China: Hochwasser trifft Hitzewelle

Hochwasser im Süden von China vertreibt Zehntausende – Hitzewelle lässt Menschen im Norden schwitzen

Das Wetter in der Volksrepublik China ist zweigeteilt: Im Norden herrscht eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius, während der Süden des Landes unter steigenden Flusspegeln und Überschwemmungen leidet.

Für viele nördliche Provinzen hat die Meteorologiebehörde eine Hitzewarnung herausgegeben, die für die Provinzen Xinjiang, Innere Mongolei und Henan gilt. In Peking klettert das Thermometer auf 37 Grad, und es wurde die zweithöchste Hitzewarnstufe verhängt.

Die Bevölkerung wird vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze und Dehydrierung gewarnt und aufgeklärt. Man soll sich wenig im Freien aufhalten, schattige Plätze aufsuchen und Anstrengungen vermeiden. Die Warnungen gelten insbesondere für Kinder, Ältere und Kranke. Die Zahl der Hitzetoten steigt auch in China beständig an, wobei offizielle Zahlen selten mitgeteilt werden. Rechenmodelle aus dem Jahr 2018 ergaben etwa 62.000 Hitzetote pro Jahr, während es in Deutschland ca. 20.000 sein sollen.

Ein Ende der Hitze in China ist nicht in Sicht. Für die nordöstliche Provinz Liaoning wurden Temperaturen von 40-42 Grad prognostiziert. Diese Temperaturen sollen bis Dienstag erreicht werden.

Die von der Hitze geplagten Regionen sind gleichzeitig mit extremer Trockenheit konfrontiert. Besonders in der Region des Gelben Flusses und des Huaihe-Flusses herrscht akuter Wassermangel, und Teile der Bevölkerung sind von Wasserlieferungen abhängig. Die Böden sind ausgetrocknet, und die Ernten sind gefährdet. Wenn es zu Gewittern kommt, können die Böden das Wasser nicht aufnehmen, was schnell zu lokalen Überflutungen führt. Außerdem ist die Waldbrandgefahr hoch, und vereinzelte Brände sind bereits ausgebrochen. Ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht.

Während im Norden Wassermangel herrscht, hat der Süden zu viel davon: In vielen südlichen Provinzen wurden aufgrund schwerer Regenfälle Hochwasserwarnungen herausgegeben. In der südöstlichen Provinz Fujian gehen seit einer Woche starke Regenfälle nieder. Das Fassungsvermögen mehrerer Stauseen wurde überschritten, und man musste Wasser ablassen, was die Flusspegel weiter steigen lässt. Es kommt zu massiven Überflutungen, und Zehntausende Menschen befinden sich auf der Flucht vor den Wassermassen, in denen bereits mehrere Menschen starben. Unter den Opfern befand sich ein Student, der in der Stadt Guilin ertrank.

Island: Wanderweg zum Aussichtspunkt geöffnet

Eruption geht weiter – Wanderweg A zum Aussichtspunkt am Fagradalsfjall geöffnet

Auf Island geht der Vulkanausbruch am Krater auf der Sundhnukur-Eruptionsspalte ohne große sichtbare Änderungen weiter. Im Krater köchelt ein Lavateich, von dem Lavaspattering ausgeht, das allerdings kaum über den hoch angewachsenen Kraterrand spritzt und so via den Livecams am Hegafell und Thorbjörn nicht einsehen kann. Einsehen konnte, muss es heißen, denn am späten Nachmittag kam es zu einem Kollaps am Krater, bei dem ein Stück der oberen Kraterwand abgetragen wurde. Nun kann man durch die Lücke wieder etwas Lava spritzen sehen.

Der größte Teil der Lava fließt in Richtung Norden und sammelt sich in einem Becken am Fuß des Kraterkegels. Die Höhe des Lavapegels variiert, und besonders wenn die Lava in einem nicht einsehbaren Ablauf verschwindet, kommt es zu Lavaspattering in dem Becken. Es kam inzwischen auch zu einem kurzweiligen Überlauf der Lava aus ihrem Kanal.

Die Lava emittiert eine Thermalstrahlung mit einer Leistung von 1400 MW, was auf einen mittelgroßen Lavastrom hindeutet, der ca. 1000 m lang ist.

