Vulkanausbruch am Marapi förderte Vulkanasche

Aschewolke vom Marapi stieg bis auf 3300 m Höhe auf – VONA-Warnung ausgegeben

Der Marapi auf Sumatra (Indonesien) brach heute Nacht gegen 03:53 UTC (10:53 WIB) explosiv aus und förderte eine Aschewolke, die gemäß einer VONA-Meldung des VAAC Darwin bis auf 3300 m Höhe (FL110) aufstieg und mit einer Geschwindigkeit von 38 km/h verdriftet wurde. Die Eruption fand zwar bei bewölktem Himmel statt, dennoch gelang es Anwohnern, Bilder der Aschewolke aufzunehmen. In der Umgebung des Vulkans kam es überdies zu Ascheniederschlag.




marapi
Marapi

Der Volcanological Survey Indonesia (VSI) meldete, dass die Eruption ein seismisches Signal von 31 Sekunden Länge mit einer Maximalamplitude von 30 mm erzeugte. Es handelte sich also um eine einzelne, relativ kurze Explosion, wie sie am Marapi alle paar Tage vorkommt. In diesem Jahr registrierten die Vulkanologen 18 Ausbrüche des Vulkans. Tabellenspitzenreiter bleibt der Semeru mit 350 gelisteten Eruptionen. Der Marapi nimmt Tabellenplatz 4 in der Rangliste der am häufigsten eruptierenden Vulkane Indonesiens ein.

Um den aktiven Verbeek-Krater des Marapi gibt es eine 3-Kilometer-Sperrzone, die nicht betreten werden darf, da es jederzeit zu Explosionen kommen kann. Diese erfolgen ohne Vorwarnung und lösen im Vorfeld auch keine stärkeren Erdbeben aus – jedenfalls keine, die vom VSI detektiert und gemeldet würden.

Der Marapi liegt in der Provinz Westsumatra nahe der Stadt Bukittinggi und erreicht eine Höhe von 2.885 Metern. Der Name „Marapi“ bedeutet in der lokalen Sprache schlicht „Feuerberg“. Der Vulkan ist ein komplexer Stratovulkan und als solcher aus abwechselnden Schichten von Lava, Asche und pyroklastischem Material aufgebaut. Sein Gipfelbereich besteht aus mehreren Kratern, von denen momentan nur der Verbeek-Krater aktiv ist.

Der Marapi ist Teil des Pazifischen Feuerrings, einer tektonisch hochaktiven Zone, in der die Indisch-Australische Platte unter die Eurasische Platte subduziert wird. Diese geologische Situation führt zu häufigen Ausbrüchen meist moderater Stärke, jedoch mit potenziellen Gefahren für umliegende Gemeinden. Bewohnte Gegenden sind vor allem durch Lahare bedroht, die während der Regenzeit häufiger entstehen..

Island: 22 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt

Magmaakkumulation unter Svartsengi auf Island setzt sich langsam fort – 22 Millionen Kubikmeter seit letztem Ausbruch angesammelt

Unter der isländischen Reykjanes-Halbinsel sammelt sich langsam, aber stetig Magma an, was den Boden im Gebiet von Svartsengi weiterhin anhebt. Die Hebungsrate hat sich in den vergangenen Tagen weiter verlangsamt, dennoch steuert man auf einen neuen Rekord zu: Seit dem Ende der letzten Eruption im August 2025 hob sich der Boden um rund 300 mm an, und es akkumulierten sich gut 22 Millionen Kubikmeter Schmelze im Untergrund. Damit liegt man sehr nahe am bisherigen Rekord von 22,6 Millionen Kubikmetern. Bedenkt man, dass bei der Eruption nicht die gesamte zuvor angesammelte Schmelze eruptiert wurde, dürfte der Magmenkörper inzwischen sogar Rekordgröße erreicht haben.



