Anak Krakatau: Tourismus aus Naturschutzgründen eingeschränkt

Anak Krakatau bleibt aktiv – Tourismus auf der Vulkaninsel weiterhin eingeschränkt

Der Inselvulkan Anak Krakatau liegt zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra und zeigt weiterhin Anzeichen anhaltender Aktivität. Nach Angaben des VSI wurden am Samstag starke Entgasungen beobachtet und harmonischer Tremor registriert. Um den Krater gilt weiterhin eine 3-Kilometer-Sperrzone. Darüber hinaus betonte ein Sprecher der Behörde für Tourismus und Kreativwirtschaft in einem Zeitungsinterview, dass das Archipel unter Naturschutz stehe und nicht für Touristen zugänglich sei.



Eine größere Ascheemission vom Anak Krakatau hat es zuletzt Anfang der Woche gegeben, doch aus dem Hauptkrater steigt weiterhin Dampf auf, der bis zu 100 Meter über den Gipfel aufsteigt.

Die seismische Aktivität bestätigt, dass weiterhin magmatische Prozesse im Inneren des Berges stattfinden. Besonders auffällig sind 30 harmonische Tremorphasen, die mehrere Minuten andauerten. Zudem kam es gestern zu vier kontinuierlichen Tremorphasen, deren Dauer nicht explizit angegeben wurde, die aber wohl mehrere Stunden angehalten haben könnten. Tremor ist ein Indikator für die Bewegung magmatischer Fluide und deutet darauf hin, dass es jederzeit zu explosiven Eruptionen kommen könnte.

Trotz oder gerade wegen der aktuellen Aktivität ist Anak Krakatau ein beliebtes Ziel für Vulkantouristen. Anlandungen gibt es nur selten, doch häufig werden Bootstouren um die Vulkaninsel unternommen. Für viele Besucher ist auch der historische Kontext aufgrund der Katastrophe des Ausbruchs von 1883 von Interesse. Der Sicherheitsabstand von 3 Kilometern wird bei Bootsumrundungen der Insel für gewöhnlich nicht eingehalten, und trotz des Verbots kommt es zu Anlandungen. Diese werden auch aus Naturschutzgründen von der Nationalparkverwaltung nicht gerne gesehen. Forscher untersuchen auf Anak, wie Land, das durch die Ausbrüche von 2018 praktisch sterilisiert wurde, mit neuem Leben besiedelt wird.

Dass der Strand der Insel dabei einer Müllkippe gleicht, weil Unmengen an Unrat und Plastikmüll von der Strömung der Sundastraße hier abgeladen werden, scheint die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde nicht zu stören. Bei meinen Aufenthalten am Vulkan musste ich meinen Campingplatz an der Küste oft von allerlei Zivilisationsmüll befreien: Von Plastikflaschen über Tüten, Einwegspritzen und Autoreifen bis hin zu Fischernetzen war alles vertreten.

Meiner Meinung nach könnte gerade ein sanfter Ökotourismus hier dazu beitragen, die Folgen der Umweltverschmutzung abzufedern, indem man diesen Unrat beseitigt. Verhindern lassen wird sich die Verschmutzung kaum. Natürlich wäre ein Pfandsystem für Plastikflaschen sinnvoll, aber in einem Land wie Indonesien kaum durchzusetzen. Zudem würde es nur einen kleinen Teil der massiven Umweltprobleme des bevölkerungsreichsten Inselstaates der Erde lösen.

Die Preise für Bootstouren zum Anak Krakatau können stark variieren. Zu Spitzenzeiten wurden für 3 tägige Fahrten mit Camping auf einer der Nachbarinseln vom Krakatau gut 1500 bis 2000 € bei 3 Personen aufgerufen. Mittlerweile soll es aber auch schon eintägige Rundfahrten für 200 bis 300 € geben. Preise vergleichen und vor Ort handeln kann helfen.

