Villarrica: Hinweise auf Vulkanausbruch verdichten sich

Erhöhte Aktivität am Vulkan Villarrica – erste Explosionen detektiert

Am chilenischen Vulkan Villaricca verdichten sich seit dem Wochenende die Anzeichen, dass der Vulkan in eine neue Eruptionsphase eintritt. Die chilenische Berg- und Geologiebehörde SERNAGEOMIN attestiert dem Vulkan in einem Bericht eine Zunahme oberflächennaher Aktivität, die sich am Samstag in Gasausstoß und rot illuminierten Wolken im Kraterbereich äußert. Am Sonntag gab es dann erste explosive Eruptionen, bei denen Tephra fast 500 m hoch ausgestoßen wurde. Obwohl die Anwohner teils besorgt reagierten, blieb die Vulkanwarnstufe bis jetzt auf Grün.

Bereits am Samstagnachmittag wurde am Villaricca eine verstärkte Aktivität beobachtet, die sich vor allem durch leuchtende Erscheinungen im Kraterbereich sowie den Ausstoß von Gasen äußerte Die Phänomene waren sowohl für Anwohner als auch für Touristen sichtbar und wurden in sozialen Netzwerken vielfach dokumentiert. Diese Beobachtungen führten zu einer offiziellen Stellungnahme der Behörden, um die Situation einzuordnen.

Pedro Berríos, Leiter der Notfallmanagementeinheit von SERNAGEOMIN, erklärte gegenüber der Lokalpresse, dass solche Prozesse normal für den Vulkan seien und laufend überwacht würden. Die Vulkanologische Beobachtungsstelle der Südlichen Anden (OVDAS) hat bereits zuvor einen Sonderbericht veröffentlicht, in dem eine Zunahme der Glühaktivität und der oberflächennahen Erscheinungen vermerkt wurde.

Überwachungskameras vor Ort bestätigten, dass es sich bei den beobachteten Phänomenen um Emissionen aus dem Kraterinneren handelt. Berríos meinte, dass der Villarrica zu den aktivsten Vulkanen Chiles zählt und solche Schwankungen daher nicht ungewöhnlich sind.

Neue Explosionen und Hinweise auf einen ansteigenden Lavasee

In der Nacht zum Sonntag und erneut in den frühen Morgenstunden wurden erste Explosionen aus dem Krater registriert. Dabei entstanden Eruptionssäulen aus ausgeworfenem Material, die Höhen von bis zu 460 Metern erreichten. Die Ereignisse waren von den Überwachungssystemen des OVDAS deutlich erfasst worden.

Nach Einschätzung der Vulkanologen könnte die derzeitige Aktivitätszunahme mit einem neuen Lavasee zusammenhängen, der im Schlot aufsteigt. Die Bildung kleiner Lavaseen ist für den Villarrica typisch, da der Vulkan über ein offenes Fördersystem verfügt und sich Pegel und Größe des Lavasees in regelmäßigen Abständen verändern. In den letzten Jahren gab es aber keinen permanenten Lavasee mehr im Krater des Villarrica, so dass eine Neubildung dem vulkanischen Leben guttun würde.

Ian Gorayeb, Regionaldirektor des Katastrophenschutzdienstes SENAPRED in La Araucanía, erklärte, dass die jüngsten Berichte auf Daten von Überwachungskameras und akustischen Sensoren beruhen. Demnach wurden mehrere Explosionen mit begrenzter Reichweite innerhalb des Kraters festgestellt. Gleichzeitig zeigen die seismischen Messungen bislang keine signifikante Zunahme der Stärke vulkanischer Erdbeben.

Allerdings registrierten die Instrumente während der Aktivitätsspitzen langperiodische Erdbeben. Diese werden mit der Bewegung von Gasen und Magma im Vulkansystem in Verbindung gebracht und deuten auf eine verstärkte Fluiddynamik im Inneren des Vulkans hin. Die Beobachtungen stützen damit die Annahme, dass sich der Lavasee derzeit ansteigt.

Trotz der erhöhten Aktivität betonen die Behörden, dass sich die Situation weiterhin innerhalb der für den Villarrica typischen Schwankungen bewegt. OVDAS weist darauf hin, dass bei einem offenen Vulkansystem wie dem Villarrica auch plötzliche Explosionen auftreten können, ohne dass dies zwangsläufig auf eine größere Eruption hindeutet.

Leider strukturierte SERNAGEOMIN seine Zuständigkeiten und Webseiten neu, so dass es mir nicht mehr möglich ist, direkt auf die Daten zuzugreifen. Stattdessen findet man nur noch behördentypisches Blablabla. Die hier erwähnten Daten und Beschreibungen stammen aus chilenischen Medienberichten.