.
Die Behörden warnten Anwohner entlang des Budhi Gandaki und des weiterführenden Flusssystems vor weiteren Flutwellen. Besonders kritisch ist die Situation, wenn sich oberhalb der betroffenen Gebiete erneut Wasser hinter Geröll oder Erdrutschmaterial aufstaut. Rettungskräfte und lokale Behörden bemühten sich, gefährdete Menschen rechtzeitig zu evakuieren.

Erneute Flut nur 6 Wochen nach großer Katastrophe

Die aktuelle Katastrophe ereignet sich nur gut sechs Wochen nach einer der verheerendsten Flutkatastrophen der jüngeren Geschichte Nepals. Am 26. August 2026 hatte ein gewaltiger Hang- beziehungsweise Gletscherkollaps nahe der Grenze zu China eine Gerölllawine und Flutwelle ausgelöst. Die Wassermassen bewegten sich fast 100 Kilometer flussabwärts und verwüsteten Siedlungen und Infrastruktur am Lende Khola und Trishuli. Mindestens 1.455 Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 5.000 weitere galten zuletzt noch als vermisst. Die jetzige Flut am Budhi Gandaki ist räumlich davon getrennt und deutlich kleiner, zeigt aber erneut, wie schnell Hanginstabilitäten im Himalaya verheerende Flutwellen auslösen können. Für die zunehmenden Hanginstabilitäten könnte das Auftauen des Permafrost infolge des Klimawandels mitverantwortlich sein.

USA: Hurrikan Isaia forderte 4 Menschenleben

Hurrikan Isaias verursachte Naturkatastrophe und fordert vier Todesopfer

Hurrikan Isaias hat im Südosten der USA eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der erste Hurrikan der eigentlich auslaufenden Atlantiksaison 2026 traf am Freitag als Hurrikan der Kategorie 2 nahe Destin in Florida auf Land. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben. Zwei der Opfer starben in ihren Häusern, als diese von umstürzenden Bäumen getroffen wurden. Der Hurrikan deckte Dächer ab und ließ Bäume auf Leitungen stürzen, so dass der Strom für fast 670.000 Haushalte und Betriebe ausfiel. Die US-Bundesstaaten Alabama, Georgia und Mississippi wurden von Starkregen, Sturm und Überschwemmungen getroffen. Inzwischen hat sich Isaias zu einem posttropischen Wirbelsturm abgeschwächt, doch die Gefahr durch Hochwasser und Tornados besteht weiter.



Hurrikanschäden

Der Zeitpunkt, an dem der Hurrikan auftrat, ist ungewöhnlich: Isaias ist erst der erste Hurrikan der atlantischen Sturmsaison 2026. Zwar bildeten sich zuvor mehrere Tropenstürme, doch keiner erreichte Hurrikanstärke. Der erste Hurrikan entstand damit erst Anfang Oktober – ungewöhnlich spät. Die Ursache liegt vor allem in einem außergewöhnlich starken El Niño im Pazifik. Nach Angaben des US Climate Prediction Center erreichten die positiven Meerestemperatur-Anomalien im östlichen äquatorialen Pazifik teilweise mehr als vier Grad Celsius.

El Niño beeinflusst die Atmosphäre auf beiden Seiten Amerikas gegensätzlich. Über dem Atlantik verstärken sich die vertikalen Windscherungen: Winde in verschiedenen Höhen wehen stärker aus unterschiedlichen Richtungen und zerreißen dadurch entstehende tropische Wirbelstürme. Im östlichen Pazifik geschieht das Gegenteil. Dort nimmt die Windscherung ab – und damit verbessern sich die Bedingungen für die Entwicklung und Verstärkung von Hurrikanen. Die amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA beschreibt genau dieses Muster als typischen Einfluss von El Niño.

Pazifik erlebt außergewöhnliche Sturmsaison

Das erklärt die ungewöhnliche Zweiteilung der Sturmsaison: Während der Atlantik bis auf Isaia außergewöhnlich ruhig blieb, war der östliche Pazifik extrem aktiv. Mehrere Stürme erreichten dort große Intensität. Aktuelles Beispiel ist Hurrikan Simon, der sich vor der mexikanischen Pazifikküste schnell zu einem Kategorie-4-Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 km/h verstärkte. Der Landfall an der Küste des westlichen Mexikos wird für heute Früh 06:00 Uhr (Ortszeit) erwartet.

