Piton de la Fournaise: Magmaintrusion am 1. Januar 2026

Erdbebenkrise am Piton de la Fournaise vorerst gestoppt – Magma blieb in der Tiefe

Die zweite spannende Meldung des jungen Jahres stammt vom Piton de la Fournaise auf La Réunion, wo ein Schwarmbeben nebst Bodenhebung die Intrusion eines weiteren magmatischen Gangs signalisierten. Doch die seismische Krise währte nur kurz und das Magma schaffte es ein weiteres Mal nicht, die Oberfläche zu durchbrechen.

Piton Fournaise. &OVPF

Wie aus einem Kommuniqué des OVPF-IPGP hervorgeht, begann die seismische Aktivität am Neujahrsmorgen gegen 4:45 Uhr Ortszeit und hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt. Die Krise gilt derzeit als gestoppt, auch wenn weiterhin eine gewisse Restaktivität beobachtet wird.

Zwischen 4:00 und 6:00 Uhr wurden insgesamt 304 oberflächliche vulkanotektonische Erdbeben registriert. Die meisten dieser Beben hatten Magnituden unter 1 und konzentrierten sich unter dem Dolomieu-Krater, in Tiefen zwischen etwa 1,2 und 2,4 Kilometern unter der Oberfläche. Parallel dazu wurden rasche Bodenverformungen in der oberen Vulkanzone gemessen, die weniger als eine Stunde anhielten und Werte von bis zu 10 Mikroradian erreichten.

Nach Einschätzung der Vulkanologen handelt es sich bei diesem Ereignis um einen sogenannten Magma-Einbruch. Dabei wurde Magma aus dem oberflächennahen Reservoir, der etwa 1,5 bis 2 Kilometer unter dem Gipfel liegt, in das umgebende Gestein injiziert, ohne jedoch die Oberfläche zu erreichen. Der Ausbruch brach somit ab, vermutlich weil der magmatische Überdruck nicht ausreichte, um den Aufstieg bis zur Oberfläche fortzusetzen. Ein schwaches Jerk-Signal an der Station Rivière de l’Est bestätigte diese Magmainjektion zusätzlich.

Seit dem Ende des Eindringens hat die Seismizität deutlich abgenommen und liegt nun bei etwa zwei Erdbeben pro Stunde. Dies deutet darauf hin, dass die Magma-Progression in der Tiefe gestoppt ist, gleichzeitig aber weiterhin Druck im Magmaspeicher besteht. Für die kommenden Stunden schließen die Fachleute weder ein endgültiges Abklingen noch eine erneute Aktivierung aus.

Der aktuelle Einbruch reiht sich in eine Phase erhöhter vulkanischer Aktivität ein, die seit dem 22. November 2025 anhält. Bereits Anfang Dezember war es zu einem ähnlichen Ereignis gekommen. In der Vergangenheit gingen solche Magma-Einbrüche gelegentlich einem Ausbruch um mehrere Tage voraus, wie 2020 und 2022. Der Vulkan bleibt daher unter Alarmstufe 1 weiterhin unter enger Beobachtung.