USA: Unwetter verwüstete Ortschaft und Windanlagenpark

Gewaltiges Unwetter verwüstet Windanlagenpark in South Dakota – schwere Verwüstungen im Ort Highmore

Ein außergewöhnlich heftiges Gewittersystem hat am Morgen des 29. Juni den US-Bundesstaat South Dakota schwer getroffen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen war die Region um die Kleinstadt Highmore im zentralen Teil des Bundesstaates. Dort verursachten zwei bestätigte Tornados, Fallböen und Hagel große Schäden. Betroffen war auch ein Windanlagenpark, vor dem mindestens 20 Windräder beschädigt oder zerstört wurden.



Unwetterfolgen

Verursacht wurden die Unwetter durch ein sogenanntes mesoskaliges konvektives System (MCS), einen großräumigen Gewitterkomplex, der sich über mehrere hundert Kilometer ausdehnen kann. Meteorologen gehen davon aus, dass innerhalb des Systems außergewöhnlich starke Downbursts auftraten. Radaranalysen deuten darauf hin, dass örtlich Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 km/h erreicht worden sein könnten. Eine endgültige Bestätigung dieser Werte durch den National Weather Service steht noch aus.

In und um Highmore wurden zahlreiche Gebäude beschädigt oder teilweise zerstört. Stromleitungen knickten um und Bäume wurden entwurzelt, die die Straßen blockierten. Die Aufräumarbeiten begannen unmittelbar nach dem Durchzug der Gewitter. Gleichzeitig wurden die Schäden erfasst und versucht, die Stromversorgung in betroffenen Gebieten wiederherzustellen.

Besonders spektakulär sind die Schäden an einem nahegelegenen Windpark. Nach ersten Berichten wurden mindestens 20 Windkraftanlagen zerstört oder schwer beschädigt. Bilder aus dem Katastrophengebiet zeigen geknickte Türme sowie abgerissene Rotorblätter und zerstörte Generatorengondeln. Die Trümmerteile wurden teilweise über große Entfernungen verstreut.

Meteorologen bezeichnen die Zerstörung von so vielen Windkraftanlagen durch ein einzelnes Gewittersystem als außergewöhnlich. Moderne Windturbinen sind eigentlich für starke Stürme ausgelegt, doch die extremen Fallböen, die möglicherweise noch höhere Windgeschwindigkeiten aufwiesen als gemessen, überschritten offenbar die Belastungsgrenzen mehrerer Anlagen.

Neben den schweren Windschäden wurden im Osten von South Dakota mindestens zwei Tornados bestätigt. Nach bisherigen Erkenntnissen entstand der überwiegende Teil der Verwüstungen aber durch die geradlinigen Sturmwinde des Gewittersystems.

Die genaue Schadenssumme ist noch nicht bekannt. Sie dürfte jedoch in die Millionen gehen und macht das Ereignis zu einem der bemerkenswertesten Unwetter des Jahres in den Vereinigten Staaten.