Hebung
Bodenhebung

Die Magma-Aufstiegsrate vom tiefen in den flachen Magmakörper hat sich in den letzten Wochen deutlich verlangsamt und liegt nun unter einem Kubikmeter pro Sekunde, genauer bei etwa 0,83 Kubikmetern pro Sekunde. Das ist der niedrigste Zuflusswert seit Beginn der Eruptionen auf Reykjanes im Jahr 2021. Ob dies daran liegt, dass die Magmaansammlung inzwischen so groß ist und zunehmend Widerstand für aufsteigendes Magma bietet, oder ob schlicht weniger Magma verfügbar ist, bleibt Gegenstand von Spekulationen. Klären ließe sich dies erst im Falle einer erneuten Eruption: Wenn sich der Magmenkörper entleert und anschließend neue Schmelze aufsteigt. Bleibt die Aufstiegsrate dann niedrig, wäre das ein Hinweis darauf, dass insgesamt weniger Magma zur Verfügung steht und man davon ausgehen kann, dass die Eruptionsserie bei Sundhnúkur abklingt.

Die Erdbebentätigkeit im Eruptionsgebiet blieb in den vergangenen Tagen gering. Gestern gab es jedoch immerhin zwei Erschütterungen nördlich von Grindavík. Laut Icelandic Meteorological Office gibt es bei Víti, am Nordende einer früheren Intrusion, Schwärme von Mikrobeben, die nicht in den öffentlichen Erdbebenlisten auftauchen. Sie zeugen von wachsenden Spannungen im Untergrund. Die Schwarmbeben der letzten Woche, die sich westlich von Svartsengi manifestierten, übten offenbar keinen Einfluss auf die Aktivität im potenziellen Eruptionsgebiet aus.

Das IMO belässt seine Gefahreneinschätzung in dem gestern veröffentlichten Update unverändert. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt weiterhin eine Intrusion oder Eruption bei Sundhnúkur.

Popocatepetl eruptiert vermehrt Vulkanasche

Mehrere Ascheeruptionen vom Popocatepetl – Aschewolken in 6400 m Höhe

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl eruptierte gestern Vulkanasche, die bis auf eine Höhe von 6400 m aufstieg und in südliche Richtung verfrachtet wurde. Das VAAC Washington löste eine VONA-Warnung für den Flugverkehr aus, die inzwischen jedoch wieder aufgehoben wurde. In der Region unter der Aschewolke kam es zu leichtem Ascheniederschlag. Zudem registrierte MODIS gestern eine moderate Wärmeanomalie mit einer Leistung von 34 MW. Sie deutet darauf hin, dass Magma hoch im Fördersystem steht und zudem glühende Tephra im Krater niedergegangen sein könnte.

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Popocatepetl

Die Vulkanologen von CENAPRED berichten in ihrem neuesten Bulletin von 22 Asche-Dampf-Exhalationen und einer Minute Tremor, was wahrlich kein hoher Wert ist. In den Vortagen war der Tremor ebenfalls schwach und bewegte sich im einstelligen Minutenbereich. Dafür gab es jedoch relativ lange Ausatmungssequenzen mit einer Dauer von mehr als 330 Minuten. Die Angaben zur Dauer dieser Ausatmungssequenzen sind neu, und ich frage mich, ob sie früher möglicherweise in Form von „nicht-harmonischem Tremor“ in die Gesamtzahl des Tremors eingeflossen sind. Die geringen Tremordaten der letzten Wochen weisen ansonsten auf einen signifikanten Aktivitätsrückgang hin.

Dennoch bleibt der Alarmstatus auf „Gelb-Phase 2“, und es gilt ein striktes Besteigungsverbot des Vulkans. Die Sperrzone beträgt 12 Kilometer um den Krater. Wer das Verbot missachtet und erwischt wird, muss mit öffentlicher Bloßstellung in den lokalen Medien rechnen.

