Fagradalsfjall-Vulkan am 13. August 2022

Eruption Am Fagradalsfjall auf Island hält an

Der Vulkanausbruch im isländischer Meradalir geht weiter und die Eruptionsspalte am Fagradalsfjall-Vulkan stößt Lava aus. Der Protokrater im unteren Spaltenbereich schließt sich weiter und in wenigen Tagen wird er sich geschlossen haben. Wahrscheinlich bleibt zunächst noch eine Bresche frei, durch die die Lava abfließt. Die Nahaufnahme zeigt sehr gut die wachsenden Kraterwände, aber auch die Lavafontänen, die Schmelze mehrere Zehnermeter hoch auswerfen. Sie speist einen Lavastrom der in Richtung Osten unterwegs ist. Das Panoramafoto zeigt, dass der Strom nicht mehr so lang ist, wie es noch vor 2 Tagen der Fall war. Die Lavafront hat sich ein gutes Stück vom Tal-Ausgang zurückgezogen. Doch sollte es zu stärkeren Schüben kommen, wird sie diesen schnell erreichen.

Der Tremor ist stabil, mit der Einschränkung, dass es in den Morgenstunden zu einem kurzweiligen Abfall kam, der sich in einem negativen Peak äußert. Es war der erste seiner Art seit Eruptionsbeginn. Es stellt sich die Frage, ob es bald wieder zu Lavapulsen kommen wird, so wie wir es im letzten Jahr gesehen haben. In den ersten Wochen der pulsierenden Tätigkeit wurden Lavafontänen gefördert, die mehrere Hundert Meter aufstiegen. Dafür gab es dann auch Pausenintervalle, in denen die Eruption stoppte.

Die Erdbebentätigkeit hat deutlich nachgelassen. Der Stress, der vom aufsteigenden Magma auf die tektonischen Störungen übertragen wurde, ist abgebaut. Offenbar befinden sich Magmenaufstieg und Abfluss durch die Eruptionsspalte im Gleichgewicht. Die Aufstiegswege sind frei. Der Druck der Initialeruption war diesmal größer, als im letzten Jahr. Damals reichte er nicht, um die ersten Eruptionsspalten länger am Leben zu halten, so dass sich nach und nach mehrere Spalten bildeten. Im Augenblick sieht es so aus, als würden sich keine neuen Eruptionszentren mehr bilden, aber wir wissen ja, wie es um die Dynamik einer Eruptions bestellt ist: Alles ist im Fluss.

Ioto (Iwo-jima) eruptierte in Japan

Staat: Japan | Koordinaten: 24.75, 141.29 | Eruption: Submarin

Wie das JMA aktuell berichtet, eruptierte der Inselvulkan Ioto (auch Iwo-jima genannt) Mitte Juli 2022. Zum ersten Mal seit 1000 Jahren kam es zu einer magmatischen Eruption, die sich kurz vor der Südküste der Insel abspielte. Es wurden Bilder veröffentlicht, auf denen man schwache surtseyanische Eruptionswolken aufsteigen sieht. Wasser, Schlamm und Tephra wurden gut 30 m hoch geschleudert. Die Eruptionsserie begann am 11 Juli. In den Folgetagen kam es alle 5 Minuten zu einer submarinen Explosion. Sie setzten sich bis mindestens zum 4. August fort. Bei angeschwemmten Steinen handelte es sich um poröse Tephra. Die Brocken waren im Inneren bis zu 120 Grad heiß. Die Eruptionen ereigneten sich gut 900 m von der Küste entfernt. Auf Satellitenfotos erkannte man eine Wasserverfärbung und Upwelling.

Erster magmatischer Vulkanausbruch seit 1300 Jahren

Der letzte magmatische Vulkanausbruch auf dem Vulkaneiland ereignete sich vor ca. 1300 Jahren. Dennoch war die Insel nicht untätig, denn seit ihrer Entdeckung durch Kapitän Cook im Jahr 1779 hob sich die Insel um 40 m. Im April 2022 wurde festgestellt, dass die jährliche Hebungsrate momentan bei gut 1 m liegt. Eine Beispielslose Inflation magmatischer Fluide. Diese wird von häufigeren phreatischen Eruptionen begleitet.

Ioto gehört zum japanische Ogasawara-Archipel, über dass ich hier bereits öfters berichtete. Es liegt gut 1000 km südlich von Japan und beherbergt die aktiven Inselvulkane Nishinoshima und Funka Asane, der im März 2022 eruptierte.