Für die Küstenregion besteht Gefahr durch Orkanböen mit Sturmfluten und gewaltigen Regenmengen. Das National Hurricane Center erwartete örtlich bis zu 30 Zoll beziehungsweise rund 760 Millimeter Niederschlag in Michoacán, Colima, Jalisco und Nayarit. Besonders in den bergigen Regionen drohen dadurch lebensgefährliche Sturzfluten und Erdrutsche.

Simon ist damit ein weiteres Beispiel für die außergewöhnliche pazifische Hurrikansaison 2026 – während Isaias zeigt, dass der extrem ruhige Atlantik selbst unter ungünstigen Bedingungen nicht völlig sturmfrei bleibt.

Sizilien: Tornadoserie richtet Zerstörungen an

Tornado richtete Verwüstungen in Marsala auf Sizilien an – Verletzte und schwere Schäden

Erst gestern berichtete Vnet über die Unwetter in Süditalien und warnte vor den von Wetterdiensten prognostizierten Tornados, heute wurden sie dann Realität: Ein heftiger Tornado hat am Freitag die Westküste Siziliens getroffen und in der Gegend um Marsala und Petrosino ernstzunehmende Schäden verursacht. Nach italienischen Medienberichten wurden Autos umgeworfen und Dächer abgedeckt. Auch Verletzte wurden gemeldet. In sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigen einen gewaltigen Windwirbel, der zusammen mit weiteren Wasserhosen zunächst über dem Meer zu sehen war und anschließend auf das Festland traf.

Tornado

Besonders betroffen waren die südlichen Ortsteile von Marsala, darunter Strasatti und Terrenove-Bambina. Auch in der benachbarten Gemeinde Petrosino richtete der Wirbelwind starke Verwüstungen an. Neben Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden wurden Straßeninfrastruktur und Strommasten beschädigt. Der kommunale Wertstoffhof von Petrosino soll ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Besorgniserregend ist auch der Schaden an der Schule Alcide De Gasperi im Raum Terrenove-Bambina. Dort wurden unter anderem Fenster, Türen und Teile des Daches beschädigt. Zum Zeitpunkt des Ereignisses befanden sich Kinder und Schulpersonal im Gebäude.

Die italienische Feuerwehr leitete einen umfangreichen Rettungs- und Sicherungseinsatz ein. Berichten zufolge wurden bei einem Vorfall in Petrosino zwei Menschen verletzt, nachdem ein Fahrzeug von den Windkräften erfasst und in einen Abhang geschleudert worden war. Die Insassen wurden medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Verletztenmeldungen waren zunächst nicht bestätigt.

Wasserhosen ziehen über das Meer

Nach ersten Berichten des Centro Meteorologico Siciliano bildeten sich vor der Küste von Marsala zwei Wasserhosen, die anschließend das Festland erreichten. Solche Wirbel entstehen häufig unter kräftigen Gewitterwolken, wenn feuchtwarme Luft und geeignete Windverhältnisse zusammenkommen.

Als mögliche Ursache kommt eine ausgeprägte atmosphärische Instabilität infrage. Dabei trifft kühlere Luft in höheren Atmosphärenschichten auf warme, feuchte Luft in Bodennähe. Ob zusätzlich eine starke vertikale Windscherung die Tornadoentwicklung begünstigte, muss noch untersucht werden. Generell gelten die zu hohen Wassertemperaturen des Mittelmeeres als Verstärker von Unwettersituationen.

In ersten Meldungen wurde eine Stärke von möglicherweise F2 auf der Fujita-Skala vermutet. Diese Einstufung ist bislang jedoch nicht offiziell bestätigt. Ein F2-Tornado erreicht nach der ursprünglichen Skala geschätzte Windgeschwindigkeiten von rund 181 bis 253 Kilometern pro Stunde. Für eine belastbare Klassifizierung müssen Fachleute die entstandenen Schäden systematisch untersuchen.

Chile: Unwetter löst Schlammfluten aus

Schlammflut verwüstet Las Condes – schwere Unwetter in Santiago

Extreme Unwetter haben in Santiago de Chile eine schwere Naturkatastrophe ausgelöst. Besonders betroffen war die östlich gelegene Gemeinde Las Condes am Fuß der Anden. Nach außergewöhnlich starken Niederschlägen verwandelten sich Bäche und Entwässerungswege in reißende Ströme aus Wasser, Schlamm und Geröll. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Wassermassen erfasst und mitgerissen.



