Kilauea: Die heißeste Show der Welt endete nach 8,5 Stunden

Lavafontänen-Episode 51 dauerte achteinhalb Stunden – 5 Millionen Kubikmeter Lava gefördert

Der Kilauea auf Hawaii hat inzwischen die 51. Lavafontänen-Episode beendet und erneut für ein fantastisches Naturschauspiel gesorgt, das ich gerne als die „heißeste Show der Erde“ bezeichne: Die gut 1.200 Grad heiße Lava schoss bis zu 290 Meter aus dem Schoß unseres Planeten empor und überflutete den Halemaʻumaʻu-Krater mit etwa 5 Millionen Kubikmetern Lava. Tephra erreichte eine Höhe von bis zu 5.000 Metern und regnete auch außerhalb der Nationalparkgrenzen nieder. Nach gut achteinhalb Stunden endete die Show am Mittwoch um 16:46 Uhr HST. Bei uns in Europa war es bereits Donnerstagmorgen.

51

Die Show der 51. Lavafontänen-Episode war zwar spektakulär, doch es handelte sich nur um einen durchschnittlich starken Ausbruch, wie wir ihn seit Beginn der Eruption am 23. Dezember 2024 bereits viele Male gesehen haben. Ungewöhnlich war die fast dreiwöchige Aufladungsphase, in der sich der Beginn der Lavafontänenphase infolge mehrerer Deflationsereignisse wiederholt verzögert hatte.

Ähnlich wie die aktuelle Eruption dauerten die meisten Episoden mehrere Stunden und förderten einige Millionen Kubikmeter Lava, wobei die Stärke der einzelnen Ausbrüche deutlich schwankte. Die Lavafontänen erreichten häufig Höhen von mehreren hundert Metern, während die Ausbruchsphasen meist zwischen wenigen und rund zehn Stunden anhielten.

Die bislang stärkste Episode war Episode 43 am 10. März 2026. Während dieser Phase waren sowohl der Nord- als auch der Südschlot aktiv. Die Lavafontänen erreichten Rekordhöhen von bis zu 540 Metern am Südschlot und etwa 440 Metern am Nordschlot. Insgesamt wurden dabei ungefähr 12 Millionen Kubikmeter Lava ausgestoßen – mehr als bei jeder anderen Episode der aktuellen Eruptionsserie. Die Aktivität dauerte etwa neun Stunden, wobei zeitweise Förderraten von bis zu 800 Kubikmetern Lava pro Sekunde gemessen wurden.

Die jüngste Episode 51 reiht sich in dieses charakteristische Muster ein: Nach einer Phase zunehmender Inflation im Gipfelbereich setzte erneut eine kurze, energiereiche Fontänenphase ein, bevor die Aktivität wieder abrupt nachließ. Solche wiederkehrenden Ausbruchszyklen entstehen durch das periodische Auffüllen und Entleeren des flach gelegenen Magmareservoirs unter dem Gipfel. Zwischen den Episoden bleibt der Kilauea aktiv, wobei sich der Druck im Untergrund erneut aufbauen kann, bis eine weitere Fontänenphase ausgelöst wird.

Die Aktivität der letzten zwei Jahre beschränkte sich auf den Halemaʻumaʻu-Krater, ohne dass die beiden Riftsysteme im Osten und Westen des Kīlauea an eruptiver Tätigkeit beteiligt gewesen wären. Seit der Leilani-Eruption ist die Aktivität am legendären Puʻuʻōʻō-Krater im oberen Ostrift zum Erliegen gekommen. Die Eruption dort speiste die Lavaströme, die jahrelang in den Ozean flossen und ein Magnet für zahlreiche Vulkanspotter waren. Dagegen sind die aktuellen Lavafontänen-Episoden nicht ganz so einfach zu erwischen, da sie – wie aktuell – mit Verzögerung starten können. Der Puʻuʻōʻō erhielt zumindest einen Teil seiner Schmelze aus dem Speicher unter der Gipfelcaldera, der nun die Lavafontänen speist. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass es im Ostrift wieder zu Aktivität kommen wird, solange die Lavafontänenphase in ihrer aktuellen Intensität anhält.