Kratersee des Poás zeigt Veränderungen nach Eruption vom 10. April – neues Fumarolenfeld entstanden
Die Forscher vom OVISCORI-UNA dokumentierten bei Untersuchungen im Krater des costa-ricanischen Vulkans Poás einige Veränderungen in der Kratermorphologie und dem Stand des Säuresees, die durch die phreatische Eruption am 10. April (Vnet berichtete) verursacht worden waren. Der Ausbruch spielte sich bei bewölktem Himmel in der Nacht ab und wurde visuell nicht beobachtet. Dadurch blieb das ganze Ausmaß der Eruption unbekannt. Die nun gemachten Entdeckungen enthüllen, dass die Eruption offenbar stärker war als zunächst angenommen.
Die inzwischen ausgewerteten geophysikalischen Messdaten und die neuen Felduntersuchungen liefern nun ein genaueres Bild der Eruption: Sie dauerte weniger als zwei Minuten und wurde von niederfrequentem Tremor begleitet, ein typisches Zeichen für anhaltende Entgasung. Auffällig ist die Bildung eines neuen Fumarolenfeldes am westlichen Rand des extrem sauren Kratersees. Dieses Gebiet war bereits 2022 durch erhöhte Temperaturen von rund 60 °C aufgefallen.
Das bei der Eruption ausgestoßene Material bestand überwiegend aus feiner Asche, die sich über den gesamten Kraterboden und den westlichen Rand des Kraters verteilte. Vulkanische Bomben wurden nicht beobachtet. Gleichzeitig stieg der Wasserspiegel des Kratersees um etwa drei Meter – vermutlich durch Verdrängung infolge der Ablagerungen. In seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen ist ein partieller Einsturz bzw. Absacken der inneren Kraterwand, wo eine bis zu 23 Meter tiefe Depression entstand.
Obwohl die Eruption sich auf den Krater stärker auswirkte als bisher angenommen, zeigen weitere Daten, dass sich der Poás in einem vergleichsweise stabilen Zustand befindet. Der Ausstoß von Schwefeldioxid (SO₂) zeigt keine signifikanten Schwankungen, und größere Bodenverformungen wurden nicht festgestellt. Vulkanologen bewerten das Ereignis als hydrothermale (phreatische) Eruption – ausgelöst durch Druckentlastung und Instabilitäten im oberflächennahen System, nicht durch frisches Magma aus der Tiefe. Entsprechend bleibt der Vulkan auf Warnstufe 2 von 5.
Im Frühjahr 2025 zeigte der Poás eine erhöhte Aktivitätsphase mit wiederholten phreatischen und phreatomagmatischen Explosionen, verstärkter Gasfreisetzung und schwankenden Wasserständen im Kratersee. Diese Ereignisse deuteten auf ein zunehmend instabiles hydrothermal-magmatisches System hin. Die aktuelle Eruption passt in dieses Muster, ohne dass es Anzeichen einer weiteren Verstärkung der Aktivität gibt.
