Japan: Taifun Dujan kostet Menschenleben

Taifun Dujuan richtet in Japan Schäden an und fordert Tote und Verletzte – enorme Niederschlagsmengen registriert

Der Taifun „Dujuan“ hat im Osten Japans schwere Überschwemmungen und zahlreiche Erdrutsche ausgelöst. Nach aktuellen Angaben kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, sechs weitere werden vermisst. Zudem wurden 23 Menschen verletzt. Besonders betroffen sind die Präfekturen Chiba und Kanagawa im Großraum Tokio.

Drei der Todesopfer wurden in Chiba registriert, ein weiteres in Kanagawa. Auch in der Präfektur Miyazaki wurde ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Unwetter gemeldet. Mehrere Menschen wurden von Erdrutschen eingeschlossen oder verschüttet. In der Stadt Miura auf der Miura-Halbinsel laufen weiterhin Such- und Rettungsarbeiten nach Vermissten. Ob diese Menschen lebend geborgen werden können, ist ungewiss, die Opferzahlen könnten entsprechend steigen.

Auslöser der zahlreichen Erdrutsche und Überflutungen waren außergewöhnlich starke Regenfälle, die im Rahmen des Taifuns über Honshu und benachbarte Inseln niedergingen. Auf der Insel Oshima im Izu-Archipel fielen innerhalb von 48 Stunden 832 Millimeter Niederschlag. Damit wurde dort ein neuer Rekord für diesen Zeitraum aufgestellt. Die Regenmenge entspricht mehr als dem Doppelten des durchschnittlichen Septemberniederschlags. Für das vulkanisch geprägte Archipel galt die höchste Warnstufe in Bezug auf Erdrutsche und Schlammströme.

Im nördlich gelegenen Großraum Tokio wurden ebenfalls extreme Niederschlagsmengen gemessen: Im Bezirk Edogawa fielen innerhalb von 24 Stunden 282,5 Millimeter, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellt.

Die Niederschlagsmengen des Taifuns könnten durch das pazifische Klimaphänomen El Niño zum Extrem verstärkt worden sein. El Niño fällt in diesem Jahr besonders stark aus und Meteorologen rechnen mit weiterem Extremwetter im Pazifikraum.

Obwohl „Dujuan“ inzwischen nach Nordosten abgezogen ist und sich über dem Pazifik abschwächt, bleibt die Gefahr von Erdrutschen und Hochwasser in Japan bestehen. Die Böden sind nach den extremen Niederschlägen großflächig wassergesättigt. Gleichzeitig führen angeschwollene Flüsse Hochwasser. Die Behörden hatten für besonders gefährdete Gebiete umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet. Zeitweise waren zwischen 1,6 und 1,9 Millionen Menschen zur Evakuierung beziehungsweise zur Vorbereitung darauf aufgefordert worden.

Auch die Infrastruktur wurde erheblich beeinträchtigt. Mehr als 45.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom, mindestens 468 Gebäude wurden beschädigt. Zahlreiche Flüge und Zugverbindungen fielen aus.

„Dujuan“ ist der 25. Taifun der Saison im westlichen Nordpazifik. Obwohl der Sturm Japan nicht direkt überquerte, sorgten seine ausgedehnten Regengebiete für extreme Niederschläge und schwere Folgeschäden.