Ätna: Tremor am 11.03.26 im roten Bereich

Tremor am Ätna ist im roten Bereich – keine sichtbare Eruption

Der Tremor am Ätna ist heute Nacht steil bis in den roten Bereich gestiegen, wie er es sonst nur bei Paroxysmen macht, erreichte allerdings nicht ganz so hohe Werte. Dennoch ist aktuell auf den Livecams keine Eruption zu erkennen. Bereits in der letzten Woche stieg die Amplitude des vulkanischen Zitterns schnell an, ohne dass Aktivität gemeldet worden wäre. Kurz vor dem starken Schwarmbeben in der ersten Märzwoche stieg der Tremor bis in den gelben Bereich, um einige Tage später ebenfalls den roten Bereich zu erreichen.



Wenige Stunden nach der Initialphase des Schwarmbebens ereignete sich eine kurze, aber heftige Ascheexplosion aus dem Zentralkrater. Der Erdbebenschwarm ist tatsächlich noch nicht ganz vorbei, denn es gibt jeden Tag einige Erdbeben in der gleichen Region. Meine Vermutung ist, dass sich in ca. 5 Kilometern Tiefe ein größerer Magmenkörper bildet, der den Druck im Fördersystem deutlich erhöht und das Magma anschiebt, das sich bereits wenige Hundert Meter unter den Gipfelkratern befindet. Das Risiko einer größeren Eruption war schon lange nicht mehr so hoch wie heute.

Tremor
Tremor am Ätna. © INGV

Das INGV-Catania meldete den Tremoranstieg und beobachtete, dass die Aktivität an den Gipfelkratern vor allem durch Entgasung geprägt ist. Die stärksten Entgasungen manifestierten sich aus dem Nordostkrater. Bei der Infraschallaktivität wurden keine Veränderungen festgestellt. Sie ist weiterhin auf den Nordostkrater konzentriert und schwankt in ihrer Häufigkeit zwischen mittleren und hohen Werten.

Ätnabeben. © INGV

Eine genaue Analyse des Tremors ergab, dass die durchschnittliche Amplitude gegen 04:40 Uhr (UTC) anzusteigen begann und um etwa 06:15 Uhr (UTC) hohe Werte erreichte. Seit dem Maximum gegen 08:10 Uhr (UTC) ist eine allmähliche Abnahme erkennbar. Gegen Abend bewegte sich der Tremor aber noch im Bereich hoher Werte. Das Epizentrum der Tremorquellen befindet sich im Bereich des Voragine-Kraterkomplexes in etwa 2.800 m Höhe über dem Meeresspiegel.

Interessant ist die Beobachtung, dass die Werte des Bodenverformungs-Messnetzes auf eine leichte Trendänderung am DRUV-Dilatometer sowie am Klinometer am Piano-Krater hinweisen Es gibt also Spannungsänderungen, die mit Magmenaufstieg im Zusammenhang stehen. Zusammen mit dem starken Tremor und den Erdbeben der letzten Woche bei gleichzeitigem Fehlen sichtbarer Tätigkeit bestätigen die Daten eine größere Magmaansammlung im Vulkan.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 43 war einer der gewaltigsten

kilauea

Gewaltige Lavafontänen am Himmel über Halemaʻumaʻu – Eruptionsphase 43 endet am Kilauea nach neun Stunden

Am Gipfel des hawaiianischen Vulkans Kilauea ist eine weitere spektakuläre Eruptionsphase zu Ende gegangen. Episode 43 der seit Weihnachten 2024 andauernden Aktivität im Krater Halemaʻumaʻu endete am 10. März 2026 um 18:21 Uhr Ortszeit. Nach mehr als neun Stunden intensiver Aktivität fielen die Lavafontänen abrupt in sich zusammen – nur damit der Vulkan nach einer deflationären Phase während der Eruption gleich in eine neue Vorbereitungsphase für den nächsten Vulkanausbruch übergehen konnte und anfing sich wieder aufzublähen.

Die Eruption begann gegen 9:17 Uhr HST, etwa eine Stunde nach ersten Vorläufersignalen, die sich durch starken Tremor und eine deutliche Veränderung der Bodenverformung ankündigten. Die beiden bekannten Schlote am südwestlichen Kraterrand aktivierten sich nacheinander: Schon kurz vor 10 Uhr erreichte die nördliche Lavafontäne Höhen von über 100 Metern. Wenig später steigerten sich beide Schlote zu einer gewaltigen Eruptionsphase: Um 10:50 Uhr übertrafen die Fontänen bereits 300 Meter Höhe, kurz nach 11 Uhr wurden Spitzenwerte von mindestens 400 Metern erreicht. Im weiteren Verlauf blieb die südliche Fontäne meist deutlich höher als ihr nördliches Pendant.