Vulkan Ambae emittiert Aschewolke und zeigt thermische Anomalie

Anhaltende Eruption aus dem ehemaligen Kratersee des Ambae – Thermische Anomalien deuten auf Lavastrom im Krater Manaro Voui hin

Der Inselvulkan Ambae im Inselstaat Vanuatu bleibt aktiv. Die Eruption konzentriert sich weiterhin auf den Gipfelbereich im Krater Manaro Voui, wo nicht nur Asche- und Gasemissionen beobachtet werden, sondern auch aktive Lavaströme. Der Vulkanstatus bleibt unverändert bei Alarmstufe 3 auf der fünfstufigen Skala des Vanuatu Meteorology and Geohazards Department (VMGD). Diese Stufe entspricht einer kleinen Eruption mit Gefahren, die vor allem auf den Gipfelbereich beschränkt sind.

Aktuelle Meldungen des VAAC Wellington belegen, dass der Vulkan auch Mitte Juli 2026 weiterhin Asche- und Gaswolken produziert. Am 19. Juli 2026 wurde eine Aschewolke erfasst, deren genaue Höhe der Eruptionswolke aufgrund dichter Bewölkung nicht angegeben werden konnte, die aber dennoch von Vulkanbeobachtern am Grund gesichtet wurde.

Aus dem Wochenbericht des VGMD geht hervor, dass während des Zeitraums vom 9. bis 15. Juli in Satellitenbildern und über die Vulkan-Webcam mehrmals Emissionen registriert wurden. Die Asche- und Gasfahnen stiegen dabei bis in Höhen von etwa 1,5 bis 3 Kilometern über dem Meeresspiegel auf und drifteten abhängig von den Windverhältnissen in unterschiedliche Richtungen. Größere explosive Ereignisse oder eine deutliche Zunahme der explosiven Aktivität wurden bislang nicht gemeldet.

Satellitenaufnahmen aus der ersten Monatshälfte lieferten zudem Hinweise auf anhaltende thermische Aktivität im Krater. Auf mehreren Bildern lassen sich trotz Bewölkung ausgeprägte thermische Signale erahnen, die den gesamten Kraterbereich einnehmen. Auf einem fast wolkenfreien Bild vom 11. Juli sind schwächere Anomalien sichtbar, die in Kombination mit Beobachtungen im sichtbaren Licht klar zeigen, dass ein Großteil des Kraters mit Lavaströmen geflutet wurde, die nun abkühlen. Neben der explosiven Komponente des Vulkanausbruchs gibt es also auch eine wiederkehrende effusive Komponente, was den Ausbruch besonders spannend erscheinen lässt.

Der VMGD warnt die Bevölkerung weiterhin davor, die Danger Zone B innerhalb eines Radius von drei Kilometern um die aktiven Schlote im Lake Voui zu betreten. Zusätzlich wird empfohlen, während starker Regenfälle Abstand zu Bachläufen und Entwässerungsrinnen zu halten, da vulkanische Ablagerungen die Gefahr von Laharen erhöhen können.

Vulkan Puracé: Vulkanasche in 6400 m Höhe detektiert

Puracé stößt erneut Vulkanasche aus – Aschewolke zieht nach Westnordwesten

Der kolumbianische Vulkan Puracé ist weiter in Eruption begriffen und stieß nach einer Meldung des VAAC Washington in den frühen Morgenstunden des 19. Juli eine Wolke aus Vulkanasche aus. Sie verursachte nicht nur Ascheniederschlag, sondern auch eine neue VONA-Warnung.



Demnach begann die aktuelle Ascheemission gegen 04:30 UTC (23:30 Uhr Ortszeit am 18. Juli). Die Aschewolke zog vom Gipfel aus in westnordwestlicher Richtung und erreichte eine Höhe von Flughöhe 210, entsprechend ca. 6.400 Metern über dem Meeresspiegel. Da der Puracé selbst etwa 4.650 Meter hoch ist, stieg die Asche damit 1,8 Kilometer über den Krater auf. Die Ausbreitung erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 19 km/h nach Westen bis Westnordwesten. Das VAAC rechnet damit, dass sich die Aschewolke im Laufe der nächsten zwölf Stunden weiter in diese Richtung verlagert, bevor sie sich auflöst.

