Sizilien: Erdrutsch bei Taormina

Unwetter lösten Erdrutsch bei Taormina aus – unbewohntes Haus kollabierte

Süditalien und Sizilien wurden in den letzten Tagen von heftigen Unwettern infolge eines Medicanes heimgesucht, die von Starkregen und Hagel begleitet wurden. In mehreren Regionen kam es zu kleineren Erdrutschen, weil der wassergesättigte Boden nachgab. Im Fokus stand dabei die Region rund um Taormina an der Ostküste der Ätnaregion. Bei dem bei Touristen beliebten Ort kam es zu einem Erdrutsch, der Teile einer Straße mit sich riss. Personen kamen nicht zu Schaden. 

Taormina

Die Unwetter im Süden Italiens sollen auch morgen noch anhalten, bevor eine langsame Wetterbesserung in Sicht ist. Zum Höhepunkt des Geschehens fielen innerhalb von 36 Stunden bis zu 200 mm Niederschlag. Das Auge des Tiefdruckgebiets, das in den Medien oft als Zyklon bezeichnet wird, liegt aktuell südwestlich von Sizilien und bewegt sich nur langsam.

Die gewaltigen Regenmengen unterspülten auch die Fundamente eines alten Hauses in Hanglage und verursachten den Teilkollaps des Gebäudes, das zum Glück bereits unbewohnt war. Daher gab es auch bei diesem Zwischenfall keine verletzten oder sogar getöteten Personen. Die beiden Vorfälle verdeutlichen aber, wie prekär die Situation in ehemals eher ariden Gebieten geworden ist. In den letzten Jahren nahmen starke Unwetter in der Region deutlich zu und Kanalisationen – sofern vorhanden – sind nicht in der Lage, die Wassermassen abzuführen, so dass es in Niederungen und oft auch in Ortschaften häufig zu Überflutungen kommt.

Die Kombination aus extremen Niederschlägen und der morphologischen Beschaffenheit Siziliens macht die Region besonders anfällig für Erdrutsche. Viele Gebäude befinden sich in steilen Hanglagen auf instabilem Untergrund der bei Dauerregen schnell an Stabilität verliert. Behörden haben deshalb Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und in gefährdeten Gebieten Evakuierungen vorbereitet oder bereits durchgeführt.

Die Unwetter beschränkten sich aber nicht nur auf Sizilien, sondern griffen auch auf Kalabrien über, wo es entlang der ionischen Küste und besonders im Ort Mirto Crosia zu starken Überflutungen kam: Straßen verwandelten sich in reißende Ströme und rissen alles mit sich, was nicht niet- und nagelfest war. Ein Mann wurde von den Wassermassen mitgerissen und erlitt schwere Verletzungen. Er konnte geborgen und mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Situation bleibt weiterhin angespannt: Weitere Regenfälle könnten neue Erdrutsche auslösen und zusätzliche Schäden verursachen.

Türkei: Seltene Nassschneelawine scheidet Dörfer ab

Seltenes Naturphänomen einer Nassschneelawine verursachte möglicherweise Schäden

In der südostanatolischen Provinz Hakkari kam es Mitte März 2026 zu einer großen Nassschneelawine, die zahlreiche Verkehrswege verschüttete und mehrere Dutzend Dörfer vorübergehend von der Außenwelt abschnitt. Der Zustand einiger isolierter Dörfer ist unklar, was in den sozialen Medien mit einem viral gehenden Video Spekulationen zu einer möglichen Naturkatastrophe anheizt. Die Behörden wollen das Geschehen untersuchen und eine Lagebeurteilung erstellen. Verifizierte Berichte über Schäden oder Opfer gibt es nicht. Das Ereignis verdeutlicht ein typisches, aber oft unterschätztes Naturphänomen in hochalpinen Randlagen des Nahen Ostens.

Nassschneelawinen entstehen, wenn sich die Eigenschaften der Schneedecke durch Temperaturanstieg oder Niederschlag verändern. Steigt die Temperatur über den Gefrierpunkt oder dringt Regen in die Schneedecke ein, verliert diese ihre innere Stabilität. Wasser wirkt dabei als Schmiermittel zwischen den Schneekristallen, wodurch die Masse an Kohäsion einbüßt und sich hangabwärts in Bewegung setzt. Im Gegensatz zu trockenen Schneelawinen verlaufen Nassschneelawinen langsamer, dennoch besitzen sie aufgrund ihrer hohen Dichte und Masse ein enormes Zerstörungspotenzial. Sie erscheinen häufig als zähfließende, kompakte Schneemassen, die Täler ausfüllen und Infrastruktur massiv beeinträchtigen können.