Die beiden Lavafontänen schleuderten große Mengen glühender Tephra und Asche in die Atmosphäre. Die Eruptionswolke stieg zeitweise auf über 10.000 Meter Höhe auf und wurde von schwachen Südwestwinden nach Norden und Osten getragen. Das VAAC Washington veröffentlichte eine VONA-Warnung für den Flugverkehr, nach der die Aschewolke bis auf Fl 320 aufstieg und nach Osten driftete. Entlang des Nordrandes der Kīlauea-Caldera gingen beträchtliche Tephramengen nieder. Am Aussichtspunkt Uēkahuna wurden Ablagerungen von bis zu 18 Zentimetern gemessen, während in der Siedlung Volcano Golf Course sogar bis zu 15 Zentimeter große Tephra-Partikel gemeldet wurden. Im Laufe der Zeit wächst am Kraterrand ein neuer Schlackenkegel bzw. eine Tephradüne.

Die Intensität des Ausbruchs veranlasste das United States Geological Survey, die Warnstufe kurzfristig auf Rot zu erhöhen. Straßen wurden gesperrt, Besucher aus dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark evakuiert und eine Aschefallwarnung ausgegeben. Asche, feine Partikel und sogenannte Pele-Haare wurden schließlich noch in rund 45 Kilometer Entfernung bis in die Stadt Hilo getragen.

Während Episode 43 strömten schätzungsweise 12 Millionen Kubikmeter Lava aus und bedeckten etwa die Hälfte des Kraterbodens von Halemaʻumaʻu. Seit Beginn der aktuellen Aktivitätsphase im Dezember 2024 summiert sich das geförderte Lavavolumen damit auf rund 250 Millionen Kubikmeter.

Piton Fournaise: Lavastrom hält auf Straße zu

Front des Lavastrom schreitet voran – noch 1100 m von nationaler Küstenstraße entfernt

Der Ausbruch des Piton de la Fournaise, der am 13. Februar begann, dauert weiterhin an und hat bisher nicht an Kraft verloren. Im Gegenteil, der Tremor erreichte seinen Tiefpunkt am 23. Februar und stieg bis zum 8. März weiter an. Seitdem ist er stabil. Ähnlich verhielt es sich mit der Lavastromtätigkeit: Es begann ein neuer Lavastrom, südlich des alten zu fließen, und seine Front bewegt sich aktuell mit einer Geschwindigkeit von mehreren 35 m pro Stunde vorwärts. In den letzten 24 Stunden verringerte er die Distanz zur Nationalstraße Nr. 2 um 700 m und ist jetzt noch 1100 m von der Straße entfernt. Die Front befindet sich auf einem Höheniveau von 330 m im Grand Brulé. Es liegt tatsächlich im Bereich des Möglichen, dass er die Straße erreicht und unterbricht. In diesem Fall müssen Bewohner im Süden der Insel einen großen Umweg über die Insel in Kauf nehmen, wenn sie in andere Regionen von La Réunion fahren wollen.



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Fournaise. © OVPF

Die Vulkanologen vom OVPF betonen, dass die aktuellen Lavastrommodelle primär für die frühen Phasen eines Ausbruchs ausgelegt sind und daher keine genauen Vorhersagen darüber ermöglichen, ob und wann die Straße gesperrt werden muss. Die Lava fließt derzeit hauptsächlich durch Austrittsstellen in Lavatunneln und die Eigenschaften der dort austretenden Lava sind noch unzureichend erforscht, was die Zuverlässigkeit der Prognosen einschränkt. Angesichts der aktuellen Vorrückgeschwindigkeit der Lavafront gilt die besondere Aufmerksamkeit der Forscher der Überwachung selbiger.

Wie in den vergangenen Tagen ist die seismische Aktivität weiterhin gering, die Aufblähung des Vulkangebäudes geht aber weiter. Seit Ende Februar hat sich die Distanz der Basislinien, die den Gipfel kreuzen, vergrößert, was auf eine fortschreitende Ausdehnung des Vulkangebäudes hindeutet. Diese steht wiederum mit der Ansammlung von Magma in geringer Tiefe im Zusammenhang. Es gibt eine weitere Druckbeaufschlagung, was die Eruption weiter verstärken oder lange am Leben halten könnte.

