Hokkaido-Komagatake: Seismovulkanische Unruhe beobachtet

Unruhe am japanischen Vulkan Hokkaido-Komagatake detektiert – Alarmstufe angehoben

Auf der japanischen Insel Hokkaido ist der Vulkan Hokkaido-Komagatake unruhig geworden: Seit Ende September wird eine Zunahme der Seismizität registriert, die auch Anfang Oktober weiter zunimmt. Die für Naturgefahren zuständige Japanische Meteorologische Agentur (JMA) stufte die Warnstufe am 2. Oktober von 1 auf 2 herauf. Damit gelten Zugangsbeschränkungen für den Bereich um den Krater. Hintergrund waren eine zunehmende Bodenverformung und ein Anstieg vulkanisch bedingter Erdbeben.



Erdbebenlage. © JMA

Bereits seit dem 26. September wird eine Neigungsänderung des Geländes in Richtung des Gipfelkraterbereichs registriert. Diese Verformung in Form einer Bodenhebung beschleunigte sich am 2. Oktober vorübergehend. Gleichzeitig nahm die Zahl vulkanotektonischer Erdbeben mit geringen Magnituden deutlich zu. Während am 1. Oktober am Gipfelmesspunkt 15 Beben registriert wurden, waren es am 2. Oktober 137 Ereignisse. Die Erdbeben haben überwiegend sehr flache Herdtiefen unterhalb der Gipfelkraterfläche und weisen geringe Amplituden auf.

Erdbeben und Bodenhebung deuten auf eine Inflation infolge von Fluidaufstieg in geringer Tiefe unter dem Zentrum des Vulkans hin. Bei den Fluiden kann es sich direkt um Magma handeln, aber auch um magmatische Gase und Flüssigkeiten, die sich aufgrund hoher Druck-Temperatur-Bedingungen im Erdinneren in einem sogenannten kritischen Zustand befinden und dabei physikalische Eigenschaften einnehmen, die sich von jenen an der Erdoberfläche unterscheiden.

Inzwischen hat sich die Aktivität wieder abgeschwächt. Nach 19 Uhr am 2. Oktober ging die Zahl der Beben deutlich zurück. Bis zum 3. Oktober um 15 Uhr wurden nur noch zwei Ereignisse registriert. Auch die zuvor zunehmende Bodenverformung verlangsamte sich ab etwa 22 Uhr. Beben mit einer Magnitude von mindestens 1,0 sowie vulkanischer Tremor wurden bislang nicht beobachtet. An den Überwachungskameras zeigte sich außerdem keine auffällige Veränderung der Fumarolenaktivität.

Trotz des vorübergehenden Rückgangs hält die JMA die Warnstufe 2 aufrecht, da weiterhin die Möglichkeit einer kleinen Eruption im Gipfelkraterbereich besteht. Innerhalb von etwa vier Kilometern um den Krater wird vor größeren ballistischen Bomben gewarnt.

Der Hokkaido-Komagatake ist ein rund 1.100 Meter hoher Stratovulkan auf der Oshima-Halbinsel im Süden Hokkaidos. Sein letzter größerer Ausbruch ereignete sich 1929; dabei kam es zu einer explosiven Eruption, die zu umfangreichen Bims- und Ascheablagerungen führte.

In Japan stehen augenblicklich 18 Vulkane unter besonderer Beobachtung des JMA, die mindestens auf Alarmstufe 2 stehen und Zugangsbeschränkungen unterliegen. Zudem werden 5 teils submarine Vulkane bzw. entlegene Vulkaninseln genau beobachtet, für die andere Warnsysteme gelten.