Azoren: Magma unter submarinen Vulkan Condor entdeckt

Studie enthüllt Hinweise auf tiefes Magmareservoir unter dem submarinen Condor-Vulkan auf den Azoren

Die Azoren sind bei uns nicht nur wegen ihrer wetterbestimmenden Hochdruckgebiete oder als Urlaubsinseln bekannt, sondern werden derzeit von einer erhöhten seismovulkanischen Aktivität geprägt, über die auf Vnet mehrfach berichtet wurde. Auf den Inseln stehen vier Vulkansysteme auf der Warnstufe V1: der Vulkan Santa Bárbara und das westliche Fissurensystem auf Terceira, das Manadas-Fissurensystem auf São Jorge sowie das submarine Cachorro-Vulkansystem im Faial-Pico-Kanal. Nun enthüllte eine neue Studie, dass sich langfristig betrachtet ein weiterer submariner Vulkan auf einen Ausbruch vorbereiten könnte.

Bei diesem Vulkan handelt es sich um den Condor-Seamount, der nur ca. 17 Kilometer westlich von Faial liegt. Der fast 50 Kilometer lange submarine Vulkanrücken besitzt wie die vulkanischen Rücken von Faial und Pico eine auffällige WNW-ESE-Ausrichtung, die mit der transtensionalen Tektonik der Azoren in Verbindung gebracht wird. Ähnliche Strukturen kontrollieren den Aufstieg von Magma in weiten Teilen der Region. Ein direkter Link in Form eines Magmenkanals zwischen Condor und Pico ist allerdings nicht nachgewiesen.

Lage des submarinen Condor-Vulkans auf den Azoren. © Yingchen Liu

Die am 28. August in Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie von Liu und Kollegen liefert neue Hinweise darauf, dass der Condor Seamount möglicherweise nicht vollständig erloschen ist, wie man es bis vor wenigen Jahren noch vermutete. Die Forscher untersuchten eine Erdbebenkrise, die Ende 2019 am westlichen Ende des Vulkankamms einsetzte. Damals ereigneten sich unter anderem vier Erdbeben mit Magnituden über 4,5.

Um die Vorgänge im Untergrund genauer zu untersuchen, installierten die Wissenschaftler fünf Meeresboden-Seismometer. Über einen Zeitraum von 102 Tagen registrierten die Geräte die Erschütterungen. Mithilfe eines maschinellen Lernverfahrens konnten anschließend tausende P- und S-Wellen identifiziert werden. Daraus erstellten die Forscher einen hochauflösenden Katalog mit 1.799 präzise lokalisierten Mikrobeben.

Das wichtigste Ergebnis betrifft die Tiefe der Erdbeben. Die Hypozentren konzentrierten sich über Jahre hinweg auf einen Bereich von etwa 14 bis 18 Kilometern Tiefe. Vergleiche mit der Lage der Erdkrusten-Mantel-Grenze zeigen, dass die Erdbeben wahrscheinlich im obersten Erdmantel beziehungsweise unmittelbar an der Moho stattfinden. Eine derartige Seismizität ist ungewöhnlich, weil die hohen Temperaturen und Drücke dort normalerweise eher eine plastische Verformung des Gesteins begünstigen und nicht brechen, wodurch normalerweise Erdbeben ausgelöst werden.

Die Autoren führen die Erdbebenschwärme deshalb auf mehrere Magmenintrusionen zurück. Aufsteigendes Magma könnte sich an der Grenze zwischen Erdkruste und Mantel sammeln und dort ein Magmareservoir aufbauen. Durch die fortgesetzte Magmenzufuhr steigt der Druck, wodurch das umliegende Gestein aufbricht und Erdbeben ausgelöst werden.

Im Fokus der Forschung standen die Unterschiede in der Polarität der P-Wellen. Aus der Polarität an mehreren Messstationen lässt sich ableiten, wie sich das Gestein am Erdbebenherd gegeneinander bewegt hat. Dadurch können Forscher den sogenannten Herdmechanismus eines Bebens bestimmen und beispielsweise zwischen Dehnung, Kompression und verschiedenen Brucharten unterscheiden. Beim größten Erdbebenschwarm traten neben den überwiegenden normalen Erstbewegungen auch umgekehrte Polaritäten auf. Bei drei kleineren Schwärmen fehlte dieses Phänomen. Nach Interpretation der Forscher könnte dies zeigen, dass eine größere Magmenintrusion das lokale Spannungsfeld so stark veränderte, dass neben Dehnung auch kompressive Spannungen an vorhandenen Störungen entstanden.

