Steckbrief Villarrica


Lage: 39.42°S   71.93°W, Chile
Höhe: 2847 m
Art: Stratovulkan
Typ: Subduktionszonen-Vulkan
Petrographie: Basalt
Ausbruchsart: Strombolianisch, phreatisch, Lavaflüsse, Lahars
Status: Daueraktiv
 
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 Villarrica in Chile

Der Villarrica ist einer der aktivsten Vulkane Chiles; seit gut 50 Jahren ist er daueraktiv. Für einen Vulkan der Südanden untypisch ist seine niedrigviskose basaltische Lava. Folglich produziert er keine gewaltigen explosiven Ausbrüche wie seine benachbarten Vulkane, sondern ist überwiegend strombolianisch und hawaiianisch aktiv.
In Phasen erhöhter Aktivität kann der Villarrica, in Interaktion mit Schmelzwasser von seinem Gipfelgletscher, phreatische Explosionen und Lahare erzeugen.

Der heutige Stratovulkan Villarrica bildete sich in zwei überlappenden Calderen mit einem Durchmesser von 6 Kilometern. Der Krater am Gipfel des Vulkans hat einen Durchmesser von gut 1 Kilometer. Meistens brodelt die Lava tief im Förderschlot, was nachts den Dampf rot illuminiert.

Aus historischen Zeiten sind gut 50 Ausbrüche bekannt. Erstmalig wurde von einem Vulkanausbruch am Villarrica 1558 berichtet. Im Jahr 1575 wurde die gleichnamige Stadt am Fuße des Vulkans durch ein schweres Erdbeben zerstört. Damals kamen 350 Menschen ums Leben.
1640 und 1948 wurden weitere größere Ausbrüche registriert.

Im Dezember1971 fand der stärkste Ausbruch in der jüngeren Vergangenheit des Villarricas statt. Im Gipfelbereich öffnete sich eine 4 Kilometer lange Eruptionsspalte, die den Krater in 2 Teile spaltete. 2 Lavafontänen stiegen bis zu 400 m hoch auf. Lavaströme bildeten sich und Schmelzwasser ließ Lahars entstehen, die mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 km/h die Vulkanflanken herunter rauschten. Sie richteten große Zerstörungen in der Infrastruktur um den Vulkan an. 15 Menschen fanden den Tod.
Im Jahr 1984 kam es zu einer weiteren Eruption, die Lavaströme und Schuttlawinen generierte. Zeitweise bildete sich im Krater ein Lavasee.

Jüngsten Berichten zufolge fand im Oktober 2010 eine kleinere explosive Eruption statt, die eine Aschewolke aufsteigen ließ. Denkbar wäre auch, dass es sich um altes Material handelte, das aufgrund eines Kollapses im Krater aufgewirbelt wurde.


Satellitenaufnahme des Villarrica. © NASA

Der Villarrica liegt in einem Nationalpark und wird von Rangern kontrolliert. Der 2847 Meter hohe Vulkan ist nur schwer zu besteigen, da er zum größten Teil vergletschert ist. Gletscherspalten erschweren den Aufstieg und machen aus der Vulkanwanderung eine hochalpine Tour. Bergführer bieten ihre Dienste an und stellen ggf. auch Ausrüstung wie Steigeisen, Eispickel und Seile. Alleingänge sind verboten.

Das Vulkanologische Observatorium der Südanden postet eine Reihe von LiveCams.