Merapi produzierte 2 pyroklastische Ströme und 104 glühende Schuttlawinen
Der Merapi auf der indonesischen Insel Java hat gestern, am 8. Februar 2025, 2 pyroklastische Ströme generiert. Sie rauschten auf der Südwestflanke zu Tale und erzeugten seismische Signale, die bis zu 102 Sekunden dauerten. In dieser Zeit legen pyroklastische Ströme am Merapi meistens Gleitstrecken um 1500 m zurück. Darüber hinaus wurden 104 Abgänge teils glühender Schuttlawinen und Steinschläge detektiert. Eine Schuttlawine konnte via Afar-TV-Livecam dokumentiert werden. Die Originalaufnahmen waren im Infrarot-Nachtsichtmodus der Kamera aufgenommen worden und daher farblos. Ich habe das Bild hier mit Hilfe einer KI nachkoloriert.
Das seismische Netzwerk detektiert neben den erwähnten Signalen 84 Hybridbeben, die auf Fluidbewegungen im Inneren des Vulkans zurückzuführen sind. Die tägliche Anzahl der Beben nahm seit Januar leicht zu, was mit der gestiegenen Anzahl der Dichteströme- und Schuttlawinenabgänge korreliert. Leider gibt es noch keine neuen Daten zum Domvolumen. Bei der letzten Messung lag das des südwestlichen Doms bei 4,1 Millionen Kubikmetern.
Das Informationsmanagement der indonesischen Behörden kann ich nur noch als katastrophal beschreiben. Im November änderte man offenbar Zuständigkeiten und legte seit Jahren bewährte Strukturen und Webseiten still bzw. adressierte sie neu, mit dem Ergebnis, dass neue Daten kaum noch zu finden sind oder ausschließlich bei Instagram geteilt werden. Indonesische Texte sind in Bilddokumenten eingebunden, wo sie weder von Suchmaschinen erfasst werden können noch von Nutzern kopiert und in Übersetzungsprogrammen eingefügt werden können. Die Behörden haben offensichtlich den Sinn und das Wesen des Internets nicht verstanden und sind bemüht, die Meinungshoheit ihrer Daten zu behalten, obgleich sie als durch Steuern finanzierte Organe eigentlich Public Domain sein sollten. Ich vermute mal, dass man verhindern will, dass Medien die Daten aufgreifen und nach ihrem Gusto berichten. Leider sind damit auch relevante Informationen und Gefahrenhinweise für ausländische Touristen, die kein Indonesisch sprechen, praktisch nicht verfügbar, wobei ich auch immer mehr das Gefühl habe, dass man in Indonesien von Seiten der Politiker auch keine Touristen im Allgemeinen und Vulkantouristen im Speziellen mehr haben will.