Zwei phreatomagmatische Eruptionen innerhalb weniger Stunden – Taal Vulkan steigert Aktivität
Am philippinischen Taal-Vulkan ist es am Dienstagabend zu der zweiten phreatomagmatischen Eruption innerhalb weniger Stunden gekommen. Nach Angaben von PHIVOLCS begann der Ausbruch um 20:09 Uhr Ortszeit und dauerte gut vier Minuten. Bereits am Nachmittag hatte sich eine ähnliche, aber deutlich schwächere Eruption ereignet. Trotz der verstärkten Aktivität bleibt die Warnstufe zunächst auf Alert Level 1, was auf eine geringe, aber anhaltende vulkanische Unruhe hinweist.

Der Vulkanausbruch ereignete sich erneut im Hauptkrater des Vulkans auf Volcano Island, einer kleinen Vulkaninsel im großen See der Taal-Caldera. Die Explosion schleuderte die Asche sowie wasserdampfreiche Eruptionswolken bis in eine Höhe von etwa 2.800 Metern über dem Krater. Thermalkameras auf der Vulkaninsel dokumentierten kräftige Fontänen aus Asche und Dampf. Aufgrund der Dunkelheit wurden keine Aufnahmen im sichtbaren Lichtspektrum veröffentlicht. Das VAAC Tokyo registrierte die Eruption ebenfalls und meldete eine Aschewolke, die bis auf Flugfläche 110 (etwa 3.350 Meter) aufstieg und mit etwa 28 km/h nach Westen verfrachtet wurde. Seit der starken Eruptionsphase in 2020 erreichten Aschewolken vom Taal nur selten vergleichbare Höhen, wobei festzustellen ist, dass die Häufigkeit und Stärke phreatomagmatischer Eruptionen seit gut einem Jahr deutlich zunimmt.
Phreatomagmatische Eruptionen entstehen, wenn aufsteigendes Magma mit Wasser in Kontakt gerät. Das Wasser verdampft schlagartig und verursacht explosionsartige Ausbrüche, die große Mengen Dampf, Asche und Gesteinsfragmente freisetzen können. Am Taal spielt dabei das Wasser des Kratersees eine entscheidende Rolle, wodurch die Eruptionswolken auch schlammige Sedimente vom Seegrund enthalten und Fontänen bilden.
Die Vulkanüberwachung registrierte in den vergangenen 24 Stunden insgesamt zehn vulkanische Erdbeben, darunter vier Episoden vulkanischen Tremors mit einer Dauer zwischen einer und 129 Minuten. Zudem hält eine kurzfristige Inflation der Vulkaninsel an, was auf Druckaufbau im Untergrund hindeutet. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag zuletzt bei 129 Tonnen pro Tag und damit auf einem vergleichsweise moderaten Niveau.
PHIVOLCS warnt weiterhin eindringlich davor, die gesamte Vulkaninsel – insbesondere den Hauptkrater und die Daang-Kastila-Spalte – zu betreten. Auch Bootsfahrten auf dem Taal-See sowie Flüge in unmittelbarer Nähe des Vulkans bleiben untersagt.