Beim 5462 m hohen Popocatepetl handelt es sich um den höchsten sich in Eruption befindenden Vulkan Mittelamerikas, der sich jedoch genau genommen noch auf dem nordamerikanischen Kontinent befindet. Die Plattengrenze zur Karibischen Platte liegt weiter südlich.

Die aktuelle Eruptionsphase am Popocatepetl begann im Dezember 1994. Seitdem ist der Feuerberg nahe der mexikanischen Hauptstadt fast ununterbrochen tätig.

Campi Flegrei: Schwarmbeben im Westen Pozzuolis

Neuer Erdbebenschwarm erschüttert Campi Flegrei – stärkste Erschütterung Mb 2,8

Die süditalienische Caldera Campi Flegrei wurde gestern Abend von einem neuerlichen Erdbebenschwarm getroffen. Er begann um 22:12:31 Uhr UTC mit einer schwachen Erschütterung, die nicht lokalisiert werden konnte. Sekunden später folgten die beiden stärksten Erdbeben mit den Magnituden 2,8 und 2,5, die im Westen Pozzuolis zwischen Solfatara und Monte Nuovo unter der Via Vecchia Campana und der Bahnlinie lagen. Sie hatten Herdtiefen von 2900 und 2800 Metern. Gut eine Stunde später manifestierte sich ein Beben Mb 2,0 in 2200 m Tiefe. Zwischen den stärkeren Beben gab es eine Reihe Mikrobeben. Die drei stärksten Erschütterungen wurden von den Anwohnern des Areals deutlich gespürt. Schadensmeldungen gibt es nicht.



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Campi Flegrei. © INGV

Laut Medienberichten der Lokalpresse beschrieben die Bebenzeugen einen lauten Knall, als die ersten beiden stärkeren Beben auftraten. Die Herdtiefen deuten an, dass es sich um vulkanotektonische Beben in der Deckschicht der Caldera handelt, die mit der Bildung von Gesteinsrissen infolge von Fluidaufstieg einhergingen und nicht durch Bewegungen der Fluide im Hydrothermalsystem verursacht wurden, ohne dass Gesteinsrisse entstanden. Ein kleiner, aber bedeutender Unterschied, denn jede neue Fraktur im Deckel der Caldera schwächt diesen und schafft Schwächezonen, durch die eines Tages Magma aufsteigen könnte.

Der neuerliche Schwarm schürt Sorgen, dass sich die Situation in den Campi Flegrei wieder nachteilig entwickeln könnte, nachdem die Bodenhebegeschwindigkeit in der letzten Woche weiter abgenommen hat. Laut dem neuesten INGV-Bulletin reduzierte sie sich auf 10 mm im Monat.

Im Beobachtungszeitraum vom 9. bis 15. Februar wurden 40 Erdbeben registriert. In der Vorwoche waren es 22. Die Gastemperaturen und die Höhe des Kohlendioxid-Ausstoßes zeigen gegenüber der letzten Woche keine größeren Schwankungen: Bei Pisciarelli lag die Durchschnittstemperatur bei 95 Grad und an der BG-Fumarole in der Solfatara bei 173 Grad. Der langjährige Trend der Druckbeaufschlagung geht weiter.

Vor einer erneuten signifikanten Aktivitätssteigerung muss wahrscheinlich erst wieder eine neue Magmablase aufsteigen und in geringer Tiefe (4–5 Kilometer) eindringen. Was wir im Augenblick sehen, entspricht dem langjährigen Geschehen unter hydrothermalem Einfluss des Bradyseismos.

