Steckbrief: Kliuchevskoi

Lage: 56.03 N, 160.39 E, Russland, Kamtschatka
Höhe: 4835 m
Art: Stratovulkan
Typ: Subduktionszonen Vulkan
Petrographie: Andesit
Ausbruchsart: Plinianisch, peleanisch, vulcanisch
Status: Yellow
 
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 Kliuchevskoi in Kamtschatka

Die beiden aktiven Vulkane Kliuchevskoi und Bezymianny bilden mit dem inaktiven Vulkan Kamen und dem jungen Kliu eine Gruppe dicht beieinander stehender Stratovulkane. Der höchste dieser Vulkane ist mit 4835 Metern der Kliuchevskoi. Er ist einer der größten und aktivsten Vulkane der Welt. Im Durchschnitt bricht er alle 2 Jahre aus. 1994 schickte er seine Aschen bis in eine Höhe von 20 Kilometern.

Wie alle Vulkane Kamtschtkas verdankt auch der Kliuchevskoi seine Existenz den Kräften der Plattentektonik. Diese lassen die Pazifische Platte mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 10 cm pro Jahr auf die Eurasische Platte zuwandern und unter dieser abtauchen. Im Erdmantel wird die Pazifische Platte aufgeschmolzen und ein Teil der Schmelze steigt hinter der Subduktionszone als Magama auf und läßt die Vulkane wachsen.

Der Vulkan entstand vor gut 6000 Jahren in direkter Nachbarschaft des inaktiven Vulkans Kamen. Mit diesem Vulkan ist der Kliuchevskoi über einen Sattel verbunden und es liegt die Vermutung nahe, dass der Kliuchevskoi die Nachfolge des Kamen angetreten hat. In diesem Sattel beginnt auch eine Aufstiegsroute zum Krater des Kliuchevskoi. Dieser wurde erstmalig 1788 durch den deutschen Daniel Gaus bestiegen.

Die steilen Flanken des Vulkans sind auch Schauplatz vieler Eruptionen in historischer Zeit. Entlang eines Nordost – Südost streichenden Störungssystems bildeten sich zahlreiche Nebenkrater; mehr als 100 Eruptionen sind hier aus den letzten 3000 Jahren bekannt.

In den letzen Jahrhunderten konzentriert sich die Aktivität zunehmend auf den Gipfelkrater. Er hat einen Durchmesser von 700 Metern. Der letzte große Ausbruch fand hier 1994 statt. Damals stieg die Eruptionswolke 20 km hoch. In diesem Jahrtausend fanden einige Phasen strombolianischer Tätigkeit statt, die teilweise mit Lavastromtätigkeit assoziiert waren.


Der Kliuchevskoi erhebt sich majestätisch über die restlichen Vulkane der Gruppe.   © Nasa

Da der Vulkan in einem weitgehend unbewohnten Teil Kamtschatkas liegt stellen seine Ausbrüche nur selten eine Gefahr für Menschen dar. Allerdings gefährden hoch aufsteigende Aschewolken den Flugverkehr und bei seinem großen Ausbruch von 1994 musste dieser umgeleitet werden.