Kilauea: 43. Vulkanausbruch in Folge baut sich auf

Neue Eruption am Kilauea: Episode 43 mit über 100 Meter hohen Lavafontänen während der Aufbauphase

Am Morgen des 10. März 2026 hat am Gipfel des hawaiianischen Vulkans Kilauea eine neue eruptive Phase begonnen. Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory startete die 43. Episode der seit Dezember 2024 andauernden Ausbruchsserie um 9:17 Uhr Ortszeit. In Deutschland war es bereits 20:17 Uhr. Zuvor hatten Instrumente eine deutliche Zunahme der seismischen Aktivität registriert, während mit Beginn der Eruption die Hangneigung des Vulkans schnell abzunehmen begann.

Der Ausbruch konzentriert sich vollständig auf den Halemaʻumaʻu-Krater innerhalb des Hawaii Volcanoes National Park. Bereits kurz nach Beginn der Eruption setzte kräftige Lavafontänentätigkeit ein. Am nördlichen Förderschlot erreichten die Fontänen eine Stunde nach Eruptionsbeginn bereits Höhen von mehr als 100 Metern. Gleichzeitig stieg eine Asche- und Gaswolke nahezu senkrecht über dem Krater auf. Die wechselhaften Winde am Gipfel können dazu führen, dass Tephra unvorhersehbar verteilt wird. Neben dem Gipfelbereich sind daher auch Ortschaften nördlich und östlich des Nationalparks potenziell von Ascheniederschlag betroffen. Beobachtungen der V1-Überwachungskamera nördlich der Krateröffnungen zeigten, dass bereits nach wenigen Minuten in der Umgebung viel Tephra niederprasselte.

Die Lavafontäne aus dem Nordschlot speist Lavaströme, die sich schnell über den immer flacher werdenden Kraterboden ausbreiten und den Halemaʻumaʻu langsam auffüllen. Gegen 10:00 Uhr Ortszeit begann zudem der südliche Krater überzulaufen, sodass Lava in den Kraterboden zurückfließt. Bereits zuvor hatte der nördliche Schlot gegen 8:17 Uhr eine Phase starken Überlaufens erreicht.

Die Vulkanwarnstufe steht weiterhin auf „Beobachtung“, während für die Luftfahrt der Farbcode Orange gilt. Lavaflüsse bleiben bislang auf den Krater und den südwestlichen Teil der Gipfelcaldera beschränkt.

Wie bei den meisten Episoden dieser Eruptionsserie erwarten Vulkanologen, dass die Aktivität möglicherweise nur einige Stunden bis maximal einen Tag anhält. Dennoch können Lavafontänen, Gasemissionen und Tephrafall kurzfristig starke lokale Auswirkungen haben.

Island: Rekordmenge an Magma unter Svartsengi bestätigt

Neuer Magma-Volumenrekord unter Svartsengi auf Island eingestellt

Die Bodenhebung im Svartsengi-Gebiet auf Island geht weiter und fluktuiert nach einer recht langen Phase der Stabilität ein wenig: In den letzten 2 Wochen hatte es eine leichte Beschleunigung der Bodenhebung gegeben, die laut den Messwerten der letzten 3 Tage aber ins Stocken geraten zu sein scheint. Dennoch hält der langfristige Trend zur Druckbeaufschlagung des Speichersystems an und es wurde mit einem Magmenzufluss von 23 Millionen Kubikmetern seit dem Ende der letzten Eruption vor 217 Tagen ein neuer Rekord aufgestellt.



Bodenhebung

Zu keinem Zeitpunkt seit der initialen Gangintrusion am 9. November 2023 hat sich so viel Magma im flachen Speichersystem akkumuliert wie jetzt. Allerdings war der Magmastrom vom tiefen in den flachen Speicher zu keinem Zeitpunkt geringer als jetzt oder auch nur annähernd so gering. Darum ist es meiner Meinung nach nicht klar, ob die Druckzunahme reicht, um eine Eruption oder Gangbildung anzustoßen. Möglich, dass durch den langsamen Zufluss genug Zeit bleibt, damit sich die Schmelze im Porenraum des umgebenden Gesteins ausbreiten kann, ohne den Schwellwert für Rissbildungen im Gestein zu überschreiten.