Die Studie liefert damit Hinweise auf einen möglicherweise noch aktiven magmatischen Prozess tief unter dem Condor Seamount. Einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch kann sie jedoch nicht ableiten. Die Autoren halten langfristig aber weitere Eruptionen und sogar eine weitere Verlängerung des Vulkankamms nach Westen für möglich.

Über Condor Seamount

Kaltwasserkorallen

Der Condor Seamount ist ein submariner Vulkan, der ca. 17 Kilometer westsüdwestlich der Azoreninsel Faial liegt. Der langgestreckte Vulkanrücken ist etwa 39 Kilometer lang und 23 Kilometer breit und erhebt sich bis zu 1.800 Meter über den Meeresboden. Sein Gipfelbereich reicht bis auf etwa 185 Meter unter den Meeresspiegel, während die Flanken bis in eine Tiefe von rund 2.000 Metern abfallen.

Der überwiegend ost-westlich ausgerichtete Vulkan besitzt einen vergleichsweise flachen Gipfelbereich und von Sedimenten bedeckte, sanft abfallende Flanken. Aufgrund seiner Nähe zu Faial ist der Condor Seamount für die Vulkan- und Meeresforschung besonders interessant, da submarine Vulkane normalerweise nur schwer zugänglich sind. Die Lage ermöglicht detaillierte Untersuchungen seiner Vulkanstruktur und seismischen Aktivität.

Eine Greenpeace-Kampagne erforschte 2006 die Flora und Fauna mit Hilfe eines Tauchroboters und entdeckte eine unvermutet große Biodiversität. Darunter auch Kaltwasserkorallen, die in der ewigen Dunkelheit in mehreren hundert Metern Wassertiefe angetroffen wurden.

Quelle: Liu, Y., Mitchell, N., Lange, D. & Grevemeyer, I. (2026): An inflating upper mantle magma reservoir beneath the tip of the Condor Seamount, Azores revealed by rapid-response ocean-bottom-seismometer data. Geophysical Research Letters 53, e2025GL119884. DOI: 10.1029/2025GL119884.

Forscher berechnen Geschwindigkeit einer Erdbeben-Rissbildung

Kamera filmt Entstehung einer Erdbebenverwerfung in Echtzeit – Forscher ermitteln Ausbreitungsgeschwindigkeit der Rissbildung

Eine Überwachungskamera hat beim schweren Erdbeben in der japanischen Präfektur Kumamoto erstmals die Entstehung einer oberirdischen Verwerfung mit hoher zeitlicher Auflösung aufgezeichnet. Eine jetzt veröffentlichte Studie zeigt, dass sich der größte Teil der gemessenen Bodenverschiebung innerhalb von weniger als einer Sekunde entwickelte. Besonders interessant ist der geologische Schauplatz: Das Erdbeben ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Vulkans Aso, einem der aktivsten Vulkansysteme Japans.

Das Erdbeben vom 28. Juli 2026 erreichte eine Magnitude von 7,1 und hatte sein Hypozentrum in etwa 16 Kilometern Tiefe. Es verursachte starke Schäden und eine ausgeprägte Nachbebenaktivität. Nach Angaben der japanischen Erdbebenforschung erstreckt sich die Aktivitätszone über rund 50 Kilometer in nordöstlich-südwestlicher Richtung. Die Hauptbruchzone folgt dabei dem tektonisch aktiven Hinagu-Störungssystem.

Die von Bogdan Enescu und Kollegen untersuchten Aufnahmen stammten von einer Kamera, diesich nahe einer Oberflächenverwerfung befand. Obwohl nur eine Kopie der ursprünglichen Aufnahme verfügbar war, konnten die Wissenschaftler die Bewegung mit zwei unabhängigen Bildanalyseverfahren rekonstruieren. Zur Anwendung kam das Verfahren Optical Flow und eine auf Bildkorrelation basierenden Methode. Beide Verfahren lieferten nahezu identische Ergebnisse.

Vor Ort wurde eine bleibende horizontale Verschiebung von 1,05 Metern sowie eine vertikale Bewegung von 0,90 Metern gemessen. Insgesamt wurde die gegenüberliegende Geländeseite damit um rund 1,38 Meter versetzt. Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit des Vorgangs: Zwischen 20 und 80 Prozent der endgültigen Verschiebung entstanden innerhalb von etwa 0,9 Sekunden. Die mittlere Verschiebungsrate lag dabei bei ungefähr 0,9 Metern pro Sekunde.