Chile

Besonders dramatische Szenen spielten sich an einem Bus der städtischen Verkehrsgesellschaft Red Movilidad ab. Das Fahrzeug wurde von der Flut erfasst und mehrere Hundert Meter weit mitgerissen. Fahrgäste konnten sich teilweise auf das Dach retten, während die Wassermassen durch die Straßen strömten. Auch zahlreiche Autos blieben in den Schlamm- und Geröllmassen stecken. Videos zeigen Menschen, die nach ihrer Rettung vollständig mit Schlamm bedeckt waren.

Nach ersten Angaben wurden mehrere Menschen verletzt, darunter auch ein Kleinkind. Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet. Rettungskräfte waren im gesamten betroffenen Gebiet pausenlos im Einsatz.

Die Behörden sprechen von einer plötzlich anschwellenden Flut beziehungsweise einem Aluvión. Dabei können innerhalb weniger Minuten große Mengen Wasser, Sediment und Geröll aus den höher gelegenen Bereichen der Anden in bewohnte Gebiete gelangen. Die Böden waren nach den vorausgegangenen Niederschlägen bereits stark mit Wasser gesättigt. Zusätzlich könnte die Blockierung von Entwässerungsleitungen die Überflutungen verschärft haben.

Die Katastrophe wurde auch durch die Topografie Santiagos begünstigt. Die Metropole liegt unmittelbar am Fuß der Anden, sodass intensive Niederschläge in den steilen Einzugsgebieten rasch in Richtung Stadt abfließen können. In den betroffenen Hanglagen besteht zudem nach früheren Waldbränden eine erhöhte Erosionsgefahr. Darüber hinaus werden Pflanzenreste von den Wassermassen mitgerissen, was die Schlammfluten noch gefährlicher macht.

Der starke El Niño liefert einen möglichen großräumigen klimatischen Hintergrund für die ungewöhnlichen Niederschläge. Im östlichen äquatorialen Pazifik, wo sich das El-Niño-Phänomen besonders deutlich ausprägt, liegen die Oberflächentemperaturen des Meeres aktuell bei 30 Grad Celsius. Damit wird ein neuer Rekord erreicht – noch nie wurden seit Beginn der Messungen derart hohe Werte registriert. Während eines El Niño schwächen sich die Passatwinde ab oder verändern ihre Stärke und ihr Strömungsmuster. Dadurch verändern sich auch die Strömungen des pazifischen Oberflächenwassers und die Verteilung der Niederschläge. An der Pazifikküste Südamerikas kann es dadurch zu außergewöhnlich starken Regenfällen kommen, während Australien und Indonesien unter ausgeprägter Trockenheit leiden können. El Niño ist jedoch nicht allein für die Katastrophe in Chile verantwortlich. Entscheidend war das Zusammenspiel aus extremen Niederschlägen, wassergesättigten Böden, steilem Gelände und einer Entwässerung, deren Limit überschritten war.

Präsident José Antonio Kast erklärte Las Condes zur Katastrophenzone. Angesichts der weiterhin instabilen Verhältnisse warnen die Behörden vor weiteren Überschwemmungen und Massenbewegungen.

Italien: Schwere Unwetter Treffen Rom und Neapel

Schwere Unwetter über Italien: Neue Starkregen-Phase für Neapel und Süditalien erwartet

Italien wird derzeit von einer ausgeprägten Unwetterlage heimgesucht, die katastrophenartige Zustände verursacht. Besonders betroffen sind Rom und die Region Kampanien mit Neapel und dem Vesuvgebiet. Nach den schweren Gewittern der vergangenen Stunden zeichnet sich noch keine schnelle Entspannung ab. Im Gegenteil: Für Donnerstagabend und die Nacht zum Freitag wird eine weitere Intensivierung der Niederschläge erwartet.



Überflutungen

In Rom sorgte Starkregen bereits am Mittwochabend für signifikante Probleme. Innerhalb von nur rund 40 Minuten gingen große Wassermengen nieder. Straßen wurden überflutet und Wasser drang in Gebäude ein. Auch das U-Bahn-Netz war betroffen: In mehreren Stationen der Linie A sammelte sich Wasser, die Station Manzoni musste zeitweise geschlossen werden. Zudem entwurzelten Sturmböen Bäume. Zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen rückten die Feuerwehren zu rund 120 Einsätzen aus.

