Vulkan Krasheninnikov auf Kamtschatka bleibt aktiv und fördert Lavaströme am Nordkegel
Der Vulkan Krasheninnikov befindet sich auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und ist weiterhin aktiv: aktuelle Copernicus-Satellitenbilder und MIROVA-Daten zeigen eine anhaltende effusive Eruption, die auch von den zuständigen Vulkanologen von KVERT bestätigt wird. Seit letztem August fließt Lava an den Osthängen des Nordkegels des Vulkans ab. Gleichzeitig werden aus dem Kraterbereich Gas- und Dampfwolken freigesetzt. Für den Flugverkehr gilt weiterhin die Warnstufe Gelb.
Die Aktivität begann wenige Tage nach dem starken Erdbeben Mw 8,8 vor der Südostküste Kamtschatkas. Nach mehreren Jahrhunderten der Ruhe erwachte der Krasheninnikov zunächst mit einer explosiven Eruption, bei der Aschewolken gefördert wurden. Inzwischen gibt es keine Explosionen mehr und der Vulkanausbruch ist rein effusiv. Ein mehrarmiger Lavastrom entspringt der Basis des Kraters und fließt über die Ostflanke ab. Er bildete ein ausgeprägtes Lavafeld mit einer Länge von gut 2 Kilometern und einer maximalen Breite von 1 Kilometer. Aktuell lässt sich die Wärmesignatur auf eine Länge von 1500 m verfolgen.
Darüber hinaus meldete auch das globale Vulkanüberwachungsnetzwerk MIROVA eine thermische Anomalie von rund 260 Megawatt, die von dem Lavastrom und dem heißen Förderschlot im Nordkrater ausgeht. Solche Werte deuten auf erhebliche Wärmestrahlung an der Oberfläche hin. Parallel dazu erfassten Satellitenaufnahmen im kurzwelligen Infrarotbereich (SWIR) deutlich erhöhte Temperaturen auf den Flanken des Vulkans. Die Aufnahmen zeigten die charakteristischen thermischen Signaturen frischer Lavaströme, die sich vom Nordkegel aus hangabwärts bewegen. Das hier vorliegende Bild ist eine von mir mit KI-Unterstützung erstellte Kombination zweier Satellitenfotos im sichtbaren Licht und im kurzwelligen SWIR-Band, das die thermische Signatur der Lava erfasst und visualisiert.
Der 1.856 Meter hohe Krasheninnikov gehört zu den weniger bekannten Vulkanen Kamtschatkas. Die aktuelle Aktivität ist daher von besonderem wissenschaftlichem Interesse. Die fortlaufenden Satellitenbeobachtungen ermöglichen es Vulkanologen, die Entwicklung der Eruption nahezu in Echtzeit zu verfolgen und mögliche Veränderungen des Aktivitätsniveaus frühzeitig zu erkennen.











