Starkes Erdbeben Mw 6,0 in der japanischen Volcano-Islands-Region
Datum: 02.03.2026 | Zeit: 03:55:22 UTC | Koordinaten: 23.029 ; 144.245 | Tiefe: 11 km | Mw 6,0
Am 2. März 2026 um 03:55:22 UTC ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 6,0 in der Region der japanischen Volcano Islands. Das Epizentrum lag bei den Dezimal-Koordinate 23,029 ; 144,245. Die Herdtiefe betrug 11 Kilometer. Damit handelte es sich um ein relativ flaches Beben, das theoretisch über ein gewisses Schadenspotenzial verfügt, aufgrund der abgelegenen Lage aber keine Schäden verursacht haben dürfte. Die nächstgrößere Stadt ist Yokosuka, rund 1.433 km nord-nordwestlich entfernt. Näher liegt Saipan, etwa 883 km südöstlich. Aufgrund dieser großen Distanzen zu dicht besiedelten Gebieten sind direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung eher unwahrscheinlich, obgleich es eine Militärbasis auf Iōtō (früher Iwo Jima) gibt, eine der Vulkaninseln in relativer Nähe zum Erdbebengebiet. Es gab ein Nachbeben der Magnitude 4,9 in 10 Kilometern Tiefe.

Tektonisch liegt die Region in einem äußerst aktiven Bereich des westlichen Pazifiks. Die Volcano Islands gehören zum Izu-Bonin-Mariana-Inselbogen, der durch Subduktion entstanden ist. Hier taucht die Pazifische Platte unter die Philippinische Meeresplatte ab. Dieser Prozess führt zu großem Spannungsaufbau in der Erdkruste. Wenn sich die Spannungen plötzlich lösen, entstehen Erdbeben. Gleichzeitig sorgt die Subduktion für das Aufschmelzen von Gestein im Mantel, wodurch Magma aufsteigen und Vulkane bilden kann. Das Erdbeben steht somit im direkten Zusammenhang mit der aktiven Plattengrenze und ist ein typisches Beispiel für seismische Aktivität in einem Inselbogen-System.
Die Volcano Islands sind Teil der Ogasawara-Inselkette und umfassen unter anderem Iwo Jima (offiziell Iōtō) und Nishinoshima. Diese Inseln bestehen aus vulkanischem Material und sind das sichtbare Resultat von im Ozeanboden wachsenden Vulkanen infolge langanhaltender Subduktionsprozesse.
Iōtō stand zwischen 2023 und 2024 und auch 2025 in den Schlagzeilen bei vulkane.net, da es unmittelbar vor der Küste eruptive Aktivität gab. In geringer Wassertiefe ereigneten sich Eruptionen, die einen kleinen Vulkanrücken, vergleichbar einer Sandbank, haben auftauchen lassen. Nishinoshima beschäftigte uns in den letzten Jahren immer wieder. Auch wenn das aktuelle Erdbeben nicht in direktem Zusammenhang mit der Aktivität dieser Inselvulkane steht, könnte es durch die Erschütterungen Eruptionen triggern, vorausgesetzt, die Vulkane sind geladen.
Auf der EMSC-Shakemap sieht man, dass es bei Japan ein weiteres starkes Erdbeben Mb 5,5 gab, das sich vor der Südküste von Kyushu ereignete und sich auf den Sakurajima auswirken könnte.