Der Vulkan Aso liegt in derselben geologisch hochaktiven Region Kyushus. Die Verbindung ist deshalb besonders interessant, weil die Region sowohl durch aktive Störungssysteme als auch durch Vulkanismus geprägt wird. Neuere Untersuchungen der Erdbebensequenz zeigen zudem Veränderungen der Seismizität im Bereich des Aso. Ein direkter Zusammenhang zwischen der aktuellen Erdbebenruptur und einer magmatischen Reaktivierung des Vulkans ist damit allerdings noch nicht nachgewiesen, obgleich die tektonsichen Prozesse auf den Vulkan einwirken könnten.

Die Studie zeigt zudem ein Potenzial von Kameraaufnahmen, das über die Untersuchung tektonischer Erdbeben hinausgeht. Immer mehr Überwachungskameras stehen in vulkanisch aktiven Regionen. Mit automatisierter Bildanalyse könnten solche Aufnahmen künftig genutzt werden, um auch die zeitliche Entwicklung von Bodenrissen und Deformationen während einer magmatischen Intrusion zu untersuchen. Kameras könnten damit eine zusätzliche Informationsquelle zur Beobachtung der Ausbreitung magmatischer Risse und von Dykes darstellen – insbesondere dort, wo klassische und oft seh kostspielige Messinstrumente nur begrenzt verfügbar sind. Eine automatische KI-Analyse der Videobilder könnte in vorhandenen Alarmsystemen integriert werden und zur schnelleren Gefahrenerkennugn beitragen.

Quelle: Enescu et al. (2026), Time-Resolved Surface-Fault Displacement During the 2026 Kumamoto Earthquake From Near-Fault Video, arXiv:2608.21045v2.

Weitere Caldera nahe den Campi Flegrei entdeckt

Forschungen enthüllten eine bisher unbekannte submarine Caldera nahe den Phlegräischen Feldern bei Neapel

Die Campi Flegrei ist neben Santorini die wohl bekannteste Caldera Europas und sorgte in 2024 mit einer Phase erhöhter Bodenhebung und Seismizität für Schlagzeilen. Nun enthüllte eine INGV-Studie, dass das Kampanische Vulkansystem größer sein könnte als bislang gedacht. Südwestlich der Caldera Campi Flegrei liegt die Insel Ischia, die ein vulkanisch geprägten Host darstellt, an dessen Flanke sich Schlackenkegel bildeten. Die letzte Eruption hier ereignete sich im Jahr 1302.

Beide Gebiete liegen in einer tektonisch aktiven Zone mit ähnlichen Spannungen und Verwerfungen. Die vulkanische Aktivität auf Ischia könnte durch Prozesse beeinflusst werden, die auch die Campi Flegrei betreffen, und umgekehrt. nun enthüllte eine Studie, die den Meeresboden vor Ischia untersichte, dass es dort die Überreste einer älteren Caldera gibt. Außerdem wurden die Ablagerungen eines großen unterseeischen Erdrutsches entdeckt, der von dem Sockel von Ischia ausgegangen ist. Er erstreckt sich über mehrere Dutzend Kilometer und hängt möglicherweise mit der Instabilität vulkanisch geprägter Hänge zusammen. Solche großen submarinen Hangrutschungen haben das Potenzial Tsunamis auszulösen.

Die Entdeckungen stammen aus einer Studie des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) und des Instituts für Meereswissenschaften des Nationalen Forschungsrats (Cnr-Ismar), veröffentlicht in der Fachzeitschrift Geomorphology.

Während Campi Flegrei und Ischia häufig Gegenstand von Forschungen waren, blieb der unterseeische Bereich bislang weitgehend unbeachtet. Magnetische Messungen aus dem Jahr 2022, die mittels Luft- und Schiffssonden durchgeführt wurden, zeigten deutliche Anomalien, die auf die Existenz des unterseeischen Vulkanzentrums westlich von Ischia hinweisen.

