Komplexvulkan

Als Komplexvulkane werden Vulkangebäude bezeichnet, die sich aus mehreren vulkanischen Strukturen zusammensetzen. Typischerweise haben komplexe Vulkane mehrere Gipfel, oder mehrere gleichwertige Krater am Gipfel. Die verschiedenen Strukturen eines Komplexvulkans entstehen durch eine Verlagerung des Eruptionszentrums. Dabei kann sich auch der Chemismus der geförderten Lava ändern. Komplexvulkane können sich auf langegstreckte Störungs- und Risssystemen bilden.

In der englischsprachigen Literatur zählen zu den Komplexvulkanen auch Calderavulkane, die aus mehreren Caldera-Generationen bestehen, die sich überlappen können, oder Calderen, in denen sich neue Vulkankegel, Dome und Krater bildeten. Solche vulkanischen Strukturen würde ich als komplexe Calderavulkane bezeichnen. Zu diesen Vulkanenarten gehören die Calderen von Long-Valley und  Yellowstone in den USA.

Generell ist die Einordnung eines Vulkans nach dem Schema der Vulkanarten nicht immer klar zu definieren. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Ätna auf Sizilien. Mal wird er als Schildvulkan bezeichnet, mal als Stratovulkan. Er zeigt aber auch Eigenschaften eines Komplexvulkans. So verlagerte sich sein Eruptionszentrum mehrmals und der aktuelle Kegel bildete sich in der Hangrutschcaldera des Valle del Bove.

Typische Komplexvulkane finden sich entlang von Subduktionszonen. Schöne Beispiele sind der Pacaya in Guatemala, der japanische Vulkan Krishima, oder die Vulkane Tongario und Tarawera auf Neuseeland. Der Tarawera entstand in einer komplexen Caldera die von einer 17 km langen Störungszone gespalten wurde. Der Vulkan besteht aus 3 Gipfeln und 11 Domen. Der Kirishima nimmt eine Fläche von 20 x 30 Kilometern ein und setzt sich aus über 20 Eruptionszentren zusammen. Mehrere dieser Zentren eruptierten in den letzten Jahren, oder standen kurz vor einem Ausbruch. Anders verhält es sich beim Pacaya. Hier ist nur der Krater des Mc-Kenney-Kegels aktiv. Die Kegel Cerro Chino und Cerro Grande scheinen erloschen zu sein.

Die wenigsten Komplexvulkane fördern dünnflüssige basaltische Laven. Am häufigsten kommen intermediäre Laven vor wie basaltischer Andesit, Andesit und Dazit. Die großen komplexen Calderen entstanden durch plinianische Eruptionen und förderten Rhyolith. In Zeiten schwächerer Eruptionen können dort allerdings auch weniger saure Lava-Arten gefördert werden.

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