Der Geophysiker Benedikt Gunnar Ófeigsson vom Icelandic Meteorological Office erklärt, dass die seismische Aktivität derzeit nicht zunimmt und es keine klaren Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch in der Kraterreihe Sundhnúkur gibt.

Auch er meint, dass es derzeit unklar ist, ob es zu einem weiteren Ausbruch kommt. Laut Benedikt könnte bereits eine kleine Veränderung einen Ausbruch auslösen, gleichzeitig könnte aber auch eine längere Phase der Unsicherheit bevorstehen.

Zusätzlich wurde in der vergangenen Nacht ein kleiner Erdbebenschwarm südlich der Insel Eldey auf dem Reykjanes-Rücken registriert. Das stärkste Beben erreichte Magnitude 2,7; die Aktivität hat sich inzwischen wieder beruhigt.

Nicht beruhigt hat sich eine muntere Erdbebentätigkeit unter Katla und angrenzenden Bereichen, von der auch die Hekla 2 Beben mitbekam. Einen Vulkanausbruch an einem der beiden Vulkane sehe ich aber noch nicht.

Reventador: Vulkan bleibt aktiv

Vulkan Reventador erzeugt frequente Eruptionen – Vulkanasche in 4600 m Höhe

Nach Angaben des Geophysikalischen Instituts der Nationalen Polytechnischen Schule in Ecuador zeigt der Vulkan Reventador weiterhin eine hohe Aktivität an der Oberfläche und eine mäßige Aktivität im Inneren. Beobachtungen von Vulkanforschern vor Ort bestätigen eine anhaltende explosive Aktivität, bei der glühende Tephra und Aschewolken ausgestoßen werden. Letztere steigen laut VONA-Meldungen des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 4600 m (FL150) auf und driften sowohl nach Nordwesten als auch nach Südosten. Die Aschewolken erreichen eine Nettohöhe über dem Krater von gut 1000 m.

Reventador

Die jüngsten Eruptionen wurden gefilmt und Videos verbreiten sich in den sozialen Medien. Sie zeigen, wie grobe Tephra bis zu Blockgröße am Fuß des Kraterkegels einschlägt und wie die Aschewolken bei wenig Wind fast senkrecht aufsteigen.

Neben den beschriebenen Phänomenen registrieren Satelliten thermische Anomalien, die durch Satellitenüberwachung festgestellt wurden. Darüber hinaus ist der Reventador seismisch aktiv. Während der jüngsten Beobachtungsperiode registrierten die Messstationen mehrere vulkanotektonische Erdbeben, Tremore und Explosionssignale. Insgesamt werden täglich zwischen 60 und 90 seismische Explosionssignale detektiert. In klaren Nächten kann glühendes Material beobachtet werden, das die Flanken des Vulkans hinabrollt.

Der rund 3570 m hohe Stratovulkan Reventador gehört zu den aktivsten Vulkanen Ecuadors und eruptiert seit der großen Eruption von 2002 nahezu kontinuierlich. Das Gebiet ist für seine starken Niederschläge bekannt und ein Marsch zum aktiven Kraterkegel, der sich in einer Caldera erhebt, artet oft in eine Schlammschlacht aus. Im Beobachtungszeitraum der letzten Woche wurde allerdings kein Niederschlag im Bereich des Vulkans gemeldet. Fachleute warnen jedoch, dass starke Regenfälle Lahare (Schlammströme) auslösen könnten, da sie abgelagertes Material an den Vulkanflanken mobilisieren.

Die Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf Orange und überwachen die Entwicklung des Vulkans kontinuierlich.

Piton Fournaise: Lavafront schritt schnell voran

Schneller Lavastrom am Piton de la Fournaise – Lavafront 1700 m von der Küstenstraße entfernt

Der Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise auf La Réunion ist dynamischer, als ich noch vor drei Wochen vermutet hätte: Entgegen meinen früheren Annahmen verlagerte sich die bis zum Wochenende stationäre Lavastromfront in 2600 m Entfernung zur Nationalstraße schnell und war heute Morgen um 05:30 Uhr nur noch 1700 m von der Straße entfernt. Diese Verlagerung ist dem schnellen Vorstoß eines neuen Lavaarms südlich des bisherigen Lavastroms zu verdanken, der neben der bis dahin am weitesten fortgeschrittenen Lavafront floss und sich einen Weg durch die Vegetation am Steilhang des Grand Brûlé brannte. Die oberflächlich messbare Lavaflussrate bewegte sich im Bereich dessen, was in den letzten Wochen üblich war. Damit ist klar, dass der schnelle Vorstoß der Lava, die sich jetzt auf 478 Höhenmetern befindet, weniger einer Verstärkung des Vulkanausbruchs als vielmehr neu gefundenen Wegsamkeiten geschuldet ist.