Obwohl es sich bei Ioto um eine relativ kleine Insel handelt, ist der zugehörige Vulkan alles andere als klein. Der aktuelle Feuerberg, von dem nur die Spitze über Wasser ragt, bildete sich in einer 10 km durchmessenden Caldera, die vor 100.000 Jahren entstand. Bei einem weiteren großen Ausbruch vor 2700 Jahren wurde viel Tephra gefördert, die sich Unterwasser ablagerte. Es gibt auch Hinweise auf große pyroklastische Ströme. Daher beobachten die Vulkanologen den Vulkan mit Argusaugen.

Taal mit starken Entgasungen am 12.08.22

  • Der Taal Vulkan stieß 13572 Tonnen Schwefeldioxid aus.
  • Unter Volcano Island und im Westen der Caldera gibt es Inflation.
  • Die Seismizität ist vergleichsweise niedrig.

Aktivitätssteigerung am Taal-Vulkan

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Fumarolisch

Der philippinische Taal Vulkan steigerte erneut seinen Schwefeldioxid-Ausstoß. Während er gestern 6099 Tonnen am Tag betrug, meldete PHILVOLCS heute 13572 Tonnen. Es kondensiert viel Gas und man sieht eine 2800 m hohe Dampfwolke aufsteigen, die freilich überwiegend aus H2O besteht. Die Vulkanologen warnen nicht nur vor den Folgen von VOG für die Gesundheit, sondern es gibt auch Berichte, nach denen Anwohner über Atembeschwerden, Halsschmerzen und tränenden Augen klagen. Seit Wiederaufnahme der starken Entgasungen hat sich noch etwas am Vulkan geändert: Während zuvor von einer leichten Deflation der Caldera die Rede war, gibt es nun wieder Inflation: Der Boden hebt sich im westlichen Teil der Caldera, aber auch unter Volcano Island. Nur im Ostteil des Einbruchkessels wird leichte Bodensenkung registriert. Ähnlich verhielt es sich in den Monaten vor der Eruption im Winter 2020. Damals kam allerdings noch eine stärkere Bebentätigkeit hinzu, als wir sie jetzt erleben. PHILVOLCS registrierte in den letzten 24 Stunden 5 vulkanisch-bedingte Erdbeben. Je häufiger es bebt, desto größer die Wahrscheinlichkeit für einen Vulkanausbruch.

Wir erinnern uns: Der Taal brach am 12. Januar 2020 aus. Zuerst begannen phreatische Eruptionen, die sich dann schnell zu phreatomagmatische Ausbrüche steigerten. Vulkanasche stieg so hoch auf, dass sie die Stratosphäre erreichte. Der Boden in Teilen der Caldera hob sich sehr schnell, so dass ein Fluss, der in den Taal-See mündet trockenfiel. In den Wochen vor der Eruption setzte eine seismische Krise ein. Es gab bis zu 140 Erdbeben am Tag. Kurz vor dem Vulkanausbruch gab es Erdbeben mit Magnituden im 4-er Bereich. Doch der Ausbruch ließ relativ schnell wieder nach, ohne dass es zur erwarteten Katastrophe gekommen wäre und die Situation deeskalierte. Im letzten Jahr gab es einige phreatische Eruptionen, zu Zeiten, während derer der Schwefeldioxid-Ausstoß ebenfalls hohe Werte angenommen hatte. Damals gab es allerdings keinen Inflation.

Da sich sehr wahrscheinlich noch Restschmelze im System befindet, die sich in den letzten 2 Jahren im Magmenkörper akkumulierte, könnte die neuerliche Aufheizphase schneller ablaufen, als es zuvor der Fall war. Besonders phreatische Eruptionen könnten jeder Zeit entstehen. Es ist allerdings nicht sicher, dass es zu neuen Eruptionen kommen wird, doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist gegeben.

Vulkan-News 11.08.22: Ol Doinyo Lengai

Jenseits vom Fagradalsfjall gibt es auch noch andere aktiv Vulkane, über die ich in diesem Update kurz berichten möchte.

Ebeko mit Eruptionen

Staat: Russland | Koordinaten: 50.68, 156.01 | Eruption: Ascheeruptionen

Auf der Kurileninsel Paramushir ist der Ebeko aktiv und eruptiert Vulkanasche. Das VAAC detektierte heute 3 Aschewolken. Sie stiegen bis auf einer Höhe von 3700 m auf und drifteten in Richtung Osten.