Piton de la Fournaise: Lavastrom bleibt aktiv

Anhaltender Ausbruch am Piton de la Fournaise: Lavafontänen speisen Lavaströme und lassen Kegel wachsen

Der Ausbruch des Vulkans Piton de la Fournaise, der am 13. Februar 2026 kurz nach 10:00 Uhr Ortszeit einsetzte, dauert weiterhin an. Nach aktuellen Angaben des Vulkanologischen Observatoriums Piton de la Fournaise (OVPF-IPGP) ist derzeit nur noch eine Eruptionsöffnung aktiv. Am südöstlichen Hang des Piton Morgabim haben anhaltende Lavafontänen einen neuen Schlackenkegel aufgebaut. Die Fontänen erreichen gegenwärtig Höhen von rund 15 Metern. Der wachsende Kegel misst inzwischen etwa 15 bis 20 Meter und ist weiterhin offen, sodass Lava ungehindert austreten und abfließen kann.



Lavakanal

Die geophysikalischen Daten entsprechen dem, was man in diesem Eruptionsstadium erwartet: Die Intensität des Eruptionstremors zeigt sich insgesamt stabil, mit einer leicht abnehmenden Tendenz. Allerdings kommt es weiterhin zu kurzzeitigen Amplitudenschwankungen im Abstand weniger Minuten. Diese spiegeln sich unmittelbar in wechselnden Aktivitäten an der Ausbruchsstelle wider und führen zu sichtbaren Veränderungen der Fontänenhöhe.

Die Oberflächenflussraten der Lava, ermittelt anhand von Satellitendaten, erreichten in den vergangenen 24 Stunden Maximalwerte von 23 Kubikmetern pro Sekunde. Die Messwerte können jedoch stark variieren, insbesondere bei dichter Bewölkung. Aus dem Foto links wird ersichtlich, dass nahe des Förderschlots nur wenig Lava an der Oberfläche fließt. Der größte Teil dürfte in einer Tube unterwegs sein und erst weiter hangabwärts zu Tage treten.

Eine Geländeerkundung von Seiten der OVPF-Vulkanologen, die am Morgen durchgeführt wurde, bestätigte die anhaltende Aktivität. Der Lavastrom ist nahe der Quelle gut kanalisiert und nutzt sowohl die Reste des alten Kegels, der am 15. Februar einstürzte, als auch die zu Beginn der Eruption entstandenen Bahnen der Erstströme.

Die Lavafront befindet sich weiterhin im unteren Abschnitt der Grandes Pentes, rund 2,6 Kilometer von der nationalen Küstenstraße entfernt, auf etwa 660 Metern Höhe. Die aktivsten Bereiche konzentrieren sich derzeit im oberen Bereich der Grandes Pentes, wo sich das Lavafeld zunehmend ausdehnt und verdickt. Meiner Einschätzung nach bestehen nur ein geringes Risiko, dass die Lavafront bei dem aktuellen Aktivitätsniveau die Straße erreicht.

Unterhalb des Gipfels hält die seismische Aktivität an. Nach Einschätzung des OVPF-IPGP deutet dies darauf hin, dass das Magmasystem weiterhin unter Druck steht. Weitere Spaltenöffnungen bleiben in den kommenden Stunden und Tagen möglich.

Die Alarmstufe 2.1 bleibt in Kraft. Das Observatorium steht in permanenter Bereitschaft, um die weitere Entwicklung der Lage engmaschig zu überwachen.

Shiveluch: Vulkanausbruch fördert Asche bis in 8500 m Höhe

Shiveluch wieder aktiv – Aschewolke in 8.500 m Höhe detektiert

Der russische Vulkan Shiveluch liegt auf der Halbinsel Kamtschatka und ist dort einer der aktivsten Vulkane, was er heute mit weiteren Eruptionen bewiesen hat. Laut dem VAAC Tokio – das in den letzten Stunden zwei VONA-Warnungen zu diesem Vulkan herausgegeben hat – stiegen Aschewolken bis auf eine Höhe von 8.500 m auf und drifteten mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h in Richtung Nordosten. Dabei verteilte sich die Asche über ein großes Gebiet und verursachte Ascheniederschlag.

