Pazifik: Drei tropische Wirbelstürme aktiv

Pazifik außergewöhnlich aktiv – Drei tropische Wirbelstürme und schwere Überschwemmungen in Bangkok

Der Pazifik zeigt sich derzeit ungewöhnlich aktiv: Gleichzeitig sind mehrere tropische Wirbelstürme unterwegs. Das National Hurricane Center überwachte am 25. September die Hurrikane Polo, Odalys und Nolo. Hurrikan Polo entwickelte sich dabei nach einer kurzweiligen Herabstufung erneut zur Kategorie-5-Stärke mit bis zu 290 km/h schnellen Winden, womit er sich zu einem der stärksten Stürmen der Welt entwickelte. Die drei Systeme befinden sich allerdings weit voneinander entfernt im östlichen und zentralen Pazifik.

Am bemerkenswertesten ist bis jetzt Polo, der sich vor der mexikanischen Küste bewegt und dort bereits starke Regenfälle und hohen Seegang verursachte. In der Folge wurden Schulen und öffentliche Einrichtungen geschlossen. Das Auge des Sturms bewegt sich mit nur 17 km/h langsam nach Norden, während innerhalb des Sturms Böen von mehr als 300 km/h gemessen wurden, was Polo nicht nur äußerst gefährlich macht, sondern ihn auch zu einem der stärksten Stürme der westlichen Hemisphäre werden lässt. Darüber hinaus stellte er 2 weitere Superlative auf: für den zweittiefsten Luftdruck (892 Millibar) und die dreifache Hochstufung auf Kategorie 5. Die weitere Zugbahn soll den Sturm Anfang nächster Woche zur Baja California führen, wo er etwas abgeschwächt auf Land treffen soll.

Während die gewaltigen Hurrikane und Taifune über dem Pazifik für spektakuläre Satellitenbilder sorgen, kämpfen an verschiedenen Orten der Erde Menschen mit schweren Überschwemmungen. Besonders dramatisch ist die Lage derzeit in Bangkok. Dort stehen zahlreiche Straßen und tiefer gelegene Stadtteile unter Wasser. Die thailändischen Behörden haben angesichts der Lage inzwischen Maßnahmen für sämtliche 50 Bezirke der Hauptstadt eingeleitet.

Starkregen setzt Bangkok unter Wasser

Die Ursache liegt allerdings nicht bei einem der pazifischen Hurrikane. Nach Angaben des thailändischen Wetterdienstes TMD liegt ein starkes Tiefdruckgebiet über dem unteren Zentralthailand und schließt Bangkok ein. Es bewegt sich entlang der Monsunrinne weiter über das Landesinnere. Gleichzeitig hat sich der Südwestmonsun über der Andamanensee, dem Golf von Thailand und Südthailand verstärkt. Dadurch wird weiterhin feuchte Luft nach Thailand geführt.

Für den 26. und 27. September warnt der TMD vor weiteren schweren bis sehr schweren Regenfällen. Besonders betroffen sind neben Bangkok große Teile Zentral-, Ost- und Südthailands. Aufgrund der bereits gefallenen Niederschläge besteht zusätzlich die Gefahr von Sturzfluten und weiteren Überflutungen.

In Bangkok hat das Wasser bereits zahlreiche Verkehrswege erfasst. Bilder aus der Metropole zeigen Straßen, die teilweise wie Flüsse aussehen. Fahrzeuge stehen im Wasser, während in tiefer gelegenen Bereichen das Hochwasser bis an Häuser und Geschäfte reicht.

Dass es im Pazifikraum zu mehreren starken Wirbelstürmen gleichzeitig kommt, tritt besonders häufig in El-Niño-Jahren auf. Hohe Temperaturen des Ozeanwassers und eine Umkehrung üblicher Meereszirkulationen begünstigen die Sturmbildung über dem Pazifik, schwächen diese im Atlantik aber etwas ab. Trotzdem kam es an der US-Ostküste ebenfalls zu Unwettern.

Küstenhochwasser in New Jersey

Auch an der atlantischen US-Ostküste sind spektakuläre Hochwasserbilder entstanden. In Surf City auf Long Beach Island, New Jersey, wurden Straßen durch auflaufendes Meerwasser überflutet. Häuser und Fahrzeuge stehen teilweise im Wasser. Ursache ist hier allerdings ebenfalls kein Hurrikan aus dem Pazifik.

Verantwortlich ist ein ausgeprägter Nor’easter, der sich vor der US-Ostküste entwickelt hat. Starke Nordostwinde treiben Wasser gegen die Küste, während hoher Seegang und die Tide die Überflutung zusätzlich verstärken, so das man von einer Sturmflut sprechen kann. Der National Weather Service warnt vor teils lebensgefährlichem Küstenhochwasser entlang der Atlantikküste.

Damit treffen derzeit mehrere außergewöhnliche Wetterlagen aufeinander: Während sich über dem Pazifik mehrere Hurrikane gleichzeitig befinden, sorgen ein Monsuntief in Thailand und ein Nor’easter an der US-Ostküste für schwere Überschwemmungen. Eine direkte Verbindung zwischen den Pazifik-Hurrikanen und den Hochwassern in Bangkok oder New Jersey besteht dabei nicht.

Unwetter auf Sizilien

Auch das italienische Sizilien wurde heute erneut von schweren Unwettern heimgesucht. Besonders stark traf es die Ätnaregion und Catania. Hier wurde der historische Fischmarkt komplett Unterwasser gesetzt. Straßen in der Stadtmitte verwandelten sich erneut in Flüsse. Diese Bilder sind für den Herbst mittlerweile typisch. Als Mitverursacher für die Gewitter und Starkregen im Mittelmeerraum gilt eine außergewöhnlich hohe Wassertemperatur des Meeres.