Anak Krakatau bleibt aktiv – Tourismus auf der Vulkaninsel weiterhin eingeschränkt
Der Inselvulkan Anak Krakatau liegt zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra und zeigt weiterhin Anzeichen anhaltender Aktivität. Nach Angaben des VSI wurden am Samstag starke Entgasungen beobachtet und harmonischer Tremor registriert. Um den Krater gilt weiterhin eine 3-Kilometer-Sperrzone. Darüber hinaus betonte ein Sprecher der Behörde für Tourismus und Kreativwirtschaft in einem Zeitungsinterview, dass das Archipel unter Naturschutz stehe und nicht für Touristen zugänglich sei.
Eine größere Ascheemission vom Anak Krakatau hat es zuletzt Anfang der Woche gegeben, doch aus dem Hauptkrater steigt weiterhin Dampf auf, der bis zu 100 Meter über den Gipfel aufsteigt.
Die seismische Aktivität bestätigt, dass weiterhin magmatische Prozesse im Inneren des Berges stattfinden. Besonders auffällig sind 30 harmonische Tremorphasen, die mehrere Minuten andauerten. Zudem kam es gestern zu vier kontinuierlichen Tremorphasen, deren Dauer nicht explizit angegeben wurde, die aber wohl mehrere Stunden angehalten haben könnten. Tremor ist ein Indikator für die Bewegung magmatischer Fluide und deutet darauf hin, dass es jederzeit zu explosiven Eruptionen kommen könnte.
Trotz oder gerade wegen der aktuellen Aktivität ist Anak Krakatau ein beliebtes Ziel für Vulkantouristen. Anlandungen gibt es nur selten, doch häufig werden Bootstouren um die Vulkaninsel unternommen. Für viele Besucher ist auch der historische Kontext aufgrund der Katastrophe des Ausbruchs von 1883 von Interesse. Der Sicherheitsabstand von 3 Kilometern wird bei Bootsumrundungen der Insel für gewöhnlich nicht eingehalten, und trotz des Verbots kommt es zu Anlandungen. Diese werden auch aus Naturschutzgründen von der Nationalparkverwaltung nicht gerne gesehen. Forscher untersuchen auf Anak, wie Land, das durch die Ausbrüche von 2018 praktisch sterilisiert wurde, mit neuem Leben besiedelt wird.
Dass der Strand der Insel dabei einer Müllkippe gleicht, weil Unmengen an Unrat und Plastikmüll von der Strömung der Sundastraße hier abgeladen werden, scheint die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde nicht zu stören. Bei meinen Aufenthalten am Vulkan musste ich meinen Campingplatz an der Küste oft von allerlei Zivilisationsmüll befreien: Von Plastikflaschen über Tüten, Einwegspritzen und Autoreifen bis hin zu Fischernetzen war alles vertreten.
Meiner Meinung nach könnte gerade ein sanfter Ökotourismus hier dazu beitragen, die Folgen der Umweltverschmutzung abzufedern, indem man diesen Unrat beseitigt. Verhindern lassen wird sich die Verschmutzung kaum. Natürlich wäre ein Pfandsystem für Plastikflaschen sinnvoll, aber in einem Land wie Indonesien kaum durchzusetzen. Zudem würde es nur einen kleinen Teil der massiven Umweltprobleme des bevölkerungsreichsten Inselstaates der Erde lösen.
Die Preise für Bootstouren zum Anak Krakatau können stark variieren. Zu Spitzenzeiten wurden für 3 tägige Fahrten mit Camping auf einer der Nachbarinseln vom Krakatau gut 1500 bis 2000 € bei 3 Personen aufgerufen. Mittlerweile soll es aber auch schon eintägige Rundfahrten für 200 bis 300 € geben. Preise vergleichen und vor Ort handeln kann helfen.