Eine direkte Beobachtung der Aschewolke auf Satellitenbildern war allerdings nicht möglich. Dichte meteorologische Bewölkung verdeckte den Gipfelbereich, sodass sich das VAAC bei seiner Analyse auf die VONA-Meldung des kolumbianischen Vulkanobservatoriums sowie Wettermodelle stützte.

Die Eruption des Puracé hält seit Monaten an. Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) blieb die Aktivität in der Woche vom 7. bis 13. Juli insgesamt erhöht, ohne sich wesentlich zu verändern, mit der Einschränkung, dass weniger Asche emittiert wurde und die Eruptionswolken selten höher als 500 m aufstiegen. Insofern war die aktuell gemeldete Emission bzw. Eruption deutlich stärker als die meisten Vorgänger der letzten Tage.

Die vulkanotektonischen Erdbeben konzentrierten sich weiterhin zwischen den Vulkanen Puracé und Piocollo in Tiefen von ein bis drei Kilometern und erreichten Magnituden von unter 1,0. Demnach bewegten sie sich im Rahmen der Mikroseismizität. Außerdem wurden anhaltende Signale registriert, die mit der Bewegung von Fluiden im Fördersystem in Zusammenhang stehen. Über die Anzahl der Beben gibt es keine Angaben. In den letzten Jahren haben die Berichte des SGC leider stark an Informationsinhalt eingebüßt.

Auch die geophysikalischen Messungen deuten auf ein weiterhin aktives magmatisch-hydrothermales System hin. Satelliten erfassen unverändert thermische Anomalien im Gipfelbereich des Puracé sowie am benachbarten Curiquinga-Kegel. Zudem hält eine langsame Bodenhebung im Bereich des Los-Coconucos-Vulkankomplexes an. Gasemissionen, insbesondere Schwefeldioxid, werden weiterhin beobachtet und sind erhöht, doch auch hier fehlen genaue Werte.

Das oben eingebundene Copernicus-Satellitenbild zeigt den größten Teil der Los-Coconucos-Vulkankette mit dem Krater Puracé an ihrem Nordende. Dort war bereits im Juni eine kleine thermische Anomalie zu erkennen, die im Infrarotspektrum visualisiert wurde. Außerdem sind großflächige Aschablagerungen sichtbar. Aktuellere Fotos gibt es aufgrund der Bewölkung nicht.

Vulkan Mayon am Tag 194 seiner Eruption

Mayon bleibt hochaktiv – PHILVOCLS reduziert Angaben zur Lavastromlänge

Der philippinische Vulkan Mayon setzt seine überwiegend effusive Eruption auch am 194. Tag in Folge fort. In der Nacht zum Samstag dokumentierte PHIVOLCS erneut strombolianische Explosionen am Gipfelkrater sowie den kontinuierlichen Ausfluss glühender Lava. Alarmstufe 3 bleibt bestehen und bestätigt ein hohes Maß an vulkanischer Unruhe mit der Möglichkeit einer weiteren Eskalation.


Mayon

Die fortlaufenden Messungen registrierten innerhalb von 24 Stunden 180 vulkanisch bedingte Erdbeben, darunter 13 Tremorphasen mit einer Dauer von bis zu 25 Minuten. Hinzu kamen 185 Steinschlagsignale und 18 Signale pyroklastischer Dichteströme, die durch Kollaps an der Front der Lavaströme ausgelöst wurden.

Die Schwefeldioxid-Emission lag zuletzt bei 3.748 Tonnen pro Tag, während eine bis zu 1.800 Meter hohe Dampffahne nach Südosten verfrachtet wurde. Gleichzeitig deuten geodätische Messungen auf eine fortgesetzte Inflation des Vulkangebäudes hin, auch wenn im Nordostsektor kurzfristig Deflation registriert wurde.

