Island: Magmaakkumulation nähert sich Höchsstand

Das Geothermalkraftwerk Svartsengi liegt genau im Brennpunkt der größten Bodenhebung.

Magmaakkumulation bei Svartsengi nähert sich Höchststand – Gefahreneinschätzung bleibt unverändert

Im isländischen Svartsengi-Gebiet hebt sich der Boden langsam, aber vergleichsweise konstant, und nach fast einem halben Jahr Pause wird es langsam mal wieder Zeit für eine neue Eruption entlang von Sundhúkur Doch ob es dazu kommt, bleibt ungewiss, obwohl sich im flachen Magmenkörper inzwischen mehr als 21 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt haben – ein Wert nahe dem Höchststand von 22,3 Millionen Kubikmetern, der vor der Eruption vom Dezember 2023 angesammelt wurde. Die Bodenhebung ist bereits jetzt die höchste, da nach dem letzten Ausbruch im August nicht alles Magma eruptiert wurde und sich der Boden nicht so weit absenkte wie bei vorherigen Eruptionsphasen.




Gestern veröffentlichte das Meteorologische Amt Islands (IMO) eine neue Gefahreneinschätzung, die gegenüber den beiden letzten Veröffentlichungen unverändert bleibt. Sie wurde bis zum 3. März verlängert. Die Entwicklungen werden weiterhin engmaschig überwacht. Entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe gilt das größere Eruptionsrisiko. Die Gefahreneinschätzung für Gridnvik wird als moderat eingeschätzt. Obwohl sich die letzten Eruptionsspalten vermehrt Richtung Norden öffneten, kann eine Ausbreitung in südlicher Richtung und damit nach Grindaik nicht ausgeschlossen werden.

Insgesamt kam es seit Dezember 2023 zu neun Vulkanausbrüchen entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe. Die derzeitige Ruhephase ist mit 183 Tagen die längste seit Beginn dieser Ausbruchsserie. Parallel dazu setzt sich die Bodenhebung im Gebiet von Svartsengi fort und nähert sich inzwischen einem Meter, ein deutliches Zeichen für anhaltenden Magmazufluss und steigenden Druck im System.

Das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden Wochen ist laut IMO eine erneute Magmaintrusion von Svartsengi in Richtung der Sundhnúkur-Kraterreihe, die in einem weiteren Ausbruch münden könnte. Sollte es dazu kommen, würde dieser voraussichtlich ähnliche Merkmale wie die bisherigen Eruptionen entlang dieser Spalte aufweisen.

Ich frage mich allerdings inzwischen, ob der Druckanstieg nicht zu langsam vonstatten geht, um noch eine Eruption zu triggern.

Abseits von Svartsengi gibt es derzeit keine Hinweise auf neue Magmaansammlungen auf der Reykjanes-Halbinsel. Ein kürzlich ausgewertetes satellitengestütztes InSAR-Bild zeigt Bodenverformungen ausschließlich im Bereich von Svartsengi, während andere Regionen unverändert bleiben.

Die seismische Aktivität in unmittelbarer Nähe der Kraterreihe ist weiterhin gering. Am 28. Januar wurde jedoch östlich der Halbinsel, nahe Lambafell, ein Erdbebenschwarm mit rund 200 Beben registriert. Insgesamt wurden in der vergangenen Woche etwas mehr als 260 Erdbeben erfasst, das stärkste mit einer Magnitude von M3 – ein für die Region typisches Niveau.

Heute gab es einen Erdbebenschwarm am Grjotarvatn bei der Snæfellsnes-Halbinsel Erstmalig seit langem bebte es auch vor der Nordküste der Westspitze der Halbinsel, wo der Vulkan Snæfelsjökull liegt.