Die Bodenhebung bei Svartsengi geht auf niedrigem bis moderatem Niveau weiter. Seitdem sie wieder nachweisbar ist, hat sich der Boden bei Svartsengi um gut 4 cm angehoben. Parallel zur Bodenhebung hat auch die Seismizität auf Reykjanes in den letzten Tagen wieder leicht zugenommen. Innerhalb von 48 Stunden wurden 48 Erschütterungen registriert. Die meisten Beben gab es am Fagradalsfjall und bei Krysuvik.

Eine gute Nachricht gibt es für all jene, die in den Ferien einen Urlaub auf Island geplant haben: Die Zugangsbeschränkungen wurden gelockert, und man darf von Osten kommend an der Küstenstraße (427 Suðurstrandarvegur) bis zum Parkplatz P1 am Fagradalsfjall fahren. Von dort aus kann man den Wanderweg A bis zum Rand des Hügelkomplexes wandern, von wo aus man aus gut 2500 m Entfernungen einen Blick auf das aktuelle Eruptionsgebiet bei Sundhnukur hat. Bleibt zu hoffen, dass die Eruption lange genug andauert, damit Urlauber auf ihre Kosten kommen. Und falls ihr plant, gleich loszulaufen: Denkt an plötzliche Wetterumschwünge auf Island und rüstet Euch gut aus.

Indonesien: Erdbeben Mb 5,8 in der Molukkensee

Ein Erdbeben Mb 5,8 erschüttert Region in der Molukkensee – Vulkane in der Nähe

Datum: 15.06.2024 | Zeit: 13:08:16 UTC | Lokation: 3.136 ; 127.295 | Tiefe: 65 km | Mb 5,8

Die indonesische Molukkensee wurde gestern erneut von einem relativ starken Erdbeben erschüttert. Es hatte eine Raumwellen-Magnitude von 5,8 und ein Hypozentrum in 88 Kilometern Tiefe. Diese Daten stammen vom GFZ. Das EMS ermittelte eine Magnitude von 5,6 und ein Hypozentrum in 65 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum wurde 175 km nordwestlich von Tobelo auf Halmahera verortet, aber den Talaud-Inseln zugeordnet. In diesem Archipel befindet sich der Inselvulkan Awu. Nahe Tobelo liegen die Vulkane Dukono und Ibu. Auch die Inselvulkane Karangetang und Ruang liegen in relativer Nähe zum Epizentrum. Während der Ibu in den letzten Wochen außergewöhnlich aktiv war, gibt es erste Anzeichen, dass sich am Karangetang ein neuer Ausbruch aufbauen könnte. Starke Erdbeben sind in der Lage, Vulkanausbrüche zu beeinflussen und können das Auftreten einer Eruption beschleunigen oder verzögern.

Das Erdbeben stand in Verbindung mit dem Halmahera-Graben und manifestierte sich einige Kilometer westlich dieser prägnanten Störungszone. Der Halmahera-Graben zweigt vom bekannteren Philippinen-Graben nordöstlich der Talaud-Inseln ab und knickt südlich von Halmahera in Richtung Osten ab, um in die Sorong-Blattverschiebung überzugehen. Diese verläuft durch den Norden der großen Insel Papua.

Die Inselwelt der Molukken ist wunderschön und nicht nur für Vulkanbeobachter hochinteressant, sondern vor allem bei Tauchern sehr beliebt, da es hier eine fantastische Unterwasserwelt gibt. Leider ist die Region politisch gesehen nicht sonderlich stabil: Zur Jahrtausendwende kam es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen radikalen Christen und Muslimen. Mehr als 3000 Menschen starben. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert. Das Auswärtige Amt ruft Reisende in dieser Region dennoch zu erhöhter Vorsicht auf, da es auch schon zu Entführungen von Touristen kam. Es wird auch vor vulkanischer Aktivität gewarnt, wobei der Ibu im Fokus der Besorgnis steht.

Ätna: Anhaltende Aktivität aus der Voragine

Aktivität im Ätna-Hauptkrater hielt gestern an – Heute ist die Situation unklar

Der Ätna auf Sizilien setzte auch gestern Mittag seine strombolianische Aktivität aus dem neuen Schlot im Kraterrand der Voragine fort. Gasreiche strombolianische Eruptionen lockten Schaulustige in geführten Gruppen auf den Hauptkraterkomplex des sizilianischen Vulkans, von wo aus sie das Spektakel aus nächster Nähe beobachteten. Auch Videofilmer vom Local-Team befanden sich unter den Schaulustigen und sendeten einen kurzen Livestream vom Gipfel des höchsten Vulkans des geologischen Europas.

