Askja: Mehrere Erdbeben im Calderabereich

Mehrere Erschütterungen im Bereich der Askja – Bodenhebung verlagerte sich

Die Askja verschlief den größten Teil des Winters ohne besondere Ereignisse, bis sie heute mit einigen schwachen Erschütterungen versuchte, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Zumindest bei mir ist es ihr gelungen, vielleicht, weil ich mich ihr seit meinem Bad im warmen Kratersee des Viti vor mehr als 2 Jahrzehnten besonders verbunden fühle. Wäre schade, wenn bei einem großen Ausbruch der Askja dieses Kleinod verloren gehen würde. Den zahlreichen Mythen um diesen magischen Ort würde ein erneuter Ausbruch allerdings gut stehen.

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Erdbeben

Nun machen ein paar Erdbeben noch keinen Vulkanausbruch, wenngleich die Bodenhebung der letzten 5 Jahre verdeutlicht, dass Askja durchaus für eine Eruption bereit sein könnte. Seit Oktober 2021 hob sich der Boden an der Messstation OLAC am Ostufer des Ösjuvatn um gut 900 mm. Ein beachtlicher Wert, und so manch ein Vulkanbeobachter hat noch vor 2 Jahren darauf gewettet, hier bald den nächsten isländischen Vulkan hochgehen zu sehen, eine Wette, die bis jetzt nicht aufging. Tatsächlich stagniert die Bodenhebung bei OLAC, aber an der weiter nördlich gelegenen Station KASC wird weiter eine langsame, aber stetige Inflation festgestellt. So besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass das Magmaspeichersystem so weit unter Druck gerät, dass dem Magma nur noch die Flucht nach oben bleibt und es zu einer Eruption kommt. Die aktuellen Erdbeben sind keine Trigger, aber Reminder, dass gerade in vulkanisch geprägten Gegenden nichts ewig währt, auch kein Krater Viti.

Interessant ist auch, dass im Bereich des Vatnajökulls und hier besonders an den Messstationen am Ostrand des Gletschers eine Bodenhebung von bis zu 55 mm registriert wird, die sich stetig seit dem Sommer 2025 aufgebaut hat. Hier könnte sich langfristiges Ungemach zusammenbrauen, das sich möglicherweise über den Grimsvötn entladen wird.

Im allseits bekannten Svartsengigebiet setzt sich die langsame Bodenhebung fort. Die Erdbebentätigkeit ist nach wie vor gering, wobei es an manchen Tagen eine leichte Steigerung zu geben scheint. Es kann jederzeit ohne weitere Warnungen zu einer Eruption kommen oder aber eben auch nicht.