Mehrere Erdbeben unter Stromboli – Seismizität deutlich erhöht
Datum: 17.03.2026 | Zeit: 22:03:09 UTC | Koordinaten: 38.796 ; 15.217 | Tiefe: 3,4 km | Mb 1,1
Unter Stromboli, dem aktivsten Vulkan Europas, manifestierten sich am 17. März fünf Erdbeben, die erst heute auf der INGV-Shakemap angezeigt werden. Bereits zwei Tage zuvor hatte es schon einen schwachen Erdstoß gegeben. Die Epizentren von 5 Beben liegen unter der Nordflanke des Vulkans, wobei 2 Beben sich direkt unter der Sciara manifestierten. und ein weiteres am Rand der Cima. Ein Erdstoss lag im Süden der Insel. Alle Beben lagen in geringen Tiefen zwischen 3,5 und 1,4 km unter dem Meeresspiegel. Der stärkste Erdstoß hatte eine Magnitude von 1,1. Zwei weitere brachten es auf 1,0. Normalerweise sollte man meinen, dass eine Handvoll Mikrobeben an einem aktiven Vulkan nichts Besonderes sind, doch am Stromboli verhält es sich anders.

In den letzten Tagen schrieb ich bereits öfters über eine leichte Zunahme der Seismizität im Bereich des Tyrrhenischen Meers und in der Nähe von Stromboli. Bei den meisten Beben handelte es sich um Tiefenbeben und ich erwartete, dass es auch direkt unter der Insel Erdbeben geben wird, so wie es jetzt der Fall ist. Als es die letzten Male eine entsprechende Seismizität unter Stromboli gegeben hatte, folgten innerhalb weniger Tage bis Wochen Phasen stärkerer Eruptionen, bei denen es nicht nur zu stärkeren Lavaüberläufen gekommen war, sondern auch zu Paroxysmen mit pyroklastischen Strömen. Diese will ich zwar nicht prognostizieren, doch ich rechne fest mit einer Aktivitätssteigerung am Stromboli. Welcher Art sie sein wird, werden wir sehen.
Unter Vulcano hat es übrigens auch wieder ein Mikrobeben gegeben. Inzwischen wurde der Monatsbericht nachgereicht, der weitestgehend stabile Werte zeigte. Einzelne Erschütterungen sind hier nicht so relevant wie auf Stromboli, zeigen aber, dass es weiterhin Fluidbewegungen unter der Insel gibt. Mit einer Aktivitätssteigerung ist aber nur zu rechnen, wenn ein neuer Schub Magma unterhalb Vulcanos intrudiert. Anders als am Stromboli, der über ein offenes Fördersystem verfügt und bei dem ein Magmaschub entweder keine oder nur wenige Beben verursacht, sind die seismischen Schwärme in so einem Fall auf Vulcano intensiver.
Tatsächlich bin ich demnächst auf den Inseln unterwegs – sofern weder ein Streik noch ein Sturm dazwischenfunken werden – und kann mit ein wenig Glück dann mal wieder live berichten.
