
Schwache Erdbeben unter der Osteifel: Fluidgesteuerte Spannungen im Einflussbereich des Laacher-See-Vulkans
Datum: 02.02.2026 | Zeit: 11:17:57 UTC | Koordinaten 50.323 ; 7.434 | Tiefe: 13 km | Mb 0,8
Heute Vormittag manifestierte sich südöstlich des Laacher-See-Vulkans in der Osteifel ein schwacher Erdstoß der Magnitude 0,8. Das Mikrobeben wurde um 11:17:57 UTC in 13 Kilometern Tiefe detektiert und vom EMSC 11 km west-südwestlich von Koblenz verortet. Tatsächlich lag es im Bereich von Ochtendung, der uns nicht nur wegen seiner Nähe zum Laacher See bekannt ist, sondern auch wegen der Ochtendunger Störung. Im Wochenverlauf gab es in dem Areal des Vulkanfelds der Osteifel 4 Mikrobeben mit den Magnituden zwischen 0,5 und 1,2, wobei sich letztgenanntes Beben am 29. Januar in einer Tiefe von 13 km bei Plaidt ereignete. Die Beben passen in das Muster fluidinduzierter Erschütterungen an Störungszonen im Randbereich des Laacher-See-Vulkans.

Die Beben lagen innerhalb jenes Tiefenbereichs, der in der Osteifel als Übergangszone zwischen spröder Erdkruste und tieferliegenden magmatischen Systemen gilt. Solche Erdbeben sind in der Region nicht ungewöhnlich und werden seit Jahren immer wieder detektiert, wobei es in den letzten Monaten zu einer Häufung der Erdbeben gekommen ist.
Der Laacher-See-Vulkan ist kein erloschener, sondern ein ruhender Vulkan. Geophysikalische Untersuchungen zeigen, dass sich unter der Osteifel in Tiefen von etwa 15 bis 45 Kilometern ein teilweise aufgeschmolzener Mantelbereich befindet. Von dort steigen immer wieder magmatische Fluide auf, die die Erdkruste schwächen und tektonische Spannungen umlagern. Neue Studien belegen sogar einen Magmenkörper mit einem Schmelzanteil direkt unter dem Laacher-See-Vulkan. Er fällt von Nordwesten in Richtung Südosten schräg ein und dringt in der Tiefe relativ weit in Richtung Ochtendung vor. Vermutlich steigen vom unteren Ende des Magmenkörpers Fluide entlang der Störung auf und verursachen die Beben.
Geowissenschaftler gehen davon aus, dass Einzelereignisse geringer Magnituden kein Hinweis auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch sind. Sie liefern jedoch wichtige Daten, um die dynamischen Prozesse im Untergrund besser zu verstehen. Der Laacher-See-Vulkan bleibt damit ein geologisch aktives System im Ruhezustand, dessen Entwicklung weiterhin überwacht wird.