Die Aktivität zeichnete sich durch Phasen starker Entgasungen aus, die durch einen Rohrartigen Schlot in der inneren Kraterwand stattfanden und dabei glühende Tephra und ein wenig Vulkanasche mit sich rissen. Das Ganze glich eher einem pulsierenden Düsentriebwerk und weniger explosiven Eruptionen: Ein zu anfangs stotternder Gasjet, der seinen Ursprung in einiger Tiefe gefunden haben muss, stieß zuerst Asche aus, in der sich mehr und mehr größere Tephrabrocken mischen, bis nach einigen Sekunden nur noch glühende Tephra ausgestoßen wurde.

Ob die Aktivität heute Vormittag anhält, ist nicht ersichtlich. In den sozialen Medien sind mir bis jetzt keine weiteren Aufnahmen untergekommen, was auch daran liegen könnte, dass das Wetter nicht berauschend ist und von Dunst dominiert wird. Die Tätigkeit verursacht weder erhöhten Tremor noch andere seismische Signale, die sich in den öffentlich zugänglichen Daten widerspiegeln würden. Generell bleibt die Seismizität am Ätna ungewöhnlich niedrig, was auch für den Tremor gilt, der sich seit Tagen im oberen grünen Bereich bewegt. Ich weiß gar nicht, wann ich am Ätna zuletzt so einen niedrigen Tremor gesehen habe, der über längere Zeit anhielt. Hier scheint es einen Widerspruch zur Aktivität in der Voragine zu geben, der zeigt, dass glühendes Magma hoch im Fördersystem stehen muss und auch so viel Gas vorhanden ist, dass der Druck ausreicht, um ein wenig der Schmelze ans Tageslicht zu bringen. Vielleicht ist es ja die berühmte Ruhe vor dem Sturm, die wir gerade am Ätna erleben. Die Vulkanologen vom INGV äußerten sich bis jetzt nicht zu den Vorgängen. Offenbar sieht man in den Eruptionen keine größere Gefahr, da auch der Zugang zum Gipfel -der obligatorisch nur in geführten Gruppen erlaubt ist- noch offen ist.

Semeru steigert Aktivität im Juni

Explosionshäufigkeit am Semeru hat zugenommen – Häufiger Abgang glühender Schuttlawinen

Der Vulkan Semeru auf Java eruptierte in den vergangenen Wochen deutlich häufiger als üblich und Vulkanasche steigt bis zu 600 m über Kraterhöhe auf. Er könnte seine Aktivität weiter steigern. Grund zu dieser Annahme liefert diesmal nicht etwa eine gesteigerte Aktivität, sondern der Verlauf des Histogramms zur Eruptionshäufigkeit, der eine gleichmäßig steigende Kurve ergibt. Eine Trendumkehr ist nicht abzusehen, könnte aber natürlich jederzeit eintreten. Gestern registrierte das VSI 182 seismische Explosionssignale, die bis zu 132 Sekunden andauerten. Es wurden auch mehr glühende Schuttlawinen als üblich beobachtet, wobei es einen Zusammenhang mit der Steigerung der Explosivität geben kann. Ein Teil der ausgestoßenen Tephra kann auf der Vulkanflanke niedergehen und dort Schuttlawinen verursachen. Gestern wurden 47 dieser Abgänge detektiert, die bis zu 145 Sekunden andauerten.

Im Krater des Semeru wächst ein flacher Lavadom. Die Kraterwand ist nach Südosten hin offen, sodass sich eine hufeisenförmige Depression ergibt. Durch die Bresche in der Kraterwand reicht eine Lavazunge bis auf den oberen Flankenbereich des Vulkankegels hinaus. Von der Front dieser Lavazunge brechen Lavablöcke ab, die für den größten Teil der Schuttlawinen verantwortlich sind. Sollte die Lavazunge wachsen, wird die Gefahr größer, dass pyroklastische Ströme entstehen. Diese treten am Semeru immer wieder auf und können bewohntes Gebiet erreichen. Besonders gefährdet sind die Arbeiter, die in den Flussbetten nahe des Vulkanhangs Schotter schürfen. In den letzten Jahren kam es hier immer wieder zur Zerstörung von Lastkraftwagen.

