Vesuv: Temperaturanstieg an einzelnen Messpunkten setzt sich fort

Temperaturanstieg an einigen Messpunkten am Vesuv-Krater setzt sich fort

Am Vesuv setzt sich der Temperaturanstieg an einigen Fumarolen im Kraterbereich fort. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht für August 2026 des Vesuv-Observatoriums des INGV hervor. Der Temperaturanstieg wird seit Juni von der permanenten Infrarotkamera registriert. Besonders der Anstieg der lokal gemessenen maximalen Oberflächentemperaturen ist auffällig. Der langfristige Trend zeigt nach oben.

Die seit 2013 betriebene thermische Überwachungsstation nimmt nachts Infrarotbilder des südwestlichen inneren Kraterhangs auf. Aus den Bildern wird jeweils die höchste erfasste Oberflächentemperatur bestimmt. Die Messreihe wird dabei um jahreszeitliche Schwankungen bereinigt. Nach Angaben des INGV setzte der Anstieg der Maximalwerte bereits im Juni ein und hielt im August an. Die Temperatur stieg innerhalb von 2 Monaten von ca. 45 Grad auf 72 Grad an, was man durchaus als signifikanten Anstieg bezeichnen kann.

Temperaturanstieg am Vesuv. © INGV

Allerdings zeigt sich die Erwärmung nicht an allen Messstellen. Bei den monatlichen Messungen mit mobilen Wärmebildkameras und Thermoelementen blieb die Temperatur einer überwachten Fumarole am Messpunkt SV2b im westlichen Kraterbereich weitgehend stabil; beobachtete Schwankungen liegen im Rahmen saisonaler Veränderungen.

Eine weitere lokale Auffälligkeit gibt es an der geochemischen Station FLXOV6 am südwestlichen Kraterrand. Dort erreichte eine Fumarole im August rund 78 °C und lag damit etwa 5 °C über dem Mittelwert der Messreihe. Die Vulkanologen weisen explizit darauf hin, dass dieser Anstieg nicht von einer Zunahme des diffusen CO₂-Flusses oder einer Erwärmung des umliegenden Bodens begleitet wurde. Die Beobachtung wird deshalb als lokale Veränderung des Entgasungsprozesses interpretiert und nicht als Signal für eine Reaktivierung des magmatischen Systems gewertet.

Andere Überwachungsdaten liefern derzeit keine Hinweise auf eine umfassende Aktivierung des Vulkans. Im August wurden 112 überwiegend schwache Erdbeben registriert, während GNSS-, Tilt- und mareografische Messungen keine Deformationen erkennen lassen, die auf eine magmatische Quelle hindeuten. Auch die geochemischen Parameter zeigen keine wesentlichen Veränderungen.

Die thermische Entwicklung ist damit beobachtenswert, stellt nach aktuellem Datenstand aber kein eindeutiges Signal für einen bevorstehenden Vulkanausbruch dar.

Die bislang letzte Eruption des Vesuv manifestierte sich im Frühjahr 1944 und dauerte 10 Tage. Sie war von explosiver und effusiver Natur und förderte massive Aschewolken, deren Ablagerungen bis nach Jugoslawien reichten. Lavaströme richteten in den Dörfern Massa di Somma und San Sebastiano al Vesuvio massive Schäden an. Seitdem ruht der Vulkan, doch eine Reaktivierung ist jederzeit möglich.