Auf dem erwähnten Video – das ich hier aus Gründen der Seitenperformance nur temporär einbinde – sieht man, wie sich die Lawine durch das Tal am Rand eines Hangs zieht, auf dem sich zahlreiche Schaulustige mit ihren Smartphones eingefunden haben, um das Phänomen zu dokumentieren. Im Hintergrund stehen mehrere Gebäude, die von der Lawine um wenige Zehnermeter verfehlt wurden. Ob weiter hangaufwärts bereits Gebäude unter der Lawine verschwunden sind, ist nicht zu erkennen.


Die betroffene Region um das Dorf Akkaya liegt im äußersten Südosten der Türkei, im Grenzgebiet zu Irak und Iran. Morphologisch gehört sie zum östlichen Taurusgebirge, das hier in eine komplexe Gebirgslandschaft übergeht, die tektonisch und topographisch eng mit dem Zagros-System verbunden ist. Steile Hänge, mit tief eingeschnittenen Tälern und großen Höhendifferenzen, prägen das Relief. Viele Siedlungen befinden sich in engen Talräumen oder auf Schwemmfächern, die besonders anfällig für Massenbewegungen sind.

Geologisch ist die Region Teil einer aktiven Kollisionszone zwischen der Arabischen und der Eurasischen Platte. Diese Konvergenz führt seit dem Tertiär zur Hebung und intensiven Deformation des Gebirges. Gefaltetes und überschobenes Sedimentgestein prägen das Landschaftsbild, häufig durchzogen von Störungszonen. Diese geologische Struktur begünstigt instabile Hangverhältnisse, da stark beanspruchte Gesteine leichter verwittern und weniger Widerstand gegen Hangbewegungen bieten. Neben Nassschneelawinen drohen hier also auch Schuttlawinen, die häufig durch Erdbeben ausgelöst werden.

Klimatisch zeichnet sich Hakkari durch kontinentale Bedingungen mit schneereichen Wintern aus. Große Schneemengen können sich über Monate akkumulieren, bevor im Frühjahr ein rascher Temperaturanstieg einsetzt. Diese Übergangsphase ist besonders kritisch für die Entstehung von Nassschneelawinen.

Die aktuelle Nassschneelawine ist somit weniger als außergewöhnliche Katastrophe, sondern vielmehr als Naturphänomen zu verstehen, vorausgesetzt, es sollte sich nicht doch noch herausstellen, dass es zu Schäden gekommen ist.

Sizilien: Heftige Unwetter in der Ätnaregion

Starke Gewitter mit Hagel setzten Straßen östlich des Ätnas auf Sizilien unter Wasser

Wie prognostiziert haben gestern Nachmittag starke Unwetter die Ostküste Siziliens getroffen und in mehreren Orten der Provinz Catania für Probleme gesorgt. Besonders stark betroffen war die Gemeinde Aci Sant’Antonio im Südosten des Ätnas. Ein intensives Gewitter brachte Starkregen und Hagel und setzte Straßen unter Wasser. Die Hagelkörner bedeckten zahlreiche Straßen so stark, dass sie teilweise wie von einer weißen Decke überzogen wirkten.

Aci Sant’Antonio

Der plötzliche Hagelschauer führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Viele Autofahrer mussten ihre Fahrt unterbrechen, da sich eine rutschige Mischung aus Eis und Wasser auf der Fahrbahn bildete. Einige Fahrzeuge blieben sogar auf den überfluteten Straßen stecken. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um besonders betroffene Abschnitte zu sichern und den Verkehr wieder in Gang zu bringen.

Doch das Unwetter beschränkte sich nicht nur auf Aci Sant’Antonio. Auch entlang der Küste zwischen Catania und Messina wurden intensive Niederschläge gemeldet. In mehreren Ortschaften liefen Straßen und Plätze innerhalb kurzer Zeit voll Wasser. Besonders in tiefer gelegenen Bereichen kam es zu lokalen Überschwemmungen, da die Kanalisation die plötzlich einsetzenden Wassermassen nicht schnell genug abführen konnte.

