Waldbrand in der Sperrzone von Tschernobyl: Drohnenabsturz entfacht Feuer in hochsensibler Region
In der Sperrzone der Atomruine von Tschernobyl sorgt seit dem 7. Mai 2026 ein großflächiger Waldbrand für Besorgnis in der Nordukraine. Nach Angaben der Behörden fraßen sich die Flammen bereits durch mehr als 1200 Hektar Wald- und Buschland innerhalb des radioaktiv belasteten Sperrgebiets. Obwohl die Lage inzwischen unter Kontrolle sei, bleibt die Situation angespannt. Trockenes Wetter mit starken Winden und die Verminung weiter Teile der Zone erschweren die Löscharbeiten.
Als mutmaßliche Ursache des Brandes gilt der Absturz zweier Drohnen in der Sperrzone. Ukrainische Stellen berichten, dass Wrackteile unbemannter Fluggeräte nahe des Brandursprungs gefunden worden seien. Einige Quellen sprechen von russischen Kampfdrohnen, eine unabhängige Bestätigung dazu liegt bislang jedoch nicht vor. Klar ist: Der Funkenflug nach dem Einschlag dürfte das trockene Unterholz entzündet haben und die Ausbreitung der Flammen wurde durch ungewöhnlich niederschlagsarme Wochen bei geringer Luftfeuchtigkeit begünstigt.
Die Landschaft rund um Tschernobyl gilt trotz ausgedehnter Feuchtgebiete als feueranfällig. Vor allem Kiefernwälder können nach längeren Trockenphasen schnell in Brand geraten. Die Böden sind immer noch stark radioaktiv belastet und durch die Brände kann dieses Material mit Asche und Rauch aufsteigen und sich mit dem Wind verteilen. Hinzu kommt ein besonderes Risiko: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 wurden Teile der Sperrzone vermint. Für Feuerwehrkräfte ist das eine große Gefahr.
Tschernobyl bleibt bis heute ein Symbol für die schwerste Nuklearkatastrophe der Geschichte. Am 26. April 1986 explodierte Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks während eines Sicherheitstests. Große Mengen radioaktiven Materials gelangten in die Atmosphäre und kontaminierten weite Teile Europas. Rund um das Kraftwerk entstand eine etwa 30 Kilometer breite Sperrzone, die bis heute nur eingeschränkt zugänglich ist.
Das Atomkraftwerk selbst erzeugt längst keinen Strom mehr. Die verbliebenen Reaktoren wurden schrittweise stillgelegt. Über dem zerstörten Reaktor wurde 2016 eine riesige Stahlhülle errichtet, das sogenannte „New Safe Confinement“, um die Umgebung vor weiterer radioaktiver Freisetzung zu schützen. Aktuelle Messungen zeigen laut Behörden bislang keine erhöhten Strahlungswerte infolge des Waldbrands, doch die Gegend wird weiterhin auf Strahlung kontrolliert.