Besonders auffällig sind die im aktuellen Datenblatt deutlich nach unten korrigierten Angaben zur Länge der Lavaströme. Noch am Vortag hatte PHIVOLCS ihre Ausdehnung auf 3,8 Kilometer in der Basud-Schlucht, 3,2 Kilometer im Bonga-Graben und 2,1 Kilometer im Mi-isi-Graben beziffert. Im jüngsten Bulletin werden dagegen nur noch 1,5 Kilometer (Basud), 1,8 Kilometer (Bonga) und 2,0 Kilometer (Mi-isi) angegeben.

Diese Diskrepanz überrascht auf den ersten Blick, da sich die vulkanische Aktivität zuletzt sogar intensiviert hat. Möglicherweise handelt es sich nicht um ein tatsächliches Zurückweichen der Lava, sondern um eine Neubewertung der aktiven Fließfronten. Frühere Angaben bezogen sich vermutlich auf den bislang weitesten Fortschritt der inzwischen erkalteten Lavazungen, während nun offenbar nur noch die aktuell aktive, glühende Front vermessen wird. Ein aktuelles Sentinel-Satellitenfoto vom 17. Juli zeigt jedenfalls, dass sich die Lavafront des Stroms im Mi-isi-Gully im Vergleich zum 14. Juli deutlich verlängert hat.

Auch die Luftfahrt blickt mit Aufmerksamkeit auf den Vulkan: Das VAAC Tokyo veröffentlichte heute bereits drei Vulkanaschewarnungen. Auf Satellitenbildern ließ sich zwar keine der Aschewolken eindeutig identifizieren, dennoch bleibt die Situation aufmerksam unter Beobachtung, da Aschewolken den Flugverkehr gefährden können.

Die Sperrzone von sechs Kilometern um den Krater bleibt bestehen. PHIVOLCS warnt weiterhin vor Lavaflüssen, pyroklastischen Strömen, ballistischen Auswürfen, Felsstürzen sowie Laharen bei starken Regenfällen.

Fuego: Stärkerer Explosionen verursachen hohe Thermalstrahlung

Hohe Thermalstrahlung infolge einer stärkeren Explosionsserie – Touristen auf dem Grat zum Krater des Fuego gesichtet

Die MODIS-Satelliten registrieren heute eine hohe Thermalstrahlung vom guatemaltekischen Vulkan Fuego, wie sie sonst häufig von kleinen Lavaströmen emittiert wird. Doch Aufzeichnungen der Livecams enthüllen, dass die starke Wärmeentwicklung auf glühende Pyroklastika zurückzuführen ist, die in der Nacht im Zuge einer Serie stärkerer Explosionen ausgestoßen wurden.

Fuego

Die Phase erhöhter Aktivität begann gestern Abend und erreichte gegen 23:00 Uhr Ortszeit ihren Höhepunkt. In vergleichsweise kurzen Abständen kam es zu mehreren Explosionen, die die oberen Hänge mit glühender Tephra eindeckten. Diese rollte in Form von Schuttlawinen hangabwärts und hinterließ dabei deutlich sichtbare Glutspuren. Einige der Eruptionen wurden von länger anhaltendem Lavaspattering eingeleitet. Die emittierte Wärmestrahlung erreichte in der Spitze eine Leistung von 129 MW und wurde von MIROVA um 2:20 Uhr UTC registriert.

Bei den Eruptionen wurden nicht nur glühende Pyroklastika ausgestoßen, sondern auch feine Vulkanasche. Laut einer VONA-Meldung stieg diese bis auf FL 140 auf, was einer Höhe von etwa 4300 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolken wurden mit einer Geschwindigkeit von 48 km/h nach Westen verfrachtet. Dem vergleichsweise starken Wind ist es geschuldet, dass die Aschewolken nicht höher aufstiegen. In Ortschaften in Vulkannähe kam es zu leichtem Ascheniederschlag. Außerdem waren zeitweise Geräusche zu hören, die an eine Dampflok erinnerten.

