Mexiko: Ausbruch eines neuen Schlammgeysirs

Neuer Schlammgeysir entsteht in Mexikos Geothermalregion Ixtlán de los Hervores

In der mexikanischen Gemeinde El Salitre bei Ixtlán de los Hervores im Bundesstaat Michoacán hat sich überraschend ein neuer Schlammgeysir gebildet. Anwohner berichteten, dass sich auf einem privaten Grundstück plötzlich der Boden öffnete und unter lautem Zischen heißer Schlamm, Wasser und Dampf austraten. Auf Fotos und Videos des Ausbruches ist zu sehen, wie der Geysir den dunklen Schlamm unter intensiver Dampfentwicklung mehrere Meter hoch auswirft – Schätzungen zufolge erreicht die Fontäne eine Höhe von bis zu 5 Metern.

Der Hinterhof

Die Behörden reagierten umgehend auf das hydrothermale Phänomen. Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes rückten aus und sperrten das Gebiet ab und richteten einen Sicherheitsparameter ein. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die neu entstandene Austrittsöffnung mehr als vier Meter Durchmesser haben könnte. Wegen der hohen Temperaturen, möglicher Gasemissionen und beobachteter Bodenbewegungen wurden Bewohner aufgefordert, Abstand zu halten. Berichten zufolge brachten die Eigentümer des Grundstücks zunächst Tiere in Sicherheit, nachdem der Ausbruch plötzlich begonnen hatte.

Die Schlammeruption kommt nicht völlig überraschend, wenngleich es keine Vorzeichen einer bevorstehenden Eruption gab: Ixtlán de los Hervores zählt zu den bekanntesten Geothermalgebieten Mexikos. Seit langem ist die Region für heiße Quellen, Dampfaustritte und natürliche Geysire bekannt. Der Name „de los Hervores“ – sinngemäß „der kochenden Quellen“ – verweist bereits auf die intensive hydrothermale Aktivität des Untergrundes.

Vulkanologisch liegt die Gegend in einem besonders aktiven Teil des mexikanischen Vulkangürtels und steht im weiteren Zusammenhang mit dem Michoacán-Guanajuato-Vulkanfeld, einer Provinz mit mehr als tausend kleinen Schlackenkegeln. Zu diesem Feld gehört auch der berühmte Vulkan Parícutin, der 1943 buchstäblich auf einem Maisfeld entstand und innerhalb weniger Tage zu einem der bekanntesten Beispiele monogenetischer Vulkanbildung wurde.

Ein direkter Zusammenhang zwischen dem neuen Schlammgeysir und Parícutin besteht nicht. Trotzdem sind beide Erscheinungen Ausdruck desselben geodynamischen Hintergrunds, der von einem hohen geothermischen Gradienten der Region geprägt wird. Wärme aus der Tiefe steigt mit Fluiden entlang von Störungssystemen auf und schaffen ideale Bedingungen dafür, dass heißes Wasser und Dampf plötzlich neue Wege an die Oberfläche finden.