In Neapel brachte die sogenannte Wasserbombe so viel Niederschlag mit sich, dass Senken so tief überflutet wurden, dass Fahrzeuge die Bodenhaftung verloren und auftrieben.

Der Katastrophenschutz rief für den Großraum Rom eine gelbe Wetterwarnung aus. In Kampanien hat der Zivilschutz die Warnstufe für den Raum Neapel, nebst dem Vesuvgebiet sowie Ischia, Procida und Capri auf Orange angehoben. Auch Pozzuoli und Campi Flegrei sind betroffen. Die Warnung gilt von Donnerstag, 15 Uhr, bis Freitag, 15 Uhr. Erwartet werden weitere Schauer und Gewitter, die örtlich eine hohe Intensität erreichen können.

Damit steigt insbesondere die Gefahr von Sturzfluten und Überflutungen. Der Zivilschutz warnt zudem vor oberflächlichen Erdrutschen sowie schnellen Schlamm- und Geröllströmen. Gerade in den dicht besiedelten Gebieten rund um Neapel können extreme Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit problematisch werden.

Meteorologisch steht die Entwicklung im Zusammenhang mit einer größeren Störung über dem Mittelmeer. Ein Tiefdruckgebiet über dem Tyrrhenischen Meer sorgt bereits seit Tagen für instabile Luftmassen mit großer Feuchte. Gleichzeitig nähert sich eine weitere atlantische Störung. Dadurch bleibt die Atmosphäre über Mittel- und Süditalien labil. Der Schwerpunkt der stärksten Gewitter verlagert sich dabei zunehmend nach Süden.

Besonders aufmerksam wird derzeit auf Kampanien und das südliche Latium geschaut. Prognosen deuten für Donnerstagabend bis Freitagmorgen auf eine Phase mit sehr kräftigen Gewittern hin. Lokal können dabei innerhalb weniger Stunden außergewöhnlich hohe Regenmengen zusammenkommen; einzelne Modellberechnungen zeigen für Teile Kampaniens Niederschlagsmengen von bis zu 100 Millimetern.

Die Unwetterlage könnte anschließend weiter nach Süden ziehen. Auch am Samstag, 10. Oktober, werden im Süden Italiens noch verbreitet Regen und Gewitter erwartet, bevor sich die Wetterlage voraussichtlich ab Sonntag allmählich beruhigt.

USA: Hurrikan Isaias bedroht Golfküste

Hurrikan Isaias stellt Gefahr für US-Golfküste dar – Evakuierungen laufen

Hurrikan Isaias nähert sich mit rasch zunehmender Stärke der nördlichen Golfküste der USA. Am Donnerstag erreichte der Sturm bereits Hurrikanstärke und soll sich auf seinem Weg über den Golf weiter intensivieren. Für Freitag werden maximale Windgeschwindigkeiten von 176 km/h erwartet. Damit könnte Isaias als starker Hurrikan der Kategorie 2 auf die Küste treffen. Der Landfall wird derzeit zwischen Louisiana und dem westlichen Florida Panhandle erwartet.


Informationsblatt

Eine besondere Gefahr geht für die Küsten und Meeresbereiche aus, da erwartet wird, dass der Hurrikan extrem hohe Wellen erzeugen wird. Für die zentralen Golfgewässer werden am Freitag Wellenhöhen von 7,3 bis 11 Metern vorhergesagt. Auch in der Nacht zum Samstag können noch bis zu 10 m hohe Wellen auftreten, wobei einzelne Wellen noch deutlich höher ausfallen können. Das National Hurricane Center weist ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Wellen mehr als doppelt so hoch sein könnten.

Das bedeutet für die Küstenregionen und für die Schifffahrt extreme Bedingungen. Große Frachter und Tanker müssen die gefährlichsten Seegebiete meiden, während kleinere Schiffe bereits deutlich früher aus den betroffenen Gewässern abgezogen werden sollten. Neben den Wellen stellen Orkanböen, schlechte Sicht durch Starkregen und Gewitter sowie starke Strömungen hohe Risiken dar.

