Steckbrief: Karangetang [Api Siau]

Lage: 2.78°N    125.40°E, Indonesien, Siau
Höhe: 1827 m
Art: Stratovulkan
Typ: Subduktionszonen-Vulkan
Petrographie: Andesit
Ausbruchsart: Strombolianisch, vulcanisch, Lavaflüsse, PF, Lahar
Status: Red
 
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 Karangetang - Vulkan in Indonesien

Der Stratovulkan Karangetang liegt auf der kleinen Insel Siau nördlich von Sulawesi und südlich der Philippinen.
Der Karangetang gehört zu den Vulkanen eines Inselbogens, der als Nord Sulawesi - Sangihe Islands volcanic arc bekannt ist. Die tektonische Situation ist hier weitaus komplexer, als in der Subduktionszone vor Java. Mehrere Mikroplatten treffen bei Nord-Sulawesi aufeinander und geraten in den Mahlstrom zwischen der Eurasischen, Indo-Australischen und Pazifischen Platte.

Der Karangetang hat einen Doppelgipfel und daher findet man in der Literatur unterschiedliche Höhenangaben. Der Südgipfel ist 1827 m hoch, der Nordgipfel bringt es auf 1784 Meter. Auch der Name ist nicht einheitlich. In älterer Literatur wird der Karangetang als Api Siau bezeichnet.

Der Gipfelbereich des Karangetang wird von einer Nord-Süd streichenden Störung durchzogen. Entlang dieser Störungszone bildeten sich 5 Krater. In einigen von ihnen wachsen Lavadome. Es gibt aber auch freie Förderschlote, aus denen strombolianische Eruptionen stattfinden. Der Karangetang fördert andesitische Lava aus der sich zähflüssige Lavaströme bilden, deren Fronten manchmal abbrechen und Block- und Ascheströme verursachen.
Eine besondere Gefahr geht von pyroklastischen Strömen aus. Diese bilden sich am Karangetang meistens durch einen Domkollaps.
Während der Regenzeit können Lahars entstehen.

Der Karangetang zählt zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Seit 1675 wurden mehr als 40 größere Ausbrüche registriert.
1976 zerstörte ein andesitischer Lavastrom Infrastruktur auf Siau. Er unterbrach eine wichtige Straße zwischen 2 Dörfer.
1992 starben sieben Menschen bei einem Ausbruch des Karangetang. 1996 starben sieben Menschen in einem pyroklastischen Strom, im Jahr 1997 kamen drei Menschen ums Leben. Während der Eruption im August 2007 wurden 564 Einwohner aus drei Dörfern evakuiert.

Eine Besteigung des Gipfels gilt als ausgesprochen gefährlich, da der einzige mögliche Weg entlang eines Steilhanges führt, über den die pyroklastischen Ströme fließen.


©NASA

Auf der idyllischen Insel Siau wird Muskatnuss angebaut und die Celebessee bietet fantastische Tauchreviere. Die Insel ist aber nicht einfach zu erreichen und die Anreise über Sulawesi erfordert Zeit!