Campi Flegrei: Erdbeben Md 2,6 am Monte Gauro

Spürbares Erdbeben Md 2,6 an der Südbasis des Monte Gauro – Erschütterung trifft sonst ruhigere Region der Campi Flegrei

Datum: 12.05.2026 | Zeit: 14:06:11 UTC | Koordinaten: 40.8397; 14.1065 | Tiefe: 2,9 km | Md 2,6

Am Nachmittag des 12. Mai machte die Caldera der Campi Flegrei um 14:06:11 UTC mit einem spürbaren Erdbeben der Magnitude 2,6 erneut auf sich aufmerksam. Das Epizentrum wurde in einer Gegend lokalisiert, die bislang vergleichsweise selten von Erdbeben betroffen war: an der Tangentiale nahe der Basis des Monte Gauro zwischen Solfatara und Monte Nuovo. Die Herdtiefe betrug 2900 Meter und lag bereits im Deckelbereich der Caldera.

Der Erdstoß stand vermutlich mit Gesteinsbruch infolge aufsteigender Fluide in Zusammenhang und wurde nicht ausschließlich durch Bewegungen von Fluiden im Hydrothermalsystem ausgelöst.

Das Beben verursachte keinen Nachbebenschwarm. Das bedeutet allerdings nicht, dass es der einzige Erdstoß des Tages blieb: Bereits zuvor hatte es zwei Erschütterungen der Magnituden 1,2 und 1,8 gegeben, deren Epizentren an der Küste von Pozzuoli lagen. Insgesamt blieb die Zahl der registrierten Erdbeben mit sechs Ereignissen jedoch überschaubar.

Im gestern veröffentlichten INGV-Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum vom 4. bis 10. Mai heißt es, dass im Verlauf der Woche insgesamt 47 Erdbeben registriert wurden. Das stärkste erreichte eine Magnitude von 1,9.

Die Geschwindigkeit der Bodenhebung lag weiterhin bei 10 Millimetern pro Monat. In der Grafik der Rohdaten ist erneut ein kleiner Peak zu erkennen, der auf eine mögliche Beschleunigung hindeuten könnte. Um diese Entwicklung zu bestätigen, sind jedoch weitere Korrekturdaten notwendig, die in den kommenden Tagen erhoben werden.

Die geophysikalischen und geochemischen Parameter des Entgasungsprozesses spiegeln weiterhin den langjährigen Trend einer zunehmenden Druckbeaufschlagung wider. Hinsichtlich Pisciarelli merkten die Vulkanologen an, dass der meteorologische Einfluss wieder zunimmt und sich offenbar verstärkt Regenwasser im System sammelt. Dies könnte auf einen leichten Temperaturrückgang hindeuten. Dennoch wird die Gastemperatur weiterhin durchschnittlich mit 95 Grad angegeben.

Die Drohnenpiloten von Solfatara-News dokumentierten hingegen, dass sich im Bereich der Hauptfumarole ein zweites Entgasungsloch gebildet hat. Zudem seien weiterhin starke Entgasungen zu beobachten, bei denen feste Partikel ausgestoßen werden.

Die Durchschnittstemperatur der Bocca Grande in der Solfatara liegt unverändert bei 173 Grad und folgt damit weiterhin dem langfristigen Trend steigender Temperaturen.

Trotz der moderaten Bodenhebegeschwindigkeit und eines Nachlassens der Seismizität im Vergleich zu den Peaks der letzten beiden Jahre entspannt sich die Situation in den Campi Flegrei nicht und die Aufheizungsphase des Vulkans hält an und kann sich jederzeit wieder beschleunigen. Meiner Meinung nach werden die Peaks von magmatischen Intrusionen in Tiefen von 4–5 Kilometern ausgelöst und können ohne Vorwarnung erneut auftreten, wenn sich vom Hauptmagmenkörper in ca. 8 km Tiefe eine Magmablase löst und aufsteigt, vergleichbar mit dem Wachs in einer Lavalampe.