Taal eruptiert phreatomagmatisch – Rotglut und Blitze in der Eruptionswolke
Nach einer mehrwöchigen Phase ohne nennenswerte eruptive Aktivität erzeugte der philippinische Taal-Vulkan heute eine magmatophreatische Eruption, die stärker war als alles, was der Vulkan in diesem Jahr hervorgebracht hat. Bilder der Überwachungskameras zeigen, dass nicht nur eine Aschewolke aus dem Main Crater auf Volcano Island aufstieg und rotglühende Tephra mitführte, sondern dass sich auch vulkanische Blitze in der Eruptionswolke bildeten.
Die markante Eruption begann am Donnerstagabend um 18:06 Uhr Ortszeit und dauerte nach Angaben der philippinischen Vulkanüberwachungsbehörde PHIVOLCS gut fünf Minuten. Dabei entstand am Main Crater eine dunkelgraue Eruptionswolke, die bis auf eine Höhe von 4.000 Metern über dem Krater aufstieg.
Das VAAC Tokio registrierte die Eruption um 10:06 UTC und schätzte, dass die Aschewolke bis auf Flugfläche 150 aufstieg, was einer Höhe von etwa 4.600 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Sie wurde in südwestlicher Richtung verfrachtet. In den unmittelbar danach verfügbaren Satellitendaten ließ sich die Aschewolke allerdings nicht eindeutig identifizieren.
PHIVOLCS erwartet leichten Aschefall in den südwestlich des Vulkans gelegenen Gemeinden Agoncillo, Lemery, San Nicolas und Taal sowie in angrenzenden Gebieten. Die Bevölkerung muss insbesondere mit kurzfristigen und lokal begrenzten Ascheablagerungen rechnen.
Auf den Videoaufnahmen ist außerdem zu sehen, wie sich die Eruptionswolke über dem Boden von Volcano Island ausbreitete und dabei pyroklastische Dichteströme bildete. Sollte sich jemand widerrechtlich in Kraternähe aufgehalten haben, hätte dies lebensgefährliche Folgen haben können.
Der Ausbruch kam nicht völlig überraschend, doch die geophysikalischen Parameter waren am Vortag nicht so ausgeprägt, dass sie auf eine derart starke Explosion am Folgetag hingedeutet hätten. Das deutlichste Signal stammte von einem vulkanischen Tremor, der 82 Minuten lang anhielt. Der Schwefeldioxidausstoß lag am 6. Oktober bei 952 Tonnen pro Tag. Zudem weist die Überwachung auf eine Inflation von Volcano Island hin, was auf eine Veränderung des Druckzustands im flachen Vulkansystem hindeuten kann. Allerdings wird dieses Phänomen bereits seit mehreren Jahren beobachtet. Zusätzlich wurde eine moderate, etwa 1.500 Meter hohe Gas- und Dampfemission registriert, die nach Südwesten driftete.
Trotz der aktuellen Eruption bleibt die Warnstufe 1 bestehen. PHIVOLCS stuft die Aktivität damit weiterhin als niedriggradige Unruhe ein. Der Zutritt zur Permanent Danger Zone, insbesondere zum Main Crater und den Daang-Kastila-Spalten, bleibt verboten. Auch der Aufenthalt auf dem Taal Lake und der Bootsverkehr sowie Flüge in unmittelbarer Nähe des Vulkans werden nicht empfohlen.
Die aktuelle Eruption zeigt, dass trotz vergleichsweise geringer Seismizität weiterhin explosive Dampf-Wasser-Interaktionen im Krater möglich sind. PHIVOLCS weist daher auch auf die Gefahr weiterer phreatischer oder gasgetriebener Explosionen, vulkanischer Erdbeben, Aschefalls und gefährlicher Gaskonzentrationen hin.












