Hitzewelle bringt Deutschland ins Schwitzen – Unwetter sorgen für Überschwemmungen und Hochwasser
Deutschland durchlebt eine der markantesten Wetterlagen des Jahres, die einer Omega-Wetterlage geschuldet ist, bei der ein ortsstabiles Hochdruckgebiet mit Zentrum über Spanien warme Wüstenluft aus der Sahara zu uns transportiert. Dadurch steigen die Temperaturen vielerorts auf 35 bis knapp 40 Grad. Die aufgeheizten Luftmassen entladen ihre gespeicherte Energie in zunehmend heftigen Gewittern, die neben Blitzschlag teils heftigen Starkregen mit sich bringen. Besonders betroffen sind Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg sowie Teile Ostdeutschlands, wo Starkregen nebst Sturmböen und lokalen Überschwemmungen zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst haben.

Über Deutschland herrscht derzeit eine großräumige Hochdrucklage, die Teil einer Omega-ähnlichen Blockierung über Europa ist. Dadurch werden atlantische Tiefs umgeleitet und es gelangt sehr warme Luft aus Südwesteuropa nach Mitteleuropa. Diese stammt ursprünglich aus dem Raum Spanien und Nordafrika und wird über Frankreich nach Deutschland geführt. In der Folge dominiert stabiles, sonniges und heißes Wetter mit Gewittern am Rand der Hochdruckzone, wo die aufgeheizte Luft aufsteigt, in größeren Höhen abkühlt und teils explosive Gewitterzellen bildet. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen – und desto größer ist das Potenzial für Starkregen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte daher bereits vor Gewittern mit Hagel, Sturmböen und lokal bis zu 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter in kurzer Zeit.
Besonders dramatisch entwickelten sich gestern Abend und nachts die Lage in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, wo durch Blitzschlag auf einem Zeltplatz gleich 9 Teilnehmer eines Handballturniers verletzt wurden. Zuvor waren Temperaturen von bis zu 38 Grad gemessen worden. Anschließend zogen kräftige Gewitter über Teile des Landes hinweg. Im Rhein-Lahn-Kreis stiegen mehrere Gewässerpegel innerhalb weniger Stunden stark an. Behörden sprachen zeitweise von einem möglichen 50-jährigen Hochwasser. Überflutete Straßen und Keller sowie umgestürzte Bäume lösten zahlreiche Feuerwehreinsätze aus.
Für heute und morgen warnte der DWD in Brandenburg und Berlin vor lokal auftretenden Gewittern mit heftigem Starkregen. So kam es dann auch: In Cottbus standen nach einem Gewitter mehrere Straßenzüge unter Wasser, nachdem die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnte. Das Stadtfest musste vorübergehend unterbrochen werden. Aus dem Raum Zittau wurden überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und zahlreiche Feuerwehreinsätze gemeldet. Gleichzeitig kursierten in sozialen Medien aus dem Berliner Umland Bilder großflächig überfluteter Fahrbahnen.
Klimaforscher weisen seit Jahren darauf hin, dass wärmere Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann. Dadurch steigt das Risiko für kurze, aber sehr intensive Starkregenereignisse – selbst während einer Hitzewelle.