Unmittelbar betroffen ist die Offshore-Ölindustrie, deren Förderplattformen nicht in Sicherheit gebracht werden können. Bereits am Mittwoch waren acht bemannte Förderplattformen evakuiert worden. Zusätzlich wurden Bohrplattformen aus der erwarteten Zugbahn des Hurrikans geschleppt. Rund 25 Prozent der Öl- und 16 Prozent der Erdgasproduktion im Golf waren vorsorglich stillgelegt. Dabei werden Unterwasser-Sicherheitsventile geschlossen, um die Förderung sicher zu unterbrechen und das Risiko von Lecks zu reduzieren. Diese Ausfälle dürften die Öl- und Gaspreise weiter steigen lassen.

An Land drohen schwere Überschwemmungen durch Starkregen und Sturmfluten und windbedingte Schäden durch Orkanböen und Tornados. Für Teile der Küste wurden bereits Hurrikan- und Sturmflutwarnungen ausgegeben. In einigen Orten wurden Evakuierungen angeordnet. Es werden außerdem extreme Regenfälle erwartet, die bis zu 180 Millimeter Regen mit sich bringen. Lokal könnte der Niederschlag noch stärker ausfallen.

Isaias ist dabei aus mehreren Gründen außergewöhnlich. Er ist der erste Hurrikan der Atlantiksaison 2026 und entsteht extrem spät. Ein ähnlich später Hurrikan wurde zuletzt 1905 beobachtet. Besonders bemerkenswert ist zudem, dass dies trotz eines starken El Niño geschieht, der die atlantische Hurrikanaktivität normalerweise durch stärkere Windscherung hemmt. Über dem ungewöhnlich warmen Golf von Mexiko und bei vergleichsweise geringer Windscherung konnte sich Isaias dennoch schnell intensivieren.

USA: Unwetter bringt Rekordregen in Charleston

133 Jahre alter Regenrekord in Charleston gebrochen – Straßen vom Unwetter überflutet

Nachdem in der letzten Woche der Nordosten der USA von starken Unwettern heimgesucht wurden, die starke Überflutungen verursachten, traf es dieses Wochenende südlich gelegene Regionen. Besonders betroffen war der US-Bundesstaat South Carolina. In Charleston fielen am 4. Oktober innerhalb weniger Stunden 3,64 Zoll Regen, was im metrischen System etwa 92 Millimetern entspricht. Damit wurde der bisherige Tagesrekord von 2,51 Zoll (fast 64 mm) aus dem Jahr 1893 deutlich übertroffen. Die alte Rekordmarke hatte damit 133 Jahre Bestand.

Überflutungen

Die Überflutungen beschränkten sich nicht auf das historische Stadtzentrum. Auch North Charleston, Mount Pleasant, West Ashley, James Island und weitere Gebiete im Umland waren von Starkregen und Sturzfluten betroffen. Mehrere Straßen wurden unpassierbar, Fahrzeuge blieben im Wasser stecken und Einsatzkräfte mussten mit Hochwasserfahrzeugen Rettungseinsätze durchführen. Regional wurden teilweise mehr als 100 Millimeter Niederschlag registriert.

Meteorologisch betrachtet kam bei den Unwettern eine Kombination mehrerer Faktoren zusammen. Über dem Osten der USA etablierte sich ein kräftiger Höhentrog. Dabei handelt es sich um einen Bereich relativ niedrigen Luftdrucks in der mittleren und oberen Troposphäre, der für aufwärts gerichtete Luftbewegungen sorgen kann. Gleichzeitig strömte bodennah und in den unteren Atmosphärenschichten sehr warme und feuchte Luft aus Richtung des Golfs von Mexiko nach Norden. Diese Luftmasse enthielt außergewöhnlich viel Wasserdampf. Diese feuchtwarmen Luftmassen kollidierten mit einer Kaltluftfront über den Carolinas, wodurch die feuchtwarme Luft zum Aufsteigen gezwungen wurde und sich mächtige Gewitterwolken bildeten.

Die Situation weist damit gewisse Merkmale eines atmosphärischen Flusses auf. Eine offizielle Einstufung des Ereignisses als Atmospheric River liegt allerdings nicht vor.

Verstärkte El Niño das Unwetter?