Besonders während der Regenzeit entstehen Lahare, die ebenfalls Zerstörungen im Bereich der Flussläufe anrichten und auch bewohntes Gebiet heimsuchen. Aufgrund des hohen Gefahrenpotenzials ist eine Besteigung des Semeru verboten. Es gilt eine 5 Kilometer durchmessende Sperrzone um den Krater. Im Südosten des Vulkans gilt eine 13 Kilometer große Sperrzone, da hier das Risiko von Abgängen besonders hoch ist. Bevor das Domwachstum einsetzte, war der Gipfel des Vulkans ein beliebtes Trekkingziel.

Ätna: Strombolianische Aktivität aus der Voragine

Vulkan Ätna zeigt strombolianische Eruptionen aus der Voragine – Tremor bleibt niedrig

Der Ätna auf Sizilien zeigte gestern Abend plötzlich einsetzende strombolianische Eruptionen aus der Voragine, wobei erstes Lavaspattering bereits tagsüber beobachtet wurde: Im oberen Drittel der inneren Flanke des Kraters hatte sich ein neuer Schlot geöffnet. Geringe Mengen glühender Tephra wurden bis über den Kraterrand hinaus ausgeworfen. Bergführer befanden sich sogar am Kraterrand der Bocca Nuova und filmten und fotografierten das Ereignis.

Bei der Voragine handelt es sich um einen der 4 Ätna-Hauptkrater im Gipfelbereich des Vulkans, der mit der Bocca Nuova zusammenhängt. Zusammen bilden sie den Zentralkrater, der von dem Nordost- und Südostkrater flankiert wird.

Die Aktivität konnte nachts von Linguaglossa aus beobachtet werden und fand in den sozialen Medien großen Anklang. Die Vulkanologen vom INGV äußerten sich noch nicht zu den Geschehnissen, was sehr wahrscheinlich daran lag, dass die Eruptionen zu schwach waren, um mit den Instrumenten erfasst zu werden. Offenbar ist auch nicht täglich einer der Vulkanologen am Vulkan unterwegs, um den Feuerberg aus der Nähe zu beobachten. Ja, mit der Zeit wird man ein wenig träge und bequem.

Der Ätna war in den letzten Wochen ungewöhnlich still und der Tremor fiel sogar bis zur Grenze zwischen dem grünen und gelben Bereich ab. Dort habe ich ihn schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Auch die Seismizität ist recht gering, wobei es in den letzten Tagen eine leichte Zunahme der Erdbebenaktivität gegeben hat. Größere Erdbebenschwärme sind in den letzten Wochen aber ausgeblieben.

Aufgrund der geringen Aktivität veröffentlicht das INGV nur noch Monatsberichte. So gab es im letzten Bericht für den Monat Mai keine besonderen Überraschungen. Dort wurde die allgemein geringe Aktivität des Vulkans bestätigt. Die Quelle des schwachen Tremors lag nahe der Oberfläche im Bereich des Südostkraters. Einzige Auffälligkeit war eine nachweisbare Bodendeformation an der Messstation des Monte Conca im Nordosten des Ätnas. Trotz der geringen Seismizität ist also Magma aufgestiegen.

Karangetang: Lahar begräbt Hauptstraße

Lahar vom Karangetang auf Siau begräbt Hauptstraße unter 5 m Schlamm

Vom indonesischen Vulkan Karangetang, der auf der Insel Siau liegt, ging am Donnerstag ein großer Lahar ab. Die Schlammflut aus kalter Lava, wie Lahare in Indonesien umschrieben werden, erreichte die Hauptstraße, die um den Vulkan herum verläuft und den Inselosten mit dem Westen verbindet. Die Straße wurde unter einer 3 bis 5 Meter mächtigen Schlammschicht begraben, heißt es in einem Bericht der indonesischen Zeitung Tempo.

Eine direkte Bestätigung der Geschehnisse konnte ich auf den Seiten der indonesischen Vulkanologen nicht finden. Allerdings kann man den Daten entnehmen, dass am Donnerstag ein seismisches Signal registriert wurde, das von einer Schuttlawine verursacht wurde, die fast 4 Minuten lang unterwegs gewesen war. Während es gestern auch zu einem vergleichsweise langen Abgang kam, der 143 Sekunden dauerte, wurden in den Tagen vor dem Lahar nur Schuttlawinen und Steinschläge registriert, die weniger als 30 Sekunden andauerten. Die lang anhaltenden Signale der letzten Tage könnten also in der Tat mit Schlammlawinen assoziiert gewesen sein. Darüber hinaus ist auch eine Zunahme vulkanisch bedingter Erdbeben festzustellen.