Meteorologen sprechen von einem typischen Starkgewitter, wie es im Mittelmeerraum auftreten kann, wenn feuchtwarme Luftmassen vom Meer auf kühlere Luft in höheren Atmosphärenschichten treffen. Diese Konstellation begünstigt die rasche Bildung kräftiger Gewitterzellen, die innerhalb kurzer Zeit große Niederschlagsmengen bringen können. Normalerweise treten solche Extremwetterlagen im Spätsommer und Herbst auf, Richtung Frühlingsanfang sind sie selten, da sich das Mittelmeer normalerweise bereits abgekühlt haben sollte. Dieses Jahr ist es aber offenbar noch warm genug, um die benötigten Energien zur Verfügung zu stellen.

Ausbruch am Ätna?

Das Unwetter kam aus Sicht der Vulkanspotter-Community zu einer Unzeit, da es mit einer Tremorhochphase am Ätna zusammenfiel und den Vulkan in dichte Wolken hüllte, die zudem eine größere Menge Neuschnee gebracht haben dürften. Aufgrund der eingeschränkten Sicht ist es bis jetzt nicht klar, ob und was für ein Ausbruch stattgefunden hat. Neben dem hohen Tremor gab es eine leichte Bodensenkung im Gipfelbereich, die darauf hindeutet, dass Magma ausgetreten ist. Berichte über Ascheniederschlag liegen nicht vor. Auf dem letzten wolkenfreien Satellitenbild vom 12. März sind keinerlei thermische Anomalien sichtbar gewesen. Bereits am Vortag hatte es eine ähnliche Phase hohen Tremors gegeben. Das VAAC Toulouse registrierte keine Aschewolken und Berichte über Ascheniederschlag stehen ebenfalls aus. So bleibt das Geschehen weiter rätselhaft.

Schweiz: Anbahnender Erdrutsch bedroht Ortschaft

Drohende Naturkatastrophe in der Schweiz: Erdrutsch bedroht Dorf Chippis

Ein beständig wachsender Riss im Hang oberhalb des Dorfes Chippis sorgt derzeit im Schweizer Kanton Wallis für große Besorgnis. Der etwa 250 Meter lange Spalt liegt im steilen Gelände des Val d’Anniviers und wird von Geologen als deutliches Zeichen einer instabilen Hangbewegung gewertet. Messungen zeigen, dass sich der Riss täglich um mehrere Millimeter weiter öffnet. Es droht ein massiver Erdrutsch.

Der Spalt ist vermutlich Teil einer sogenannten Zugzone am oberen Rand eines langsam rutschenden Hangpakets. Geoforscher schätzen, dass mehrere hunderttausend Kubikmeter Gestein und Erdmaterial in Bewegung geraten könnten. Der sichtbare Riss markiert dabei lediglich die Oberfläche eines viel größeren geologischen Prozesses, der sich im Untergrund abspielt.

Als wichtigste Ursache gilt die Erosion am Hangfuß durch den Gebirgsfluss Navisence. Bei starken Hochwasserereignissen in den vergangenen Jahren wurde das Flussbett teilweise ausgewaschen. Dadurch verlor der darüberliegende Hang einen Teil seiner natürlichen Stütze. Sobald der Hangfuß destabilisiert wird, kann sich die darüberliegende Gesteinsmasse langsam talwärts bewegen. In der oberen Zone entstehen dabei Zugspannungen, die den Boden aufreißen und lange Spalten bilden.

Auch klimatische Veränderungen könnten eine Rolle spielen. In vielen Regionen der Alpen führen das Auftauen von Permafrost und die zunehmende Intensität von Starkregen zu einer generellen Destabilisierung steiler Berghänge. Zwar lässt sich der aktuelle Fall nicht allein auf den Klimawandel zurückführen, doch es könnte sich um einen verstärkenden Faktor der sich anbahnenden Naturkatastrophe handeln.

Die Folgen eines großen Hangrutsches wären fatal. Gelangt eine große Masse an Hangrutschmasse in den Talboden, könnte sie den Fluss Navisence blockieren und aufstauen, wodurch sich ein temporärer See bilden würde. Bricht ein solcher natürlicher Damm später auf, wären gefährliche Flutwellen im Tal denkbar. Besonders gefährdet wäre das weiter unten gelegene Dorf Chippis, wo der Gebirgsfluss in die Rhone mündet.

