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Vulkaneifel


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 Steckbrief Laacher See
Lage: 50.21°N  7.27°E,   Deutschland

Höhe: 270 m

Art: Maar-Caldera-Vulkan

Petrographie: Basalt-Tuff, Phonolit
 
 Links
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 Vulkaneifel - Maare und Schlackenkegel Deutschland

Es ist gerade einmal 10.000 Jahre her, als die sanft geschwungene Hügellandschaft der Eifel ein Gebiet mit äußerst aktiven Vulkanismus war. Eruptionen, die selbst den gewaltigen Ausbruch des Mt. St. Helens an Heftigkeit übertrafen, sind bekannt. Die frühen Siedler Deutschlands müssen Augenzeugen -und Leittragende- dieser gewaltigen Eruptionen gewesen sein, die bis zum Ende der letzten Eiszeit andauerten. Heute scheint die Eifel ruhig und friedlich zu sein, fern von den Naturkräften, die sie einst formten. Doch wer genauer hinsieht entdeckt noch die Spuren des Vulkanismus - ja, eigentlich verfolgen sie den Interessierten auf Schritt und Tritt.
Selbst wer die Eifel auf der Autobahn durchquert, fährt an zahllosen Vulkanen vorbei. Viele der niedrigen Hügel und Kuppeln der Eifel sind Vulkanbauten. Sie unterscheiden sich von den bekannten Vulkanen anderer Regionen aufgrund ihrer besonderen Entstehungsgeschichte. Bei den Vulkanen der Eifel handelt es sich überwiegend um Schlackenkegel und Maare. Letztere sind große Vertiefungen, die von einem Ringwall aus klastischen Material umgeben sind. Sie entstanden durch phreatomagmatische Eruptionen, bei denen das aufsteigende Magma kurz unter der Erdoberfläche auf Grundwasser trifft. Dieses verdampft schlagartig und verursachte gewaltige



Wasserdampf - Explosionen. Das Gestein in der Umgebung des Explosionsherd wird zertrümmert, schießt mit der Lava in die Höhe und lagert sich schließlich z.T. als Ringwall um den Krater ab. Ein großer Teil des klastischen Materials stürzt allerdings wieder in den Krater. In Tausenden, manchmal aber auch nur in wenigen Explosionen, vergrößert sich der Krater nach unten und die viel zu steilen Wände stürzen nach. So entsteht eine recht große Hohlform, die wir als Maar bezeichnen. Heute sind die Maare meistens mit Wasser gefüllt und bilden herrliche Seen.

Bei den Schlackenkegeln handelt es sich um Vulkane mit einem einfachen Aufbau, der davon zeugt, dass sie nicht lange aktiv waren. Viele sind sogar monogenetisch, d.h. sie entstanden in nur einer Eruptionsphase. Diese Schlackenkegel sind typisch für kontinentale Intraplattenvulkane und bilden ganze Vulkanfelder. Im Fall der Eifel entstanden seit dem Tertiär zwei Vulkanfelder. Das der Westeifel und das der Osteifel. Sie gehören zum Riftsystems des Oberrheingrabens und liegen auf den sich hebenden Riftschultern.
Die Herkunft des Magmas ist noch nicht eindeutig geklärt. Umstritten ist die Hypothese einiger Wissenschaftler, die unter der Eifel einen "hot-spot", bzw. eine Zone kleindimensionierter "Mantel Plumes" vermuten. Diese ortsstabilen Fördersysteme transportieren das Magma aus den Tiefen des Erdmantels an die Oberfläche. Während die Tektonischen-Platten über diese Plumes hinwegwandern, entsteht eine Vulkankette abnehmenden Alters, wie es zum Beispiel auf Hawaii beobachtet wird. Im Falle der Eifel soll sie das jüngste Glied in der Kette der mitteleuropäischen Vulkanzonen darstellen, die sich von Schlesien über die Oberpfalz, dem Vogelsberg, dem Westerwald bis eben in die Eifel erstreckt.
Im folgenden ein kurzer Überblick über die Vulkanzonen der Eifel.