Ol Doinyo Lengai mit thermischen Signal

Staat: Tansania | Koordinaten: -2.76 ; 39.91 | Eruption: Effusiv

Der Ol Doinyo Lengai in Tansania bleibt aktiv und fördert Natronkarbonatit. Die Aktivität beschränkt sich auf den Vulkankrater. Dort wächst ein zentraler Hornitokomplex, in dem die Lava brodelt. Es kommt zur Bildung kleiner Lavaströme. MIROVA detektiert ein moderates thermisches Signal mit 22 MW Leistung, was für den Lengai bereits viel ist. Das Satellitenfoto stammt vom Samstag. Aktuell dürfte der rote Punkt intensiver sein.


Sakurajima eruptiert Aschewolken

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Explosiv

Im Süden Japans ist der Sakurajima aktiv und stößt Tephra aus. Vulkanasche erreicht eine Höhe von 4300 m und wird vom Wind in Richtung Osten geweht. Heute lösten die Aschewolken 5 VONA-Warnungen aus. Es wurde einige vulkanotektonische Erdbeben registriert.


Shiveluch bleibt fleißig

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Auf Kamtschatka ist es der Shiveluch, der Vulkanasche eruptiert. Aschewolken erreichen eine Höhe von 5800 m über dem Meeresspiegel. Die Asche wird in Richtung Nordosten verfrachtet. Die Thermalstrahlung ist gering.


Suwanose-Jima weiter aktiv

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Der Inselvulkan im Ryukyu-Archipel eruptiert weiter Aschewolken. Das VAAC detektierte heute 4 Eruptionswolken, die Vulkanasche bis auf einer Höhe von 3400 m aufsteigen ließen. Die Seismizität ist erhöht. Gestern wurden 50 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Mit weiteren Eruptionen ist zu rechnen.

 

Fagradalsfjall: Zugang wieder offen

Gestern Mittag wurde der Zugang zur Eruptionsstelle im Meradalir wieder geöffnet. Es gilt die bereits erwähnte Einschränkung, dass Kinder unter 12 Jahren nicht mehr über die Route A wandern dürfen. Die Route B, die aber nur einen Fernblick erlaubt, ist scheinbar weiterhin für Kinder zugänglich. Die Route A wird weiter präpariert und ausgebaut, so dass sie sicherer und bequemer wird. Offenbar rechnet man wieder mit einer länger anhaltenden Eruption. Medienanagaben zufolge, sollen fast 500.000 Menschen den Vulkanausbruch besichtigt haben. Realistischer erscheinen mir 50.000. Die Eruption startete erst vor einer Woche. Das dürfte wohl ein Besucherrekord sein und zeigt, wie beliebt Island gerade bei Urlaubern ist. Aber nicht nur Touristen machen sich gerne auf den langen Marsch zur Spalte, sondern auch Einheimische. Laut Aussage des Zivilschutzes, ignorierten gerade die Touristen die Sperrungen der letzten Tage und haben sich trotzdem auf dem Weg gemacht. Tatsächlich wird auf Island jeder automatisch per SMS über Gefahrenlagen und Sperrungen unterrichtet, sofern er mit einem Mobiltelefon ausgerüstet ist und in ein betroffenes Gebiet fährt. Ein funktionierendes Warnsystem, dass in Deutschland wohl noch in weiter Ferne ist.

Eruption am Fagradalsfjall bleibt stabil

Die Eruption selbst bleibt stabil. Augenzeugen berichten, dass die Lavafontänen bis zu 50 m hoch sind. Vereinzelt kommt es zu stärkeren Auswürfen, bei denen die rotglühendes schmelze bis zu 100 m hoch ausgespien wird. Die meisten Lavaströme sind vergleichsweise kurz, fließen dafür aber auf breiter Front. Ein Strom ist länger und arbeitet sich in Richtung Osten vor. Dort liegt der tiefste Punkt des Meradalir-Tals und der Lavastrom könnte in das benachbarte Tal fließen. Dieses verläuft parallel zum Geldingadalir und ist durch den Höhenzug getrennt, auf dem entlang der Wanderweg B führt. Es wird geunkt, dass der Lavastrom über diesen Weg die Hauptstraße erreichen könnte. Doch dazu müsste schon einiges an Lava den Bach hinunter gehen.