Shiveluch
Shiveluch

Die erste VONA-Meldung wurde um 07:50 UTC herausgegeben, die zweite folgte um 12:00 UTC. Ob es zwei oder mehrere Eruptionen gegeben hat oder ob kontinuierlicher Ascheausstoß stattfand, ist aus den Meldungen nicht zu entnehmen.

Die Vulkanbeobachter von KVERT bestätigten anhaltendes Domwachstum mit starken Entgasungen und verhängten über den Shiveluch den Alarmstatus „Orange“.

Krasheninnikov fördert Lavaströme

Eine Stufe darunter liegt der Alarmstatus für den Krasheninnikov. Er steht also auf „Gelb“, obwohl der Vulkan reichlich Rotglut in Form von Lavaströmen erzeugt. Diese fließen nach wie vor in Richtung Osten und bilden, aus dem Weltall betrachtet, einen schönen Kontrast zum reinweißen Schnee. Dem Geologen verrät die Reinheit des Schnees, dass der Krasheninnikov zwar effusiv aktiv ist, in letzter Zeit jedoch keine Vulkanasche gefördert hat. Trotzdem gibt es bei KVERT eine Warnung für den Flugverkehr, da es nach Meinung der Vulkanologen jederzeit zu explosiven Eruptionen kommen könnte, die Vulkanasche bis in 6.000 m Höhe fördern könnten.

Krash
Krasheninnikov

Der Krasheninnikov brach nach fast 600-jähriger Ruhe Anfang August aus, kurz nachdem ein starkes Erdbeben den Südwesten Kamtschatkas erschüttert hatte. Auch vom Shiveluch gab es eine Reaktion auf das Erdbeben, doch da dieser Vulkan dauerhaft aktiv ist, könnte dies auch Zufall gewesen sein.

Die Erdbebenaktivität vor der Südwestküste Kamtschatkas ist nach der Serie starker Erdbeben und dem erwähnten Megabeben weiterhin von Nachbeben geprägt, von denen es täglich mehrere gibt. Die Magnituden liegen im oberen 4er-Bereich.

Piton Fournaise: Spektakulärer Kraterkegelkollaps

Eruption am Piton de la Fournaise geht weiter – Einsturz eines alten Kraterkegels löst Dichtestrom aus





Am Piton de la Fournaise geht die Eruption weiter und fördert einen Lavastrom, der sich weiterhin in Richtung Küstenstraße bewegt. Spektakulär war gestern der Einsturz eines alten Kraterkegels in der Nähe des einzig verbleibenden aktiven Förderschlotes auf dem Südosthang des Vulkans, der durch die Spaltenöffnung während der Initialphase der Eruption destabilisiert wurde und an dem der aktuelle Lavastrom vorbeifloss. Oberhalb des kollabierten Kegels staute sich zudem der Lavastrom, was den Druck auf den Schlackenkegel erhöhte und letztendlich zum Versagend er Struktur geführt haben dürfte. Der Kollaps erzeugte einen kleinen pyroklastischen Dichtestrom und phreatische Explosionen. Das Ereignis wurde vom Fotografen Clément Dijoux dokumentiert, der das Glück hatte, zum richtigen Zeitpunkt in einem Helikopter über der Eruption zu kreisen.

Das Kollapsereignis manifestierte sich gestern gegen 14:00 Uhr Ortszeit. Bei uns in Europa war es 10:00 Uhr vormittags Um den verbleibenden Förderschlot hat sich inzwischen ein kleiner Schlackenkegel aufgebaut, ähnlich jenem, der kollabiert ist. Die Höhe der Lavafontäne liegt bei ca. 15 Metern. In der Spitze wurden bis zu 28 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert. Das reichte aber nicht aus, um die am weitesten fortgeschrittene Lavafront weiter zu versorgen und am Leben zu halten. Sie befand sich am 14. Februar bereits 2,3 Kilometer von der Nationalstraße nahe der Küste entfernt. Gestern zog sich die Front um 300 m zurück und lag somit auf einem Höhenniveau von 660 m in 2,6 km Entfernung zur Straße.