INSIVUMEH attestierte dem Fuego gestern eine schwache bis mäßig starke Explosivität und beobachtete zwischen vier und acht stündliche Eruptionen. Vulkanasche stieg dabei bis auf eine Höhe von 4800 m auf.

Auf den Afar-TV-Livecamaufnahmen waren in der Abenddämmerung erneut zahlreiche Lichter von Taschenlampen zu sehen, die sich auf dem Grat zwischen Acatenango und dem Fuego-Krater bewegten. Offenbar waren die Beinahe-Katastrophen der vergangenen Wochen nicht Warnung genug für die selbsternannten Vulkanführer, ihre Gruppen bis in die unmittelbare Gefahrenzone zu führen. Etwas, das nicht nur riskant, sondern auch offiziell verboten ist.

Semeru: Pyroklastischer Strom am Samstagmorgen

Pyroklastischer Strom am Semeru löste Samstagmorgen Warnsirenen aus – Livecam dokumentierte den Abgang

Am indonesischen Vulkan Semeru ist es am Samstagmorgen zum Abgang eines pyroklastischen Stroms gekommen. Gegen 06:22 Uhr Ortszeit glitt die heiße Mischung aus Vulkanasche, Gas und Gesteinsfragmenten langsam die Südostflanke des Vulkans hinab. Auf LiveCam-Aufnahmen ist zu sehen, wie sich die dichte Aschewolke talwärts ausbreitet. Zeitgleich ertönten Warnsirenen, während Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung vor der Gefahr warnten. Ein Beispiel dafür, wie Zivilschutz mit einfachen Mitteln funktionieren kann.

Semeru

Nach Angaben des PVMBG wurde zwischen 06:00 und 12:00 Uhr Ortszeit ein Erdbeben registriert, das eindeutig einem pyroklastischen Strom zugeordnet werden konnte. Das seismische Signal dauerte 395 Sekunden. Außerdem wurden zwölf Eruptionsbeben sowie mehrere Entgasungsbeben aufgezeichnet. Hinzu kamen zwei harmonische Tremorphasen.

Das VAAC Darwin warnte den Flugverkehr vor einer Aschewolke, die in 4.600 Metern Höhe mit dem Wind nach Osten verfrachtet wurde. Wegen dichter Bewölkung ließ sich die Aschewolke auf Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig verfolgen. Dennoch gehen die Vulkanologen davon aus, dass der Semeru weiterhin intermittierend Asche auswirft.

Der 3.676 Meter hohe Semeru ist der höchste Vulkan Javas und einer der aktivsten Feuerberge Indonesiens. Seit 1967 befindet er sich nahezu ununterbrochen in eruptiver Tätigkeit. Typisch sind explosive Ascheeruptionen, Lavaabgänge sowie pyroklastische Ströme, die meist durch den Kollaps instabiler Lavazungen oder am Lavadom ausgelöst werden.

Besonders gefährdet ist das Tal des Besuk Kobokan an der Südostflanke, das den bevorzugten Abflusskanal dieser Glutlawinen bildet. Die Behörden halten deshalb an den bestehenden Sperrzonen fest. Das Betreten des Tals ist auf einer Länge von 13 Kilometern untersagt; entlang des Flusslaufs gilt wegen möglicher Ausweitungen pyroklastischer Ströme und Lahare ein Sicherheitsabstand von bis zu 17 Kilometern. Innerhalb eines Radius von fünf Kilometern um den Gipfel besteht zudem Gefahr durch herabfallende glühende Gesteinsbrocken.