Die Analyse zeigt, dass die magnetischen Strukturen sowohl mit bekannten regionalen Verwerfungen als auch mit neuen geologischen Formationen korrespondieren. Diese Erkenntnisse liefern Hinweise auf fortlaufende tektonische und vulkanische Prozesse in der Region. Die Studie verknüpft hochauflösende magnetische Daten mit bathymetrischen und seismischen Informationen und unterstreicht die Bedeutung eines multidisziplinären Ansatzes für das Verständnis komplexer vulkanischer Systeme.

Die Studienergebnisse liefern wichtige Informationen über die geologische Entwicklung und die vulkanische Aktivität der Campi Flegrei und Ischias. Sie könnten außerdem dabei helfen, potenzielle Risiken, wie durch Erdrutsche ausgelöste Tsunamis oder vulkanische Instabilitäten, besser zu bewerten.

Äthiopien: Erste Preprint-Studie zur Magmaintrusion

Erste Preprint-Studie bestätigt offiziell Magmaintrusion im September-Oktober 2024

Während es zu den aktuellen Vorgängen kaum Äußerungen von Geowissenschaftlern offizieller Stellen gibt, die bestätigen würden, dass die Aktivität im Zusammenhang mit einer Magmaintrusion steht, wurde diese nun in einer Preprint-Studie für das erste Ereignis in der Region bestätigt. Dieses erste Ereignis fand im September-Oktober 2024 statt. Aufgrund des inoffiziellen Charakters der damals veröffentlichten Interferogramme war ich skeptisch, ob es sich tatsächlich um eine Intrusion gehandelt hatte, und schloss andere Ursachen der Bodenverformung nicht aus. Diese Skepsis war unbegründet: Ein internationales Forscherteam unter Federführung von D. Keir (Universität Southampton) veröffentlichte die Studie „The 2024 Fentale Diking Episode in a Slow Extending Continental Rift“ und kommt zu dem Schluss, dass damals ein magmatischer Gang intrudierte, der mit zwei Störungszonen interagierte.

InSAR-Modelle zeigen Bodenverformungen, die durch eine 11 km lange und bis zu 2 m breite Gangintrusion nördlich des Fentale-Vulkans entlang des äthiopischen Grabens verursacht wurden. Der Gang reicht bis etwa 3 km unter die Oberfläche heran und intrudierte ein Magmavolumen von ca. 0,08 Kubikkilometern. Zwei Normalverwerfungen parallel zum Magmatischen Gang verursachten einen Bodenversatz von 39 Zentimetern und 14 Zentimetern. Entlang den Verwerfungen gab es Erdbeben mit Maximalmagnituden von Mw 5,4 (östliche Störung) und Mw 4,9 an der westlichen Störung. Die Autoren schrieben auch, dass die öffentlich zugänglichen Lokalisierungen der Erdbeben nicht immer korrekt waren. Für ihre Studie wurden noch Daten von weiter entfernten Seismometern verwendet und erhielt durch Datenkorrelation genauere Angaben. Ich vermute, ein Grund für die wenigen Messstationen in der Region könnte am Vandalismus liegen: Alles von Wert, das nicht ständig bewacht wird, wird demontiert und bekommt Beine.

Erste Unruhen mit tektonisch bedingten Bodenhebungen von bis zu 6 Zentimetern gab es bereits seit 2021. In der Region treten etwa alle 200 Jahre Phasen mit Intrusionen auf. Die Vermutung liegt nahe, dass die aktuellen Bodendeformationen ebenfalls mit Magmaintrusion in Verbindung stehen. Die Forscher schreiben weiterhin, dass der Einfluss des Magmas auf die Prozesse des Riftings noch nicht ganz verstanden ist. In diesem Bereich des Ostafrikanischen Grabenbruchs liegt die jährliche Divergenzrate bei weniger als 5 mm. In Perioden mit Magmaintrusionen scheint sich der Prozess dann deutlich zu beschleunigen. (Quelle: AGU)

Vulkanausbruch konservierte 500 Millionen Jahre alte Lebewesen

Vulkanasche konservierte 500 Millionen Jahre alte Fossilien – Trilobiten dreidimensional erhalten

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Abderrazak El Albani von der Universität Poitiers machte im marokkanischen Atlasgebirge einen sensationellen Fossilfund: In einer 500 Millionen Jahre alten Schicht aus Vulkanasche fand man die dreidimensional erhaltenen Körper von Trilobiten. Damals, im Erdzeitalter Kambrium, muss es zu einem großen Vulkanausbruch nahe der Küste eines flachen Schelfmeeres im Gebiet des heutigen Atlasgebirges gekommen sein. Sehr wahrscheinlich wurden die Meeresbewohner Opfer des Vulkanausbruchs, dessen Ascheablagerungen die Körper umschlossen und konservierten. Anders als bei anderen Versteinerungen von Trilobiten sind hier die Körper nicht als plattgedrückte Objekte in Steinplatten erhalten geblieben, sondern liegen den Forschern im körperlichen Zustand vor, was natürlich viel besseres Anschauungsmaterial liefert, das Einblicke in die Anatomie der marinen Urzeitlebewesen ermöglicht.

