China: Spektakulärer Erdrutsch in Sichuan

Gewaltiger Erdrutsch in der chinesischen Provinz Sichuan blockiert Fluss und Straße

In der chinesischen Provinz Sichuan ist es am Mittwoch zu einem gewaltigen Erdrutsch gekommen. Am 16. September gegen 8:40 Uhr stürzte im Dorf Shidaguan ein instabiler Hang ab. Große Mengen Gestein und Erdmaterial rutschten in das Tal und blockierten sowohl die Nationalstraße G213 als auch den Fluss Minjiang, der sich aufzustauen droht.

Der Erdrutsch kam nicht völlig überraschend. Der betroffene Hang war bereits zuvor bei geologischen Untersuchungen als instabil eingestuft und in ein Überwachungs- und Kontrollprogramm aufgenommen worden. Seit August waren an der Stelle bereits mehrere kleinere Hangbewegungen registriert worden. Die Behörden reagierten deshalb frühzeitig: Am 24. August wurden insgesamt 161 Menschen aus dem gefährdeten Gebiet evakuiert und anderweitig untergebracht. Einen Tag vor dem großen Kollaps wurde außerdem die betroffene Straßenverbindung vorsorglich gesperrt.

Damit gab es bei dem spektakulären Ereignis nach Behördenangaben keine Todesopfer oder Verletzten. Die G213 wurde nach dem Erdrutsch vollständig für den Verkehr gesperrt.

Besonders kritisch war die Blockade des Minjiang. Der Fluss führt durch ein tief eingeschnittenes Tal und wurde durch die Rutschmassen teilweise aufgestaut. Um einen gefährlichen Rückstau zu verhindern, wurde das Wasser des Oberlaufs über Anlagen eines Wasserkraftwerks abgeleitet. Nach Angaben der Behörden bestand dadurch zunächst keine akute Hochwassergefahr.

Geologen und andere Fachleute untersuchen inzwischen den Hang und die Rutschmassen. Dabei geht es auch darum festzustellen, ob weitere Bereiche instabil sind und weitere Massenbewegungen drohen.

Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Überwachung instabiler Hänge in den Gebirgsregionen Sichuans ist. Durch die bereits Wochen zuvor erfolgte Evakuierung konnte trotz des massiven Bergsturzes eine Katastrophe mit möglicherweise zahlreichen Opfern verhindert werden.