Neuseeland: Serie starker Erdbeben bei Kermadec

Erdbebenserie bei den südlichen Kermdaec-Inseln – Zahlreiche Unterwasservulkane in der Nähe

Datum: 05.04.2026 | Zeit: 13:22:14 UTC | Koordinaten: -32.111 ; -177.835 | Tiefe: 5 km | MW 5,5

Die südlichen Kermadec-Inseln liegen nördlich von Neuseeland und sind Schauplatz tektonischer Spannungen, die sich in den letzten 24 Stunden in 6 Erdbeben mit Magnituden im Fünferbereich entluden. Das Brisante: Der vulkanische Inselbogen beherbergt eine große Ansammlung von Unterwasservulkanen, die auf die Erdbeben reagieren könnten.

Kermadec

Das stärkste Beben hatte eine Magnitude 5,5 und ereignete sich am 5. April 2026 um 13:22 UTC südlich der Kermadec-Inseln. Das Epizentrum lag bei 32,1° Süd und 177,8° West, also weit im offenen Pazifik, und mehr als 700 km nordnordöstlich von Neuseeland entfernt. Mit einer sehr geringen Herdtiefe von nur 5 km handelt es sich um ein flaches Erdbeben, das typischerweise in der oberen Erdkruste entsteht. Aufgrund der großen Entfernung zu bewohnten Gebieten dürfte es kaum oder gar nicht verspürt worden sein und keine Schäden verursacht haben.

Dieses Ereignis war Teil einer Serie von sechs Beben im Magnitudenbereich 5,1 bis 5,5, was auf eine aktive Spannungsumlagerung in der Region hindeutet.

Die Meeresregion gehört zum Kermadec-Graben, einer der aktivsten Subduktionszonen der Erde. Hier taucht die Pazifische Platte mit hoher Geschwindigkeit unter die Indisch-Australische Platte ab. Dieser Prozess erzeugt Spannungen im Untergrund, die sich oft in Erdbeben entladen. Die Beben lagen einige Kilometer hinter dem Tiefseegraben, wo man eigentlich tiefere Hypozentren vermuten würde.

Die beobachtete Erdbebenserie könnte durch reibungsbedingtes Ruckgleiten (Stick-Slip) entlang der Subduktionsfläche oder durch Bruchbildung in der oberen Erdkruste verursacht worden sein.

Obwohl die Beben tektonischen Ursprungs waren, sind sie stark genug gewesen, um Vulkane zu beeinflussen. In der Region liegen mehrere Unterwasservulkane, von denen Havre Seamount und Monowai die bekanntesten sind.

Interessant ist auch eine relativ hohe Seismizität entlang des neuseeländischen Archipels. Besonders im Norden der vulkanisch geprägten Nordinsel sind auf der Shakemap mehrere moderate Erdbeben zu erkennen. Hier liegt der aktive Inselvulkan White Island, der immer wieder kleinere Ascheeruptionen erzeugt.