Die Behörden beobachten den Hang deshalb rund um die Uhr mit Laserentfernungsmessern, Livecams und Drohnen. Zudem wurden Evakuierungspläne vorbereitet, falls sich die Bewegung plötzlich beschleunigt. Die Bewohner hätten 20 Minuten Zeit zur Flucht.

Erst im letzten Jahr hatte ein gewaltiger Bergsturz das Dorf Blattern verschüttet. Die zunächst verschonten Gebäude wurden später durch aufgestautes Wasser eines Flusses überflutet.

Äthiopien: Überflutungen und Erdrutsche verursachten Katastrophe

Überflutungen und Erdrutsche verursachten Naturkatastrophen in Äthiopien und im Kongo

Heftige Regenfälle haben im Süden Äthiopiens eine schwere Naturkatastrophe ausgelöst. In der Gamo-Zone, einer bergigen Region im Süden des Landes, kamen nach aktuellen Angaben lokaler Behörden mindestens 107 Menschen bei Erdrutschen und Überschwemmungen ums Leben. Rettungskräfte und Bewohner suchen weiterhin in den verschütteten Dörfern nach Vermissten. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen könnte.

Die Katastrophe ereignete sich nach mehreren Tagen intensiver Niederschläge im Zuge der Regenzeit im Süden Äthiopiens. In der Nacht lösten sich an steilen Hängen große Mengen aufgeweichten Bodens und rutschten talwärts. Schlamm, Geröll und entwurzelte Bäume begruben Häuser und Wege unter sich. Viele Bewohner wurden im Schlaf überrascht. Da zahlreiche Siedlungen in abgelegenen Tälern liegen und nur über unbefestigte Straßen erreichbar sind, gestalteten sich die Rettungsarbeiten schwierig.

Die Region weist mehrere geologische und morphologische Eigenschaften auf, die Erdrutsche begünstigen können. Große Teile der Landschaft bestehen aus stark verwitterten vulkanischen Gesteinen und lockeren Böden. Solche Materialien verlieren bei intensiver Durchfeuchtung rasch ihre Stabilität. Gleichzeitig ist die Topografie der Gamo-Zone von steilen Hängen, tief eingeschnittenen Tälern und dicht besiedelten Hanglagen geprägt.

Hinzu kommt, dass viele Hänge landwirtschaftlich genutzt werden. Es wurden Wälder abgeholzt und Terrassenfelder angelegt und die Weidewirtschaft auf brandgerodeten Flächen verändern die natürliche Vegetationsdecke. Wurzelsysteme von Bäumen stabilisieren normalerweise den Boden; wenn sie fehlen, kann Regenwasser schneller in den Untergrund eindringen. Dadurch erhöht sich das Gewicht des Bodens und die Reibungskräfte, die einen Hang zusammenhalten, werden verringert. Kommt es dann zu anhaltenden Starkregenfällen, kann bereits eine vergleichsweise kleine Störung einen Hangrutsch auslösen.

Auch klimatische Faktoren spielen eine Rolle. In Ostafrika treten in bestimmten Jahreszeiten intensive Regenphasen auf, die lokal zu extremen Niederschlagsmengen führen können. Solche Ereignisse werden nach Einschätzung vieler Wissenschaftler durch Klimaveränderungen zusätzlich verstärkt, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit für Überschwemmungen und Hangrutsche erhöht.

Die Tragödie in Äthiopien reiht sich damit in eine Serie jüngster Katastrophen in Ostafrika ein. Erst wenige Tage zuvor hatte ein massiver Erdrutsch im Osten der Demokratischen Republik Kongo hunderte Menschen in einer Coltan-Mine verschüttet. Beide Unglücke zeigen, wie stark extreme Niederschläge in Kombination mit empfindlichen Landschaftsformen und menschlicher Nutzung das Risiko tödlicher Naturkatastrophen erhöhen können.

Kenia: Sturzfluten treffen Hauptstadt Nairobi

Verheerende Sturzfluten kosten in Nairobi 23 Menschen das Leben – Menschengemachte Ursachen verstärkten die Naturkatastrophe in Kenia

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat ein außergewöhnlich starkes Unwetter in der Nacht zum 7. März 2026 eine der schlimmsten Naturkatastrophen der letzten Jahre in der Region ausgelöst. Mindestens 23 Menschen kamen durch die Sturzfluten ums Leben, wie Polizei und Behörden berichteten. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da Rettungskräfte noch immer im Einsatz sind und etliche Personen vermisst werden.

