Aschewolke vom Marapi stieg bis auf 3300 m Höhe auf – VONA-Warnung ausgegeben
Der Marapi auf Sumatra (Indonesien) brach heute Nacht gegen 03:53 UTC (10:53 WIB) explosiv aus und förderte eine Aschewolke, die gemäß einer VONA-Meldung des VAAC Darwin bis auf 3300 m Höhe (FL110) aufstieg und mit einer Geschwindigkeit von 38 km/h verdriftet wurde. Die Eruption fand zwar bei bewölktem Himmel statt, dennoch gelang es Anwohnern, Bilder der Aschewolke aufzunehmen. In der Umgebung des Vulkans kam es überdies zu Ascheniederschlag.

Der Volcanological Survey Indonesia (VSI) meldete, dass die Eruption ein seismisches Signal von 31 Sekunden Länge mit einer Maximalamplitude von 30 mm erzeugte. Es handelte sich also um eine einzelne, relativ kurze Explosion, wie sie am Marapi alle paar Tage vorkommt. In diesem Jahr registrierten die Vulkanologen 18 Ausbrüche des Vulkans. Tabellenspitzenreiter bleibt der Semeru mit 350 gelisteten Eruptionen. Der Marapi nimmt Tabellenplatz 4 in der Rangliste der am häufigsten eruptierenden Vulkane Indonesiens ein.
Um den aktiven Verbeek-Krater des Marapi gibt es eine 3-Kilometer-Sperrzone, die nicht betreten werden darf, da es jederzeit zu Explosionen kommen kann. Diese erfolgen ohne Vorwarnung und lösen im Vorfeld auch keine stärkeren Erdbeben aus – jedenfalls keine, die vom VSI detektiert und gemeldet würden.
Der Marapi liegt in der Provinz Westsumatra nahe der Stadt Bukittinggi und erreicht eine Höhe von 2.885 Metern. Der Name „Marapi“ bedeutet in der lokalen Sprache schlicht „Feuerberg“. Der Vulkan ist ein komplexer Stratovulkan und als solcher aus abwechselnden Schichten von Lava, Asche und pyroklastischem Material aufgebaut. Sein Gipfelbereich besteht aus mehreren Kratern, von denen momentan nur der Verbeek-Krater aktiv ist.
Der Marapi ist Teil des Pazifischen Feuerrings, einer tektonisch hochaktiven Zone, in der die Indisch-Australische Platte unter die Eurasische Platte subduziert wird. Diese geologische Situation führt zu häufigen Ausbrüchen meist moderater Stärke, jedoch mit potenziellen Gefahren für umliegende Gemeinden. Bewohnte Gegenden sind vor allem durch Lahare bedroht, die während der Regenzeit häufiger entstehen..