piton
Fournaise

Der Lavastrom wird weiterhin aus einer Quelle gespeist, die mittlerweile von einem sich immer weiter schließenden Krater eingefasst ist. Durch den Verschluss des Kraters bildete sich ein großes Netz aus Lavatubes, sodass die Lava erst in einiger Entfernung vom Krater an der Oberfläche austritt. Diesem Lavatunnel-Netzwerk ist der weite Vorstoß des südlichen Lavastroms zu verdanken. Die Tunnel führten die Lava, gut gegen Abkühlung isoliert, bis an den Rand des Grand Brûlé, wo das Gelände steiler wird und sich die Lava an der Oberfläche schnell ausbreiten kann.

Wie die Vulkanologen des OVPF berichten, setzt der südliche Lavastrom mit etwas reduzierter Geschwindigkeit seinen Vorstoß in Richtung Nationalstraße 2 fort. Die Förderrate der Lava betrug gestern ca. 8 Kubikmeter pro Sekunde. Die Front des nördlichen Lavastromarms liegt weiterhin etwa 2,6 km von der Nationalstraße 2 entfernt auf rund 660 m Höhe.

Die Aufblähung des Vulkans setzt sich fort, was besonders an den GNSS-Messstationen am Gipfel und am Fuß des zentralen Kraters sichtbar ist. Seit Ende Februar wurde eine zunehmende Distanz entlang mehrerer Messlinien registriert, die den Gipfelbereich kreuzen. Diese Veränderungen deuten auf eine fortschreitende Ausdehnung des Vulkangebäudes hin und sprechen für einen erneuten Druckanstieg im magmatischen Fördersystem. Möglicherweise wird dieser durch eine Nachlieferung von Magma aus einem oberflächennahen Reservoir verursacht. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Marapi: Vulkanausbruch fördert Vulkanasche auf 4500 m Höhe

Marapi mit explosivem Vulkanausbruch – Vulkanasche in 4500 m Höhe detektiert

Am Mount Marapi auf Sumatra kam es heute Morgen um 08:46 Uhr Ortszeit (WIB) zu einer kurzen explosiven Eruption. Dabei stieg eine dichte graue Aschesäule auf etwa 1600 m über den Gipfel auf und erreichte damit ungefähr 4491 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Aschewolke driftete in östliche Richtung. Das eruptive Ereignis wurde auch seismisch registriert und zeigte eine maximale Amplitude von etwa 30 mm bei einer Dauer von rund 33 Sekunden.

Archivbild

Das VAAC Darwin veröffentlichte eine entsprechende Warnung für den Flugverkehr, nach der sich die Aschewolke auf Flugfläche 150 mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h in Richtung Westen bewegte, was im krassen Widerspruch zu den Angaben am Boden steht, die offenbar Ost und West vertauschten. Möglicherweise driftete die Wolke in niedrigen Höhen aber in eine andere Richtung, bevor sie von anderen Luftströmungen erfasst wurde. In Ortschaften am Fuß des Vulkans kam es zu leichtem Ascheniederschlag.

Neben diesem Ausbruch wurden 13 Entgasungsbeben mit Amplituden zwischen 1,7 und 3,7 mm und Dauern von 35 bis 55 Sekunden aufgezeichnet. Zusätzlich registrierten die Instrumente 10 nicht-harmonische Tremorereignisse mit Amplituden von 1,9 bis 4,4 mm und Dauern von 68 bis 236 Sekunden, was auf anhaltende Bewegung von Gasen oder Magma im Fördersystem hinweist. Diese Art des Tremors nahm in den letzten Wochen deutlich zu und könnte signalisieren, dass sich der Marapi auf weitere Eruptionen vorbereitet. Außerdem wurde ein kontinuierlicher Tremor mit Amplituden zwischen 0,5 und 3 mm beobachtet, was an diesem Vulkan selten vorkommt und auf anhaltende innere Unruhe des Marapis hindeutet.

Der Alarmstatus steht auf „2“ und die Behörden des Center for Volcanology and Geological Hazard Mitigation (PVMBG) riefen Bevölkerung, Bergsteiger und Touristen dazu auf, einen Mindestabstand von drei Kilometern zum Verbeek-Krater des Mount Marapi einzuhalten. Bewohner in der Nähe von Tälern und Flussläufen, die am Gipfel des Vulkans entspringen, sollen außerdem besonders wachsam sein, da dort bei starken Regenfällen vulkanische Schlammströme (Lahare) auftreten können.

