Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen
Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser.

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.
Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.
Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.