Vulkan Korovin in Alaska eruptierte phreatisch

Kleine Dampfexplosion am Korovin-Vulkan auf Alaska – Alarmstufe angehoben

Am Korovin-Vulkan im abgelegenen Westen Alaskas hat sich am 16. Juli 2026 eine kleine phreatische Explosion ereignet. Das AVO registrierte um 03:55 Uhr Ortszeit (11:55 UTC) ein kurzes Explosionssignal in den Messdaten von Seismometern und Infraschallsensoren. Die Aktivität ging vom Kratersee des Vulkans aus und dauerte etwa zehn Minuten. Aufgrund des Ereignisses erhöhte das AVO die Vulkanwarnstufe auf „Advisory“ und den Luftfahrt-Farbcode von Grün auf Gelb.

Korovin

Bei der Explosion handelte es sich nach Einschätzung der Vulkanologen um ein rein dampfgetriebenes Ereignis. Hinweise auf einen neuen Magmaaufstieg gibt es derzeit nicht. Da der Vulkan durch Wolken verdeckt wurde, konnten Satellitenbilder keinen Aufschluss darüber liefern, ob nur Dampf oder auch Vulkanasche gefördert wurde. Sollte eine Aschewolke entstanden sein, wäre sie vermutlich kurzlebig gewesen und hätte sich kaum in größere Höhen ausgebreitet.

Der Korovin ist der aktivste Vulkan des Atka-Vulkankomplexes, der den nördlichen Teil der abgelegenen Aleuteninsel Atka bildet. Der Komplex liegt 16 Kilometer nördlich der gleichnamigen Siedlung Atka und etwa 1760 Kilometer südwestlich von Anchorage.

Der Feuerberg selbst ist ein etwa 1550 Meter hoher Stratovulkan mit einem markanten Gipfelkrater. In seinem rund 800 Meter großen Krater befindet sich eine tiefe Senke, die zeitweise einen kleinen Kratersee beherbergt. Dieser See ist die Quelle der wiederholt beobachteten Dampfexplosionen: Wenn heißes vulkanisches Gestein oder aufsteigende Fluide auf Wasser treffen, kann das Wasser schlagartig verdampfen und explosionsartig entweichen. Solche phreatischen Ausbrüche können überraschend auftreten und müssen nicht immer von deutlichen Vorzeichen begleitet werden.

In den letzten Jahrzehnten brach der Korovin mehrfach aus. Zu den jüngeren Eruptionen zählen Ereignisse in den Jahren 1973, 1987 und 1998. Typischerweise erzeugt der Vulkan kleinere Aschemengen und gelegentlich kurze, kleine Lavaströme. Während der Eruption von 1998 wurde allerdings eine Aschewolke beobachtet, die Berichten zufolge bis zu 10 Kilometer hoch aufstieg.

Die aktuelle Explosion war nicht die erste Aktivität dieser Art im Jahr 2026. Bereits am 24. Juni hatte das AVO eine kleinere Explosion aus dem Kratersee registriert, damals jedoch ohne Änderung der Warnstufe. Auch nach dem jüngsten Ereignis ging die erhöhte Seismizität unmittelbar zurück. Dennoch besteht die Möglichkeit weiterer Explosionen.

Ätna: 25-jähriges Jubiläum der Flankeneruption 2001

Heute vor 25 Jahren: Als der Ätna seine Südflanke öffnete

17. Juli 2001 – ein Datum, das in die jüngere Geschichte des Ätna einging. Vor 25 Jahren erlebte der sizilianische Vulkan eine der bedeutendsten Flankeneruptionen seiner jüngeren Geschichte, die zugleich eines meiner größten Vulkanabenteuer darstellt, das bis jetzt in puncto der Intensität des beobachteten Ausbruchs nicht getoppt wurde. Innerhalb weniger Stunden öffneten sich sieben Eruptionsspalten an der Süd- und Ost-Nordostflanke des Ätna. Die Spalten begannen kurz unterhalb der Gipfelkrater auf etwa 3100 m und reichten bis auf 2100 m Höhe hinab. Die 24 Tage dauernde Eruption veränderte nicht nur die Landschaft des Vulkans, sondern markierte auch einen Wendepunkt in der Aktivitätsgeschichte des Ätna.