Ambae: Vulkanausbruch verursacht sauren Regen

Ambae
Ambae. © Unity Airlines

Vulkanausbruch auf Ambae: Ascheniederschlag und saurer Regen verunsichert Bevölkerung

Auf der Vulkaninsel Ambae (Vanuatu) sorgt der Ausbruch des Vulkans Manaro Voui weiterhin für erhöhte Alarmbereitschaft unter den Inselbewohnern, die unter einem zunehmenden Leidensdruck steht. Der Vulkan stößt regelmäßig Vulkanasche und Gase aus, die bis zu vier Kilometer hoch in die Atmosphäre aufsteigen. Während die Asche sichtbar niedergeht und ein Problem für die Landwirtschaft darstellt, da sie die Feldfrüchte bedeckt, wirkt das Gas subtiler, aber nicht weniger schädlich, denn es verursacht sauren Regen. Dieser lässt Pflanzen welken und kontaminiert das Trinkwasser.

Die Behörden haben die Warnstufe auf drei von fünf festgelegt, was auf eine anhaltend gefährliche Situation hinweist. Rund um den Krater wurde eine Gefahrenzone von etwa drei Kilometern eingerichtet, die von der Bevölkerung gemieden werden soll. Trotz der wachsenden Besorgnis und der Zunahme der Probleme ordneten die Behörden bis jetzt keine Massenevakuierung an, wie es zuletzt 2018 geschah. Stattdessen wurden Teams des Nationalen Katastrophenschutzamtes nach Ambae entsandt, um besonders betroffene Gebiete zu begutachten und gegebenenfalls als Katastrophenzonen auszuweisen. Für diese Maßnahmen stellte die Regierung ein Budget von rund 20 Millionen Vatu, etwa 170.000 US-Dollar, bereit.

Um die Entwicklung des Ausbruchs genauer zu beobachten, führte die Fluggesellschaft Unity Airlines am 7. März einen speziellen Beobachtungsflug durch. Der Flug wurde ohne Passagiere durchgeführt, um das Risiko für Menschen zu minimieren. Während des Fluges wurden Fotos und Videos aufgenommen, die Wissenschaftlern und Behörden zur Verfügung gestellt wurden. Diese Daten helfen dabei, die Bewegung der Aschewolke und die Aktivität des Vulkans besser zu überwachen.

Auf den Bildern ist nicht nur die Aschewolke des Vulkans sehr gut zu sehen, sondern auch, dass der Kratersee im Manaro Voui zum großen Teil trockengefallen ist. Ein Phänomen, das wir auch vom Poás in Costa Rica gut kennen.

Die Auswirkungen des Ausbruchs sind für die Bewohner der Insel deutlich spürbar. Besonders problematisch ist der oben erwähnte saure Regen, der durch vulkanische Asche und Gase entsteht, die Schwefeldioxid enthalten. Dieser Regen kann Pflanzen, Böden und Wasserquellen stark beschädigen. Berichten zufolge wurden bereits zahlreiche Gemüsegärten zerstört, wodurch die Lebensmittelversorgung vieler Familien gefährdet ist. Auch die Trinkwasserversorgung ist beeinträchtigt, da der saure Regen den pH-Wert von Wasser in Tanks und Sammelbehältern verändert. Behörden empfehlen deshalb, möglichst auf geschützte Wasserquellen oder Brunnen zurückzugreifen.

Neben den direkten Schäden an Landwirtschaft und Wasser hat der Ascheregen auch Auswirkungen auf die Umwelt. In Flüssen und Bächen verändert sich der Säuregehalt des Wassers, was Fische, Garnelen und andere Wasserlebewesen beeinträchtigen kann. Durch Veränderungen der Windrichtung verteilt sich die Asche inzwischen über große Teile der Insel und erreicht teilweise auch benachbarte Inseln wie Santo, Malakula, Pentecost und Ambrym.

Bewohner in stark betroffenen Regionen wurden aufgefordert, bei Bedarf in weniger gefährdete Teile der Insel umzuziehen. Gleichzeitig bereiten die Behörden Notfallpläne vor, falls sich die Situation verschärft. Sollte die Warnstufe auf vier steigen, könnte eine vollständige Evakuierung der Insel notwendig werden.