Der Tremor zeigte über den Tagesverlauf eine leichte Abnahme, wobei er auch etwas fluktuierte und zwischenzeitlich einen kleinen Aufschwung zeigte.

Prognosen über den weiteren Verlauf des Vulkanausbruchs auf La Réunion sind schwierig, besonders da sich der Piton Fournaise am Anfang eines neuen Eruptionszyklus befindet.  Die Eruption könnte auf diesem Niveau noch tagelang weitergehen. Beim vorherigen Eruptionszyklus hielten die Eruptionen meistens zwischen 2 und 3 Wochen an. Damit der Lavastrom der Küstenstraße gefährlich werden kann, müsste sich die Förderrate deutlich erhöhen, doch auch wenn das nicht ausgeschlossen ist, ist es wenig wahrscheinlich.

Vulkanausbruch am Kilauea: Lavafontänen-Episode 42 im Gang

Episode 42 am Kilauea: Bis zu 400 m hohe Lavafontänen und enorm hohe Förderrate

Am Kilauea auf Hawaii ist die 42. Lavafontänen-Episode im Gang und es wird noch eine gut 100 m hohe Lavafontäne gefördert. Die Eruption begann gestern Abend um 23:50 UTC (13:50 Uhr HST) und förderte während ihrer Hochphase bis zu 350 m hohe Lavafontänen. Durch den Impakt der gewaltigen Gesteinsmassen auf den Boden des Halema‘uma‘u-Kraters wurde eine gewaltige Staubwolke aus Tephra aufgewirbelt, die bis auf eine Höhe von über 10.500 m aufstieg und eine VONA-Warnung auslöste. Die Aktivität ist auf den Halemaʻumaʻu-Krater im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark begrenzt.

lavafontäne
Lavafontäne

Der Ausbruch begann diesmal relativ spät, am Ende des vom HVO prognostizierten Zeitraums zwischen dem 11. und dem 15. Februar. Die Eruption kündigte sich konkret dann auch erst seit dem 14. Februar mit mehreren Lavaüberläufen an den beiden Schloten an. Am 15. Februar setzte sich diese Aktivität fort. Gegen 13:08 Uhr HST (alle weiteren Angaben in Hawaiizeit) gingen die Überläufe in eine anhaltende Lavaförderung über, begleitet von erhöhter Seismizität und Änderungen der Hangneigung, wie es für die episodischen Eruptionen typisch ist. Um 13:50 Uhr begann die Fontänenphase.

Zunächst erreichten die Lavafontänen im nördlichen Krater eine Höhe von etwa 100 Metern, im südlichen waren es  gut 50 Meter. Innerhalb einer Stunde stiegen die Höhen deutlich an. Am frühen Nachmittag lagen sie im südlichen Krater bei 300 bis 350 Metern, im nördlichen etwas darunter. Kurzzeitig wurden am südlichen Schlot über 400 Meter hohe Lavafontänen beobachtet. Die maximale Ausstoßrate betrug gegen 14:00 Uhr ungefähr 770 Kubikmeter pro Sekunde. Ein extremer Wert, wie er an anderen Vulkanen kaum erreicht wird. Damit einher geht ein anderer Kilauea-Superlativ: Ein gewaltiger Schwefeldioxidausstoß von bis zu 100.000 Tonnen während einer Episode.

Im weiteren Verlauf nahmen die Fontänenhöhen wieder ab. Am Abend lagen sie bei etwa 200 Metern (Südkrater) beziehungsweise 170 Metern (Nordkrater). Insgesamt wurden bis dahin mehr als acht Millionen Kubikmeter Lava gefördert. Etwa 40 Prozent des Kraterbodens waren von frischer Lava bedeckt. So füllt sich der Halema‘uma‘u-Krater in Windeseile nach seinem Kollaps in 2018 wieder auf.