Die Wissenschaftler vergleichen ihren Fundort mit dem italienischen Pompeji, wo im Jahre 79 n. Chr. der katastrophale Ausbruch des Vesuvs die römische Stadt verschüttete und gleichzeitig für die Nachwelt konservierte. Pompeji wurde nicht nur unter Vulkanasche begraben, sondern durch pyroklastische Ströme zerstört, die als heiße Glutwolken die Hänge des Vesuvs hinunterströmten. Ähnliches geschah sehr wahrscheinlich auch bei dem Vulkanausbruch im heutigen Marokko. Die aus pyroklastischen Strömen entstandenen Ablagerungen nennt man Ignimbrite. Die Paläontologen vermuten nun, dass es in anderen Regionen der Erde ähnliche Fossilfundstätten in Ignimbriten geben könnte. Allerdings bedarf es sehr wahrscheinlich besonderer Umstände, damit man so gut erhaltene Fossilien in einem Ignimbrit finden kann. Normalerweise sind pyroklastische Ströme sehr heiß und verbrennen organische Substanzen stark. In den marokkanischen Tatelt-Formationen flossen pyroklastische Ströme offenbar aufs Meer hinaus, sodass sich das Material beim Absinken abkühlen konnte.

Trilobiten gehören zu den bekanntesten ausgestorbenen Lebewesen der Erdgeschichte: Vom Kambrium vor etwa 521 Millionen Jahren bis zum Ende des Perms vor etwa 251 Millionen Jahren bevölkerten sie die Meere. Ihre Fossilien sind zahlreich, und sie gelten als die am besten untersuchten Meerestiere der Entwicklungsgeschichte. Doch ihre Geheimnisse sind noch nicht vollständig enthüllt, da meist nur ihre harten Panzer gut erhalten sind. Feinstrukturen des Körperbaus sind bei der Fossilisation oft verloren gegangen. (Quelle: Pressemeldung Eurekalert)

Stammen Bausteine des Lebens aus Vulkanen?

Einem Forscherteam der Universität München gelang es organische Polymere in einem simulierten Hydrothermalsystem zu erzeugen

Woher stammt das Leben auf der Erde? Das ist eine Frage, die die Menschen schon viel länger beschäftigt, als die moderne Wissenschaft existiert. Lange Zeit war die einzige plausible Erklärung, dass es einen Schöpfer geben muss, der das Universum, die Planeten und das Leben erschaffen hat. Doch nach und nach entwickelte die Wissenschaft andere Lösungsansätze. Zwei davon rücken seit den letzten Jahrzehnten in den Fokus der Forschung: Es wird vermutet, dass die Bausteine des Lebens aus dem Weltall stammen könnten und mit Asteroiden auf die Erde gelangt sind. Allerdings erklärt dieser Ansatz nicht, wie organische Moleküle in den Tiefen des Weltraums entstehen könnten. Der zweite, von mir favorisierte Ansatz, liefert eine überaus irdische Erklärung: Die ersten organischen Verbindungen, die als Bausteine des Lebens dienten und möglicherweise sogar das Leben selbst, könnten sich in Hydrothermalen Systemen vulkanischen Ursprungs entwickelt haben.

Bereits in den 1950er Jahren gab es einen entsprechenden Versuchsaufbau im Chemielabor, in dem nachgewiesen wurde, dass man eine organische Ursuppe aus planetarer Materie herstellen konnte, die unter Einwirkung von Wärme und Elektrizität die Grundstoffe des Lebens bereitstellte.

