Unwetter lösten Erdrutsch bei Taormina aus – unbewohntes Haus kollabierte
Süditalien und Sizilien wurden in den letzten Tagen von heftigen Unwettern infolge eines Medicanes heimgesucht, die von Starkregen und Hagel begleitet wurden. In mehreren Regionen kam es zu kleineren Erdrutschen, weil der wassergesättigte Boden nachgab. Im Fokus stand dabei die Region rund um Taormina an der Ostküste der Ätnaregion. Bei dem bei Touristen beliebten Ort kam es zu einem Erdrutsch, der Teile einer Straße mit sich riss. Personen kamen nicht zu Schaden.

Die Unwetter im Süden Italiens sollen auch morgen noch anhalten, bevor eine langsame Wetterbesserung in Sicht ist. Zum Höhepunkt des Geschehens fielen innerhalb von 36 Stunden bis zu 200 mm Niederschlag. Das Auge des Tiefdruckgebiets, das in den Medien oft als Zyklon bezeichnet wird, liegt aktuell südwestlich von Sizilien und bewegt sich nur langsam.
Die gewaltigen Regenmengen unterspülten auch die Fundamente eines alten Hauses in Hanglage und verursachten den Teilkollaps des Gebäudes, das zum Glück bereits unbewohnt war. Daher gab es auch bei diesem Zwischenfall keine verletzten oder sogar getöteten Personen. Die beiden Vorfälle verdeutlichen aber, wie prekär die Situation in ehemals eher ariden Gebieten geworden ist. In den letzten Jahren nahmen starke Unwetter in der Region deutlich zu und Kanalisationen – sofern vorhanden – sind nicht in der Lage, die Wassermassen abzuführen, so dass es in Niederungen und oft auch in Ortschaften häufig zu Überflutungen kommt.
Die Kombination aus extremen Niederschlägen und der morphologischen Beschaffenheit Siziliens macht die Region besonders anfällig für Erdrutsche. Viele Gebäude befinden sich in steilen Hanglagen auf instabilem Untergrund der bei Dauerregen schnell an Stabilität verliert. Behörden haben deshalb Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und in gefährdeten Gebieten Evakuierungen vorbereitet oder bereits durchgeführt.
Die Unwetter beschränkten sich aber nicht nur auf Sizilien, sondern griffen auch auf Kalabrien über, wo es entlang der ionischen Küste und besonders im Ort Mirto Crosia zu starken Überflutungen kam: Straßen verwandelten sich in reißende Ströme und rissen alles mit sich, was nicht niet- und nagelfest war. Ein Mann wurde von den Wassermassen mitgerissen und erlitt schwere Verletzungen. Er konnte geborgen und mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Situation bleibt weiterhin angespannt: Weitere Regenfälle könnten neue Erdrutsche auslösen und zusätzliche Schäden verursachen.