Parallel zur Eruption registrierten die Messgeräte eine deutliche Deflation des Gipfels. Der Neigungsmesser UWD zeigte eine Absenkung von insgesamt 27 Mikroradian, was auf einen Abfluss von Magma aus dem flachen Speichersystem hindeutet.

Die Eruptionswolke erreichte laut Nationalem Wetterdienst eine Höhe von bis zu 10.670 Metern über dem Meeresspiegel. Bodennah wehten die Winde aus Nordost, sodass Gase und Partikel in Richtung Südwesten transportiert wurden. Da die Eruptionswolke über den Ozean hinweg zog, wurde kein nennenswerter Ascheneiderschlag gemeldet.

Mayon generiert kleine strombolianische Eruptionen

Kleine strombolianische Eruptionen aus dem Mayon-Lavadom – mögliche Vorzeichen für Paroxysmen

Der philippinische Mayon ist seit gut 50 Tagen aktiv und baut an seinem Lavadom, der beschleunigt wächst. Wie PHIVOLCS meldete, wurden letzte Nacht kleine strombolianische Eruptionen aus dem Lavadom beobachtet, die für rot illuminierte und wabernde Wolken im Gipfelbereich sorgten. Außerdem sind mindestens drei Lavaströme in Schluchten am Vulkanhang unterwegs. Von den Lavafronten gehen glühende Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme ab.

mayo
Mayo

Heute um 12:00 Uhr mittags meldeten die Vulkanologen, dass in den vorherigen 24 Stunden 19 pyroklastische Dichteströme und 375 Schuttlawinen seismisch registriert wurden. Dazu gesellten sich 20 vulkanisch bedingte Erdbebensignale. Die pyroklastischen Ströme ließen Aschewolken aufsteigen, die beim VAAC Tokio VONA-Warnungen für den Flugverkehr auslösten. Aufgrund der Bewölkung am Mayon ließ sich die Höhe der Aschewolken nicht bestimmen. Typischerweise erreichen sie Höhen von etwa 2.700 m.

Aus dem gleichen Grund war es gestern auch schwierig, die strombolianischen Eruptionen per Livecam zu beobachten. Ich selbst sah immer nur wabernde Wolken, aber keine typischen Glutspuren explosiv ausgeworfener Tephra. Die Vulkanbeobachter vor Ort verfügen aber sicherlich über Teleskope und Telekameras, mit denen sie entsprechende Beobachtungen machen konnten. In dem fortgeschrittenen Eruptionsstadium, in dem sich der Mayon aktuell befindet, könnte bereits eine schwache explosive Komponente der ansonsten effusiven Eruption ein frühes Warnzeichen für Paroxysmen sein, wie sie sich bei den beiden vorangegangenen Eruptionsphasen am Mayon nach einigen Wochen Domaktivität eingestellt hatten.

Bei Paroxysmen entstehen mehrere Hundert Meter hohe Lavafontänen, Aschewolken, die Höhen von mehr als 10 Kilometern erreichen können, sowie ein beschleunigter Ausfluss von Lavaströmen. Typischerweise können besonders während Paroxysmen größere Kollapsereignisse am Lavadom stattfinden, die entsprechend kraftvolle pyroklastische Ströme generieren, welche auch das Sperrgebiet verlassen können. Dieses soll ja bekanntlich Menschen aussperren und nicht die pyroklastischen Ströme einsperren.

Am ehesten ließen sich noch die Lavaströme „einsperren“. Freiwillig machen sie im Moment allerdings keine Anstalten zu stoppen. Sie haben derzeit folgende Längen:

  • Basud: 3,8 km
  • Bonga: 1,6 km
  • Mi-isi: 1,3 km

Darüber hinaus entweicht dem Mayon eine große Menge Schwefeldioxid. Sie betrug am 13. Februar 3.788 Tonnen pro Tag.