Sizilien: Unwetter treffen Vulkane Ätna und Stromboli

Unwetter treffen Sizilien – Ätna und Stromboli besonders betroffen

Starke Unwetter haben in der Nacht zum 23. September den Osten Siziliens getroffen. Besonders betroffen war der ionisch-etnäische Raum zwischen Acireale, Giarre und Riposto. Intensive Gewitterregen überlasteten die Kanalisation und überfluteten zahlreiche Straßen, die sich teilweise in reißende Bäche verwandelten. Auf der Autobahn A18 zwischen Catania und Messina stand das Wasser zeitweise so hoch, dass die Fahrzeuge bis zur Motorhaube im Wasser standen. Mehrere Autofahrer blieben mit ihren Fahrzeugen liegen und mussten von Feuerwehr und Verkehrspolizei gerettet werden. Auf Sizilien galt eine gelbe Unwetterwarnung.

Besonders hohe Niederschlagsmengen wurden im Küstenbereich am Fuß des Ätna registriert. In Riposto fielen innerhalb weniger Stunden zwischen 127 und 135 Millimeter Regen, in Aci San Filippo wurden 97 und in Acireale 81 Millimeter gemessen. Auch in Giarre, Santa Venerina und weiteren Orten kam es zu Überflutungen und Verkehrsbehinderungen.

Starke Regenfälle wirken sich auch oft auf die Straßen auf den oberen Vulkanhängen aus, wo regelmäßig vulkanisches Geröll auf die Straßen gespült wird.

Die Unwetter machten auch vor den Äolischen Inseln (Inseln des Windes) keinen Halt und wirkten sich negativ auf den Vulkantourismus aus. Starke Westwinde und hoher Seegang sorgten dafür, dass die Schiffsverbindungen weitestgehend eingestellt werden mussten. Bereits seit dem Vortag waren die äußeren Inseln Stromboli, Panarea, Filicudi und Alicudi nicht mehr erreichbar. Am Mittwoch waren schließlich alle sieben größeren Inseln des Archipels einschließlich Vulcano und Lipari vom regulären Schiffsverkehr abgeschnitten. In der Nacht wurden Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h registriert.

Für Stromboli-Besucher und insbesondere Vulkanspotter sind solche Situationen von besonderer Bedeutung. Wer zur Beobachtung der Eruptionen auf die Insel reisen möchte, muss jederzeit damit rechnen, dass die An- oder Abreise wetterbedingt ausfällt. Aktuell sind Stromboli und auch Ginostra bereits seit mehreren Tagen praktisch isoliert. Dadurch sitzen nicht nur Urlauber, sondern auch Bewohner und Beschäftigte auf der Insel fest.

Die aktuellen Verkehrsprobleme verdeutlichen damit eine Besonderheit von Vulkanreisen nach Stromboli: Schlechtes Wetter kann die Reiseplanung kurzfristig vollständig verändern. Wer die Insel zur Beobachtung einer erhöhten Aktivität besucht, sollte deshalb stets mehrere Puffertage einplanen.

Neben den Unwettern erschwert zudem die Schließung des Refugio Sapienza, über die ich gestern berichtete, die Urlaubsplanung für Vulkanspotter.