Die Fluten setzten große Teile der Stadt innerhalb weniger Stunden unter Wasser. Torrentiale Regenfälle führten dazu, dass Straßen zu reißenden Flüssen wurden, die Fahrzeuge fortspülten und Wohnhäuser überfluteten. Besonders betroffen waren dicht besiedelte Stadtteile wie Mukuru, Kibra und Westlands, wo das Wasser meterhoch stand und Menschen verzweifelt versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Folgen der Sturzfluten sind dramatisch. Neben den Toten wurden Dutzende Fahrzeuge zerstört oder weggespült, und viele Straßen und Brücken sind unpassierbar geworden. Teile des Stromnetzes fielen aus, weil Stromleitungen beschädigt wurden. Es kam zu Todesfällen infolge von Stromschlägen.

Der internationale Flughafen Nairobi wurde ebenfalls beeinträchtigt, da nicht nur Start- und Landebahnen unter Wasser standen, sondern auch Zufahrtswege. Airlines, darunter auch Kenya Airways, leiteten Maschinen in andere Städte wie Mombasa um.

Die unmittelbare Ursache der Katastrophe war ein außergewöhnlich starker, lang anhaltender Regen, der im Rahmen der aktuellen Regenzeit über Ostafrika niederging. Nairobi befindet sich derzeit in der sogenannten Langregenperiode, die typischerweise von März bis Mai andauert und mit heftigen, oft sintflutartigen Niederschlägen einhergeht. Obwohl die Regenzeit an sich normal ist, verläuft sie entweder immer stärker oder bleibt aus. Meteorologen sehen in der Zunahme extremer Wetterereignisse auch eine Folge des Klimawandels, der zu mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre und damit zu intensiveren Niederschlägen führt. Studien zeigen, dass solche extremen Regenfälle in Ostafrika infolge der Erwärmung wahrscheinlicher geworden sind.

Lokale Faktoren verschärften die Situation zusätzlich: unzureichende Entwässerungssysteme, verstopfte Abflüsse und versiegelte Bodenflächen verhinderten, dass das Wasser schnell abfließen konnte. In mehreren Slum‑ und Randbezirken funktionieren die städtischen Abwassersysteme kaum, was das Überschwemmungsrisiko erhöht.

Auf staatlicher Ebene wurde der Notstand ausgerufen: Präsident William Ruto mobilisierte Militär und Rettungskräfte, ordnete die Freigabe von Hilfsgütern an und versprach Unterstützung für die betroffenen Familien. Der kenianische Wetterdienst warnte gleichzeitig vor weiteren Regenfällen in den kommenden Tagen, was die Lage weiter verschärfen könnte.

USA: Tornado in Michigan verursachte Schäden und Todesopfer

Tornados kosteten in Michigan 4 Menschenleben – frühes Extremwetter wirft Fragen auf

Mehrere Tornados haben am Freitag (6. März) im US-Bundesstaat Michigan große Schäden verursacht, mindestens 4 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Besonders hart traf es die Kleinstadt Three Rivers. Viral gehende Videos dokumentierten die Katastrophe und zeigen, wie der Wirbelsturm über den Parkplatz eines Einkaufszentrums zieht, Trümmer durch die Luft wirbelt und Fahrzeuge beschädigt. Teile eines Gebäudedachs wurden abgerissen, während Menschen in Geschäften Schutz suchten. Besonders betroffen war der Südwesten der Stadt.

Der Tornado entstand am Nachmittag aus einer kräftigen Gewitterzelle. Der Rüssel des Tornados berührte mehrfach den Boden, was aus einem Wirbelwind einen Tornado macht. Die US-Wetterbehörde hatte bereits gegen 15 Uhr eine Tornadowarnung für Teile der Landkreise St. Joseph und Cass ausgegeben.

Die größten Schäden erlitt ein Baumarkt, dessen Dach teilweise abgedeckt wurde. Berichte über Verletzte und zerstörte Gebäude gingen auch aus umliegenden Orten ein. In der gesamten Region wurden mehrere Tornados gemeldet, die zusammen mindestens vier Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderten.

Meteorologen führen das Ereignis auf eine typische, aber zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich starke Frühjahrs-Wetterkonstellation zurück: Warmfeuchte Luftmassen aus dem Golf von Mexiko trafen auf kalte Luftmassen aus dem Norden. Diese starken Temperaturunterschiede fördern die Bildung rotierender Gewitterzellen, sogenannter Superzellen, aus denen Tornados entstehen können.