Bodenhebung nahe Grindavik

Bereits am Montag veröffentlichte der Zivilschutz ein INSAR-Bild, auf dem man nicht nur Bodenhebung im Bereich des Fagradalsfjall erkennt, sondern auch an einer stelle östlich von Grindavik. Dort ereignete sich das stärkste Erdbeben der seismischen Krise vor Eruptionsbeginn. Vermutlich wurde die Bodendeformation durch diesen Erdstoß ausgelöst, doch vorsichtshalber installiert man nun weitere Messgeräte, um zu gucken, ob nicht doch Magma unterwegs sein könnten. Eine Eruption am Ortsrand von Grindavik könnte fatale Folgen mit sich ziehen.

Fagradalsfjall mit besserer Sicht

Die Eruption im Meradalir-Tal auf Island hält an

Das Wetter auf Reykjanes war bis heute Morgen schlecht und die Sicht war weiterhin stark eingeschränkt. Während die mbl-LiveCam in Wolken gehüllt ist, gibt die RUV Cam nun wieder Blicke frei. Man erkennt, dass sich ein hoher Wall entlang des aktiven Spalte gebildet hat. Noch ist er nicht komplett geschlossen und daher nenne ich ihn Proto-Krater. Dort scheinen mindestens 3 Schlote aktiv zu sein. Ein 4. Schlot liegt außerhalb des Proto-Kraters. Die Lavafontänen schauen recht ansehnlich aus. Aus dem Proto-Krater fließ ein Lavastrom, der das Meradlair-Tal immer weiter füllt. Bis jetzt sollen gut 10 Millionen Kubikmeter Lava gefördert worden sein, was in dieser kurzen Zeit schon respektabel ist. Die Förderrate soll sich auf 17 Kubikmeter reduziert haben und entspricht damit etwa der Fördermenge, die die Eruption im letzten Jahr hervorbrachte. Erste chemische Analysen der Lava zeigen, dass sie praktisch die gleiche Zusammensetzung hat, wie die Schmelze, die zuletzt im Geldingadalir-Tal gefördert wurde. Der Tremor ist relativ stabil und zeigt nur einen leichten Abwärtstrend. Die Erdbebentätigkeit hat seit vorgestern allerdings deutlich nachgelassen.

Die Zivilschutzbehörde hat nun neue Regeln für den Zugang zur Eruption erlassen: Kindern unter 12 Jahren ist der Zutritt verboten. Sicherlich ein Schlag für viele Familien, die ihrem Nachwuchs das Naturspektakel näher bringen wollten, doch tatsächlich scheint mir diese Beschränkung unumgänglich zu sein, da einige Eltern offenbar die Situation falsch einschätzen und bei schlechtem Wetter losmarschierten. Wie berichtet, musste mindestens eine Familie aus dem schwierigen Gelände geleitet werden. Leider werden oft die Kräfte der Natur und insbesondere des schlechten Wetters auf Island unterschätzt. Auch am Ätna starben bislang mehr Menschen durch die Gefahren des Alpinismus, als an den Folgen einer Eruption.

Vulkan Sakurajima mit Blitzen am 09.08.22

Der Sakurajima in Japan legte in den letzten 24 Stunden eine ordentliche Performance hin und erzeugte 6 Explosionen, bei denen Vulkanasche bis auf einer Höhe von 4300 m über dem Meeresspiegel aufstieg. Der Wind verfrachtete die Aschewolken in Richtung Nordwesten. Auf einem Video ist zu erkennen, dass bei mindestens einer der Eruptionen eine Druckwelle erzeugt wurde, die im Dampf über den Krater sichtbar wird. Sie erschien gut 5 Sekunden vor der ersten Asche, was darauf schließen lässt, dass sich die Explosion relativ tief im Schlot ereignete. Es handelte sich auch um eine simultane Eruption aus 2 Schloten, denn als dann die Asche über dem Kraterrand sichtbar wurde, stiegen gleich zwei voluminöse Aschewolken auf, die ein ansehnliches Tempo erreichten und sogar die Bedingungen bereit stellten, damit es zu einem vulkanischen Gewitter kommen konnte. Solche Blitze haben wir am Saku schon lange vermisst.