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München haben nun in einer wegweisenden Studie gezeigt, wie komplexe Moleküle, die für die Entstehung des Lebens von entscheidender Bedeutung sind, aus den grundlegenden Bausteinen der frühen Erde synthetisiert werden könnten. Statt herkömmlicher Laborgeräte nutzten sie winzige Rissnetzwerke in Gesteinen, um geologische Prozesse zu imitieren. Durch diese Gesteinsrisse ließ man Wasser und chemische Substanzen zirkulieren, wie sie zu Zeiten der frühen Erde vorkamen und setzte sie einer Hitzequelle aus. Somit simulierte man Bedingungen, wie sie in Geothermalsystemen herrschten, die nicht nur ihre Wärme aus einer magmatischen Quelle erhielten, sondern auch viele chemische Bestandteile der Ursuppe lieferten. Tatsächlich entstanden in den Fluiden, die im Rissnetzwerk zirkulierten, komplexe Biopolymere, die als grundlegende Bausteine des Lebens gelten. Das Experiment liefert zwar noch keinen eindeutigen Beweis dafür, dass das Leben aus Vulkanen stammt, stützt jedoch die These, dass der Magmatismus/Vulkanismus ein wichtiger Motor der Entstehung des Lebens auf der Erde gewesen sein könnte.

Diese bahnbrechende Forschung eröffnet neue Einblicke in die präbiotische Chemie und zeigt, wie natürliche physikalische Prozesse auf der frühen Erde möglicherweise zur Entstehung des Lebens beigetragen haben. Obwohl der genaue Ort, an dem das Leben begann, noch ungewiss ist, legt die Studie nahe, dass die Bedingungen auf der frühen Erde ideal gewesen sein könnten, um die komplexen chemischen Reaktionen zu unterstützen, die letztendlich zur Entstehung von Leben führten. Diese Erkenntnisse könnten nicht nur unser Verständnis der frühen Erdgeschichte vertiefen, sondern auch wichtige Hinweise darauf liefern, wie das Leben an anderen Orten im Universum entstehen könnte. (Quelle: Washington Post, nature.com)

Multimedia-Vortrag „Vulkane“ in der VHS Oberhausen

Ich möchte euch an meinen Multimedia-Vortrag (Foto und Video) erinnern, der am Donnerstag (09.06.22) um 18 Uhr in der VHS-Oberhausen (Bert Brecht Haus, Raum 330a Langemarkstr. 19-21, 46045 Oberhausen ) stattfindet. Ich zeige euch einen kleinen Rückblick der Eruptionen der letzten 10 Jahre mit Fokus auf Hawaii und La Palma. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss begehen wir die Fotoausstellung der Vulkanologischen Gesellschaft, die bis Mitte Juli im Foyer der VHS zu sehen ist. Anmeldung ist unter diesem Link erwünscht.

Vortrag und Fotoausstellung

Fotoausstellung im Bert-Brecht-Haus in Oberhausen

Am 30. Mai 2022 stellen Mitglieder der Vulkanologischen Gesellschaft e.V. ihre Vulkanfotos aus. Ort der Ausstellung ist die VHS Oberhausen, Bert-Brecht-Haus, Foyer 3. Etage. Adresse: Langemarkstr. 19-21, 46045 Oberhausen. Die Ausstellung geht bis zum 15. Juli 2022.

Multimedia-Vortrag

In diesem Zusammenhang präsentiert Marc Szeglat einen Multimediavortrag über Vulkane. Er findet am Donnerstag, dem 09. Juni 2022 von 18-19 Uhr statt. Gleiche Adresse wie die Ausstellung, Raum 330 a. Ausstellung und Vortrag sind kostenlos. Bitte um kurze Notiz per Email (marc@vulkane.net), wer zum Vortrag kommen möchte.

Vulkanologische Gesellschaft traf sich zur Hauptversammlung

Gestern traf sich unsere Vulkanologische Gesellschaft e.V. zur Jahreshauptversammlung. Als Vorstandsvorsitzender konnte ich da natürlich nicht fehlen und obwohl sich bereits mehrere Mitglieder nach La Palma abgesetzt hatten, traf sich eine beschlussfähige Mannschaft im Vulkanbrauhaus. Die Versammlung ergab, dass wir für die Betroffenen der Vulkankatastrophen vom Kongo (Nyiragongo) und La Palma (Cumbre Vieja) spenden werden. Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für die Bilderausstellung in Oberhausen weiter. Sie soll nun am 30.5.22 eröffnet werden. Christof Ewald stellte uns Magnetschilder mit unserem Logo vor. Mirko Weide wurde neben Andreas Brenneke in den Vorstand gewählt und Jochen Felkel ist Kassenwart und Pressesprecher.