Drei Erdbeben erschüttern die nördlichen Kurilen – stärkste Erschütterung Mw 6,1
Datum: 07.06.2026 | Zeit: 10:41:56 UTC | Koordinaten: 50.129 ; 157.257 | Tiefe: 15 km | Mw 6,1
Innerhalb weniger Stunden haben sich am 7. Juni 2026 drei stärkere Erdbeben im Bereich der Kurilen-Insel Paramushir ereignet. Das erste und stärkere Beben erreichte eine Magnitude von 6,1 und wurde um 10:41 Uhr UTC registriert. Sein Epizentrum lag südöstlich der Insel Paramuschir, etwa 100 Kilometer ostsüdöstlich von Severo-Kurilsk. Der Erdbebenherd befand sich in einer vergleichsweise geringen Tiefe von 15 Kilometern.

Wenige Minuten später folgte ein zweites Beben Mw 5,3 in 40 Kilometern Tiefe. Gut vier Stunden danach gab es ein drittes Beben der Magnitude 5,5 nahezu am selben Ort in gleicher Tiefe. Die beiden letzten Ereignisse lagen bereits im Bereich der Asthenosphäre. Die räumliche Nähe der Epizentren sowie der kurze zeitliche Abstand sprechen dafür, dass die Erdbeben Teil derselben seismischen Sequenz waren. Wahrscheinlich handelte es sich beim Magnitude-6,1-Beben um das Hauptbeben und bei den späteren Ereignissen um Nachbeben beziehungsweise um eine durch die Spannungsumlagerung ausgelöste Folgereaktion.
Tektonisch liegen die Erschütterungen in einer der aktivsten Erdbebenregionen der Erde. Die Kurilen bilden einen Inselbogen entlang der Grenze zwischen der Pazifischen Platte und der Ochotsk-Platte. Entlang des Kamtschatka-Kurilengrabens taucht die Pazifische Platte mit mehreren Zentimetern pro Jahr unter die darüberliegende Platte ab. Dieser Prozess, als Subduktion bezeichnet, erzeugt gewaltige Spannungen im Gestein, die sich regelmäßig in Form von Erdbeben entladen.
Die unterschiedlichen Herdtiefen der beiden Ereignisse liefern Hinweise auf die Bruchprozesse im Untergrund. Während das erste Beben wahrscheinlich nahe der Plattengrenze oder im oberen Bereich der abtauchenden Platte entstand, deutet die größere Tiefe der beiden Erdbeben im Fünferbereich auf einen Bruch innerhalb der bereits abgesunkenen Pazifischen Platte hin.
Erst im letzten Jahr hatte es an der gleichen Störungszone weiter nördlich eine mehrere Monate andauernde Erdbebensequenz gegeben, die auch das Megabeben Mw 8,8 hervorbrachte, das letztendlich zum Ausbruch des Krasheninnikov führte. Das gleiche Ereignis hat offenbar die Ausbruchsphase des Ebeko auf Paramushir beendet. Ähnliches könnte sich nun auch am italienischen Stromboli zugetragen haben, als es am 2. Juni ein tiefes Erdbeben der Magnitude 6,2 gegeben hatte.