Sizilien in Flammen: Vegetationsbrände geraten außer Kontrolle

Hitzewelle entfacht neue Brandkrise auf Sizilien – Flammen erreichen auch Vulkanregionen

Alle Jahre wieder beherrschen im Sommer Schlagzeilen über Wald- und Vegetationsbrände die Medien. Neben den ganz großen Waldbrand-Katastrophen, wie etwa in Kanada oder Frankreich, gibt es auch die etwas kleineren, wie sie gerade Sizilien und Kalabrien erleben. Eine außergewöhnliche Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 40 °C ließ Böden und Vegetation austrocknen und bedingte mehrere Feuer, die besonders auf Sizilien zunehmend unkontrollierbar werden. Aber auch die Solfatara von Pozzuoli wurde in den vergangenen Tagen von Bränden nicht verschont.

Zahlreiche Feuer breiteten sich in verschiedenen Teilen Siziliens aus, und Feuerwehr, Zivilschutz und Forstbehörden kämpfen gleichzeitig gegen mehrere Brandherde. Besonders betroffen waren unter anderem Gebiete bei Enna, Modica und Syrakus. Anwohner mussten evakuiert werden, und in einigen Regionen kam es durch beschädigte Infrastruktur zeitweise zu Stromausfällen.

Die aktuelle Lage wird durch den Verdacht verstärkt, dass ein Teil der Brände absichtlich gelegt wurde. Aus kleinen Feuern können sich innerhalb kurzer Zeit großflächige Vegetationsbrände entwickeln. Besonders gefährdet sind die mediterranen Macchien und trockene Grasflächen, wo sich Feuer in Windeseile ausbreiten und auf Wälder oder Siedlungen übergreifen können.

Auch die italienischen Vulkanlandschaften bleiben von der Feuergefahr nicht verschont. Während der Ätna selbst wegen seiner kargen Gipfelregion kaum durch Waldbrände gefährdet ist, sind die bewaldeten unteren Hänge und die Weinbaugebiete an den Flanken des Vulkans besonders anfällig. Dort treffen trockene Vegetation, hohe Temperaturen und teilweise starke lokale Winde aufeinander.

Ein weiterer spektakulärer Brand ereignete sich in den letzten Tagen in der vulkanisch bedeutenden Region der Campi Flegrei bei Pozzuoli. Am Rand des Solfatarakraters brach ein Vegetationsbrand aus. Die Flammen entwickelten sich nach bisherigen Angaben nicht durch vulkanische Aktivität, sondern im trockenen Buschland außerhalb des eigentlichen Fumarolenfeldes. Starker Wind trieb das Feuer anschließend in Richtung bebauter Bereiche.

Der Brand erreichte zeitweise die Umgebung von Gewerbebetrieben und Wohngebieten. Mehrere Menschen mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen, Fahrzeuge und Infrastruktur wurden beschädigt. Bilder von Flammen und Rauch nahe der Solfatara sorgten für Aufmerksamkeit, weil sie den Eindruck eines „brennenden Vulkans“ vermittelten. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen klassischen Vegetationsbrand in einer dicht besiedelten mediterranen Landschaft.

Die eingangs erwähnten Waldbrände in Kanada wüten weiter und wirken sich auch auf die Luftqualität im Norden und Osten der USA aus. Klimawandelleugner und Boykotteur entsprechender Abkommen zum internationalen Klimaschutz, Donald Trump, verlangte nun von den Kanadiern tatsächlich Schadensersatzzahlungen von Kanada wegen der schlechten Luft in den USA. Etwas, das mich sprachlos und ein wenig verwirrt den Kopf schütteln lässt.

Update: In der sizilianischen Provinz Agrigent wurde eine neue Höchsttemperatur dieser Hitzewelle gemessen: 48,4 Grad Celsius!