In dem erwähnten Zeitungsbericht heißt es weiter, dass der Lahar gegen 17.30 Uhr Ortszeit abging. Der Leiter der geologischen Abteilung der Behörde ESDM – Muhammad Wafid – erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Hauptstraße in Richtung Ondong auf einer Breite von 150 m unterbrochen sei. Der Lahar ging durch den Flusslauf Batuawang ab, der durch die Gemeinde Bebali verläuft. Die Gemeinde schließt sich direkt westlich der Inselhauptstadt Ulu an. Menschen kamen bei dem Ereignis nicht zu Schaden und alle Gebäude blieben heil.

Zwei Stunden vor dem Abgang des Lahars gab es starke Regenfälle auf Siau. Tatsächlich erschütterte ein Tag zuvor ein starkes Erdbeben die nahegelegenen Talaud-Inseln. Vielleicht destabilisierte das Erdbeben den Vulkanhang zusätzlich zum Regen. Doch normalerweise sind Lahare Phänomene, die durch starke Regenfälle ausgelöst werden, die am Vulkanhang abgelagerte Tephra mobilisieren.

Der Karangetang zählt zu den aktivsten Vulkanen des indonesischen Archipels. Die letzte stärkere Aktivitätsphase ereignete sich im August letzten Jahres.

Weiterführender Link: Bildergalerie Karangetang

Island: Neue Daten zur Eruption

IMO brachte ein Update mit neuen Daten zur Größe der Eruption auf Reykjanes

Es gab ein neues Update des IMO zur Eruption auf der Sundhnukur-Spalte, in dem eine neue Karte des Lavafelds veröffentlicht wurde. Graue Bereiche der Karte zeigen das Lavafeld, das seit Dezember 2023 entstanden ist. In Ocker gehalten sind die neuen Lavaflächen, und rotbraune Farbtöne markieren die mächtigsten Lavaablagerungen. Im Nordosten beim Sýlingarfell fällt der mächtigste Bereich der Lavaablagerungen auch mit dem Lavateich zusammen, von dem aus am letzten Samstag der Lavastrom ausging, der über den Grindavikurvegur geflossen ist. Aktuell strömt die Lava hauptsächlich in diese Richtung und der Lavateich füllt sich wieder auf.

Im Update wurde bestätigt, dass der aktuelle Ausbruch die größte Fördermenge aller Eruptionen an dieser Stelle aufweist. Bis zum 10. Juni wurden 41 Millionen Kubikmeter Lava gefördert, die eine Fläche von 9,2 Quadratkilometern bedecken. Der Märzausbruch förderte 35 Millionen Kubikmeter Lava.

Im Zeitraum vom 3. bis 10. Juni wurde die Förderrate auf 10 Kubikmeter pro Sekunde geschätzt. Vom Nachmittag des 29. Mai bis zum 3. Juni betrug der Lavafluss etwa 27 Kubikmeter pro Sekunde, die Eruption ist also seitdem schwächer geworden. Die Förderrate lag aber immer noch über jener, die wir Anfang April gesehen haben, als der Boden unter Svartsengi stärker anstieg als es jetzt der Fall ist, was eine Erklärung dafür sein könnte, dass die Bodenhebung unter Svartsengi momentan noch langsamer abläuft als in der zweiten Aprilhälfte, als die Eruptionsspalte halb so produktiv war wie es bis zum 10. Juni der Fall war.

Interessant ist, dass die Kurve des Graphen zur Bodenhebung an der Eldvörp-Messstation momentan steiler verläuft als bei Svartsengi. Möglicherwiese ist das ein Indiz dafür, dass sich die Struktur des Speicherreservoirs ändert und nach Westen verlagert. In der letzten Aktivitätsphase von Reykjanes vor 800 Jahren verlagerten sich die Eruptionen zu der Kraterreihe dort.

Die Gaswolke driftete weit über den Atlantik hinaus und war zwei Tage nach Eruptionsbeginn – als der Schwefeldioxid-Ausstoß am höchsten war – sogar in Nordschottland nachweisbar. In Edinburgh war die Konzentration des vulkanischen Gases um das 2322-Fache überhöht und betrug 1161 Mikrogramm. Deutlich mehr als in den schlimmsten Perioden der Schwerindustrie. Edinburgh liegt fast 1400 Kilometer von der Reykjaneshalbinsel entfernt.