Zusätzlich verstärkte ein kräftiger Jetstream in der Höhe die Windscherung – also die Veränderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe. Diese Bedingungen gelten als entscheidender Faktor für die Entwicklung besonders intensiver Tornados.

Hat die Tornadosaison in den USA bereits begonnen?

Tatsächlich beginnt die Tornadosaison in den USA meist im Frühjahr und erreicht ihren Höhepunkt zwischen April und Juni. März gilt meteorologisch als Übergangsmonat, in dem die Zahl der Tornados im Vergleich zum Winter deutlich zunimmt.

Dennoch bleibt ein solches Ereignis in Michigan relativ selten. Der Bundesstaat verzeichnet im Durchschnitt nur etwa 15 Tornados pro Jahr und liegt damit weit unter den besonders gefährdeten Regionen der sogenannten „Tornado Alley“.

Dennoch zeigt der Tornado von Three Rivers, wie unerwartet Tornados auftreten können und dass selbst Regionen außerhalb der klassischen Tornadogebiete zunehmend von extremen Wetterlagen betroffen sein können.

Australien: Rekordniederschläge im Süden

Regen der Superlative – extremer Starkregen überflutet Teile von Australien

Australien durchlebt in diesen Tagen ein außergewöhnliches Niederschlagsereignis, dessen Stärke von Meteorologen als ein Ereignis eingeordnet wird, das „einmal pro Generation“ auftritt. Besonders betroffen sind die südlichen Bundesstaaten South Australia, Victoria und New South Wales, die für ihr trockenes Klima bekannt sind. Innerhalb weniger Tage fielen in manchen Regionen Regenmengen, wie sonst in einem ganzen Jahr.

Nach Angaben des Bureau of Meteorology führte eine ungewöhnlich feuchte tropische Luftmasse in Kombination mit einem langsam ziehenden Tiefdrucksystem zu anhaltenden und intensiven Niederschlägen. Der leitende Meteorologe Dean Narramore – der im australischen Fernsehen auftrat – beschrieb die Luft in normalerweise trockenen Wüstenstädten als „aktuell unglaublich feucht“ und verglich sie mit tropischen Standorten Australiens wie Darwin oder Cairns.

In South Australia wurden historische Niederschlagswerte gemessen. In Loxton waren es 56 mm in 24 Stunden, was einen neuen Rekord für den Monat März aufstellt. In Yunta waren es 129 mm. In den Flinders Ranges kam es zu schweren Überschwemmungen, als ansonsten fast trockene Flüsse massiv über die Ufer traten. Berichten zufolge gab es mindestens ein Todesopfer.

Auch im Nordwesten Victorias erreichten die Niederschläge extreme Dimensionen. In Mildura wurden bis zum Morgen des 2. März 83 mm gemessen, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellte. Es war der nasseste Märztag seit Beginn der Aufzeichnungen. Innerhalb einer Woche summierten sich die Mengen regional auf 140 bis 150 mm.

Im Südwesten von New South Wales, insbesondere in der Region Riverina, traten lokal 40 bis 70 mm in nur sechs Stunden auf, stellenweise bis zu 100 mm. Viele Böden waren mit Nässe gesättigt, wodurch die Hochwassergefahr trotz inzwischen nachlassenden Regens hoch bleibt.

Für uns Europäer sind diese Werte nicht unbedingt alltäglich, stellen aber bei Unwettern keine außergewöhnlichen Rekorde dar. In sonst ariden Gegenden reagieren Mensch und Natur auf solche Niederschlagsmengen sensibler.

Als mögliche Ursachen für die ungewöhnliche Wetterlage gelten mehrere Faktoren: Ein stationäres Tief transportierte kontinuierlich feuchte Luft aus dem tropischen Norden Australiens in den ariden Südosten. Zweitens begünstigten ungewöhnlich warme Meeresoberflächen höhere Verdunstungsraten und damit größere Feuchtemengen in der Atmosphäre. Drittens kann der langfristige Klimawandel Extremniederschläge verstärken, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Zusammengenommen führten diese Bedingungen zu einem Ereignis mit dramatischen Folgen für Infrastruktur, Landwirtschaft und Bevölkerung.

