Eskalation am namenlosen Unterwasservulkan in der Bismarcksee – Asche-Dampfwolke in 8500 m Höhe detektiert
Der Ausbruch des namenlosen Unterwasservulkans in der zu Papua-Neuguinea gehörenden Bismarcksee hat sich in den letzten Stunden scheinbar signifikant verstärkt und löste eine VONA-Warnung beim VAAC-Darwin aus, die von der bisher größten Eruptionswolke berichtet. Auf neuen Satellitenaufnahmen ist starke Dampfentwicklung aus mehreren Spots zu erkennen. Außerdem wurden großflächige Wasserverfärbungen und Bimssteinteppiche dokumentiert. Es könnte sich um die größte Unterwasservulkan-Eruption seit Hunga-Tonga-Ha’apai handeln.

Ein bisher wenig in Erscheinung getretener Unterwasservulkan im Bereich der zentralen Bismarcksee (Papua-Neuguinea) stößt seit dem 9. Mai nahezu kontinuierlich eine Asche-Dampf-Wolke aus. Sie reicht bis in eine Höhe von etwa FL280, was umgerechnet einer Höhe von 8536 m entspricht.
Zum Zeitpunkt der Beobachtung (10:07 UTC, bestätigt um 09:50 UTC) wurde eine Eruptionswolke in diesem Höhenbereich festgestellt. Sie erstreckt sich großräumig über mehrere Koordinaten und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h nach Nordosten.
Die Auswertung von Satellitendaten (Himawari-9) zeigt, dass die Wolke gut erkennbar ist. Die geschätzte Wolkenhöhe wurde basierend auf Infrarotmessungen von zunächst FL 240 auf FL 280 angehoben. Die Temperatur der Eruptionswolke lag bei ca. −19 °C, was etwas oberhalb der Umgebungstemperatur war.

Für die nächsten Stunden wird erwartet, dass sich die Aschewolke weiter ausbreitet und dabei ihre Position langsam nach Nordosten verlagert. Der Vulkan ist aktuell aktiv mit anhaltender Emission, und die Eruptionswolke zieht langsam nordostwärts in Höhen, die für den internationalen Flugverkehr relevant sind.
Auf den heute veröffentlichten Sentinel-Satellitenaufnahmen sind nicht nur die eingangs beschriebenen Phänomene gut auszumachen, sondern im Infrarotspektrum erkennt man bei genauer Betrachtung einige kleine thermische Anomalien, die von heißem Bims stammen könnten. Aus der Ferne werden wir Zeugen einer der ungewöhnlichsten und vermutlich stärksten Unterwasservulkaneruptionen der letzten Jahre, die uns womöglich noch einige Zeit beschäftigen wird.
Die Folgen des Vulkanausbruchs sind noch nicht absehbar. Der Stoffeintrag und Temperaturänderungen des Wassers werden die marine Lebewelt der Bismarcksee sicherlich beeinflussen.