Interessant ist ein möglicher Zusammenhang mit dem derzeit außergewöhnlich starken El Niño. Das Klimaphänomen verändert die großräumige atmosphärische Zirkulation und kann im Herbst die Wahrscheinlichkeit feuchter Wetterlagen im Südosten der USA erhöhen. NOAA erwartet für den Herbst und Winter 2026 einen ungewöhnlich starken El Niño, der das Potenzial hat, neue Rekorde aufzustellen.

Der Starkregen in Charleston lässt sich zwar nicht direkt El Niño zuschreiben. El Niño kann jedoch den großräumigen atmosphärischen Hintergrund beeinflussen und damit die Wahrscheinlichkeit entsprechender Wetterlagen erhöhen und selbst bei uns in Deutschland das Wettergeschehen indirekt beeinflussen.

Kreta: Unwetter verursacht katastrophale Überflutungen

Starkregen verursacht auf Kreta katastrophale Überschwemmungen und Erdrutsche

Schwere Gewitter und Starkregen haben auf der griechischen Ferieninsel Kreta seit Mittwochabend für starke Schäden und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Besonders betroffen ist das Bergland von Mylopotamos im Norden der Insel. In den Orten Zoniana, Livadia und Axos verwandelten sich Straßen zeitweise in reißende Bäche. Wasser, Schlamm und Geröll drangen in Häuser ein und verschütteten Zufahrten. Einsatzkräfte sind mit schwerem Gerät unterwegs, um Straßen freizuräumen und die Erreichbarkeit der Ortschaften wiederherzustellen.

Kreta

In Livadia wurde eine Brücke im Bereich des Klosters Dioskouri durch die Wassermassen beschädigt. Ein Fahrzeug stürzte in das Flussbett, wobei zwei Menschen verletzt wurden. Auch die Verbindung zwischen Axos und Anogia wurde unterbrochen. Gleichzeitig kam es in mehreren Orten zu Stromausfällen. In Zoniana rissen die Wassermassen mehrere Strommasten um.

Besonders große Regenmengen wurden auf dem Lasithi-Plateau registriert. In Tzermiado fielen bis Donnerstagmorgen 174 Millimeter Niederschlag. Erdrutsche und Felsstürze behinderten den Verkehr. Auch in der Umgebung der Inselhauptstadt Heraklion kam es zu Überschwemmungen. In Palaikastro bei Sitia standen mehrere Fahrzeuge unter Wasser.

Die ablaufenden Wassermassen strebten Richtung Meer und setzten auch Küstenorte unter Wasser. Dabei wurden Fahrzeuge bis ins Meer mitgerissen. Hinzu kam eine starke Brandung, die entlang von Küstenpromenaden Schäden verursachte.

Die Behörden haben angesichts der anhaltenden Unwetter Schutzmaßnahmen eingeleitet. Für besonders gefährdete Bergregionen mit beliebten Wanderwegen und Schluchten gilt bis einschließlich Sonntag ein Verkehrs- und Aufenthaltsverbot, von dem viele Urlauber betroffen sein dürften. Der Zivilschutz warnte per 112 (Cell Broadcast, SMS und eMail) vor Fahrten in den betroffenen Gebieten. Es werden weiterer Gewitter und Starkregen erwartet.

Unwetter in anderen Mittelmeerregionen

Die Unwetter sind Teil einer großräumigen Starkregenlage im Mittelmeerraum. In Südfrankreich sorgte der erste markante Mittelmeer-Starkregen der Saison für extreme Niederschlagsmengen von bis zu 337,6 Millimetern in Saint-Hippolyte-du-Fort; Gard und Hérault waren zeitweise unter roter Warnstufe. Auch im Osten Spaniens verschärfte sich die Lage: Für Valencia, Castellón und Tarragona galt wegen drohender torrentialer Regenfälle die höchste Warnstufe. Regional wurden mehr als 150 Millimeter in sechs Stunden erwartet, während der Bahnverkehr in Valencia teilweise eingestellt wurde.

Obwohl die Unwetter im Mittelmeerraum verheerend verliefen und lokale Naturkatastrophen verursachten, fehlen einige Merkmale zu einem Medicane. Dennoch beschreibt der DWD die Wetterlage als erste großräumige Unwetterlage des Herbstes, die mehrere Mittelmeerbecken betrifft.