Auch im benachbarten Indonesien kam es gestern zu Starkregen, der am Vulkan Merapi im Süden Zentraljavas zu überlaufenden Flüssen und Laharabgängen führte.

Brasilien: Mindestens 25 Todesopfer durch Sturzflut

Tödliche Sturzflut in Brasilien: Warum die Landschaft und Bergbau zur Gefahr wurden

Nach tagelangen sintflutartigen Regenfällen sind im südostbrasilianischen Bundesstaat Minas Gerais mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende gelten als vermisst. Besonders betroffen sind Städte wie Juiz de Fora und Ubá. Neben den extremen Niederschlägen rücken nun auch geologische und menschengemachte Faktoren in den Fokus, die die Katastrophe verstärkt haben.

Brasilien

Die Bilder, die in den sozialen Medien geteilt wurden, zeigen teils dramatische Szenen, wie Wasser und Schlamm mit hohen Geschwindigkeiten durch die Straßen der Städte schießen und alles mit sich reißen, was nicht niet- und nagelfest ist Dabei wurden sogar ein schwerer LKW erfasst und umgeworfen. Das öffentliche Leben kam zum Erliegen und mindestens 25 Menschen verloren ihr Leben. Die Opferzahlen könnten weiter steigen, da zahlreiche Personen als vermisst gelten.

Meteorologisch war der Starkregen typisch für den brasilianischen Sommer, doch in seiner Intensität war er außergewöhnlich. Die Ursache für die extreme Stärke war vermutlich eine stationäre Konvergenzzone über Südost-Brasilien während des südamerikanischen Monsuns: feuchtwarme Luftmassen aus dem Amazonasgebiet trafen über Tage hinweg auf instabile Luftschichten. In der Folge gab es wiederkehrenden und langanhaltenden Starkregen, der sich über denselben Regionen entlud Solche blockierenden Wetterlagen können deutlich mehr Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit produzieren, als Böden und Flüsse aufnehmen können. Der Klimawandel kann blockierende Wetterlagen und Konvergenzzonen begünstigen.

Die Morphologie der Region Minas Gerais erhöht die Gefahr für Sturzfluten deutlich. Sie liegt im Bereich des Brasilianischen Berglands, einem stark reliefierten Hochland mit steilen Hängen und tief eingeschnittenen Tälern. Die Höhenunterschiede beschleunigen den Oberflächenabfluss des Regenwassers. Flüsse schwellen innerhalb weniger Stunden stark an, wobei kleine Einzugsgebiete besonders empfindlich reagieren.

Hinzu kommt die geologische Beschaffenheit. Weite Teile bestehen aus stark verwitterten kristallinen Gesteinen wie Gneis und Granit. Darüber liegen tropische Verwitterungsböden. Diese können bei langanhaltender Durchfeuchtung ihre Stabilität verlieren: Der Porenwasserdruck steigt und die Scherfestigkeit der Böden sinkt, wodurch ganze Hangabschnitte ins Rutschen geraten können. Schlamm- und Gerölllawinen sind die Folge.

Auch menschliche Eingriffe könnten die Katastrophe verstärkt haben. Minas Gerais ist eine der bedeutendsten Bergbauregionen des Landes. Im sogenannten Quadrilátero Ferrífero dominieren großflächige Tagebaue, Abraumhalden und künstliche Böschungen. Solche Strukturen reagieren empfindlich auf Starkregen, da lockeres Material leichter mobilisiert wird. Frühere Katastrophen wie der Dammbruch von Brumadinho haben gezeigt, wie verletzlich die Region gegenüber Massenbewegungen ist.

Ein weiterer anthropogener Faktor, der das Wettergeschehen negativ beeinflusst, ist die Rodung des Regenwaldes. Wälder stabilisieren Hänge durch ihr Wurzelwerk und bremsen den Abfluss. Das Blätterdach bremst den Niederschlag ab, bevor er auf den Boden gelangt, und verlangsamt Abflussprozesse und Erosion. Wo Vegetation fehlt, fließt Regenwasser schneller oberflächlich ab – Erosion und Hangrutschungen nehmen zu. Informelle Bebauung an steilen Hängen verschärft das Risiko zusätzlich.

Die Tragödie von Minas Gerais ist damit nicht allein eine Folge extremer Wetterbedingungen. Sie ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus tropischer Starkregenlage, empfindlicher Gebirgsmorphologie und jahrzehntelanger Landschaftsveränderung.