Übrigens kam es gestern erneut zu Lufverschmutzung durch den hohen Gasausstoß der Eruption, was darauf hindeutet, dass noch einiges an Lava austritt. Der Wind wehte das Gas in Richtung Westen, sodass die Blaue Lagune geschlossen blieb. Schlecht für alle, die bereits ein Online-Ticket gekauft hatten!

Frühe Hitzewelle in Südosteuropa im Juni

Hitzewelle in Südosteuropa trifft vor allem Griechenland, Türkei und Zypern – Fast 45 Grad erreicht

Eine außerordentlich heftige Hitzewelle, die zudem ungewöhnlich früh im Jahr auftritt, hält den Südosten Europas seit Tagen fest im Griff. Sie beschert der Region Temperaturen von bis zu 44 Grad. Die höchste Temperatur wurde an der türkischen Ägäisküste gemessen: Sie lag bei 44,6 Grad. Ein regionaler Rekord für die erste Hälfte im Juni und die höchste Junitemperatur seit 1938. Und das Thermometer könnte noch weiter klettern, denn für einige Regionen in Mittelgriechenland und auf der Peloponnes-Halbinsel wurden Temperaturen von bis zu 45 Grad prognostiziert. Bei diesen Temperaturen ist der menschliche Organismus extrem belastet und kaum noch leistungsfähig; es drohen Hitzeschlag und Kreislaufversagen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, alte Menschen und Kranke. Sie sollten sich laut ärztlicher Empfehlung nicht im Freien aufhalten, viel trinken und Anstrengungen meiden.

Urlauber in der Ägäis berichteten gestern in Fernsehbeiträgen, dass es an der Küste nachts noch 37 Grad heiß war und an Schlafen nicht zu denken gewesen sei. Kurzzeitige Abkühlung brachte nur eine Dusche oder ein Sprung ins Meer. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 23 und 24 Grad, was am oberen Spektrum der Durchschnittstemperaturen für den Juni liegt. Wie bereits in den letzten Jahren heizen die Extremtemperaturen im Süden eine Debatte an, ob es noch sinnvoll ist, die Hauptferienzeit im Sommer zu belassen, da Reisen in den Süden, wohin es die meisten Menschen in den Ferien zieht, zu dieser Zeit nicht besonders sinnvoll erscheinen. Man kann natürlich auch einfach in den Norden reisen, nach Island zum Beispiel, das sich seit Jahren steigender Beliebtheit erfreut. Allerdings erlebt man dort derzeit einen der kältesten Junis seit Beginn der Klimaaufzeichnung.

Von der Hitzewelle sind nicht nur die Urlaubsregionen der Ägäis betroffen, sondern auch die griechische Hauptstadt Athen, wo gestern Morgen um 9 Uhr 33 Grad gemessen wurden. Besonders in Straßenschluchten staut sich die Hitze, sodass es nachts nur wenig abkühlt. Das Wahrzeichen Athens, die Akropolis, bleibt in den Mittagsstunden aufgrund der Hitze geschlossen.

Die Hitzewelle bedingt auch eine erhöhte Waldbrandgefahr. Auf der Insel Zypern brachen bereits erste Feuer aus. Sie wüten an den Südhängen der höchsten Berge der Insel, die sich nordöstlich der Stadt Paphos befinden. Einige Ställe nebst Tierbestand brannten ab. Drei Menschen mussten mit Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Die Einsatzkräfte versuchen, die Feuer zu löschen. Die Waldbrände brachen infolge von Trockenheit bei Temperaturen um 40 Grad aus.

Vulkanausbruch in Tonga nimmt Einfluss auf das globale Klima

Die Hitzewelle hängt vordergründig mit einer massiven Warmluftfront aus Nordafrika zusammen. Hintergründig zeichnet sich ein gestörter Jetstream für diese Extremwettersituationen verantwortlich. Das Höhenwindband wird aufgrund des Klimawandels schwächer und mäandert immer stärker, was zu immer häufiger auftretenden Extremwetterlagen führt. Doch nicht nur der anthropogene Einfluss stört die Höhenwinde, sondern auch extrem viel Wasserdampf, der infolge der Hunga Tonga-Hunga Ha’apai-Eruption im Januar 2022 bis in die Stratosphäre aufstieg und sich nun global verteilt. Eine neue Studie belegt den Einfluss der Eruption auf das aktuelle Wettergeschehen und geht davon aus, dass er vielleicht Jahrzehnte, aber mindestens bis 2030 anhalten wird. Mehr dazu in einem späteren Artikel, der hier während meines Urlaubs im Juli veröffentlicht wird.