Ätna: Neue Erdbeben im Nordwesten

Kleine Erdbebenserie im Nordwesten des Ätnas – stärkste Magnitude Mb 3,5

Datum: 05.04.2026 | Zeit: 08:35:34 UTC | Koordinaten: 37.869 ; 14.877 | Tiefe: 27 km | Mb 3,5

Heute Morgen hat es im Nordwesten des sizilianischen Vulkans Ätna wieder eine Erdbebenserie gegeben. Die stärkste Erschütterung ereignete sich um 08:35 UTC (10:35 Ortszeit) und hatte eine Magnitude von 3,5. Das Epizentrum lag rund 45 km nordnordwestlich von Catania sowie etwa 10 km nordnordöstlich von Bronte. Das Beben ereignete sich in fast 27 km Tiefe und damit an der Grenze zwischen Erdkruste und Erdmantel. Die Tiefe des Bebens spricht dafür, dass es durch aufsteigendes Magma verursacht wurde. Ein Erdbeben dieser Magnitude wird meist nur schwach gespürt und verursacht in der Regel keine Schäden. Aufgrund der Tiefe ist es fraglich, ob es überhaupt wahrgenommen wurde. Dem EMSC liegen keine entsprechenden Meldungen vor.

Der Erdstoß kam nicht alleine, sondern wurde von 4 weiteren Beben begleitet, die Magnituden zwischen 2,2 und 2,9 aufwiesen und ähnliche Herdtiefen hatten. Möglich, dass es weitere Erdbeben mit geringen Magnituden gab, die beim EMSC nicht angezeigt werden.

Die Erdbeben ereigneten sich eine halbe Stunde, nachdem mein Flieger von Catania abgehoben hatte. bei schönstem Wetter und bester Sicht auf einen mit reichlich Schnee bedeckten Ätna, nachdem ich ihn die ganze Woche fast nicht zu Gesicht bekommen hatte. Tremor und Seismizität sind in dieser Zeit unauffällig geblieben und es gab keinerlei sichtbare Anzeichen von Aktivität. Der Ätna scheint sich weiterhin in einer Phase der Aufladung zu befinden und könnte jederzeit ausbrechen, wovon die Tremorphasen im März zeugten.

Wetterchaos und marode Infrastruktur am Ätna und auf Sizilien

Palermo

Die Erdbewegungen und der Winter mit viel Schnee am Vulkan und Starkregen im Umland hat den Straßen der Region stark zugesetzt: Selbst auf der Autobahn am Ostfuß des Ätna rast man mit Tempo 100 in Schlaglöcher. Am Berg stört der löchrige Asphalt mittlerweile mehr, als dass er nutzt.

Die Kanalisation ist in vielen Orten bereits bei moderatem Regen überfordert und es heißt „Land unter“ Das gilt nicht nur für die Ätna-Region: Auf Vulcano und in Palermo erlebte ich überflutete Straßen und Wasser, das Gullideckel anhob und aus der Kanalisation emporquoll.

Die See war teilweise so aufgewühlt, dass Tragflächenboote nicht auf Stromboli anlegen konnten. Aus Gesprächen mit Einheimischen ergab sich der Eindruck, dass nicht nur ich Wetterpech hatte, sondern dass Frühjahr und Herbst in den letzten Jahren keine gute Reisesaison mehr waren.