Bereits in den Tagen vor dem Ausbruch deuteten zahlreiche Anzeichen auf eine bevorstehende Eruption hin. Zwischen dem 14. und 16. Juli registrierten die Messstationen des Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) eine deutliche Zunahme des vulkanischen Tremors sowie zahlreiche Erdbeben unter der Südflanke. Gleichzeitig begann sich der Vulkan sichtbar zu verformen. Die Messdaten ließen darauf schließen, dass Magma in das Innere des Berges eindrang und sich einen Weg in Richtung Oberfläche bahnte.

In der Nacht zum 17. Juli kam es schließlich zum Durchbruch. Zwischen 1 und 2 Uhr öffnete sich zunächst eine Spalte im Gipfelbereich südlich des Südostkraters. Wenige Stunden später verlagerte sich die Aktivität hangabwärts. Entlang mehrerer neuer Spalten entstanden zusätzliche Förderschlote, aus denen Lavafontänen, explosive Ausbrüche und mächtige Lavaströme austraten.

Besonders eindrucksvoll und zugleich ungewöhnlich war die explosive Komponente der Eruption. Der Ätna ist zwar für seine Lavafontänen bekannt, doch 2001 zeigte er eine für den Vulkan vergleichsweise starke Ascheproduktion. Mehrfach stiegen Aschewolken mehrere Kilometer hoch in die Atmosphäre auf. Die ausgestoßene Vulkanasche führte mehrfach zu Einschränkungen des Flugverkehrs und zeitweise zur Schließung des Flughafens von Catania. Daher entschlossen meine damalige Partnerin und ich uns dazu, mit dem Auto bis nach Sizilien zu fahren.

Die größte Gefahr für die Infrastruktur ging nicht von den Aschewolken, sondern von den Lavaströmen aus. Sie bewegten sich auf der Südflanke in Richtung der touristisch wichtigen Region um das Rifugio Sapienza. Die Lavaströme zerstörten Teile der Infrastruktur, darunter Anlagen der historischen Seilbahn Funivia dell’Etna sowie mehrere Skilifte und Gebäude. Trotz der Schäden konnten größere Katastrophen verhindert werden, da die Entwicklung der Eruption intensiv überwacht wurde und rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet wurden. Zu diesen Maßnahmen zählte die Aufschüttung großer Dämme, mit deren Hilfe die Lavaströme umgeleitet und auf einen großen Parkplatz gelenkt wurden. Die meisten Gebäude der Seilbahn und Touristenstation konnten so gerettet werden.

Beeindruckend war die Entstehung der neuen Kraterkegel nördlich der oberen Seilbahnstation an der Montagnola. Die Geburt des Kegels Laghetto ging mit über 1000 m hohen Lavafontänen einher. Dieser markante Schlackenkegel gehört bis heute zu den sichtbaren Zeugnissen der Eruption von 2001. Die nahe Seilbahnstation überstand den Hagel aus Vulkanbomben und Blöcken leicht beschädigt. Am ersten Tag beobachteten wir das Naturspektakel von der astronomischen Beobachtungsstation unterhalb der Seilbahn aus. Als die Fontänenhöhe am Folgetag nachließ, wagten wir den nächtlichen Aufstieg und dokumentierten das Naturschauspiel aus nächster Nähe.

Anfang August schwächte sich der Ausbruch zunehmend ab. Die Lavaförderung ging zurück, einzelne strombolianische Explosionen hielten noch einige Tage an. Am 9. August 2001 erloschen schließlich die letzten aktiven Schlote.