Caldera des Erta Alé

Lavafontäne Erta-Alé

Krater des Erta Alé

Vulkane der Osteifel


Hier befinden sich in einem 35 x 25 Kilometer großen Areal ca. 100 Vulkane, die in einer tektonischen Einbruchszone liegen. Der bekannteste Vulkan ist der Laacher-See-Vulkan, an dessem Seeufer heute noch Kohlendioxid-Austritte zu beobachten sind.
Lange Zeit galt der Laacher See als Inbegriff des Maar-Vulkanismus. Neuen Untersuchungen zufloge soll es sich beim Laacher-See aber nicht um ein reines Maar handeln. Das Becken verdankt seine Existenz mindestens teilweise einer Caldera. Insgesamt werden 5 Tätigkeits-Perioden unterschieden. Die ersten Eruptionen begannen vor 570.000 Jahren mit der Enstehung erster Stratovulkane. Es wurden überwiegend Alkalibasalttuffe gefördert, aber auch Lavaströme tephritischer und leucitischer Zusammensetzung. Hauptmerkmal der 5. Tätigkeits-Periode war die Förderung großer Bimsstein- und Aschemengen aus dem Laacher-See-Vulkan. Die größte Eruption fand hier vor 12.900 Jahren statt und förderte mehr Material, als z.B. der Ausbruch des Pinatubo 1991. Die Aktivitäten endeten erst vor 11.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit.
Die Geowissenschaftler vermuten, dass der Vulkan nur ruht und nicht erloschen ist. In den letzten Jahren verstärken sich die Kohlendioxid-Austritte im Bereich der "Alten Burg" am Ostufer des Laacher Sees. Vulkanologen schließen einen erneuten Ausbruch in den nächsten Jahrzehnten nicht völlig aus. Sehenswert in der Osteifel sind -neben dem Laacher See- die zahlreichen Steinbruchbetriebe um Mendig. Hier werden ganze Vulkane abgetragen, was einen unbeschreiblichen Einblick in ihren Aufbau ermöglicht. Leider wird die Natur zerstört und eines Tages werden die Vulkane wohl gänzlich verschwunden sein.
Im Zusammenhang mit dem Laacher-See-Vulkanismus steht auch der Kaltwasser-Geysir bei Andernach. Am Rheinufer wurde eine Gaskappe angebohrt. Das Kohlendioxid lässt den durch die Bohrung entstandenen Kaltwasser-Geysir periodisch springen.
Einen Besuch Wert sind die zahlreichen Vulkanmuseen der Region. Neu ist das Vulkanmuseum "Lavadom" bei Mendig. In der Nähe starten auch die Führungen in die spektakulären Lavakeller von Mendig. Dies sind riesige Katakomben in denen Basalt untertage abgebaut wurde.

Vulkane der Westeifel


Bei dem Vulkangebiet der Westeifel handelt es sich um eine 20 x 50 Kilometer messende Region, deren Zentrum die Stadt Daun bildet. Ca. 240 Vulkane und Maare liegen hier. Zu den bekanntesten Maaren der Region zählt das Gemündener-, das Weinfelder-, das Schalkenmehrener-, das Ulmener-, und das Pulver-Maar. Größtes Maar der Eifel ist das Meerfelder-Maar. Es misst 1480 x 1200 m.
Die vulkanische Tätigkeit begann in einer ersten Periode vor gut 400.000 Jahren und endete vor 12.000 Jahren. In dieser Periode entstanden die Vulkane, die überwiegend Laven tephritischer und basaltischer Zusammensetzung förderten.
Dem schloss sich direkt eine zweite Periode an, die bis vor 10.000 Jahren andauerte. Zu dieser Zeit entstand das Ulmener Maar; Deutschlands jüngster Vulkan.
Die größte vulkanische Bombe der Eifel stammt aus dem Wartgesberg-Vulkan bei Strohn sie wiegt 1,46 Tonnen und wurde 2007 gefunden. Die berühmte "Strohner-Bombe" mit einem Gewicht von 120 Tonnen und 5 Metern Durchmessern ist keine "echte" pyroklastische Bombe. Sie erreichte ihre beachtlich Größe dadurch, dass sie im Krater umherrollte und dabei Lava akkumulierte. Sie wuchs praktisch wie ein Schneeball, den man durch den Schnee rollt.
Der Wallenborn ist vielleicht die eindrucksvollste Manifestation des rezenten Magmatismus der Westeifel. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an einer kohlensauren Quelle gebohrt, mit dem Resultat, dass ein natürlicher Springbrunnen entstand. Seitdem springt der "Bubbel", wie der Wallenborn auch genannt wird, alle 20 - 40 Minuten. Von einer sich abkühlenden Magmakammer steigt Kohlendioxid auf und löst sich im Wasser bis die maximale Sättigung erreicht ist. Dann drückt der Gasdruck das Wasser aus der Verrohrung bis es etwas überschwappt. Durch die Druckentlastung beginnt das gelöste Kohlendioxid explosionsartig auszusprudeln und das Wasser wird aus dem Brunnenschacht getreibt.
Sollten Sie durch die Eifel reisen, dann besuchen Sie das Vulkanmuseum in Daun, das in Zusammenarbeit mit dem Geo Zentrum Vulkaneifel entstand.

In beiden Vulkanregionen gibt es die sogenannten Georouten, bzw. Geopfade die gut ausgeschildert sind und zu den sehenswertesten, geologischen Aufschlüssen, Quellen und Gasaustritten führen.

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