Deutschland: Historisch niedriger Pegelstand am Rhein

Rhein erreicht historische Tiefstände – Niedrigwasser setzt Schifffahrt zu

Der Rhein führt so wenig Wasser wie seit Beginn der Messungen nicht. Am Pegel Kaub sank der Wasserstand Ende September erstmals in den negativen Bereich. Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wurden zeitweise Werte um −3 Zentimeter erreicht. Der bisherige historische Tiefststand von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018 wurde damit deutlich unterschritten. Auch weiter flussabwärts wurden Rekordwerte registriert: In Köln erreichte der Rhein einen historischen Tiefstand. In Düsseldorf fiel der Pegel am 29. September auf etwa −8 Zentimeter, weitere Rückgänge wurden prognostiziert.



Rhein

Die Folgen für die Schifffahrt werden zunehmend sichtbar. Frachtschiffe können wegen der geringen Wassertiefe ihre Ladung nicht mehr vollständig aufnehmen. Dadurch steigen die Transportkosten, während gleichzeitig die Transportkapazität des Rheins sinkt. Bereits im Sommer konnten Schiffe teilweise nur noch einen Bruchteil ihrer normalen Ladung befördern.

Auch der Fährverkehr ist vielerorts betroffen. Die Fähre bei Kaub benötigt einen Pegelstand von mindestens 15 Zentimetern und steht weiterhin still. In Düsseldorf musste die Fähre zwischen Zons und Urdenbach ihren Betrieb einstellen. Der Betreiber hat inzwischen erstmals seit der Firmengründung Kurzarbeit beantragt. Bereits mehr als 40 Ausfalltage sind in diesem Jahr zusammengekommen.

Besonders anschaulich zeigt ein Zwischenfall im Düsseldorfer Hafen die schwierigen Bedingungen. Ende September lief dort ein rund 135 Meter langes Frachtschiff im Hafenbecken auf Grund. Die Wasserschutzpolizei nannte den niedrigen Wasserstand als mögliche Ursache. Auch in Bonn und Unkel kam es zu Problemen mit Schiffen.

Infokasten Pegelstände

Jede Pegelmessstelle besitzt einen eigenen, fest definierten Nullpunkt. Dieser liegt nicht am Flussgrund, sondern auf einer vermessenen Bezugshöhe. Sinkt der Wasserspiegel darunter, zeigt die Messstelle negative Werte an. Ein Pegelstand von −3 Zentimetern bedeutet daher nicht, dass der Rhein „drei Zentimeter unter dem Grund“ steht, sondern lediglich, dass die Wasseroberfläche drei Zentimeter unterhalb des örtlichen Pegelnullpunkts liegt. Da die Pegelmesspunkte nicht genormt sind, kann man sie untereinander nicht vergleichen. Zudem kann die verbleibende Wassertiefe bei gleichem Pegelstand unterschiedlich ausfallen.

Warum ist der Rhein 2026 so wasserarm?

Die Ursachen reichen bis in den Winter zurück. Ein schneearmer Winter in den Alpen lieferte weniger Schmelzwasser, das normalerweise im Frühjahr und Sommer zur Wasserführung des Rheins beiträgt. Hinzu kam ein niederschlagsarmes Frühjahr und insbesondere ein sehr trockener Sommer. Der Deutsche Wetterdienst registrierte im Sommer 2026 im Deutschlandmittel nur rund 171 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – etwa 72 Prozent des langjährigen Mittels von 239 Litern. Besonders der Juli war extrem niederschlagsarm.

Auch der September brachte kaum Entlastung. In Rheinland-Pfalz fielen nach vorläufiger DWD-Bilanz lediglich rund 19 Liter pro Quadratmeter, etwa ein Drittel des langjährigen Mittelwerts. Gleichzeitig war der Monat ungewöhnlich warm und sonnenscheinreich.

Die Hitze verschärft den Wassermangel zusätzlich. Höhere Temperaturen führen zu stärkerer Verdunstung, sodass weniger Wasser in Böden, Grundwasser und Flüssen ankommt. Der DWD weist außerdem darauf hin, dass blockierende Hochdrucklagen bei extrem trockenen Sommern eine wichtige Rolle spielen können. Für 2026 lässt sich damit eine Kombination aus fehlendem Niederschlag, hoher Verdunstung und geringerem alpinem Schmelzwasser als wesentliche Ursache des historischen Niedrigwassers benennen.