Insgesamt wurden während der Eruption schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Kubikmeter Lava sowie große Mengen pyroklastischen Materials gefördert. Die Ereignisse von 2001 gelten als besondere Wegmarke in der Entwicklung des Ätna: Die Eruption wird als „exzentrisch“ bezeichnet, da sie 2 Magmen förderte, das zum einen durch den Hauptschlot aufgestiegen war und sich zum anderen einen neuen Weg durch die Flanke suchte. Dieses Magma war sehr primitiv und gasreich und stieg aus einem tieferen Speicher auf. Während der Laghetto-Phase kreuzten sich die Bahnen der beiden Magmenarten und es kam zum Magmamixing, was die besonders hohen Lavafontänen erklärt. Es war das erste Mal, dass so eine Eruption mit modernen wissenschaftlichen Methoden beobachtet und untersucht wurde.

Obwohl die Ereignisse bereits 25 Jahre her sind, habe ich die Fotos bisher nicht in dieser Qualität im Internet veröffentlicht. Tatsächlich handelt es sich um digital bearbeitete Screenshots meiner Videoaufnahmen von damals. Insofern bieten die alten Erinnerungen etwas Neues.

Taal: Phreatomagmatische Eruption nach Gasausstoßrückgang

Taal-Vulkan mit weiterer phreatomagmatischer Eruption – Schwefeldioxid-Ausstoß zuvor deutlich gesunken

Der philippinische Vulkan Taal hat eine weitere kleine phreatomagmatische Eruption erzeugt. Nach Angaben von PHIVOLCS-DOST ereignete sich der Ausbruch am 17. Juli 2026 am Hauptkrater auf Volcano Island und dauerte etwa zweieinhalb Minuten. Die Aktivität wurde durch seismische Signale, Infraschallmessungen und visuelle Beobachtungen bestätigt. Eine VONA-Meldung blieb aus, was auf nur geringen Ascheausstoß hindeutet, weshalb ich meine, dass es sich eher um eine phreatische Eruption gehandelt haben könnte.

Taal-Vulkan-Archivbild. © PHILVOLCS

Bei der Eruption entstand eine dampfreiche und nur leicht aschehaltige Wolke, die bis zu 600 Meter über den Krater aufstieg und anschließend in Richtung Nordosten driftete. Phreatomagmatische Ausbrüche entstehen, wenn aufsteigendes Magma mit Grundwasser in Kontakt kommt. Dabei verdampft das Wasser explosionsartig, wodurch Wasserdampf, Asche und fragmentiertes Gestein ausgestoßen werden. Diese Ereignisse können auch ohne eine größere Magmabewegung an der Oberfläche auftreten. Bei phreatischen Eruptionen kommt es hingegen nicht zu einem direkten Kontakt zwischen Magma und Wasser und wenn Vulkanasche ausgestoßen wird, handelt es sich um abgelagertes Material aus dem Schlot.

Es handelte sich bereits um die zweite Eruption innerhalb weniger Tage. Zuvor hatte Taal am 12. Juli eine etwa dreiminütige phreatomagmatische Explosion produziert. Bereits im Juni registrierten die Vulkanologen fünf vergleichbare Ereignisse. Trotz der wiederholten Ausbrüche bleibt der Vulkan weiterhin auf Alarmstufe 1, die eine geringe, aber anhaltende Unruhe beschreibt.

Bemerkenswert war die Entwicklung der vulkanischen Gasemissionen. Am 15. Juli meldete PHIVOLCS einen stark reduzierten Schwefeldioxid-Ausstoß von lediglich 59 Tonnen pro Tag – der niedrigste Tageswert des Jahres 2026. Zwei Tage später stieg der Wert aber wieder deutlich auf 289 Tonnen SO₂ pro Tag an, was allerdings immer noch ein niedriger Wert war. Zum Vergleich: Während einer Phase erhöhter Aktivität im Juni wurden Spitzenwerte von bis zu 5.287 Tonnen pro Tag gemessen. Der Rückgang des Schwefeldioxid-Ausstoßes weist auf eine mögliche Blockade des Fördersystems hin, wodurch der Druck stieg und sich die Eruption aufbauen konnte.

PHIVOLCS warnt weiterhin vor dem Betreten der permanenten Sperrzone auf Taal Volcano Island sowie vor Aufenthalten auf dem See vor der Insel.