Das jüngste Bulletin der Japanischen Wetterbehörde befasst sich mit dem Sakurajima bis zum Mittag des 8. August. Die aktuellen Eruptionen sind also noch nicht erwähnt. Während am 6. und 7. August keine besonderen Vorkommnisse registriert wurde, gab es bis zum Nachmittag des 8. August 2 Explosionen, bei denen größere pyroklastische Fragmente bis zu 1100 m Entfernung zum Krater Minami-dake ausgeworfen wurden. Nachts nehmen die Überwachungskameras Rotglut im Dampf über dem Krater wahr. Der Schwefeldioxid-Ausstoß ist deutlich erhöht und liegt bei ca. 3000 Tonnen am Tag. Die Seismizität war ehr gering. Obwohl zuletzt eine nennenswerte Extension (Ausdehnung) des Bodens der Aira-Caldera im März beobachtet wurde, gehen die Vulkanologen davon aus, dass sich weiterhin Magma in einem tief-sitzenden Magmenkörper ansammelt. Es wird mit einem Anhalten der explosiven Tätigkeit gerechnet. Der Alarmstatus steht weiter auf „3“ und es gilt ein Besteigungsverbot des Vulkans.

Vulkan Fagradalsfjall am 08.August 22

  • Der Zugang zum Fagradalsfjall wurde vorübergehende gesperrt
  • Grund ist das schlechte Wetter
  • Es wurden pulsierende Lavafontänen beobachtet

Schließung des Zugangs zur Eruption am Fagradalsfjall

Die Eruption auf Island geht weiter, nun aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit! Gestern Abend wurde vom Zivilschutz beschlossen, den Zugang zum Vulkan vorübergehend zu sperren. Grund war das anhaltende schlechte Wetter mit Nebel und winterlichen Bedingungen. Viele schlecht ausgerüstete Wanderer stolperten durch den Nebel. Darunter befand sich eine Familie mit 2 kleinen Kindern (5 und 6) die bereits auf dem Hinmarsche erschöpft waren und vom Vater getragen werden mussten. Ein Kind trug er in einer Sitzkiepe auf dem Rücken, das Andere vor der Brust, so dass er nicht mehr sehen konnte, wohin er trat. Besorgte Mitwanderer alarmierten die Rettungskräfte, die die Familie dann aus dem Gelände bargen. Nicht ohne Widerwillen des Vaters. Leder kommt es immer wieder zu solchen Szenen. Viele Menschen unterschätzen die Natur und überschätzen sich. Ein Vulkanausbruch ist kein Kinderspielplatz und auch, wenn ich immer für offenen Zugang von Vulkanen plädiere, sollte sich jeder der Gefahren und Risiken bewusst sein und Grenzen respektieren. Es ist eine Sache sich selbst in Gefahr zu bringen, eine völlig andere, Schutzbefohlene mit zunehmen. Kinder unter 10 Jahren haben meiner Meinung nach nichts in der Nähe eines Vulkanausbruchs zu suchen, besser ist es, wenn sie 12 oder 14 Jahre alt sind. Das minimiert natürlich nicht die Gefährlichkeit einer Eruption, aber Verständnis und körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder werden größer. Klar ist auch, dass eine frühe Exposition mit giftigen Gasen besonders negative Folgen haben kann. Doch zurück zum Vulkan.

In unserer FB-Gruppe wurde ein Beitrag geteilt, nach dem ein Wanderer beschrieb, dass der Boden in 1 km Entfernung zur aktuellen Eruptionsstelle heiß sei und dass es zu Moosfeuern gekommen ist. Entsprechend gibt es Spekulationen, dass das Magma kurz unter der Oberfläche steht und dass es zu neuen Spaltenöffnungen abseits der aktuellen Eruptionsstelle kommen könnte. Tatsächlich verlagerte sich das Eruptionszentrum bei der Eruption im letzten Jahr mehrfach.

In Medienberichten ist zu lesen, dass die Lavafontänen gestern zu pulsieren begannen und zeitweise bis zu 100 m hoch waren. Auf der Livecam konnte ich solch hohe Fontänen nicht beobachten. Was deutlich höher geworden ist, ist der Kraterwall entlang des aktiven Teils der Eruptionsspalte. Die Seismizität ist rückläufig. Der Tremor relativ stabil, mit einer leicht abnehmenden Tendenz. Sie signalisiert aber nicht ein baldiges Eruptionsende.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.