Hohe Steinschlagaktivität geht weiter – Anzahl der pyroklastischen Ströme rückläufig
Am Mayon auf Luzon (Philippinen) geht die Aktivität auf hohem, aber leicht rückläufigem Niveau weiter. Nach dem vorläufigen Höhepunkt der Tätigkeit am 5. Februar reduzierten sich die Abgänge pyroklastischer Ströme auf 8. Tags zuvor waren es noch 33. Dafür wurde aber eine anhaltend hohe Zahl an Steinschlägen und Schuttlawinen registriert. Laut PHILVOLS waren es 335 innerhalb von 24 Stunden. Aufnahmen dokumentierten das Geschehen während der Abenddämmerung. Zu sehen sind die typischen Glutspuren der Steinschläge und Schuttlawinen, die auf lange belichteten Aufnahmen oft wie Lavaströme aussehen. Vom Dom gehen mehrere Lavazungen aus, deren Stabilität entscheidend für die Anzahl der Abgänge sind. Die geringere Anzahl der pyroklastischen Ströme bedeutet in erster Linie, dass weniger große Lavapakete abbrechen als zuvor.
Neben diesen Phänomenen beobachteten die Vulkanologen noch eine Reihe anderer vulkanischer Erscheinungen. Hierzu zählen rot illuminierte Dampfwolken, die vom Lavadom ausgehen und gestern über den Tag hinweg 1800 Tonnen Schwefeldioxid ausgestoßen haben. Außerdem registrierten die Seismometer 2 vulkanotektonische Erdbeben, die darauf hinweisen, dass weiterhin Magma aufsteigt. Der Vulkan gilt als aufgebläht und es gibt trotz des Rückgangs an Abgängen pyroklastischer Ströme keine Hinweise auf ein baldiges Ende der Eruption.
Taal mit langer Tremorphase
Neben dem Mayon ist auf Luzon auch der Taal aktiv. Heute wurde wieder eine lang anhaltende Tremorperiode mit einer Dauer von 840 Minuten registriert. Hinzu kamen 4 vulkanotektonische Erdbeben. Gegenüber den letzten Jahren hat sich der Schwefeldioxid-Ausstoß drastisch reduziert und beläuft sich nur noch auf 100 bis 200 Tonnen am Tag. Zu Spitzenzeiten vor 2 Jahren wurde das 100-fache dieses Wertes gemessen, was extreme Werte für einen Vulkan mit offen liegender Lava waren Tatsächlich gab es zu dieser Zeit aber deutlich weniger phreatische Eruptionen, als es im letzten Jahr der Fall gewesen war, als sich der Gasausstoß deutlich reduziert hatte.
Kanlaon stößt Gas aus
Der dritte aktive Vulkan der Philippinen ist der Kanlaon auf Negros, der ebenfalls weiterhin als aufgebläht gilt. Gestern gab es hier 5 vulkanotektonische Erdbeben und einen Schwefeldioxid-Ausstoß von gut 1700 Tonnen am Tag. Obwohl in den letzten Tagen keine Ascheemissionen gemeldet wurden, könnte es jederzeit wieder zu welchen kommen.
Von den drei erwähnten Vulkanen weist der Mayon aktuell die größte Aktivität auf und es ist der einzige Feuerberg der Philippinen, der aktiv Lava eruptiert. Die Tätigkeit ist unberechenbar und kann sich ohne weitere Warnung steigern. Der Alarmstatus steht auf „3“ und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone.
