Pyroklastischer Strom am Semeru erreichte Fuß des Vulkans und legte 4500 m Gleitstrecke zurück
Der indonesische Vulkan Semeru generierte am Freitagabend erneut einen pyroklastischen Strom. Er manifestierte sich um 19:59 Uhr Ortszeit und wurde von der lokalen Vulkanbeobachtungsstation registriert. Laut offiziellen Angaben erzeugte die Eruption auf dem Seismogramm eine maximale Amplitude von 20 Millimetern. Die Auswertung zeigt, dass der Dichtestrom 4 Minuten und 10 Sekunden dauerte. Der pyroklastische Strom legte eine Strecke von 4,5 Kilometern zurück und bewegte sich in Richtung des Flusssystems Besuk Kobokan, einem bekannten Gefahrenkorridor für vulkanische Dichteströme am Semeru.

Der Ausbruch von einer dichten, grauen Aschesäule begleitet, die etwa 700 Meter über den Gipfel des Jonggring-Saloko-Kraters aufstieg. Die Wolke bewegte sich in westliche Richtung und erreichte laut VAAC Darwin eine Höhe von 4600 m über dem Meer.
Nach Angaben der lokalen Katastrophenschutzbehörde (BPBD) kam der Strom am Fuß des Vulkans zum Stillstand, kurz bevor er besiedeltes Gebiet erreichte. Schäden oder Opfer wurden nicht gemeldet. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da sich durch den Ausbruch zusätzliches lockeres Material an den Hängen des Vulkans abgelagert hat, das bei starkem Regen in Form von Laharen mobilisiert werden könnte. Derzeit gibt es am Semeru immer wieder mäßige bis starke Niederschläge, was diese Gefahr verstärkt. Behörden warnen daher insbesondere Bewohner entlang von Flüssen, die am Vulkan entspringen, und rufen die Allgemeinheit dazu auf, sich von den gefährdeten Gebieten fernzuhalten.
Die Einsatzkräfte wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt, um im Falle weiterer Aktivitäten schnell reagieren zu können. Gleichzeitig rufen die Behörden die Bevölkerung zur Ruhe auf, mahnen jedoch zur Wachsamkeit und zur strikten Einhaltung der Sicherheitszonen.
Der Semeru gilt als einer der aktivsten Vulkane Indonesiens und zeigt regelmäßig eruptive Aktivität. In seinem Krater wächst ein Lavadom, der Ursprung der Dichteströme ist. Die Vulkanologen weisen darauf hin, dass auch scheinbar mittelstarke Ereignisse wie dieser pyroklastische Strom ernst genommen werden müssen, da sich die Lage jederzeit kurzfristig verschärfen kann.